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Eurasia Challenge

Eurasia Challenge – Jonas Deichmann knackt ersten Weltrekord!

Seit heute ist es offiziell: Jonas Deichmann ist neuer Weltrekordhalter für die schnellste Durchquerung Europas auf dem Fahrrad – doch das Abenteuer geht jetzt erst so richtig los!

25 Tage, 3 Stunden, 38 Minuten: Das ist die offizielle Zeit, die Jonas während seiner Eurasia Challenge für die Strecke Cabo da Roca (Portugal) – Ufa (Russland) gebraucht hat. Neuer Weltrekord! 6400 Kilometer hat er dafür zurückgelegt, das macht einen Schnitt von 254,46 Kilometern pro Tag.

Doch es ist keine Zeit, die Füße hochzulegen: Der Löwenanteil der Strecke quer durch Eurasien liegt noch vor Jonas. Und das Abenteuer wird größer: konnte er bis Ufa noch eine dichte Infrastruktur nutzen, wird die Zivilisation spätestens ab Tschaljabinsk spärlich, Ortschaften können hunderte Kilometer auseinander liegen. In diesen Passagen werden auch Jonas‘ Survival-Skills gefordert, denn er ist nach wie vor auf sich selbst gestellt.

Im folgenden Interview erzählt Jonas über seine bisherige Reise. Weiter unten im Artikel gibt es ein Video von Jonas im russischen Fernsehen.

Interview mit Jonas Deichmann in Ufa

Jonas, wir gratulieren herzlich zum Weltrekord! Wie geht es dir?

„Danke! Mir geht es sehr gut, ich bin glücklich den ersten Rekord gebrochen zu haben! Meine Beine sind auch noch gut, ein bisschen schmerzt der Rücken, das dürfte an den 50 Kilometern Schotterpiste kurz vor Ufa liegen.“

(Jonas unterschlägt hier, dass er böse blaue Flecken von erzwungenen Ausritten in den Straßengraben davongetragen hat, mehr dazu unten)

Jonas wurde in Ufa ein herzlicher Empfang bereitet. Sogar Pavel Kachkaev (r.), Mitglied des russischen Parlaments und ehemaliger Bürgermeister von Ufa reiste an, um den Weltrekord zu verifizieren.

Wie wurdest du in Ufa empfangen?

„Sehr herzlich! Zwei Fernsehsender waren da, haben mich interviewt und wollten mehr über meine Ausrüstung wissen. Außerdem kam Pavel Kachkaev, Mitglied des russischen Parlaments, vorbei, um mich zu empfangen. Er war es auch, der meine Ankunft in Ufa und damit den Weltrekord verifizierte.

„Ich wurde gleich zur Übernachtung in einer Datsche eingeladen“

Die Menschen hier sind übrigens sehr gastfreundlich und interessiert. Es kommt nicht jeden Tag ein Ausländer hier vorbei, auf dem Fahrrad erst recht nicht. Einer der Reporter hat mich gleich auf seine Datsche (Dacha, russisches Ferienhaus) eingeladen. Hier bin ich nun und verbringe die nächste Nacht, bevor es morgen wieder weiter Richtung Osten geht.“

Ufa ist die Hauptstadt von Baschkortostan, einer autonomen Republik in Russland. Hier trägt Jonas die traditionelle Kopfbedeckung der Baschkiren.

Wie sind die Straßenverhältnisse in Russland bisher gewesen?

„Ich bin froh, dass der Verkehr jetzt weniger wird“

„Teils sehr gut, manchmal aber auch richtig schlecht mit vielen Schlaglöchern. Ich bin froh, dass der Verkehr auf den russischen Straßen Richtung Osten immer weniger wird. Die Lastwagenfahrer überholen mit möglichst minimalen Abständen, selbst bei freier Gegenspur. Ist denen völlig egal, manche hupen mich noch empört an. Ein paar Mal habe ich den Weg in den Straßengraben angetreten, weil es einfach zu knapp wurde. Davon habe ich auch diese fiesen blauen Flecken an meinen Händen. Besonders brenzlig wurde es in einer Situation, wo mich ein LKW links überholte und gleichzeitig noch ein Kleinlaster rechts – der allerdings auf dem baufälligen Schotterseitenstreifen. Da hatte ich kurz Todesangst mit zwei so Wänden neben mir. Verrückt! Ich habe über 70 Länder mit dem Fahrrad befahren, aber sowas habe ich noch nicht erlebt.“

Pelmeni – ein russisches Nationalgericht.

Wie läuft die Verständigung in Russland?

„Die Menschen hier sind sehr hilfsbereit“

„Da ich kein Russisch spreche und die meisten Menschen hier keine andere Sprache außer Russisch, muss ich es mit Händen und Füßen versuchen. Im Restaurant ist es einfach, wenn es ein Buffet gibt, aber bei kyrillischen Speisekarten bin ich mit meinem Latein am Ende und muss ich mir anders behelfen. Dann zeige ich zum Beispiel einfach auf ein gut aussehendes Gericht auf dem Nebentisch. Das funktioniert ganz gut und wie gesagt, die Menschen hier sind mirgegenüber sehr freundlich und hilfsbereit, spätestens wenn sie feststellen, dass ich von weit her komme.“

Hattest du unterwegs weitere Pannen?

„Außer des Rahmenbruchs in Tschechien gab es keine weiteren Ausfälle. Nicht mal eine Reifenpanne.“

Wie geht es jetzt weiter mit der Eurasia Challenge?

„Morgen treffe ich den Bürgermeister von Ufa, dann gibt es noch kurz ein bisschen Papierkram für den Weltrekord zu erledigen und gegen Mittag sollte ich wieder im Sattel sitzen. Die Natur wird immer wilder und abenteuerlicher und darauf freue ich mich schon! Die nächste Etappe führt mich direkt über das Uralgebirge nach Tschaljabinsk, die letzte größere Stadt auf meinem Weg durch Russland. Danach geht das Abenteuer richtig los, denn die Abstände zwischen den Städten werden dann immer größer. Ein Teil meiner Strecke führt mich sogar 1000 Kilometer durch ein Gebiet entlang der mongolische Grenze, wo es weit und breit keine Zivilisation gibt.“

Wie bereitest du dich auf diese langen Abschnitte fernab der Zivilisation vor?

„Zum einen werde ich noch eine weitere Packtasche unter meinem Zeitfahrlenker befestigen und jeden freien Platz an meinem Rad mit Nahrungsmitteln vollstopfen. Wasser werde ich mir aus Seen und Flüssen holen, um es aufzubereiten habe ich Desinfektionstropfen dabei. Ansonsten ist nicht viel anders, die mentale Herausforderung wird aber sicher interessant, so ganz allein auf weiter Flur.“

„Das Abenteuer geht jetzt erst richtig los“

Das hört sich spannend an! Wir freuen uns schon auf deine nächsten Updates und wünschen dir alles Gute für den zweiten Teil deiner Reise!

„Danke! Und danke auch an die Leser von Roadcycling.de für die tolle Unterstützung!“

16.000 Kilometer in 70 Tagen – mehr zur Eurasia Challenge von Jonas Deichmann gibt es exklusiv auf Roadcycling.de!

Video: Jonas im russischen Fernsehen

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