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Hobby-Radsport

Bist du süchtig nach Strava? 15 Anzeichen für Stravitis…

Sei ehrlich zu dir selbst! Wie viele der folgenden Symptome weist du auf?

Strava ist einfach großartig! Lass dir von niemandem etwas anderes einreden. Man könnte sogar soweit gehen und behaupten, Strava bringt alles mit, was nötig ist, um aus jedem Dorf, jeder Stadt oder jedem einzelnen Landstrich den ultimativen Spielplatz für Radsportler zu machen. Hierzu brauchst du dir nur ein Segment herauszusuchen, das dich anspricht und schon kann es losgehen. Der Wettbewerb ist eröffnet und der nächste KOM-Titel deine Motivation. Möge die Macht mit dir sein!

Newcomer haben oft niemanden, mit dem sie fahren können oder ihnen fehlt der richtige Ansatz, um sich verbessern zu können. In diesem Fall kann Strava ein sehr gutes Hilfsmittel sein. Dank der großen Strava-Gemeinde, die von Tag zu Tag immer weiter anwächst, bieten sich heute ganz neue Möglichkeiten. Jeder hat die Chance, sich zu verbessern und kann sich mit anderen Fahrern messen – eine tolle Errungenschaft, die so vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Hast du es noch unter Kontrolle oder bist du Strava bereits voll und ganz verfallen?

Wie trainiert der Strava-Nutzer, der den KOM-Titel auf einem Berg in deiner Nähe innehat und wie konnte die QOM (Queen of the Mountain) bei ihrem Sprint in die Stadt so unglaublich schnell sein? Die Antworten auf diese Fragen findest du in den entsprechenden Aktivitätsprotokollen auf Strava.

Strava – eine nützliche App mit Suchtpotential

Es geht allerdings nicht ausschließlich um KOM-Titel. Strava kann dir auch helfen, deine persönlichen Bestleistungen zu verbessern oder die Aktivitäten deiner Freunde im Auge zu behalten. Zudem kannst du Strava als Trainingstagebuch nutzen oder Segmente durchforsten, um interessante, neue Straßen und Routen zu finden.

Wie bei vielen guten Dingen, gibt es aber auch bei Strava die Kehrseite der Medaille. Da die App so fantastisch ist, bringt sie ein extrem großes Suchtpotential mit sich. Die folgenden Anzeichen können dir helfen, herauszufinden, ob du selber schon vom Strava-Fieber infiziert wurdest.

Anzeichen 1:

Du gehörst einem Club an …

… hast aber noch nie ein anderes Mitglied persönlich getroffen.

Es gibt tausende von Strava-Clubs. Das Angebot beginnt bei kleinen Clubs, die aus Freunden bestehen und reicht bis hin zu realen, etablierten Radsportvereinen. Strava-Clubs sind eine super Möglichkeit, um andere Fahrer zu finden, an denen du dich messen kannst.

Du magst Mitglied in einem Strava-Club sein, dabei solltest du aber nicht vergessen, dass es auch noch reale Radsportvereine gibt. Verliere nicht den persönlichen Kontakt zur Außenwelt.

Anzeichen 2:

Du hast deinen Sinn für Perspektive verloren

Würde es deine Woche ruinieren, wenn dir jemand deinen KOM-Titel auf einer Strecke in der Nähe des Hauses, in dem du vor drei Jahren noch gelebt hast, wegschnappt? Würdest du dich auf den Weg in Richtung deines einstigen Heims machen und alles daran setzen, den Spieß wieder umzudrehen, nur um anschließend wieder ruhig schlafen zu können?

Strava hat das Potential dazu, den Bezug zu den wirklich wichtigen Dingen im Radsport verlieren zu lassen. Das Wichtigste sollte immer der Spaß an der Sache bleiben. Es geht nicht nur darum, andere zu schlagen. In erster Linie solltest du versuchen, dich selber zu schlagen. Strava soll dir helfen, dich zu verbessern und effektiver zu trainieren. Schließlich kommt Strava aus dem Italienischen und bedeutet soviel wie „streben“.

Anzeichen 3:

Herausforderung angenommen!

Nicht nur Strava-Segmente animieren uns dazu, härter zu trainieren, auch Herausforderungen verleiten uns dazu.

Normalerweise geht es darum, eine bestimmte Strecke oder eine gewisse Menge an Höhenmetern in einer bestimmten Zeit zu absolvieren. Nimm eine Herausforderung an, und das Streben danach, sie zu meistern, kann zu deinem Lebensinhalt werden.

Gehörst du zu den Leuten, die Herausforderungen auf Strava so ernst nehmen, dass sie bereits eines der begehrten Trikots im Kleiderschrank hängen haben?

