Share

Ratgeber

CO2 Pumpen – der ultimative Ratgeber

Die sogenannten CO2-Inflators für Radfahrer gibt es schon ein paar Jahre und die Gerüchte die sich um sie ranken ebenso lange. RCDE hat sich der Sache angenommen und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Sie sind klein, meist sehr leicht und günstig in der Anschaffung. Trotzdem sieht man CO2-Kartuschenpumpen bei Rennradfahrern immer noch recht selten. Dabei sind sie ungemein praktisch, wenn es schnell gehen soll. Das Problem liegt in der Handhabung – macht man etwas falsch und schießt seine einzige Patrone neben das Schlauchventil, hilft nur noch das Smartphone.

Die Lezyne Control Drive gehört zu den kleinsten und leichtesten CO2-Pumpen mit Druckregler auf dem Markt.

CO2-Pumpen – Funktion

Das Funktionsprinzip der CO2-Pumpe ist recht simpel. Die Alu-Kartusche (Cartridge) enthält als Füllmittel CO2 (Kohlenstoffdioxid) – man könnte auch Kohlensäure dazu sagen, wenn man es in Wasser löst. Es eignet sich aufgrund seiner vollkommen unproblematischen Zusammensetzung sehr gut zum Befüllen von Reifen und ist unter hohem Druck in die Kartusche gefüllt worden. Schraubt man eine CO2-Kartusche in eine dafür vorgesehene Pumpe, sticht ein spitzer Dorn die Versiegelung am Kartuschenkopf auf und gibt das CO2 bis zum Kartuschenkopfventil frei.

Kartuschentypen, Größen und Sicherheit

Die Kartuschenköpfe mit Gewinde sind normiert und passen bis auf wenige Ausnahmen in alle Kartuschenpumpen. Bei einigen Pumpenmodellen wird die Kartusche in einer Fassung auf den Dorn geschraubt. In diesem Fall werden Kartuschen ohne Gewinde benutzt, oft passen aber auch welche mit Gewinde.

Die Topeak One Timer CO2 Kartuschenpumpe nutzt gewindelose Kartuschen, die in einem Griffstück auf den Dorn geschraubt werden.

Die Version mit Griffstück hat den Vorteil eines besseren Handschutzes vor der plötzlich auftretenden Kälte beim Entweichen des CO2 aus dem Behälter. In der Regel sind die Kartuschen auch ein wenig günstiger. Einige Hersteller garantieren eine 100%-ige Funktion nur mit den eigenen Kartuschen. Das hat einzig und allein mit Vertriebsmethoden zu tun, da man mit Verbrauchsgütern wie CO2-Patronen gutes Geld verdienen kann. Lies dir also am besten vorher durch was der Hersteller möglicherweise an Einschränkungen auf Lager hat.
Preislich variieren die Kartuschen ja nach Anbieter zwischen einem und vier Euro. Achte auf Kompatibiltät und Userbewertungen – das eingefüllte CO2 unterscheidet sich nicht. Mondpreise von 4 Euro pro Patrone für 16g CO2 sind nicht nachvollziehbar.

Am meisten verbreitet sind Patronen mit 16g CO2, es gibt aber auch Versionen mit 12g und 25g. Für Rennradfahrer empfehlen sich die üblichen 16g-Patronen, denn damit lässt sich ein Rennradreifen (je nach Volumen) auf 6-7 Bar in Sekundenschnelle aufpumpen. Ist nur eine 12g Patrone zur Hand, reicht diese im Regelfall aber auch.

Anhand der Druckwerte kann man jetzt schon sehen, dass Fahrer von Schlauchreifen mit Drücken oberhalb von 10 bis zu 15 Bar gut beraten sind eine große Patrone mitzunehmen und für den Rest eine Handpumpe oder weitere Patrone dabei zu haben. 25g CO2 reichen in etwa für 8,5 – 9 Bar – hat der Reifen noch etwas Druck, kann aber auch eine kleine Patrone reichen. Die kleinen Kartuschen lassen sich übrigens entgegen ihren großen Brüdern für Mineralwassergeräte nicht wieder befüllen und landen nach Gebrauch im Hausmüll.

Ist eine Kartusche nicht vollständig entleert, kannst du sie für einen weiteren Platten nutzen. Sieht man einmal von den 25g-Patronen ab, wirst du damit aber kaum einen weiteren Reifen füllen können.

Auf Flügen sind Kartuschen ebensowenig erlaubt wie alle anderen Druckbehälter auch. Fliegst du mit dem Rad also ins Trainingslager, solltest du die Kartuschen vor Ort kaufen – sonst gibts unter Umständen Ärger mit der Flughafensicherheit.

