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Eurasia Challenge: 16.000 km auf dem Rennrad durch Eurasien – Jonas Deichmann auf Weltrekordjagd

Am 2. Juli 2017 wird Jonas Deichmann zur Eurasia Challenge aufbrechen und innerhalb von 70 Tagen von Portugal nach Ostsibirien fahren. RCDE ist hautnah dabei!

70 befahrene Länder, eine Gesamtkilometerleistung im sechsstelligen Bereich, eine Weltumrundung auf dem Rad und jetzt mal eben der Versuch zweier Weltrekorde im Ultraendurance: Jonas Deichmann hat mit 30 Jahren schon mehr Strecke in den Beinen, als so manch einer in seinem Leben im Auto unterwegs ist.

München. Treffpunkt Biergarten. Jonas Deichmann rollt gut gelaunt auf seinem Rennrad an und sieht so gar nicht aus, wie das Monster, das auf dem Papier steht. 16.000 Kilometer und rund 110.000 Höhenmeter stehen ihm bald bevor. Das Ganze in weniger als 70 Tagen. Quer durch Eurasien auf dem Rennrad, von Cabo da Roca am Atlantik nach Wladiwostok am Japanischen Meer. Windschatten? Fehlanzeige. Der Trip wird solo durchgezogen, es gibt auch kein Begleitfahrzeug. Die Mission: zwei Weltrekorde und viel Werbung für eine Wohltätigkeitsorganisation.

Ein Video mit Jonas findest du weiter unten im Artikel!

Hier gibt es die Video- und Photoupdates zur Eurasia Challenge von Jonas:
Erstes Update von Jonas Deichmann
Die ersten 1.000 Kilometer sind geschafft!
Riesenpech für Jonas Deichmann bei Kilometer 3200
Neues Bike für Jonas Deichmann

Eurasia Challenge – Jonas Deichmann ist in Russland und voll auf Weltrekordkurs
Eurasia Challenge – Jonas Deichmann knackt ersten Weltrekord!
Eurasia Challenge – Jonas Deichmann nach dem Weltrekord in Ufa
Eurasia Challenge – Mückenplage in der sibirischen Steppe

Jonas Deichmann schickt sich an, zwei Langstreckenrekorde auf dem Fahrrad aufzustellen. Am 2. Juli geht es am westlichsten Punkt Europas in Portugal los. 70 Tage später will Jonas in Wladiwostock angekommen sein.

Doch wer ähnliche Beine erwartet, wie sie Robert Förstemann zur Schau trägt, der findet sich schnell auf dem Boden der Tatsachen wieder: Drahtig und topfit kommt er daher, aber keinesfalls muskelbepackt. Ganz Ausdauersportler eben. Seit Monaten stählt er seinen Körper für die Ultradistanz, hat jede Menge S-Fasern aufgebaut. “200 Kilometer am Stück sind kein Problem, aber einen Sprint spüre ich sofort in den Beinen”, so der gebürtige Stuttgarter.

Seit Anfang des Jahres hat Jonas Deichmann bereits 12.000 Trainingskilometer zurückgelegt.

Und auch sonst macht Jonas Deichmann einen ziemlich auf dem Boden gebliebenen Eindruck. Zum Interview gibt es, ganz zum Thema passend, Radler: „Mit Bier habe ich vor ein paar Monaten aufgehört – geht zu sehr auf die Leistung.“

Wir haben Jonas Deichmann in München getroffen, wo er lebt, arbeitet und gleichzeitig ideale Trainingsbedingungen in der Umgebung vorfindet:

Jonas, schön, dass du Zeit gefunden hast, dich mit uns zu treffen! Erzähl unseren Lesern doch ein wenig über dein Projekt.

Gerne! Ich werde am 2. Juli am westlichsten Punkt Europas in Portugal starten und quer durch ganz Eurasien fahren, bis ich in Wladiwostok in Ostsibirien angekommen bin. Währenddessen werde ich versuchen, zwei Weltrekorde aufzustellen: Einmal den Rekord über die schnellste Durchquerung Europas mit dem Fahrrad. Der aktuelle Rekord steht bei etwa 30 Tagen, da möchte ich deutlich schneller sein. Den zweiten Rekord hat noch niemand versucht: Die Durchquerung Eurasiens auf dem Fahrrad. Höchstens 70 Tage habe ich für die gesamte Reise veranschlagt.

Mit Verlaub – warum tust du dir so eine Tortur an?

