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Werkstatt & Material

So kannst du einer Reifenpanne vorbeugen – 8 Tipps

Die Angst vor einem Platten ist bei Radsportlern allgegenwärtig. Wir sagen dir wie du das Risiko minimierst.

Es ist der Alptraum eines jeden Pedalisten. Du bist unter freiem Himmel und gehst der Beschäftigung nach, die du über alles liebst. Doch dann das! Zig Kilometer von Zuhause entfernt ist plötzlich die Luft raus. Dein Alptraum wird zur Realität. Du hast eine Reifenpanne.

In den meisten Fällen lässt sich eine Reifenpanne ohne größere Probleme reparieren. Dennoch ist die gute Laune von einem Moment auf den anderen dahin, sobald das verräterische Zischen von entweichender Luft den Weg in deinen Gehörgang findet. Die Gewissheit, erst einmal auf unbestimmte Zeit am Straßenrand verweilen zu müssen, um den Schlauch zu reparieren oder auszuwechseln blockiert die Endorphinausschüttung in Sekundenbruchteilen.

Was kann ich machen, um nicht von einer Reifenpanne heimgesucht zu werden?

Reifenpanne – so kannst du dich davor schützen

Unglücklicherweise gehört eine Reifenpanne zum Leben eines jeden Radsportlers dazu. Es gibt aber ein paar Dinge, die du präventiv unternehmen kannst, um in Zukunft mit einem besseren Gefühl in die Pedale treten zu können. Unser Ratgeber soll dich vor den lästigen Momenten am Straßenrand bewahren, die dir die Tour versauen und für schwarze Finger sorgen. Nimm dir unsere Tipps zu Herzen und einem reibungslosen Ausritt steht nichts mehr im Wege.

1) Nimm nicht irgendeinen Reifen

Es liegt in der Natur von Rennradfahrern, dass sie zum schnellsten, leichtesten und griffigsten Reifen tendieren. Allerdings sind leichte Reifen aufgrund ihrer speziellen Gummimischung in der Regel flexibler und somit weniger strapazierfähig als dickere Modelle. Spitze Steinchen, Glas und andere Objekte können sich also leichter in den Gummi bohren und für eine ungebliebte Reifenpanne sorgen.

Die Präventivarbeit, mit der du einer Reifenpanne vorbeugen kannst, beginnt mit der Wahl des richtigen Reifens.

Zum Glück gibt es auch langlebigere Reifen. Zwei gute Begleiter wären beispielsweise der Continental Gatorskin oder der Schwalbe Durano DD. In beide Modelle ist eine stichfeste Schicht eingearbeitet, die es spitzen Gegenständen sehr schwer macht, in das Gewebe ein- oder gar bis zum Schlauch vorzudringen. Natürlich geht diese zusätzliche Schicht auf Kosten des Gewichts. In manchen Fällen kann der Pannenschutz auch den Grip beeinträchtigen. Wenn es dir aber in erster Linie um die Haltbarkeit geht und kein Rennen ansteht, in dem du auf eine Bestzeit abzielst, solltest du über einen entsprechenden Reifen nachdenken.

Zunächst musst du dir Gedanken darüber machen, wofür du den Reifen brauchst. Muss er dir im Training und in der Freizeit gute Dienste leisten, empfehlen wir dir einen Allrounder, welcher ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geschwindigkeit, Gewicht, Grip und Pannenschutz bietet. Bewährte Modelle wären hier beispielsweise der Michelin Power Endurance (siehe Foto) oder der Continental Grand Prix 4-Season.

Der Reifendruck ist ein ganz wichtiger Faktor, möchtest du einer Reifenpanne aus dem Weg gehen. Kontrolliere ihn also regelmäßig.

2) Pumpe deine Reifen regelmäßig auf

Der Reifendruck ist ein Schlüsselfaktor bei der Plattenprävention. Ist er zu niedrig, kann es bei einem Schlagloch oder einer Boardsteinkante schnell zum unsanften Kontakt zwischen Schlauch und Felge kommen. Schläge wie diese führen nicht selten zu einer Reifenpanne.

Um das Risiko einer solchen Reifenpanne zu minimieren, musst du regelmäßig dafür sorgen, dass genug Luft im Reifen ist. Du kennst die Straßen in deiner Gegend am besten. Ist die Oberfläche an vielen Stellen alles andere als perfekt, checkst du du den Reifendruck am besten vor jeder Fahrt. So bist du auf der sicheren Seite. Sind deine Reifen erst prall gefüllt, vermeidest du unnötige Verformungen des Schlauches und somit auch dessen Kontakt zur Felge.