Anzeichen 4:

Deine Freunde, Mitbewohner und Familienangehörige machen sich sorgen um dich

Du hattest einst eine gesunde Einstellung zum Radfahren. An Samstagen und Sonntagen gingst du früh raus, um zu fahren, kamst nach Hause, nahmst eine Dusche und gingst danach wieder einem normalen Leben nach.

Heute kommst du von deiner Tour nach Hause und stehst in voller Montur erst einmal 20 Minuten gebannt im Flur, schaust auf das Telefon in deiner Hand und kümmerst dich nicht darum, dass der Geruch deiner morgendlichen Bemühungen sich langsam in der ganzen Wohnung ausbreitet. Vielleicht sitzt du auch gebückt und durchgeschwitzt über deinem PC, hast deinen Radcomputer angestöpselt, bist umgeben von unmengen an Daten und stellst (un)wichtige Dinge wie das Duschen oder die Nahrungsaufnahme einfach hinten an.

Wenn ein Familienmitglied oder dein Mitbewohner dich fragt, was genau du da gerade machst und du mit „oh, ich analysiere nur meine Fahrt auf Strava“ antwortest als wäre es das Normalste der Welt, solltest du anfangen, dir Gedanken zu machen.

Anzeichen 5:

Dein Ego nimmt sich Dinge vor, die dein Körper nicht zu leisten im Stande ist

Stravas Routen-Feature ermöglicht es, Touren im Vorfeld zu planen. Du bekommst Auskunft darüber, wie viele Kilometer auf dich zukommen, wie viel du klettern wirst und wie lange deine Tour in etwa dauert. Ohne Frage handelt es sich bei Strava Routes um ein super Planungstool, allerdings kann es einen auch schnell dazu verleiten, sich Überambitioniertes vorzunehmen.

Wenn du schon einmal eine 300-km-Tour geplant hast und bereits nach 120 Kilometern der Hungerast eingesetzt hat, könnte das Strava-Fieber schon ausgebrochen sein. Sei gewarnt! Entfernungen mögen bei der Planung am Computer machbarer erscheinen als sie es in der Realität sind.

Anzeichen 6:

Fahrwut stellt sich ein

Hast du während einer Tour schon einmal eine Kaffeepause eingelegt, Strava gestoppt, beim Losfahren vergessen, den Timer wieder einzuschalten und dann Zuhause festgestellt, dass die letzten 120 Kilometer nicht aufgezeichnet wurden? Vielleicht ist es dir auch schon passiert, dass du gleich zu Beginn vergessen hast, Strava oder deinen Bike-Computer zu starten.

Nur die wahren Strava-Opfer wissen wie schmerzhaft diese Erfahrung sein kann. Es ist unvorstellbar, wie sehr man sich darüber ärgern kann. Noch ärgerlicher als die eigene Dummheit kann eine Fehlfunktion des Telefons oder des GPS und ein dadurch einhergehender Datenverlust sein. Schließlich hat eine Fahrt nicht stattgefunden wenn sie am Ende nicht auf Strava gespeichert ist. Waren alle Bemühungen und all der Schweiß umsonst? Hast du nur wertvolle Stunden deines Lebens verschwendet? Wenn dich Fragen wie diese quälen, solltest du dir ebenfalls ernsthafte Gedanken machen. Oft machen einen solche Erlebnisse fahrwütig. Hat die Fahrwut auch dich erwischt, bleibt dir nichts anderes übrig, als dich erneut auf dein Bike zu schwingen und deinen Zorn in quälende Kilometer zu verwandeln.

Hast du vergessen, Strava zu starten oder dein GPS einzuschalten? Dann hättest du auch gleich Zuhause bleiben können. Denn nur was auf Strava ist, ist auch wirklich passiert.

Anzeichen 7:

Du hast Strava-Rivalen aus deiner Nachbarschaft noch nie persönlich getroffen

Fahrer aus deiner Nachbarschaft haben nur zu oft die blöde Angewohnheit, die Bestzeiten auf allen Strecken in deiner Umgebung zu schlagen. Eines Tages wirst du sie finden und vernichten, aber bis es soweit ist, bleibt dir nichts anderes übrig, als jedes mal aus der Haut zu fahren, wenn ihr (verfluchter) Name wieder in den Bestenlisten auftaucht.

Anzeichen 8:

Dein erster KOM-Titel fühlt sich wie der größte Erfolg deines Lebens an

König oder Königin der Berge zu werden, ist eine beachtliche Leistung. Da Strava inzwischen so viele Nutzer hat, ist es wirklich hart geworden, einen dieser begehrten Titel zu ergattern.

Es ist schon ein besonderer Moment, wenn der erste KOM-Titel ins Haus flattert. Umso genialer ist es, wenn es aus heiterem Himmel passiert oder man tatsächlich Monate darauf hingearbeitet hat. Man fühlt sich unsterblich. Ja, es ist ok: Du darfst dich freuen!

