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Hobby-Radsport

24 Dinge, die wir als Anfänger auf dem Rennrad gerne gewusst hätten

Warum hat uns das nur keiner am Anfang gesagt? Unsere 24 Weisheiten des Fahrradfahrens...

Schwer zu sagen, wieviele Erfahrungsjahre auf dem Fahrrad wir in der Redaktion insgesamt schon gesammelt haben. Tatsächlich gibt es einige unter uns, die die Anzahl ihrer Jahre auf dem Rad lieber nicht zum Besten geben. Aus der reinen Angst heraus, dass vielleicht Rückschlüsse auf ihr wirkliches Alter und den tatsächlichen Verfall ihres morschen Körpers gezogen werden könnten.

Auch ein Weltmeister wie Peter Sagan hat einmal klein angefangen. Mit unseren Tipps kannst du einiges an Lehrgeld sparen. Foto: Sirotti.

Nun, wann auch immer jeder einzelne von uns mit dem Radfahren begann: Es gibt da ein paar Dinge, die hätten wir wirklich gerne vorher gewusst. Hätte uns eine Menge Lehrgeld gespart. Und ein paar Peinlichkeiten obendrein.

Unsere 24 Weisheiten des Fahrradfahrens

1 – Das tut ja weh!

Schon mal jemanden gehört, der ganz locker “mal eben Radfahren” war? Naja; stellt sich heraus, dass das ganze gar nicht so leicht von der Hand, oder sagen wir, vom Bein, geht, wie gedacht. Verdammt nochmal: DAS TUT WEH! In kürzester Zeit kennst Du die kleinsten Steigungsunterschiede in deiner Umgebung. Weil sie sich, wie ein Terrier mit Maulsperre, unnachgiebig in deinen Waden, Oberschenkeln – und deinem Arsch verbeißen!

Brennen müssen die Beine. Dann erst ist es richtig gut! Foto: Adam, via Flickr Creative Commons.

2 – Hey, das macht ja Spaß!

Ja ja, nennt uns nur Masochisten, aber wir Fahrradfahrer genießen den Schmerz eben – weil wir wissen, wie geil die Belohnung nach dem Leiden ist!

3 – Nimm immer einen Ersatzschlauch und das nötigste Werkzeug mit! (An alle Schlauberger: Ja! Man sollte auch lernen, wie man damit umgeht.)

Lass dir die Tour nicht von einem Platten ruinieren. Wenn du einmal im Regen am Straßenrand gestanden bist, 80 Kilometer vom nächsten Fahrradhändler entfernt (der übrigens sowieso zu hat, Betriebsferien oder Ruhetag), dann weißt du: Es ist Zeit, ein Taxi zu rufen.

Glücklich ist, wer da wenigstens das Handy nicht – wie den Ersatzschlauch – sträflicherweise und aus reiner Faulheit zuhause gelassen hat. Erleichtert, weil um viele Scheine leichter, kommst du nach deiner Schandenfahrt daheim an. Mit gehörig geknicktem Kopf. Recht so!

Sei immer für einen Reifenwechsel ausgerüstet. Wer es nicht ist, der lernt ganz schnell, wieviel Spaß ein platter Reifen nicht macht.

4 – Nimm genug Essen und Trinken mit!

Der Hungerast, die Träumer mögen es uns verzeihen, ist keine Legende. Du dachtest, Hungerast, der Schrecken aller Radfahrer, ist so etwas wie eine nordische Sagengestalt? Oder eine Gruselmär, erfunden von verbitterten Radprofis, die nichts mehr befriedigt, als Einsteigern die Freude am Zweirad zu vermiesen?

Nein! Einen Hungerast hat jeder von uns schonmal gehabt. Und für jeden, der seine Fratze einmal sah, für den ist nichts mehr wie es vorher war. Stell dir mal vor, Du steigst, sagen wir mal, zehn Runden mit Wladimir Klitschko in den Ring. Für die 25 Kilometer, die du nach der Klatsche ins Krankenhaus zurücklegen musst, steht dir ein Fahrrad mit viereckigen Reifen zur Verfügung. Und das bergauf. So, in etwa, fühlt sich ein Hungerast an.

Die einzige Methode – wissenschaftlich erwiesen – den Hungerast zu vermeiden ist: Nimm, um Himmels Willen, genug zu Essen und zu Trinken mit!

5 – Pendeln? Muss nicht immer nervig sein!

“Acht Kilometer Stau heute; hab’ 2 Stunden in die Arbeit gebraucht. Warum sind die größten Idioten immer ausgerechnet vor mir?”

Ein Fahrrad kann den täglichen Weg in die Arbeit in ganz neuem Lichte erglänzen lassen.