Viele mögen jetzt die Stirn runzeln und sich denken, dass mit viel Luft im Reifen Einbußen in Sachen Komfort und Grip einhergehen. Da ist natürlich etwas dran. Jeder hat hier seine ganz persönlichen Vorlieben. Fakt ist, je niedriger der Reifendruck desto höher das Risiko einer Reifenpanne. Finde heraus, mit welchem Druck du leben kannst und sorge dafür, dass er nicht unterschritten wird.

Behalte auch im Hinterkopf, dass es bei einer breiteren Bereifung eines anderen Reifendrucks bedarf als bei dünneren Reifen. Je breiter der Reifen desto weniger Luft musst du in den Schlauch pumpen, um dich vor einem schlagbedingten Platten zu schützen.

Kontrolliere regelmäßig deine Reifen. So kannst du Glass oder andere Fremdkörper vielleicht noch entfernen bevor sie sich ihren Weg in den Gummi bahnen.

3) Kontrolliere regelmäßig deine Reifen

Obwohl es ein Leichtes wäre, regelmäßig die Reifen auf Fremdkörper zu kontrollieren, wird es doch immer wieder gerne vergessen oder auf die leichte Schulter genommen. Entweder springst du schnell aufs Rad, um dich mit Freunden zu treffen oder du musst in die Arbeit und bist eh schon zu spät dran. Für einen Reifencheck bleibt da keine Zeit mehr. „Was solls, es wird schon alles gut gehen.“

Tu dir selber einen Gefallen und sei in diesem Punkt nicht nachlässig. Nur weil du auf deinem letzten Ausritt keine Reifenpanne hattest, muss das nicht bedeuten, dass sich dabei keine scharfen Objekte an deinen Reifen geheftet haben oder sogar schon in sie eingedrungen sind. Vielleicht sind nur noch ein paar Meter nötig und du findest dich entnervt am Straßenrand wieder.

Ein simpler Check kann schon dabei helfen, deinen Alptraum nicht zur Realität werden zu lassen. Ein kurzer aber gründlicher Blick über die Oberfläche deines Reifens oder ein vorsichtiges Abstasten mit den Fingern reicht meist aus, um blinde Passagiere ausfindig machen und über Board werfen zu können. Optimal wäre es natürlich, du würdest dir die Zeit dafür direkt im Anschluss an deine Fahrt nehmen. So kannst du dich beim nächsten Mal beruhigt auf den Sattel schwingen und läufst nicht Gefahr, den Reifencheck zu vergessen oder wegen Termindruck zu vernachlässigen.

Musst du tatsächlich einmal etwas entfernen, was schon Spuren am Material hinterlassen hat, empfehlen wir dir, den Reifen so schnell wie möglich zu wechseln.

Achte darauf, wo du fährst um potentiellen Gefahren auf der Straße aus dem Weg zu gehen.

4) Vermeide Spurrinnen und verschmutzte Straßenabschnitte

Oft befindet sich am Rande der Fahrbahn der meiste Schmutz. Um spitzen Steinchen oder gar Glassplittern aus dem Weg zu gehen, solltest du also auch darauf achten, wo du fährst. Bei einspurigen Straßen kann der Dreck genauso gut in der Mitte liegen. Hälst du die Augen stets offen, minimierst du das Risiko, einer Reifenpanne zu erliegen.

Am besten wäre es natürlich, du würdest verschmutzte Bereiche gänzlich meiden. Achte darauf, wo die Autos den Untergrund am saubersten gemacht haben. Wo viele Autos fahren, ist der Asphalt durch den ständigen Druck oft glatter. Hier bist du nicht nur am besten vor Fremdkörpern geschützt, du kommst auch flotter voran.

5) Fahre immer vorausschauend

Genau wie nach Fahrbahnschmutz solltest du die Augen auch immer nach Schlaglöchern oder sonstigen Gefahren offen halten, die eine Reifenpanne zur Folge haben könnten. Achte nicht nur auf das, was sich direkt vor deinem Reifen abspielt, blicke immer auch ein wenig in die Ferne. So kannst du rechtzeitig reagieren und findest dich nicht im freien Flug wieder weil du von einem Schlagloch überrascht wurdest.

Auch beim Pedalieren in der Gruppe bist du gut beraten, stets vorausschauend zu agieren. Erkennst du Gefahren bevor es zu spät ist, machst du den Ritt für alle beteiligten sicherer. Hinzu kommt, dass es nicht einmal dich treffen muss. Wird ein Freund von einer Reifenpanne heimgesucht, findest auch du dich ungewollt am Straßenrand wieder. Schließlich gehörst du zu den Menschen, die Freunden (und natürlich auch Fremden) bei einer Panne tatkräftig zur Seite stehen würden, oder etwa nicht?

Jeder Fahrer fürchtet sie – Schlaglöcher. Oft siehst du sie leider erst wenn es zu spät ist. Die Reifenpanne ist perfekt.