„Jaaaaaaaaaaaaaaa!!! King of the Mountain!!!“ (Foto: Sirotti)

Anzeichen 9:

Du bist am Boden zerstört weil du einen KOM-Titel verloren hast

 

*E-Mail erhalten!*

„Oh nein! Jemand hat meinen KOM-Titel gestohlen!“

Verzweiflung macht sich breit. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, mit dieser Horrornachricht umzugehen. Entweder du versinkst in Selbstmitleid oder du reißt dich zusammen, springst auf dein Bike und prügelst all deinen Zorn in die Pedale bis du diesen verdammten Titel zurückhast. Sollten deine Bemühungen umsonst bleiben, …

Anzeichen 10:

… wirst du KOM-paranoid

Es gibt keine Möglichkeit, die Zeit deines „Feindes“ ohne fremde Hilfe zu schlagen. Er muss dir den Titel mit einem Moped abgeluchst haben. Entweder das oder er hat sich etwas gespritzt. So oder so, es ist an der Zeit die Strava-Polizei einzuschalten. Ein Anzeichen für eine KOM-Paranoia siehst du auf dem folgenden Foto. Das Ganze kann aber noch einen Schritt weiter gehen…

Nicht länger König der Berge?

Anzeichen 11:

Du beginnst damit, moralisch zweifelhafte Entscheidungen zu treffen

Vielleicht sollte ich einfach mit Motorisierung an die Sache rangehen. Die anderen scheinen es schließlich genauso zu machen. Im Grunde würde ich damit nur für gleiche Bedingungen sorgen, oder?

Anzeichen 12:

Du wirst gierig nach Kudos

Kudos auf Strava sind das Gleiche wie der Like-Button auf Facebook. Gibst du deinem Kumpel Kudos für eine Tour sagst du ihm im Grunde: „Hey, gut gemacht!“, „Wow, lange Tour!“ oder „Mann, ich bin echt neidisch, dass du in den Alpen, der Toskana oder sonst wo pedalieren kannst.“

Wenn du neu bei Strava bist, verteilst du Kudos noch sehr großzügig. Mit der Zeit wirst du aber kritischer und es gibt den orangen Daumen nur noch für Fahrten, die wirklich epische Ausmaße annehmen. Auf der anderen Seite raufst du dir die Haare wenn du für deine eigenen schweißtreibenden Touren kein positives Feedback bekommst.

„Was? Nur drei Kudos für meine 300-km-Tour mit 5.000 Höhenmetern! Irgendwas stimmt mit der App nicht.“

„Was muss ich denn noch machen, um mehr Kudos zu bekommen?!“ (Foto: David Goehring)

Anzeichen 13:

Der Wetterbericht wird zu deiner Obsession

Rückenwind mit einer Stärke von 45 Stundenkilometern? Heute Abend? Die Zeit für den nächsten (oder ersten) KOM-Titel ist gekommen.

Anzeichen 14:

Du zeichnest jede noch so kleine Fahrt auf

So ziemlich jeder hat einen Bekannten in seinem Umfeld, der einfach jede Fahrt aufzeichnet. Egal, ob es sich dabei um den Arbeitsweg, die sonntagliche Fahrt zum Zeitungskasten oder die paar Meter zum nächsten Supermarkt handelt, jeder noch so kleine Ausritt wird für die Nachwelt festgehalten. Das ist doppelt ärgerlich weil es zum einen deinen Feed verstopft und die Alles-Tracker zum anderen, unerklärlicher Weise, auch noch mehr Kudos bekommen als du selber.

Anzeichen 15:

Du bist nicht mehr Gesellschaftsfähig

Die Tage, in denen du gemeinsam mit einem Freund zu einer Tour aufgebrochen bist, sind vorbei. Du wirst nicht einmal mehr langsamer oder hälst gar an, um jemandem Hallo zu sagen. Auch gemeinsam ein paar Meter zu fahren, kommt für dich nicht mehr in Frage. Seit du Strava nutzt, dreht sich alles nur noch um das Segment. Triffst du unterwegs auf einen Bekannten und alles, was von dir kommt, ist nur noch „Sorry, ich kann nicht anhalten, Strava!“, kannst du dich dazu bekennen – die Strava-Sucht ist voll ausgebrochen.

Bedauerlicherweise gibt es bis heute kein Heilmittel gegen die Strava-Sucht. Alles, was du tun kannst, ist, dich ihr hinzugeben. Fahre immer härter und schneller, werde zum totalen Strava-Hardliner, hol dir alle KOM-Titel in deiner Nähe und bete dafür, dass in deiner Stadt niemals ein professionelles Rennen ausgetragen wird.

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