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Training & Ernährung

Alkohol und Radsport – das bewirken Bier und Co. wirklich

Weshalb sich der Konsum und das Pedalieren nicht vertragen

Der Alkohol ist in Deutschland die Volksdroge Nr. 1. Umgerechnet konsumiert jeder Einwohner im Jahr über 130 Liter an alkoholischen Getränken. In geselliger Runde stoßen wir an, machen Witze, lachen (obwohl sie leider viel zu oft nicht einmal lustig sind) darüber und haben eine gute Zeit. Während dessen machen wir uns keine Gedanken darüber, welche Auswirkungen der Konsum auf unsere Gesundheit hat. Das wir unserem Körper damit keinen Gefallen tun, merken wir dann spätestens am nächsten Morgen. Was aber bedeutet Alkoholkonsum für uns Radsportler? Dieser Frage möchten wir ein wenig auf den Grund gehen.

Jeder weiß es, aber Unzählige ignorieren es. Alkohol ist Gift für unseren Körper. Genauer gesagt, handelt es sich um ein Zellgift. Gerade ambitionierte Radsportler, die wirklich vorankommen wollen, bremsen sich durch den Konsum von zu viel Gerstensaft, Wein oder anderer Spirituosen aus.

Alkohol im Radsport – eine brüchige Verbindung

So lecker es auch aussehen mag, im Radsport sollten Bier und Wein die Ausnahme sein.

Alkohol ist aber nicht nur Gift für Leistungssportler, auch vor Hobbyfahrern und vor all denjenigen, die gar kein Fahrrad besitzen, macht es nicht halt. Dennoch haben alkoholische Getränke ihren festen Platz in unserer Gesellschaft. Verdient ein Staat soviel an einem Erzeugnis mit, dann passiert es schon mal, dass die Gesundheit der Bevölkerung hinten angestellt wird, Spirituosen in Supermärkten, Tankstellen oder am Kiosk um die Ecke frei zugänglich sind und ein Getränk wie Bier sogar bis zum Grundnahrungsmittel aufsteigt.

Es gibt Momente, in denen hat man sich ein Schlückchen Bier redlich verdient.

Fakt ist: Niemand zwingt uns, zur Flasche zu greifen und dennoch geben so viele Menschen der Versuchung Tag für Tag nach. Aber hören wir auf damit, unser wohlschmeckendes Feierabendbier zu verteufeln. Solange der Einzelne weiß, wie viel er sich und seinen Mitmenschen zumuten kann, ist ein Schlückchen hier und da sicherlich vertretbar.

Alkohol – die Bremse für dein Training

Gehörst auch du zu den Pedalisten, die nicht gänzlich auf Alkohol verzichten möchten, solltest du dich auf ein gelegentliches Gläschen Wein oder ein Fläschchen Bier beschränken. Dem ein oder anderen mag das sogar beim Einschlafen helfen und so nach einem intensiven Trainingstag die Regeneration begünstigen. Denn nichts beschleunigt den Regenerationsprozess besser als ein erholsamer Schlaf.

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Zuviel Alkohol kann dir die, für eine ordentliche Regeneration so wichtige, Tiefschlafphase rauben. (Foto: Deborah Malin)

Alles was über ein Gläschen hinausgeht, stört allerdings den erholsamen Schlaf und steht einer ordentlichen Regeneration somit im Wege. Zuviel Hopfenkaltschale oder Traubenelixier kann uns sogar so unruhig schlafen lassen, dass die so wichtige Tiefschlafphase komplett an uns vorbeigeht. Es ist aber nicht nur der Schlaf, der beim Genuss von zu viel Alkohol in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch der Muskelaufbau wird ausgebremst, da der Alkohol den Testosteronspiegel abfallen lässt. Da der Konsum von alkoholischen Getränken auch an unserem Immunsystem nicht spurlos vorübergeht, werden wir zudem anfälliger für Krankheiten.

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Der Einfluss von Alkohol auf unsere Leber

Hinzu kommt die Tatsache, dass unsere Leber nach dem Konsum mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist und wichtigere Aufgaben wie beispielsweise die Verwertung von Zucker, Fett und Eiweiß in dieser Zeit zu kurz kommen. Nur etwa ein Zehntel des zugeführten Alkohols wird durch unsere Nieren oder die Lunge ausgeschieden. Der Rest der Arbeit bleibt an unserer Leber hängen. Ein grober Richtwert besagt, dass unsere Leber in der Stunde 0,1 Promille Alkohol abbaut. Je nachdem wie viel du getrunken hast, kann es also eine ganze Weile dauern, bis die Leber sich wieder voll und ganz auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren kann.

Bei regelmäßigem und erst recht bei maßlosem Konsum brauchst du dich also nicht zu wundern, wenn deine Leistungskurve irgendwann stagniert und den Weg nach oben nicht mehr zu finden scheint. Gerade wenn du am Vorabend zu tief ins Glas geschaut hast, wird das Training oft von schweren Beinen, Lustlosigkeit und einem vergleichsweise viel zu hohen Puls begleitet. Wie willst du in einer solchen Verfassung Fortschritte machen? Allerdings kann eine Tour nach einer harten Nacht auch dabei helfen, den Kater abzuschütteln, der dir seit dem ersten Augenaufschlag nicht mehr von der Seite weicht.

Wenn du dich nicht mit ähnlich gequältem Gesichtsausdruck auf deinem Bike wiederfinden möchtest, solltest du vor einem harten Trainingstag komplett auf Alkohol verzichten.

