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Sieben Dinge, die ein perfektes Winterbike ausmachen

Pedalieren in der kalten Jahreszeit – mit dem richtigen Material und der richtigen Ausrüstung kein Problem

Nachdem wir auch dieses Jahr mal wieder auf weiße Weihnachten verzichten mussten, fiel pünktlich zum Jahresbeginn der erste Schnee. Neben den Räumfahrzeugen, die einen in der Früh gegen 5:00 Uhr aus dem Schlaf reißen, machen die weißen Flocken leider auch Streusalz und Splitt unabdingbar. Das gepaart mit dem ganzen Matsch und Dreck auf den Straßen macht den Winter zu einer echten Herausforderung für unsere Rennräder. Um unseren geliebten Untersatz vor den Strapazen zu schützen und so sicher wie nur möglich durch die kalte Jahreszeit zu kommen, empfiehlt sich ein zweites Rad für den Winter. Wir haben die sieben wichtigsten Faktoren zusammengestellt, die ein perfektes Winterbike ausmachen.

Die Gründe dafür, sich ein spezielles Winterbike zuzulegen, sind schnell gefunden. Zum einen ist man auf einem entsprechend ausgestatteten Bike in den Wintermonaten einfach sicherer unterwegs und zum anderen möchte man sein Lieblingsrennrad, auf das man eventuell sehr lange gespart hat, nicht von Regen, Schnee, Matsch, Streusalz, Splitt oder sonstigen Mitbringseln des Winters aufarbeiten lassen.

Winterbike – was gehört dran?

Um bestens durch die kalte Jahreszeit zu kommen, lassen viele Fahrer ihr Sommerrennrad die kalten Monate im Trockenen stehen und greifen stattdessen auf ihr Winterbike zurück.

Ein Winterbike muss in erster Linie zuverlässig und sicher sein. Um das zu gewährleisten, bedarf es auf jeden Fall exzellenter Bremsen, breiterer Reifen und einer guten Beleuchtung. Sind diese Komponenten vorhanden, kann man von einem wintertauglichen Rennrad reden. Möchte man allerdings mit dem perfekten Winterbike durch die kalte Jahreszeit pedalieren, gehört noch ein wenig mehr dazu. Hier sind die sieben wichtigsten Dinge, die ein perfektes Winterbike ausmachen:

Der Kinesis Racelight T3 ist ein geeigneter Rahmen für ein Winterbike. Er ist nicht zu teuer, besteht aus Aluminium und unterstützt den Einsatz von Schutzblechen. (Foto: Kinesis)

1) Der Rahmen

Die meisten Leute entscheiden sich für ihr Winterbike entweder für einen Alu- oder einen Stahlrahmen. Diese beiden Materialien sind verglichen mit Titan oder Carbon einfach die robusteren, günstigeren und haltbareren Lösungen. Für alle, die ihr Geld nicht ohnehin zum Heizen benutzen, würde es einfach keinen Sinn machen, die Herausforderungen des Winters auf einem superleichten Carbonflitzer anzugehen.

Neben den eben angesprochenen Vorzügen verfügen Metallrahmen auch viel eher über eine Halterung für Schutzbleche. Auch wenn wir in den Sommermonaten froh sind, auf diese verzichten zu können, haben sie im Winter ihre Daseinsberechtigung. Der Kinesis Racelight T3 ist beispielsweise ein Rahmen, der sich optimal für ein Winterbike eignet. Er ist aus Aluminium gefertigt, ist realtiv günstig, verfügt über Halterungen für Schutzbleche und unterstützt zudem den Einsatz von breiteren Reifen.

Für alle, die tatsächlich das gesamte Jahr auf einer Carbon-Maschine unterwegs sein möchten, gibt es inzwischen auch Carbon-Rahmen mit Schutzblechhalterungen. Ein gutes Beispiel ist das Trek Domane mit seinen dezent versteckten Halterungen.

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Neben der Wahl des richtigen Materials sollte man bei der Anschaffung eines Rahmens für sein Winterbike auch darauf achten, dass er genügend Spielraum für breitere Reifen bereithält.

Im Winter sind Grip, Pannenschutz und Haltbarkeit das A und O. Entsprechende Reifen dürfen an einem perfekten Winterbike also auf keinen Fall fehlen.

2) Breitere Reifen

Wir haben bereits erwähnt, dass breitere Reifen ein wichtiger Faktor sind und somit an das perfekte Winterbike gehören. Für viele Pedalisten, die sich kein spezielles Rad für die kalte Jahreszeit zusammenstellen sondern lieber ihre existierende Maschine umrüsten möchten, könnte das zum Problem werden. Schließlich sind bei weitem nicht alle Rahmen darauf ausgelegt, mit 28-mm-Reifen betrieben zu werden. Kommt dann noch ein extra griffiges Winterprofil hinzu, gestaltet sich die Sache noch schwieriger.

