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Tour de France 2017 – der Grand Départ in Düsseldorf

Der Start der Tour de France in Düsseldorf war ein riesengroßes Spektakel mit lauter fröhlichen, freundlichen und radsportverrückten Menschen. Ein Rückblick auf ein einmaliges Radsportereignis.

Die Tour de France 2017 startete in diesem Jahr in Düsseldorf. Die Stadt stand Kopf und die Stimmung war fantastisch. Das Team des Rennrad-Magazins Roadcycling.de war vor Ort und während der ersten beiden Etappen für euch am Start.

Ich weiß nicht, ob es eine bessere Stadt für den Start der Tour de France 2017 in Deutschland gegeben hätte als Düsseldorf. Die Stadt zeigte sich offenherzig und überaus gastfreundlich. Selbst abseits des Radsportevents waren wir immer wieder von der tollen Stimmung begeistert und ließen uns mitreißen.

Eines lässt sich sicher sagen: Die Franzosen wissen, wie man Party macht. Hier bei der großen Parade zum Gran Départ.

Um allerdings abseits der Tour de France zu sein, musste man weit laufen. Das größte Radsportereignis der Welt war allgegenwärtig. In der ganzen Stadt war viel geboten. Konzerte, Events von Marken und Herstellern sowie Tour de France-Aktionen hielten die Besucher auf Trab.

Die Werbepartner ließen sich ordentlich was einfallen, um die Aufmerksamkeit der Fans auf sich zu ziehen.
Überall gut gelaunte Leute. Und das nicht nur an der Strecke, sondern in ganz Düsseldorf!

Wir haben ein paar Schnappschüsse aus dem Fahrerlager in diesem Video zusammengestellt:

Deutschland und der Radsport

Deutschland neigt dazu, Themen sehr schnell und radikal zum Topthema zu erklären. Vor allem wenn es um Sport geht, explodiert das Interesse sehr schnell. Das kam dem Radsport auch in den letzten zwei bis drei Jahren sehr zugute. Wir haben derzeit tolle Fahrer und auch im Nachwuchsbereich kommen viele starke Talente nach.

Die Kleinsten sind bei der Tour de France die größten Fans – und vielleicht die Stars von morgen.

Andre Greipel, John Degenkolb, Tony Martin, Marcel Kittel, aber auch Jens Voigt und Rick Zabel, sowie die zahlreichen anderen ehemaligen und zukünftigen Stars sorgen dafür, dass der Radsport wieder zu dem wird, was er sein sollte.

Deutschland zählt meiner Meinung nach zu den großen Radsportnationen. Wir haben einige der besten Hersteller, eine riesige Industrie und enorme Akzeptanz für das Radfahren. Natürlich musste sich der Straßenradsport in Deutschland wieder neu formieren, das ist aber definitiv gelungen. Der Start der Tour de France 2017 in Düsseldorf war erst der Anfang einer starken und eindrucksvollen Zeit für Fahrradbegeisterte in Deutschland.

Grand Départ 2017 und die Organisation

Was viele nicht wissen: Auch wenn der Start der Tour de France 2017 vermeintlich auf deutschem Boden stattfand, tat er es eigentlich nicht. Wie uns anwesende Polizisten versicherten, wurde das Gelände des Grand Départ temporär zu französischem Staatsgebiet. Wer sich also über die zahlreichen Gendarme gewundert hat, weiß nun woher das kommt. Auf französischem Boden sorgt eben die französische Polizei für Ordnung. Und das tat sie offenbar ausgezeichnet, denn es gab während des Grand Départs keinerlei Zwischenfälle.

Dass der Start der Tour de France 2017 in Düsseldorf ein friedliches, ausgelassenes Stadtfest werden konnte, ist aber auch der Verdienst vieler anderer Einsatzkräfte. Nicht nur die deutsche Polizei, die bereitstehenden Rettungsdienste und die Kollegen des Ordnungsamtes, sondern auch die vielen Frauen und Männer der deutschen und französischen Sicherheitsdienste sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Grand Départs. Sie alle gingen ihren Pflichten professionell und dabei auch noch höflich und oft genug gut gelaunt nach; deswegen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an euch!

Sonst für die Sicherheit des französischen Präsidenten und seiner Staatsgäste zuständig …
… sorgte die Escorte Presidentielle beim Grand Départ für die Sicherheit der Fahrer und Fans. Keinesfalls zu vergessen ist aber auch die hervorragende Arbeit der deutschen Einsatzkräfte und des Sicherheitspersonals rund um die Veranstaltung.

Alles in Allem war der Start der Tour de France 2017 fabelhaft organisiert. Sowohl die A.S.O. als auch die Stadt Düsseldorf haben ganze Arbeit geleistet. Wir haben uns stets gut aufgehoben gefühlt. Besonders beeindruckt waren wir von den freundlichen Menschen vor Ort. Helfer, Sicherheitskräfte, Sanitäter und all die anderen Leute, die dafür gesorgt haben, dass dieses Event so schön und so bunt wurde, haben unsere größte Anerkennung.

RoadcyclingDE hinter den Kulissen

Natürlich konnten wir auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Dort haben wir mit vielen Fahrern und Teamverantwortlichen gesprochen und jeder schwärmte von der Stimmung in Düsseldorf.