“Der Zug war heute mal wieder eine Stunde verspätet. Dafür war er aber dann aber auch völlig überfüllt. Eine ganze Stunde musste ich mein Gesicht in die Achselhöhle des außergewöhnlich haarigen Mannes neben mir schmiegen, weil sonst kein Platz war.”

Sätze wie diese können mit dem folgenden ersetzt werden, sobald man anfängt, in die Arbeit zu radeln:

“Neue Bestzeit gefahren und nicht mal ansatzweise Laktatschmerzen, ich bin so geil! Ich LIEBE Pendeln!”

6 – Straßenrinnen

Meide den Dreck und den schlechten Belagszustand des äußersten Straßenrandes. Er ruiniert deine Reifen, verursacht Steinschlag an Gabel und Unterrohr und lässt dir keinen Raum, um Unvorhergesehenem auszuweichen. Ganz zu schweigen von der unangenehmen Erfahrung, durch Pedalkontakt mit dem Bordstein ausgehebelt zu werden.

7 – Fahre selbstbewusst

Zuallererst: “Selbstbewusst” heißt hier keinesfalls, wie ein Radel-Rambo alles platt zu fahren, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Selbstbewusstes Fahren bedeutet, die vielen kleinen Entscheidungen zu treffen, die das Fahren sicher machen.

Das heißt oft, den Weg freizumachen und zurückzustecken. Manchmal ist es aber auch eine gute Entscheidung, seinen Platz zu behaupten: Ein Fahrradfahrer, der sehr eng am rechten Straßenrand fährt und sich klein macht, der veranlasst Autofahrer tendeziell, ihn ebenso eng zu überholen. Ein selbstbewusstes – nicht übertriebenes – Beanspruchen von Raum kann das Fahrradleben sicherer machen.

Gute Lichter haben schon viele Leben gerettet. Mach’s mit! Fahr mit Licht!

8 – Investiere in gutes Licht!

Als ich damit begann, viel mit dem Rad zu fahren, war ich eines Tages auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Im Dunkeln, ohne Licht. Ein Passant rief mir etwas zu, an das ich mich heute noch so klar erinnern kann, als wäre es gestern passiert: “Licht, Arschloch!”. Es war einer der entschiedensten Hinweise, die meine Ohren ich bis dato vernahmen. Und einer der besten, muss ich sagen. Also: Wenn du noch keine Lichter für dein Fahrrad hast – geh und hol dir welche. Sie kosten nicht viel. Aber sie nicht zu haben, kann dich dein Leben kosten.

9 – Trage keine Unterhose zur Fahrradhose

Lass es einfach. Glaub uns. Es ist unangenehm und es sieht, milde gesagt, doof aus!

10 – N+1, oder: die richtige Anzahl von Bikes

Die ausreichende, richtige Menge an Bikes ist, mathematisch ausgedrückt und so auch erwiesen, immer N+1. N beschreibt in dieser hochmathematischen Formel dabei die Anzahl an bereits in deinem Besitz befindlichen Fahrrädern. Du hast schon einen Premiumrenner? Dann muss ohne Zweifel ein extra Bike fürs Wintertraining her! Ach, das hast du auch schon? Zeit wird es für ein schönes Cyclocross!

Es gibt mindestens soviele verschiedene Bikevarianten, wie Team Astana Skandale in der letzten Saison hatte. So schnell wird es dir an begehrenswerten Fahrrädern also nicht mangeln.

Es ist das Schicksal des Fahrradfahrenden, immer “nur noch ein weiteres Fahrrad” haben zu wollen.

11 – Fahre im Verein!

Oft erweist es sich als schwierig, Mitfahrer für eine Tour zu finden, und wir hätten uns im Nachhinein gewünscht, schon viel früher die Entscheidung getroffen zu haben, einem Farradclub beizutreten. Du denkst, Fahrradclubs seien elitäre Zusammenschlüsse bornierter Naserümpfer? Weit gefehlt! Es gibt hunderte Radfahrervereine in ganz Deutschland, für jeden Geschmack mindestens einen. Vom Frauenfahrradverein über Dorfradvereine bis hin zu Riesenclubs mit mehreren hundert Mitgliedern.

12 – Der Himmel auf Erden ist eine Dusche in der Arbeit

Wenn du nicht derjenige sein willst, der seine Mittagspausen regelmäßig alleine verbringt und sich fragt, warum das so ist, dann wird schon bald eine Dusche am Arbeitsplatz ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl des nächsten Jobs sein. Da sind wir uns sicher.

13 – Du wirst mehr essen können, als du je für möglich hieltst

Zwei Pizzas hintereinander nach einer knackigen Tour? Kein Problem! Und als Nachtisch noch den großen Eisbecher. Wenn wir nur vorher gewusst hätten, dass Fahrradfahren nur eine Entschuldigung zu sein scheint, zu (fr)essen!

