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Ratgeber

Radfahren im Winter – 15 Erfahrungen, die jeder macht

Jeder Radfahrer, der der kalten Jahreszeit die Stirn bietet, wird die eine oder andere Erfahrung wiedererkennen

Für uns Radfahrer stellt der Winter einige Herausforderungen: Der Sommer lockt mit warmen, hellen Tagen. Der Winter lockt mit seinen dunklen, kalten Tagen nur aufs Sofa.

Schönwetterfahrer haben ihr Fahrrad im Keller verstaut und warten geduldig auf den Frühling. Und dann gibt es die Sorte Rennradfahrer unter uns, die ihr Ding auch in der kalten Jahreszeit durchziehen, unbeeindruckt von dem, was diese Jahreszeit ihnen beschert.

Für einige unter euch, angespornt durch die milden Temperaturen, ist dieses Jahr vielleicht der erste Winter, den ihr durchfahren wollt. Andere haben schon jahrelang Erfahrung gesammelt und wissen, was zu erwarten ist. Egal, was auf dich zutrifft: Wer einmal einen Winter auf dem Rad durchgemacht hat, wird ein anderer Radfahrer. Du wirst dich in der einen oder anderen Situation wiedererkennen, die jeder mehr als einmal erfahren musste, der sein Fahrrad bis zum Frühling nicht im Keller bunkert.

Radfahren im Winter: Eine Hassliebe?

Die Bremsen funktionieren tadellos – nur deine Finger nicht

Im Sommer fließt der Schweiß in Strömen und du freust dich auf die kühlende Brise während der Abfahrt: deine Belohnung für all die Mühen. Im Winter ist alles anders: Du hast dich in der Kälte den Berg hochgekämpft und hoffst, dass deine Kleidungsstrategie aufgeht und dir deine Finger während der Abfahrt nicht zu sehr abfrieren, denn irgendwie möchtest du noch bremsen wollen.

Wenn dein Reifen nicht mehr greift – und das mitten am Berg

Der Anstieg ist eine steile Rampe. Du nimmst deinen ganzen Mut zusammen und versuchst dich im Wiegetritt, um auch die letzte Hürde kraftvoll zu überwinden. Die Straße ist nass und voller Dreck und Laub, dein Hinterrad dreht durch. Anstatt dich mit einem kraftvollen Schwung nach vorne zu treiben, verlierst du jegliche Bodenhaftung, dein Gleichgewicht und damit auch jede Würde: Du kippst um und landest unsanft auf der Straße. Es sei denn, du schaffst es noch, dich auszuklicken. Und dann heißt es, den Rest der Rampe hochzuschieben.

Wenn die Bodenhaftung nachlässt, sind dreckige Klamotten deine kleinste Sorge.

Das Zwiebelprinzip macht sich breit

Dank des Zwiebelprinzips dauert es im Winter immer etwas länger, bevor du zur Abfahrt bereit bist: Unterhemd, Trikot oder Jacke, Windweste, Regenjacke, warme Tights, warme Socken, Überschuhe, Handschuhe, Kappe, Schal. Bis du so weit bist, brauchst du erstmal eine Pause, um dich von der Anstrengung des Ankleidens zu erholen.

Wenn das Anziehen fast so lange dauert wie die Ausfahrt kann es nur eines bedeuten: Es ist Winter

Wenn das Verfahren ein Wettrennen gegen das Wetter wird

Warme, helle Sommerabende laden geradezu dazu ein, deine Ausfahrten in ein Abenteuer zu vewandeln und die Gelegenheit zu nutzen, sich etwas zu verfahren und neue Gegenden kennenzulernen.

Wenn du dich aber im Winter verfährst, mutiert das Abenteuer schnell in ein Rennen gegen die Zeit, den Sonnenuntergang und das Wetter: Es ist kalt, es wird schnell dunkel, Regen, Schneeregen oder Schnee  kündigen sich an. Manchmal gewinnst du, meistens aber nicht.

Wenn dich das Wetter an der Nase herumführt

Es ist mild und die Sonne scheint vom blauen Himmel als du vor die Tür trittst, um mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Und das im Winter! Wer braucht bei solchen Aussichten schon eine Regenjacke und die dicken Handschuhe? Dein Leichtsinn wird gestraft, wenn du im Dienst aus dem Fenster in den grauen, sturmverwehten Himmel blickst, das Wasser gegen die Scheiben schlägt und die Straße in einen Bach verwandelt.

Winter, wie sehr wir dich lieben!

Die kalte Dusche

Von unten is alles noch ziemlich nass vom gestrigen Winterregen, aber immerhin ist es von oben trocken. Bis ein großes Fahrzeug, sei es ein Bus oder Laster,  ausgerechnet an der Stelle an dir vorbeifahren muss, an der das Regenwasser noch keine Anstalten gemacht hat, abzulaufen. Das Ergebnis: Ein kalter Wasserschwall ergießt sich über dich – das war’s dann mit der trockenen Ausfahrt.

Die kalte Dusche vom Laster: Erfrischend kühl ist anders!

Wenn du vom Winde verweht wirst

Du bist nicht mehr Herr deines Fahrrads – und das ist nicht nur peinlich sondern kann auch gefährlich werden: Es kann dir einen gehörigen Schreck einjagen, wenn sich der Wind entscheidet, dich nicht von vorne zu ärgern oder von hinten zu schieben, sondern dich von der Seite buchstäblich vom Rad zu pusten. Wir alle erinnern uns noch an das Drama beim Gent Wevelgern Rennen in 2015: Geraint Thomas sah zwar witzig aus, als er im Straßengraben landete, aber Spaß ist was anderes. Beim Wintersturm überlegen wir uns zweimal, ob wir es wirklich wagen sollten oder diese Slapstickeinlagen doch lieber den Profis überlassen.