6) Versuche es im Ernstfall mit Schadensbegrenzung

Sollte es tatsächlich einmal vorkommen, dass du einem Schlagloch oder einer anderen potentiellen Pannensituation nicht mehr ausweichen kannst, lockere deinen Griff. Lass den Lenker aber nicht komplett los. Die ganze Aktion sollte so sicher wie möglich ablaufen. Schließlich soll es nicht zu einem unkontrollierbarem Abflug kommen, bei dem du im Worst Case genauso platt bist wie dein Reifen. Zudem solltest du darauf achten, dein Gewicht nicht auf den Lenker zu verlagern, da du den Schlag auf den Reifen ansonsten nur verstärkst und eine Reifenpanne somit wahrscheinlicher würde.

Vorbeugend könntest du auch an deinen Skills arbeiten und gestellte Schlagloch-Situationen üben. Wenn du dein Rad gut beherrscht, kannst du dich zum Beispiel darin versuchen, mit Bunny-Hops über die Löcher hinwegzufliegen. Natürlich eignet sich dieses Mittel aber nur, sofern du alleine unterwegs bist oder um dich rum genügend Platz ist. In einer Gruppe solltest du lieber auf dieses Kunststück verzichten. Wie umfangreich den Repertoire an Tricks ist, kannst du in einem anderen Moment sicherlich besser unter Beweis stellen.

7) Sei vorsichtig beim Auswechseln von Schlauch und Reifen

Ist eine Reifenpanne unausweichlich und die Luft erst einmal raus, muss der Schaden behoben werden. Bei der Reparatur musst du sehr akribisch und vorsichtig vorgehen.

Sofern die Reifenpanne keinem Schlag zu danken ist, musst du zunächst gründlich nachsehen, ob der Übeltäter noch im Reifen steckt. Anschließend fährst du mit dem Finger die gesamte Innenseite des Reifens ab. So kannst du ausschließen, dass sich irgendwo noch ein anderer Fremdkörper versteckt hat. Gehst du bei diesen Schritten schlampig zu Werke, kann es im schlimmsten Fall sein, dass du nach den ersten paar Metern schon wieder ohne Luft dastehst. Der kleinste Glassplitter weiß ganz genau was zu tun ist, wenn er sich zwischen Schlauch und Mantel befindet.

Mit Tubeless-Reifen kann man sich besser vor einer Reifenpanne schützen. Mittels eines Dichtmittels verschließen sich kleinere Schnitte von ganz alleine.

Ist der Reifen für den nächsten Schritt freigegeben, geht es an den Schlauch. Wir persönlich würden nach einer Reifenpanne immer zu einem neuen Schlauch greifen. Ist der Schaden allerdings klein und du bist ein Sparfuchs, kannst du natürlich auch zum altbewährten Flicken greifen. Wir würden das, wie schon gesagt, nicht tun. Bevor du den neuen oder reparierten Schlauch wieder montierst, solltest du ein wenig Luft hineinpumpen. So kannst du verhindern, dass du ihn ausversehen zwischen Felge und Reifenkante einklemmst. Um den Reifen wieder aufzuziehen, empfiehlt es sich, auf Hilfsmittel wie Reifenheber zu verzichten. Bist du sicher das der Schlauch sicher im Felgenbett liegt und der Mantel sitzt, kannst du bis zum optimalen Reifendruck aufpumpen. Bevor du dein Bike wieder in Betrieb nimmst, solltest du durch Drehen des Laufrades abschließend noch sicherstellen, dass alles rundläuft und es keine Ausbuchtungen oder ähnliches mehr gibt. Alles ok? Dann gute Fahrt!

8) Überlege dir, in Zukunft schlauchlos zu pedalieren

Tubeless-Reifen sind nun schon seit einigen Jahren auf dem Markt zu finden. In der Mountainbike-Szene gehören sie schon lange zum Alltag dazu. Der hauptsächliche Vorteil einer solchen Bereifung liegt in der Pannensicherheit. Das liegt zum einen natürlich daran, dass kein Schlauch mehr von Nöten ist, dem durch eine Quetschung oder einen Schlag die Luft ausgehen kann. Zum anderen lassen sich schlauchlose Reifen in Kombination mit einem Dichtmittel nutzen. Bei einem kleinen Cut, fließt dieses in die betroffene Stelle und versiegelt den Reifen noch bevor zuviel Luft entweichen kann. Eine Tubeless-Bereifung hat aber nicht nur Vorteile. Ein gravierender Nachteil ist der Mangel an kompatiblen Laufrädern. Allerdings sind die verschiedensten Hersteller schon drauf und dran, dieses Manko zu beheben.

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