14 – Fahrradfreunde sind die besten Freunde!

Weniges schweißt so gut zusammen, wie gemeinsam eine entbehrungsreiche Tour im Regen über einen windgepeitschten Pass zu überstehen. Streut noch ein paar platte Reifen, eine knapp verfehlte Kuhherde und eine himmelschreiend amüsante Begegnung mit einer Wanderergruppe in die Story, und siehe da: Freunde fürs Leben!

15 – Manche werden dein Hobby nicht verstehen

“Du stehst an deinem freien Tag um fünf Uhr in der Früh auf, um im Regen zu fahren. Warum?”

“Du bist tatsächlich in diesem Wetter gefahren?” Foto: Sirotti

16 – Du wirst dich wundscheuern, wenn du nicht…

Wir alle mussten unwillkürlich über Marathonläufer kichern, die sich die Brustwarzen abkleben. Doch schon bald verging uns das Lachen…

17 – Du musst weder Lycra tragen, noch deine Beine rasieren

Entgegen der geläufigen Wahrnehmung sind Lycra und glattrasierte Beine optional und keine Pflicht!

18 – Strava wird dich eine Menge Zeit kosten

Wenn du die kleine orange App einmal für dich entdeckt hast, wird sich dein Leben und deine Umgebung in einen Spielplatz für Fahrradfahrer verwandeln. Oder in eine Gladiatorarena.

Du befürchtest, schon Strava-süchtig zu sein? Teste dich schnell hier auf die typischen Symptome:

BIst du süchtig nach Strava?

Achtung, Strava kann süchtig machen!

 

19 – Es wird nicht leichter, du wirst lediglich schneller

Anfangs wird es dir manchmal so vorkommen, als pedaliertest du in zähem Sirup und würdest diesen verflixten Berg sowieso nie hochkommen. Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht dazu. Die gute ist: Du wirst diesen Berg irgendwann bezwingen. Die schlechte: Das Sirupgefühl wird nie aufhören.

20 – Noch ganz dicht? Bestimmt nicht!

Es gibt ihn einfach nicht: den Überschuh, der deine Füße an einem stürmischen Regentag im Februar vollständig trocken halten wird. Wissen wir auch – auf der Packung steht: “100 % wasserdicht”. Im Dezember kommt ja schließlich auch der Weihnachtsmann durch den Kamin gerutscht.

21 – Autofahrer träumen manchmal

Vom Rechtsabbieger, der ohne Vorwarnung den Fahrradweg schneidet, bis zum Kuschelüberholer, der einen fast noch mit dem Rückspiegel streift – du wirst die ein oder andere brenzlige Situation erfahren, für deren Entstehen du rein gar nichts kannst.

Wie man das am besten vermeidet? Geh immer davon aus, dass dich der andere nicht sieht und fahr wachen Verstandes. In der Stadt gehören die Hände grundsätzlich immer in Reichweite deiner (funktionierenden) Bremshebel. Immer. Und beharre nicht auf deinem Recht. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt als müssest du den Regelbrecher, der dir gerade die Vorfahrt nimmt, seinen Fehler spüren lassen: Du wirst am Ende derjenige sein, der ins Krankenhaus muss, während das Auto allenfalls den Weg in die Lackiererei antritt.

Nur weil “wasserdicht” draufsteht, bleibt das Wasser lange nicht draußen.

22 – Radfahrer träumen manchmal

Sei kein Träumer auf dem Fahrrad! Die Autofahrer-vs-Radfahrer-Debatte wird schon zu sehr angeheizt durch chaotische Zweiradbruchpiloten, die sich durch besonders unbedachte oder auch einfach saublöde Aktionen hervorgetan haben. Nimm Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer – auch Fußgänger – und halte dich so fern wie möglich von Trotteln und Trouble.

23 – Du wirst süchtig werden

“Ich werde das Fahrrad bloß für den Weg zur Arbeit nutzen. Nur für wenige Tage in der Woche. Und nur wenn es warm ist.”

Klingt bekannt? So fängt es oft an. Aber wenn du erstmal von der Faszination gepackt wurdest, die das Radfahren ausmacht, dann bist du angefixt. Und das Schöne ist: Die Sucht kann lebenslang andauern!

24 – …und das könnte teuer werden!

Eine Fahrradsucht bedingt das Verlangen nach mehr. Mehr Ausrüstung, mehr Bikes, mehr Leichtbau, mehr Speed. Es gibt immer etwas, das man jetzt ganz dringend brauchen kann…

Hätte uns das nur vorher jemand gesagt!

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