Wir empfehlen für die kalte Jahreszeit eine Reifenbreite von minimum 25 Millimetern. Optimal wären 28-mm-Reifen, sofern der Rahmen genügend Platz bietet. Warum aber ist es so wichtig, ein Winterbike mit breiteren Reifen zu fahren? Ganz einfach! Breitere Reifen können mit weniger Druck gefahren werden, sorgen so für ein Plus an Komfort, bieten eine größere Kontaktfläche zur Straße und verleihen einem somit auch einen besseren Grip. Man kann sagen, breitere Reifen sorgen für ein stabileres und vorhersehbareres Fahrverhalten. Hinzu kommt, dass eine großzügigere Bereifung auch das Pedalieren fernab befestigter Straßen ermöglicht. Ein kleiner Ausflug über Kies-, Feld- oder Schotterwege stellt mit üppigeren Schlappen also kein Problem mehr dar.

Gerade auf nassen Straßen, die im Winter von Splitt und sonstigen Fremdkörpern übersät sind, werden breitere Reifen zum Muss. Meist verfügen sie über einen guten Pannenschutz. Dieser geht zwar meist auf Kosten des Tempos, aber bei einem Winterbike geht es ja, wie bereits erwähnt, in erster Linie um Zuverlässigkeit und Sicherheit. Allerdings haben verschiedene Hersteller inzwischen sehr gute Winterreifen auf den Markt gebracht, die Grip, einen relativ geringen Rollwiderstand und Pannenschutz in einem Reifen vereinen. Zwei gute Beispiele sind der oben abgebildete Michelin Power All Season und der Continental Grand Prix 4-Season.

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Allerdings dürften sich die Einbußen in Sachen Geschwindigkeit kaum bemerkbar machen, bedenkt man, dass man mit einem herkömmlichen Reifen wohl das ein oder andere Mal mehr anhalten muss, um einen Platten zu flicken. Am besten wird man sich darüber klar, wieviel Tempo man zu opfern bereit ist und sucht sich dann einen entsprechenden Reifen für sein Winterbike aus. Des Weiteren sollte man sich Gedanken darüber machen, ob man mit einem Tubeless-Modell oder einer Schlauchlösung durch den Winter rollen möchte.

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Scheibenbremsen am Rennrad sind noch ein relativ neuer Trend, mit dem sich bei weitem noch nicht alle Pedalisten anfreunden können. Am Winterbike machen Discs aber auf jeden Fall Sinn.

3) Scheibenbremsen

Auch wenn sich noch nicht alle mit dem Gedanken anfreunden können, ihr Rennrad von Felgen- auf Scheibenbremsen umzurüsten, sind sich die meisten doch über die Vorteile von Discs bewusst. Sie bringen einfach kostant eine bessere Bremsleistung. Gerade im Winter, wenn die Straßen nass sind oder man sich auf einer steilen, matschigen Abfahrt befindet, möchte man sich ungern darauf verlassen, dass die Felgenbremsen ihren Job machen und in ausreichendem Maße greifen.

Drückt bei Felgenbremsen lediglich ein Pad von jeder Seite gegen die wahrscheinlich feuchte, glatte und meist schmutzige Felge, umschließt bei Scheibenbremsen ein Bremssattel eine extra dafür konzipierte Scheibe. Wer also unabhängig vom Wetter eine gute und zuverlässige Bremsleistung gewährleistet wissen möchte, ist mit einer Disc-Lösung definitiv besser beraten.

Die meisten Winterbikes von der Stange sind inzwischen ebenfalls standardmäßig mit Scheibenbremsen ausgestattet. Wenn man die Wahl zwischen hydraulischen und mechanischen Discs hat, sollte man sich für erstere entscheiden. Mechanische Lösungen sind anfälliger für Schmutz und Beschädigungen, wodurch logischerweise auch Einbußen in der Bremsleistung mit einhergehen.

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Obwohl wir im Sommer nur zu gerne auf Schutzbleche verzichten, machen sie in der kalten Jahreszeit Sinn.

4) Schutzbleche

Ein Winterbike ist nicht komplett, wenn keine Schutzbleche montiert sind. Ist man auf nassen, matschigen Straßen unterwegs, schützt man nicht nur sich selbst vor hochspritzendem Matsch und Wasser, man verhindert auch, dass der derjenige, der hinter einem in die Pedale tritt den Cocktail schlucken muss.

Das Schutzbleche im Winter von Vorteil sind, liegt auf der Hand. Sie sorgen dafür, dass man sauberer und trockener wieder zuhause ankommt. Wie gravierend der Unterschied zwischen einem Winterbike mit und ohne Schutzblechen sein kann, weiß man spätestens, wenn man einmal bei Regen auf nassen, dreckigen Straßen unterwegs gewesen ist. Neben einem selber, schützen sie aber auch den Untersatz vor aufspritzendem Dreck. Das Material wird es einem also ebenfalls danken.

Wer sich sein perfektes Winterbike selber zusammenstellen möchte, sollte somit darauf achten, sich einen Rahmen zu organisieren, der für den bestmöglichen Schutz die Montage von Rundumschutzblechen ermöglicht.