(lacht) Zunächst sicherlich das: Ich bin einfach eine Abenteurerseele und liebe den Ultraendurance. Mich reizen außerdem Herausforderungen, die bisher keiner geschafft hat. Und es locken mich zwei Weltrekorde, die ich realistisch setzen kann und nicht zuletzt die mentale Prüfung. Ich war nie der Typ, der sich unterwegs, auch in völliger Einsamkeit und vom Wetter gepeitscht, fragt, warum er das Ganze hier jetzt eigentlich macht. Und wenn ich mit meinem Projekt auch noch der TDA-Foundation unter die Arme greifen kann, dann ist das für mich in der Gesamtheit mehr als genug Motivation für dieses Unterfangen.

Für die nächsten zwei Monate wird dieses Cockpit Jonas’ Arbeitsplatz sein.

Was macht die TDA-Foundation?

Die TDA-Foundation stellt afrikanischen und indischen Hilfsorganisationen Fahrräder zur Verfügung, die den Einsatzradius ihres Hilfspersonals deutlich vergrößern. Dadurch haben es beispielsweise Ärzte oder Entwickungshelfer viel einfacher, zu den Orten zu gelangen, wo deren Hilfe gebraucht wird. Und das ganze auch noch umweltfreundlich. Eine tolle Sache, wie ich finde, und ich würde mich sehr freuen, wenn die Leser von Roadcycling.de die TDA-Foundation ein wenig unterstützen würden!

Wie hast du dich auf die Fahrt vorbereitet?

Durch große Umfänge. Ich bin in der Vorbereitung ungefähr 400 Kilometer pro Woche im Sattel gewesen – die letzten paar Wochen sogar bis zu 1000 Kilometer – und habe das durch 100 Kilometer Joggen ergänzt. Dazu kamen diverse Wochenendtrips in die Alpen, so dass ich seit diesem Januar schon mehr als 12.000 Trainingskilometer sammeln konnte.

Und was sagt dein Arbeitgeber dazu, dass du dich jetzt erstmal für zwei Monate verabschiedest?

Ich habe das große Glück, dass mein Arbeitgeber, Benify, mich in jeder Hinsicht bei meinem Projekt unterstützt und gleichzeitig auch mein Hauptsponsor ist, daher ist der Urlaub für das Projekt kein Problem gewesen. Benify ist eine schwedische Firma, die Personalsoftware anbietet und ich bin dort, wenn ich nicht gerade durch Eurasien fahre, als Sales Manager tätig.

Bodenständig: Ultegra reicht Jonas Deichmann für 16.000 Kilometer quer durch Eurasien.

Wie wirst du dich während der Fahrt ernähren?

Morgens wird es Müsli geben. Ich bin kein besonders guter Frühstücker, deswegen muss ich unbedingt darauf achten, morgens genug zu essen, damit ich unterwegs nicht Gefahr laufe, in den Hungerast zu fahren. Mittags plane ich Restaurantbesuche ein, idealerweise gibt es dort auch noch Internet und ich kann ein paar Updates hochladen. Abends werde ich zelten und mir etwas mit meinem superleichten Campingkocher zubereiten. Dafür habe ich extra abgepackte Spiritusportionen dabei, die für jeweils eine Abendmahlzeit, die keine allzu lange Kochzeit erfordern darf, ausreichen sollten. Für zwischendurch sind bis zu acht Energieriegel und Gels eingeplant. Mein voraussichtlicher Energiebedarf liegt bei etwa 8.000 kcal pro Tag! Unterwegs werde ich meine Vorräte in den lokalen Supermärkten aufstocken, zusätzlich sind entlang der Strecke ein paar Verpflegungspakete deponiert.

“In Europa fehlt mir nur noch Serbien”. Jonas Deichmann, hier in Bosnien, hat viel gesehen auf zwei Rädern. Foto: Jonas Deichmann

Was für einen Fahrradcomputer wirst du benutzen?

Einen ganz einfachen mit schwarz-weiß-Display. Ich schätze moderne Radcomputer sehr, aber in der Regel sind sie nach einem Tag leer. Das kann ich mir in Sibirien, wo ich unter Umständen tagelang ohne Strom auskommen muss, nicht leisten. Ansonsten habe ich noch einen GPS-Tracker dabei, um meine Route aufzuzeichnen.

Vielen Dank für den Einblick, Jonas, und viel Erfolg für dieses tolle Projekt! Wir freuen uns schon, unterwegs von dir zu hören!

Danke! Und, liebe Leser von Roadcycling.de: Bitte drückt mir die Daumen und unterstützt die TDA-Foundation!

Roadcycling.de wird zweimal wöchentlich exklusiv über Jonas’ Abenteuer bei der Eurasia Challenge berichten. Reinschauen lohnt!

Abschließend fasst Jonas Deichmann höchstpersönlich sein Projekt im Video zusammen:

Fotos und Video, sofern nicht anders angegeben: Arian Schlichenmayer

Kartengrafik: www.eurasiachallenge.com

Musik: www.bensound.com

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