Der Neoprenschutz auf der Kartusche ist ein Kälteschutz für die Hand – ein dicker Aufkleber tut es auch.

CO2-Pumpen und ihre Bauformen

CO2-Pumpen mit extern aufzuschraubender Patrone dominieren den Markt. Sie sind in großer Zahl in allen Preisklassen ab wenigen Euro anzutreffen. Daneben gibt es, wie erwähnt, Pumpen mit innenliegender Patrone und auch kombinierte Systeme mit Kartusche und klassischer Pumpe. Solche Kombilösungen machen natürlich den größten Sinn, da sie die konkurrenzlos schnelle Befüllung durch CO2 und ein Backup per Handpumpe anbieten. Zwei oder mehr Platten auf einer Tour oder innerhalb eines Rennens sind mit gutem Material zwar sehr selten, kommen aber vor. Eine Handpumpe beruhigt die Nerven, wenn die Patronen aufgebraucht sind.

Mit der Turboroad CO2 hat Hersteller Airace ein sehr gelungenes Kombimodell aus CO2-Kartusche und klassischer Pumpe zu einem attraktiven Preis (ab etwa 24 Euro Straßenpreis) im Angebot.

Kombimodelle verfügen entweder über ein Zweikammer-System mit eigenen Ventilen (siehe das Beispiel der Airace Turborad CO2), sind tatsächlich integriert und nutzen den gleichen Pumpenkopf (z.B. Specialized Ai Tool Combo 2) oder bestehen nur aus einem Body mit zwei getrennt agierenden Pumpensystemen (siehe Birzman Infinite Road CO2).

Specialized Air Tool Combo 2 – dieses clevere System besitzt nur einen Pumpenkopf für CO2 und Handbetrieb. Die Kartusche muss beim manuellen Pumpen nicht entfernt werden – Ventil umschalten, fertig.
Die Birzman Infinite Road CO2 beinhalltet zwar eine CO2-Patrone – funktioniert jedoch getrennt voneinander.

Welches System du am besten wählst, hängt von der primären Verwendung ab. Wenn es wirlich schnell gehen soll sind Pumpen wie die Specialized Air Tool sicher eine sehr gute Wahl. Umso mehr Luftvolumen du mit einem Hub aus dem Zylinder pressen kannst, desto schneller geht es.

Druckregler

Es gibt sehr unterschiedliche Methoden um den Durchfluss des CO2 anhand eines Ventils zu steuern. Drehventile sind noch einfacher zu handhaben als Pushventile – beide bieten jedoch gleichermaßen guten Verschluss bei nicht aufgebrauchten Patronen.

Viele einfache Kartuschenköpfe bieten keinen Druckregler und kennen nur zwei Zustände: An und Aus. Mit ein wenig Erfahrung kann man auch damit gut leben.

Gewicht

Einer der wichtigsten Gründe für den Einsatz von CO2-Kartuschenpumpen ist das extrem geringe Gewicht und die teilweise extrem geringe Größe. Die kleinsten Kartuschenköpfe kommen in minimalistischer Aluausführung auf weniger als 20g bei weniger als 5 Zentimetern und sind aus Alu gefräst. Hinzuzurechnen sind natürlich immer die Patronen mit 55-60 Gramm. Um Platz und Gewicht zu sparen verzichten solche Köpfe meist auf Druckregler und geben das CO2 bei Druck auf das Fahrradventil frei.

Der Topeak Micro Airbooster (23 Euro) ist mit 15g eine der leichtesten und kleinsten Kartuschenpumpen überhaupt.

Als Befestigung für die Winzlinge empfehlen sich Halterungen für die Sattelstütze, wie sich auch von vielen Triathleten gerne benutzt werden. Die Clips lassen sich in den meisten Ausführungen mit 2 Patronen und dem Pumpenkopf bestücken und per Gummi oder Klett an der Stütze klemmen. Von einigen Anbietern gibt es aber auch Lösungen für eine Montage an der Flaschenhalterung.

Das Topeak Airbooster-Set bietet dem Kartuschenkopf, zwei Patronen und Reifenhebern Platz und wird an der Stütze oder dem Sitzrohr per Klettband befestigt.
Die Lezyne Pressure Drive montiert man mit einer Halterung am Flaschenhalter.

Share

Geschäftsbedingungen

Gib bitte deine Email Adresse an, damit wir dich mit News, Updates und den neuesten Angeboten versorgen können. Falls du nicht mehr interessiert bist, kannst du dich jederzeit abmelden. Wir geben deine Daten nicht an Dritte weiter und werden dir nur Nachrichten schicken, die dich auch interessieren. Versprochen!

Read our full Privacy Policy as well as Terms & Conditions.

production