Alle, die auf ein Winterbike verzichten und stattdessen lieber ihr normales Rennrad wintertauglich machen möchten, haben die Möglichkeit, auf Steckschutzbleche zurückzugreifen. Diese bieten zwar keinen kompletten Schutz, halten aber dennoch das Gröbste vom Fahrer fern.

Die Nummer Vier in Shimanos Sortiment an Komplettgruppen – Tiagra – ist nun auch mit Scheibenbremsen erhältlich und somit eine gute Lösung für ein Winterbike. (Foto: Shimano)

5) Die Komponenten

Was die Komponenten an einem Winterbike betrifft, so sollte man in erster Linie auf Punkte wie Zuverlässigkeit und Langlebigkeit achten. Faktoren wie Leistung und Gewicht spielen in der kalten Jahreszeit eine untergeordnete Rolle.

Was wir damit sagen möchten ist, das perfekte Winterbike braucht keine Campagnolo Super Record oder Shimano-Di2-Gruppe. Diese würde in einem richtigen Winter sehr in Mitleidenschaft gezogen werden und das wäre, zumindest bei Normalsterblichen, doch sehr schade ums Geld.

Eine super Gruppe, die das Konto nicht zu stark belastet und den Strapazen des Winters standhält, wäre beispielsweise die Nummer Drei im Sortiment des japanischen Komponentenriesen – Shimano 105. Aber auch Shimanos Tiagra-Gruppe, die es inzwischen ebenfalls mit hydraulischen Scheibenbremsen gibt, ist super für ein Winterbike geeignet. Weitere brauchbare Gruppen für die kalten Jahreszeit sind Campagnolos Volce oder SRAMs Rival. Beide Modelle bewegen sich im gleichen Preissegment.

Zudem sollte man für den Winter auch in Sachen Laufrad eher auf einen stabilen Satz aus Aluminium zurückgreifen und auf tiefe, teure Laufräder aus Carbon verzichten. Sofern man sein Winterbike wie empfohlen mit breiteren Schlappen betreiben möchte, sollte man auch darauf achten, dass die Felgen eine Breite um die 17 mm haben.

Das perfekte Winterbike muss über eine gute Beleuchtung verfügen. Eine kompakte Lösung mit einer super Lichtleistung für hinten wäre beispielsweise das hier abgebildete Exposure TraceR.

6) Die Beleuchtung

Was die Sicherheit betrifft so ist eine gute Beleuchtung im Winter das A und O. Was hilft einem die optimalste Ausstattung wenn man sich mangels Sichtbarkeit in Gefahr begibt und am Ende im Krankenhaus oder, sollten die Schutzengel gerade verhindert sein, im schlimmsten Fall gar nicht mehr aufwacht. Auch wenn viele das Thema Licht leider vernachlässigen, gehört es also ohne jede Frage dran an das perfekte Winterbike. Vielmehr noch sollte es in den Wintermonaten permanent an sein wenn man unter freiem Himmel in die Pedale tritt.

Viele Hersteller sind inzwischen mit Lichtern auf dem Markt vertreten, die sich sowohl für den Einsatz im Dunkeln als auch bei Tageslicht eignen. Hierzu zählt unter anderem das Bontrager Flare R, ein Rücklich, das über einen speziellen Tageslichtmodus verfügt.

Bontrager Flare R Rücklicht

Gerade jetzt in den Wintermonaten, in denen die Sonne so früh untergeht und die Sichtverhältnisse mitten am Tag aufgrund von Nebel oder Regen so schlecht sein können, ist es wichtiger denn je, immer einen Satz funktionstüchtige Lichter mit vollen Batterien dabeizuhaben.

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Auch wenn nicht jeder ein Fan von Satteltaschen ist, können sie im Winter sehr nützlich sein. So bieten sie beispielsweise Stauraum für verschiedene Dinge wenn man die Taschen des Trikots für Ersatzkleidung oder Nahrung freihalten möchte.

7) Weitere nützliche Dinge für den Winter

Leider ist die ein oder andere Panne im Winter selbst mit den besten Pannenschutzreifen unausweichlich. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, eine Pumpe mitzuführen. Diese kann man entweder direkt am Rahmen montieren oder, sofern es sich um eine kleine Handpumpe handelt, in der Satteltasche verschwinden lassen.

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Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt macht es definitiv keinen Spaß, den Mantel mit den bloßen Fingern von der Felge zu ziehen. Somit sollte man auch ein Satz Reifenheber zum festen Bestandteil seiner Winterausrüstung machen. Dieser lässt sich ebenfalls problemlos in jeder Satteltasche verstauen.

Sollte in der Satteltasche noch ein wenig Platz übrig sein, könnte man diesen mit Ersatzbatterien für die Beleuchtung (natürlich nur, sofern sie nicht via USB aufzuladen ist) oder anderen nützlichen Dingen wie einem Multi-Tool oder einem Ersatzschlauch füllen. Wer sich also für eine Satteltasche entscheidet, hat die Trikottaschen frei für eine zusätzliche Schicht Kleidung oder Nahrung.

Abschließend haben wir noch ein paar interessante Artikel zu den Themen Winter und Training für euch zusammengestellt:

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