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Rennräder

Pinarello Dogma K8-S – das Komfortbike für die Klassiker

Auf dieser Maschine bezwingt Team Sky das Kopfsteinpflaster.

Noch vor einigen Jahren nutzten bestimmte Teams für Paris-Roubaix Bikes mit Rock-Shox-Federgabeln. Heute gehört ein solches Bike-Setup aber der Vergangenheit an. Viele große Hersteller haben inzwischen Maschinen entwickelt, die den Fahrern das Kopfsteinpflaster so angenehm wie möglich machen. Team Skys fahrbarer Untersatz für holprige Einsätze ist das Pinarello Dogma K8-S.

Der Einsatz von Rennrädern in Kombination mit Rock-Shox-Federgabeln entlockte einst wie heute vielen Leuten ein Schmunzeln. Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass der Franzose Gilbert Duclos-Lasalle den eben angesprochenen Eintagesklassiker zwei Mal hintereinander auf einer dieser Maschinen für sich entscheiden konnte. Im darauffolgenden Jahr, also 1994, war es dann der Belgier Andrej Tschmil, der sich auf einem Bike mit Rock-Shox-Federgabel den Sieg holte.

Pinarello Dogma K8-S – ein Schritt in die Zukunft

Es scheint, als würden Skepsis, Zynismus und der Radsport zusammengehören. Ein Grund dafür könnte sein, dass die meisten Hersteller, trotz der ständigen Verbesserung von Rohrformen und Technologien, bei der Entwicklung ihrer Bikes nach wie vor zu Altbewährtem tendieren und alles vermeiden, was zu exotisch erscheint. Pinarello gehört allerdings zu den Bikebauern, die sich getraut haben, einen Schritt nach vorne zu machen.

Von Bradley Wiggins als bahnbrechend beschrieben, wurde dem K8-S bei der Enthüllung, kurz vor den kopfsteinlastigen Klassikern 2015, große Aufmerksamkeit zuteil.  Bei der Tour de France war Luke Rowe einer der Fahrer, die auf das Pinarello Dogma K8-S zurückgriffen. Das Bike basiert im Grunde auf dem Pinarello Dogma F8. Die vorderen Dreiecke ähneln sich sehr stark und auch die Formen, Proportionen und das Layup sind gleich. Allerdings wurde die Geometrie ein wenig angepasst, um den Fahrer für das Kopfsteinpflaster in eine bessere Sitzposition zu bringen. Zudem wurde der Vorlauf der Gabel um 4 mm verlängert, um den Radstand zu vergrößern und ein stabileres Handling zu ermöglichen. Der hauptsächliche Unterschied zwischen dem K8-S und dem F8 liegt im elastomerbasierten Federsystem (DSS 1.0 = Dogma Suspension System) am hinteren Ende des Bikes.

Pinarello Dogma K8-S – in Zusammenarbeit mit Jaguar

Das Pinarello Dogma K8-S wurde, genau wie das Dogma F8, in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Jaguar entwickelt.

Die Parnerschaft zwischen Pinarello und Jaguar hatte großen Einfluß auf das Pinarello Dogma K8-S. Das britische Unternehmen ließ viel seines Wissens in das Projekt mit einfließen und konnte Pinarello mittels Daten einer Federungstechnologie zur Absorbtion von Erschütterungen bei der Messung und Beseitigung der Vibrationen von der Straße unter die Arme greifen.

Inzwischen hat Team Sky seine Partnerschaft mit Jaguar allerdings beendet. Mehr zu diesem Thema könnt ihr in unserem Artikel „Team Sky setzt nach dem Ende der Partnerschaft mit Jaguar künftig auf Ford“ nachlesen.

Das DSS-1.0-Federsystem

Allerdings handelt es sich bei Pinarellos DSS-1.0-Federung vielmehr um eine Art Stoßdämpfer, als um ein System, das mit einer Rock-Shox-Gabel vergleichbar wäre. Bei der Federung von Mountainbikes kommen im Normalfall eine Luftfeder (eine mit Druckluft gefüllte Kammer) oder Metallfedern zum Einsatz. Das Pinarello Dogma K8-S arbeitet hingegen mit einem Elastomer. Im Wesentlichen handelt es sich um einen Polymer, der dahingehend designed wurde, einige der Vibrationen von unebenem Untergrund schon abzuleiten, bevor sie den Fahrer erreichen.

Bereits zuvor ging Pinarello mit einem komfortorientierten Bike an den Start – dem Dogma K. Das Pinarello Dogma K8-S befindet sich dank des DSS-1.0-Federsystems allerdings auf einem ganz neuen Level. Pinarello spricht von dem weltweit ersten maßgeschneiderten und so leichten Federsystem für Rennräder überhaupt.

 

Flex Stays – für noch mehr Komfort

Damit war das Thema für die Italiener aber noch nicht abgeschlossen. Neben dem DSS-1.0-Federsystem hat Pinarello seiner neuen Maschine auch noch die sogenannten Flex Stays verpasst. Dabei handelt es sich um die Kettenstreben, welche, verglichen mit dem Dogma F8, eine bessere Nachgiebigkeit haben und so für ein zusätzliches Plus an Komfort sorgen sollen.

Weitere Informationen zum Pinarello Dogma K8-S

Das Backend des Pinarello Dogma K8-S ist einzigartig auf dem Markt. Da es vielmehr auf das Bezwingen von Kopfsteinpflaster als auf Klettereinsätze ausgelegt ist, spielte das Gewicht bei der Entwicklung keine übergeordnete Rolle. Der Rahmen, der aus T1000-1K-Carbon gefertigt ist, bringt in der 53-cm-Version 990 Gramm auf die Waage und ist somit ohnehin noch relativ leicht. Bezüglich der hinteren Bremse haben die Italiener sich für eine herkömmliche Felgenbremse entschieden. Der Hauptgrund dafür dürfte sein, dass das K8-S nahezu das gleiche Design wie das F8 hat und für eine andere Bremslösung die Umgestaltung des Rahmens erforderlich gewesen wäre.

Das Pinarello Dogma F8 ist die Rennmaschine des italienischen Herstellers. Laut Pinarello soll es es eine Aerodynamik mitbringen, die um 47 Prozent besser ist, als die des vorangegangenen Dogma 65.1. Da das K8-S dem F8 in Sachen Design so ähnlich ist, kann man davon ausgehen, dass es ebenfalls sehr aerodynamisch ist. Da die meisten Hersteller das Thema Aerodynamik bei der Entwicklung ihrer Klassiker-Bikes nicht so schwer gewichten, dürfte das Pinarello Dogma K8-S hier vermutlich die Nase vorn haben.

Preis und Ausstattung

Möchte man zu den stolzen Besitzern eines Pinarello Dogma K8-S gehören, darf man bei der Anschaffung nicht knausrig sein. Das Modell, das auch von Team Sky gefahren wird, ist mit einer elektronischen Shimano-Dura-Ace-Di2-Gruppe und einem Satz Dura-Ace-C50-Laufrädern ausgestattet und bewegt sich preislich um die 14.000 Euro. Wem das noch nicht teuer genug ist, kann auch noch ein paar Euro drauflegen und sich eine Version mit Campagnolo-Super-Record-EPS-Gruppe und einem Satz Campagnolo-Bora-Ultra-35-Laufrädern nach Hause holen.

Weitere Informationen zum Pinarello Dogma K8-S und zu den anderen Maschinen der Italiener findet ihr auf der Pinarello-Website.

In der abschließenden Galerie habe wir noch zahlreiche Fotos des Pinarello Dogma K8-S für euch zusammengestellt.