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Rennräder

Pinarello Dogma F8 – Test, Technik & Bilder

Kaum ein Rad ist vor seinem Launch derart gepusht worden wie das Arbeitsgerät vom Team Sky. Pinarello hat mit dem Team und Sponsor Jaguar so ziemlich alle Register gezogen um ins Rampenlicht zu kommen und dort auch zu bleiben. Ob das gerechtfertigt ist, haben wir uns im eigenen Test des Pinarello Dogma F8 ganz genau angesehen.

Ich schicke als Tester fairerweise mal eines vorweg. Die meisten Langstrecken-Bergrennen meiner eigenen Amateur- und Jedermann-Laufbahn habe ich auf einem Pinarello Prince gefahren, dass als Nachfolger eines bei einem Renncrash (Milano-Sanremo) zerstörten Look 595 eine schwere Nachfolge antrat. Das Prince ist bis heute eines meiner liebsten Räder und daran messe ich auch seine Nachfolger, die inzwischen eine Klasse höher liegen.

Das Pinarello Dogma F8 Testrad in Rahmengröße 51.5 auf Fulcrums Racing Zero und Dura Ace Di2 Komplettausstattung.

Rahmen und Gabel des Pinarello Dogma F8

F8 steht für die achte Generation des Pinarello Dogma und auch für jede Menge Erfahrung mit dieser Geometrievariante. Es löst das superfolgreich verkaufte Dogma 65.1 ab, welches unter Wiggins und Froome jeweils die Tour de France gewann und Rui Costa zur Weltmeisterschaft verhalf.

Wie auch einige andere Hersteller und besonders gerne italienische, wie z.B. auch Colnago mit Ferrari, hat Pinarello sich bei der Entwicklung des Dogma F8 von erfahrenen Aerodynamikern und Materialspezialisten von Jaguar helfen lassen. Das Joint Venture hat ganz sicher beiden Firmen gut getan, weil auch Jaguar seine neuen Modelle als Teamwagen toll ins Rampenlicht der Tour de France ziehen konnte.

Herausgekommen ist eine wiederum recht radikale Geometrie mit den für Pinarello so typischen Wellen an Gabel und Hinterbau. Im Laufe der Jahre hat Pinarello die einstmals noch viel deutlicher hervortretenden Wellen etwas allgemeinverträglicher gestaltet und so auch einer größeren Zielgruppe zugänglich gemacht. Mit dem neuen Dogma F8 sind zwar die Wellen halbwegs moderat, vor allem aber der Bereich rund um das Steuerrohr und die Sattelstütze sind wieder einmal ziemlich massiv ausgefallen. Immerhin, die extreme Ausformung wie beim 65.1 ist wohl dem  Windtunnel zum Opfer gefallen.
Bringen wir es auf den Punkt: ein Pinarello hat wahrscheinlich den höchsten Erkennenungswert im Rennradbereich. Entweder man liebt oder hasst es!

Die Gabelscheiden der Pinarello-Forke stehen breitbeinig im Wind. Am Steuerrohr ist links und rechts der verschraubte Zugang für das Kabel einer elektronischen Schaltung eingesetzt.
An unserem Testrad war die Bremsleitung und auch das Di2-Kabel im Oberrohr verlegt. Da die Batterie für Di2 in der Sattelstütze verborgen ist, kann so auf die beiden Unterrohr-Einlässe verzichtet werden.

Der Rahmen besteht beim Pinarello Dogma F8 aus Carbonmatten vom Marktführer Toray Industries (Torayca). Das ist an sich nichts besonderes, denn bei den Japanern kaufen sehr viele Hersteller Kohlenstoff-Fasern und Matten ein. Das Angebot unterschiedlicher  Qualitäten ist groß und die Partnerschaft mit Pinarello währt schon einige Jahre. Nie hat Pinarello einen Hehl daraus gemacht, wer das Material für die hochwertigen Räder liefert und Toray-Carbon sogar in seine Werbung eingebaut.
Das Dogma F8 wurde aus dem aktuell hochwertigsten T1100 1K-Carbon gefertigt, welcher auch im Flugzeugbau zum Einsatz kommt und eine bisher unerreichte Steifigkeit aufweist – und teuer ist T1100 1K natürlich obendrein. 860 Gramm wiegt der unlackierte F8-Rahmen in der gängigen Größe 54 und gehört damit zu den sehr leichten Rahmen seiner Klasse.

Das volumige Unterrohr des Pinarello Dogma F8 ist zusammen mit dem Sattelrohr von Extravaganzen verschont geblieben und gibt mit dem neuen Schriftzug ein tolles Bild ab.

Obwohl das Rad zusammen mit den Spezialisten von Jaguar im Windtunnel getestet und optimiert wurde, verzichtete man darauf die Bremsen im Falle der HR-Bremse hinter dem Tretlager zu verstecken und auch die Vorderradbremse blieb an ihrem klassisch gelernten Platz. Vor allem am Hinterbau ist Asymetrie vorherrschend, wie das schon seit Jahren bei Pinarello üblich ist. Damit möchten die Italiener die durch den Antrieb stärker belastete rechte Seite stützen und versteifen.

Die Umwerferaufnahme am Stattelrohr ist nicht preisgünstig genietet, sondern mit einem Gewinde-Insert ausgestattet und lässt sich mit einem kleinen Inbus austauschen.

Die konische Gabel Onda F8  (1 1/8″ – 1 1/2″) besteht aus den neuentwickelten FlatBack-Rohren mit leichter Welle und klemmt das Vorderrad über hochkomprimierte Carbon-Dropouts ohne Alu-Inserts. Laut Pinarello soll die Onda F8 54% aerodynamischer und 10% leichter sein als die Vorgängerin am Dogma 65.1. Leider liegen uns keine Daten über das Endgewicht der neuen Onda vor, spekulativ würden wir sie aber zwischen 280 und 300 Gramm vermuten.

Bei den Rahmengrößen ist Pinarello wie so viele italienische Firmen wieder einmal nah am Kunden und bietet gleich 13 (!) Größen zwischen 42 und 62 Zentimetern an.

Das Tretlager des Pinarello Dogma F8 ist traditionell als ITA geschnitten und beherbergt ein BB30 Innenlager. Um Kabel und Züge leichter unterhalb der Lagerhülse verlegen zu können, hat Pinarello eine Öffnung verbaut, die mit einem Deckel verschlossen werden kann.

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