Toll war es, wie nah man als Fan seinen Idolen sein konnte. Welcher Spitzensport hat so etwas denn noch zu bieten? Zwischen Fans und dem sich aufwärmenden Peter Sagan waren lediglich etwa zwei bis drei Meter Luftlinie. Vor allem für die Radsportjugend in Deutschland war das meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Ereignis.

Nicht nur John Degenkolb nahm sich zwischendurch viel Zeit für Erinnerungsfotos und Autogramme.

Vor allem für die deutschen Fahrer war es ein ganz besonderer Moment und umso fokussierter bereiteten sich die Sportler auf den Start vor. Logischerweise durften aber Bilder mit den Fans auch nicht fehlen und so nahmen sich die meisten Fahrer Zeit für Schnappschüsse und kurze Plaudereien.

Die Fans und die Superstars

Besonders angetan haben es uns die kolumbianischen und polnischen Fans. Quintana und Majka sind natürlich große Namen, doch so einen Hype hätten wir nicht erwartet. Trotz starkem Regen harrten die Fans stundenlang neben dem Paddock aus und feuerten ihre Lieblingsathleten lautstark an. Die Kolumbianer feierten eine Riesenparty und ließen sich auch durch den einsetzenden Regen nicht die Laune verderben.

“Nairo, Nairo!” …
… die kolumbianischen Radsportfans ließen sich von ein bisschen Regen nicht die Laune verderben …
… und wurden endlich mit einem kurzen Blick auf ihren schüchternen Superstar entlohnt.

Doch es waren gerade auch die Deutschen Fans, die sich in großen Mengen an der Strecke einfanden und eine Lärmkulisse der Begeisterung verursachten, so dass sich Marcel Kittel im Nachhinein spaßeshalber über Ohrenschmerze beklagte. Wir ziehen den Hut vor so viel Enthusiasmus: Radsportnation Deutschland eben!

Interessant war auch Peter Sagans Aufwärmprogramm zur ersten Etappe. Es lief laute und motivierende Musik, die den Rockstar der Radszene auch ins richtige Licht rückte. Bora-hansgrohe hat das insgesamt sehr gut gemacht und für Stimmung gesorgt.

Der Weltmeister wärmte sich zu antreibender Musik auf.

Video – Peter Sagan beim Warmup in Düsseldorf

Marcel Kittel war für die Fans ebenfalls ganz nah und greifbar. Da sollte es alle Beteiligten umso mehr gefreut haben, als er die 2. Etappe in Lüttich gewonnen hat.

Tour de France 2017 in Düsseldorf und die Kritik

Natürlich hört man bei solchen Großevents immer wieder kritische Stimmen. Vor allem wenn es um die Tour de France geht, eine der drei größten Sportveranstaltungen der Welt, habe ich oft das Gefühl, umso mehr Kritik zu lesen.

Etwas verwirrt war ich, als die Themen Tour de France und Steuergelder aufkamen. Ja, wer zahlt wohl für so ein Event? Natürlich fließen auch Steuergelder in die Organisation des Events. Klar. Aber wenn man einmal bedenkt, wie viele Steuergelder in die Organisation von Fußballspielen oder anderen Großveranstaltungen fließen, verliert dieses Argument etwas an Gewicht.

Wir sprechen hier von der Königsklasse des Radsports. Einem Event mit mehr Historie als die meisten anderen Sportevents auf der Welt. Einer Veranstaltung, die trotz konkurrierender Teams und Fahrer so friedlich ist, wie kaum eine andere. Einer Sportart, die auf der ganzen Welt seit Jahren enorm an Interesse gewinnt und einem internationalen Großereignis, bei dem die Fans alles hautnah miterleben können. Wir sprechen von der Tour de France, die nicht nur ein Bisschen, sondern ganz schön viel internationalen Hochglanzsport nach Düsseldorf und Deutschland gebracht hat.

Ganz nebenbei war es für Kurzentschlossene nicht einfach, eine Unterkunft zu bekommen. Die Einnahmen (natürlich auch in Richtung Steuerkasse) lassen sicher nicht zu wünschen übrig. Darüber hinaus präsentierte sich Deutschland der Welt, ähnlich wie bei der Fußball-WM 2006, als offener und herzlicher Gastgeber und das lohnt ein Investment auf lange Sicht.

Danke Düsseldorf – Fazit zum Grand Départ

Was für ein tolles Event! Emotionen, Stars, viele interessante Leute auf und neben der Rennstrecke und ein klasse organisiertes Rahmenprogramm machten einfach Spaß. Ein großes Danke an Düsseldorf, die Menschen vor Ort und die A.S.O. als Organisatorin der Tour de France.

Einziger etwas negativer Punkt war das Wetter. Aber wenn wir das Wetter beeinflussen könnten, wäre der Sport auch bei weitem nicht mehr so spannend wie er es ist. Ich hoffe, dass die deutschen und europäischen Radfans den Radsport weiter vorantreiben werden und dafür sorgen, dass das Interesse weiter steigt.

Übrigens: Alles rund um die Tour de France 2017 liest du bei uns, Roadcycling.de deinem Rennrad-Magazin!

Fotos und Video: Arian Schlichenmayer

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