Alkohol und Diät – Kollision voraus

Um vorab schon einmal alle Hoffnungen im Keim zu ersticken, Alkohol hat in einem gesunden Ernährungsplan keinen Platz. Verfolgst du das Ziel, ein paar Gramm abzuspecken, funktioniert das nur über ein Kaloriendefizit. Um deinem Körper während einer Diät alle wichtigen Nährstoffe zuzuführen und für das Training immer die nötigen Energiereserven zu haben, solltest du einen Ernährungsplan aufstellen. Wenn du an dieser Stelle bereits damit anfängst, dir zu überlegen, wie du am geschicktesten dein Bier in diesem Plan unterbringst, solltest du dir ernsthaft Gedanken machen.

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Wie viel Kalorien haben Bier und Wein?

Je nachdem ob du zum Weißbier, zum Pils oder zum Hellen greifst, führst du dir pro 100 ml zwischen 40 und 50 Kalorien zu. Der ein oder andere Tropfen Gerstensaft mag sogar noch ein wenig mehr haben. Trinkst du also einen halben Liter Bier, bist du schnell bei 250 Kalorien. An trainingsfreien Tagen entspricht das bereits mehr als zehn Prozent deines Tagesbedarfs. Wer ein paar Kalorien einsparen möchte, kann alternativ zu leichtem oder alkoholfreiem Bier greifen. Hier sprechen wir dann noch von etwa 20 bis 30 Kalorien pro 100 ml.

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Wein und Sekt schlagen noch ein bisschen stärker zu Buche. Je nachdem ob wir hier von Weiß- oder Rotwein, lieblich, halbtrocken oder trocken sprechen, können 100 ml hier schon zwischen 65 und 90 Kilokalorien beinhalten.

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In einem ordentlichen Ernährungsplan ist kein Platz für alkoholische Getränke.

Abhängig davon ob und wie viel du trainierst, wirst du deinem Körper irgendwas zwischen 2.000 und 4.000 Kalorien am Tag zuführen müssen. Ein ordentliches Frühstück, das dir genügend Energie für eine bevorstehende Tour liefert, ein Snack zwischendurch, um die Energiespeicher gefüllt zu halten, isotonische Getränke für einen ausgeglichenen Mineralstoffhaushalt, eine Mahlzeit nach dem Training, das Abendessen und deine Kaloriengrenze sollte weitgehend erreicht sein. Ob anschließend noch Platz für ein Bier oder ein Glas Wein bleibt, muss jeder selber wissen.

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Mit dem Rad zur Party? Keine gute Idee!

Laut Gesetz ist das Pedalieren bis 1,6 Promille erlaubt. Die Tatsache, dass Autofahrern bereits ab 0,5 Promille das Lenken ihrer Vehikel untersagt ist, lässt erschreckend viele zu folgendem Schluss kommen: Ich fahre mit dem Rad zur Party. So kann ich mehr trinken und setze dabei nicht meinen Führerschein aufs Spiel. Eine Idee, die einem, solange man wieder gut zuhause ankommt, klug und durchdacht vorkommen mag. Wer allerdings schon einmal im Krankenhaus lag, weil er oder ein anderer Verkehrsteilnehmer unachtsam war, weiß wie schnell es gehen kann und wie wichtig es ist, auf dem Fahrrad einen klaren Kopf zu haben. Selbst wenn du unbeschadet aus einer brenzligen Situation rauskommst, möchtest du sicher nicht dafür verantwortlich sein, dass jemand anderes deinetwegen zu Schaden kommt. Führe dir beide Szenarien immer wieder vor Augen, bevor du dich auf dein Rad schwingst.

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Zudem liegt die tatsächliche Promille-Grenze für Radfahrer nur dann bei 1,6 wenn der Pedalist sich unauffällig fortbewegt. Fährt er Schlangenlinien, fällt sonst irgendwie auf oder ist in einen Unfall verwickelt, können schon ab 0,3 Promille ein Bußgeld oder sogar Strafanzeige drohen.

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Fazit

Wie gesagt, ein Gläschen Wein oder eine Flasche Bier nach einem harten Trainingstag ist sicherlich vertretbar und wird die Trainingserfolge nicht gleich wieder zerstören. Alles was darüber hinausgeht, bremst unsere Trainingserfolge allerdings erheblich aus und schadet unserer Gesundheit.

Hast du es wie Tejay van Garderen auf der 18. Etappe des diesjährigen Giro d’Italia bis ganz nach oben auf das Podium geschafft, können wir eine Champagnerdusche nur unterstützen. (Foto: Sirotti)

Wer neben einem strikten Trainingsplan auch konsequent nach Ernährungsplan vorgeht, sollte sich auf die Sekt- oder Champagnerdusche beschränken, die ein Platz auf dem Podium oft mit sich bringt. Zudem ist es definitiv eine schlechte Idee, auf das Rad zurückzugreifen nur um seinen Führerschein nicht aufs Spiel zu setzen, wenn am Abend das ein oder andere Bierchen auf dem Programm steht.

Gar keine Gedanken über all das musst du dir hingegen machen, wenn du dem Alkohol gänzlich entsagst. Allerdings möchten wir an dieser Stelle keine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufmachen. Du weißt am besten, wie gut die Chancen stehen, auf einer Party zur Wasserflasche zu greifen.

Gute und sichere Fahrt!

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