Winterzeit – Plattfußzeit

In den Wintermonaten lernst du schnell, deinen Schlauch zu wechseln oder einen Platten zu flicken: Schlamm, Steinchen, Glassplitter und viele andere fiese Kleinigkeiten werden durch die Regenfälle auf die Straße gespült. Wenn du Glück hattest und plattenfrei durch den Winter gekommen bist, sei vorsichtig, wieviel du damit prahlst: Wer damit angibt, ohne Platten durch den Winter gekommen zu sein, fordert das Schicksal geradezu heraus.

Ein Platten ist unvermeidbar. Vor allem im Winter

Du trittst Wasser – trotz Überschuhe

In diesem Winter wird alles anders – mit solchen Vorsätzen starten wir alle in die kalte Jahreszeit, nachdem wir das Vorjahr mit nassen und kalten Füßen verbracht haben.

Du recherchierst und findest endlich die eierlegende Wollmilchsau: Die 100 % wasserdichten Überschuhe, die dir trockene, warme Füße versprechen – die müssen es sein. Am Ende des Winters musst du feststellen, dass das Wasser eine sehr unangenehme Eigenschaft hat: Es findet immer und überall einen Weg in deine Schuhe.

Mit den richtigen Klamotten wird das Radfahren im Winter zu einem Vergnügen. Nur an den überschuhen müssen wir noch arbeiten.

Jeder Sonnenstrahl wird ausgenutzt

Ein kleiner Sonnenstrahl stiehlt sich durch die graue Wolkendecke. Im Nullkommanix bist du umgezogen und sitzt auf dem Rad, diesem seltenen Vorkommnis in der grauen Jahreszeit zu huldigen. Lange genug hast du dich durch die kalten, feuchten und dunklen Wintertage gekämpft. Jede Gelegenheit, und sei sie noch so klein, wird genutzt, endlich bei Tageslicht und bei Sonnenschein zu fahren.

Im Winter wird jeder Sonnenstrahl zu einem Ereignis.

Du hast ein Fahrrad nur für die kalte Jahreszeit

Wenn dein teures Rad zum Überwintern in der Garage verstaut wird, ist das ein sicheres Zeichen, dass der Winter kommt. Schweren Herzens nimmst du von ihm Abschied und holst dein Winterrad hervor: Schwer und etwas ramponiert, ausgerüstet mit Schutzblechen und einer Anbringung für Licht, war dein Winterrad wahrscheinlich mal dein einziges und bestes Rad. Anstatt es zu verscherbeln, begleitet es dich jetzt treu durch die dunklen und kalten Ausfahrten. Es ist vielleicht nicht mehr das schönste, aber es birgt viele Erinnerungen. Alleine dadurch macht auch das Fahren im Winter doch irgendwie Spaß.

Ein echtes Winterrad hat Schutzbleche.

Cyclo-Cross!

Du wühlst im Schlamm, der Matsch spritzt hoch, du hetzt mit deinem Rad Huckepack über Stock und Stein, schlingerst auf Trailpfaden durch den stillen Wald und kannst dir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Der Spaß am Cyclocross hört erst dann auf, wenn du dein eingesautes Rad daheim vom Schlamm und Dreck befreien und wieder einigermaßen fahrbereit bekommen musst.

Im Winter kommt das Fahren im Schlamm so richtig zum Zug.

Du fühlst dich wie ein Held

Der Sturm peitscht durch die Luft, im Himmel braut sich ein Unwetter zusammen, weit entfernt grollt der Donner und deine Fantasie geht mit dir durch. Du fühlst dich wie Thor, der Donnergott: Stark, unbeugsam und unverletzlich, der sich auf seinem Streitwagen den Elementen stellt.

Nicht? Vielleicht bin ich der einzige, der es zugibt.

Ich, der Held des Winters!

Die heiße Dusche nach der Fahrt zuvor

Es war eine Fahrt, die Geschichte schreibt: Schneidender Wind, Tiefsttemperaturen, Wolken kündigen unheilvoll den Schneesturm an. Die Trinkflasche war leer, die Energieriegel waren halb gefroren und konnten nur mit Mühe heruntergewürgt werden. Die eiskalten Temperaturen haben dich vor einer Ewigkeit um das letzte Gefühl in deinen Händen, im Gesicht und deinen Füßen gebracht. Die Aussicht auf die heiße Dusche und den warmen Tee, die zu Hause auf dich warten, hat dich voran getrieben.

Das Gefühl, wenn die heiße Dusche auf die kalten Muskeln trifft: Unbeschreiblich!

Der Augenblick, in dem du unter der heißen Dusche stehst, kann manchmal nicht schnell genug kommen.

Der Frühling naht

Eine gefühlte Ewigkeit warst du in der Dunkelheit und Kälte unterwegs. Aber plötzlich spürst du eine Veränderung auf deiner Strecke: Ein grauer Streifen am Horizont am Morgen, das Licht am Rad wird jeden Abend ein bisschen später eingeschaltet. Die Temperaturen steigen und endlich naht der Frühling. Das Gefühl zum ersten mal ohne die dicken Handschuhe oder nur in Armlingen und Knielingen bekleidet auf dem Rad zu sitzen, ist unbeschreiblich.

Für die einen ist es nur ein kleiner, wärmender Sonnenstrahl, für den Radfahrer ist dieser Sonnenstrahl der Vorbote, dass es endlich aufwärts geht.

Für die einen ist das nu rein kleiner Sonnenstrahl, für den Radfahrer ist der Sonnenstrahl der Vorbote, dass es endlich aufwärts geht.
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