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Tour de France 2017

Tour de France 2017: Grand Départ – Willkommen in Düsseldorf!

Die Tour de France startet nach 30 Jahren wieder in Deutschland! Was erwartet die Profis – und die Fans – am ersten Tag in Düsseldorf?

Am 1. Juli 2017 geht es los: Der Grand Départ in Düsseldorf markiert den Anfang der 104. Tour de France. Nach 30 Jahren ist es endlich wieder so weit, dass die Frankreichrundfahrt mit all dem dazugehörigen Spektakel in Deutschland ins Rollen kommt!

1987 fand das Einzelzeitfahren des Grand Départ in West Berlin, im Schatten der Mauer einer geteilten Stadt, symbolträchtig einer geteilten Nation, statt. Und auch in Düsseldorf wird ein Einzelzeitfahren den Start der Tour de France markieren.

Die Tour de France mit all seinen Farben, Formen und Spektakel startet nach 30 Jahren wieder in Deutschland. (Quelle: ASO)

Vor dreißig Jahren hatte Deutschland keine nennenswerten und bekannten Radsportstars im Peloton und konnte auch kein Team sein Eigen nennen. Zwei Deutsche starteten bei der Tour in 1987: Raimund Dietzen und Peter Hilse – beide Fahrer kamen in Paris an, Dietzen an 90. und Hilse an 106. Stelle. Das Interesse am professionellen Radsport war sowohl in West- als auch in Ostdeutschland relativ gering. Dennoch kamen zahlreiche Menschen aus ihren Häusern, um sich das Spektakel aus nächster Nähe anzuschauen. Auch wenn es noch zehn Jahre dauerte, bis Deutschland seinen ersten Tour de France Sieger feiern konnte, der Start der Tour in Deutschland in 1987 war der Beginn der großen Liebe zu dem Sport.

Tour de France 2017 – Profil Grand Départ Düsseldorf

Die Strecke hat ein sehr flaches Profil – ein Traum fur die klassischen Zeitfahrer. (Quelle: ASO)

Zehn Jahre später und Deutschland feierte seinen Toursieger. Die Jahre die darauf folgten, sahen ein Riesenwachstum in der Popularität des Radsports in Deutschland unter den Fans und bei den Medien, und es fanden sich immer mehr deutsche Fahrer und Teams im Peloton. Aber die Liebe währte nicht lange und wir alle wissen, wie die Geschichte endete: Aufgrund der Enthüllungen und Dopingaffairen wurde das Vertrauen in den Sport massiv erschüttert – Sponsoren entzogen ihre Unterstützung, die Deutschlandtour wurde abgeschafft, Fernsehsender übertrugen die Tour nicht mehr. Der Radsport und Deutschland ließen sich scheiden.

Wie die Zeiten sich ändern: Wenn sich die Augen der Welt im Juli auf Düsseldorf richten, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Deutschland mischt wieder im Radsport mit und macht sich auf der Bühne der Grand Touren einen Namen. Anders als 1987, werden mit Tony Martin, John Degenkolb, Andre Greipel und Marcel Kittel deutsche Fahrer an den Start gehen, die international bekannt sind und zusammen 25 Etappensiege bei der Tour de France zeigen können. Dazu kommen zwei deutsche Teams, die im Peloton mitmischen werden: Sunweb, mit dem diesjährigen Sieger des Giro d’Italia Tom Dumoulin, und Bora-Hansgrohe, die letztes Jahr den zweifachen Weltmeister Peter Sagan zu sich holten.

Dass die Wahl für den Grand Départ auf Düsseldorf fiel, ist ein weiteres Zeichen dafür, wie sehr sich die Einstellung zum Sport ändert und wie die internationale Radsportwelt Deutschland sieht: Als Anerkennung der Stars und Teams, die derzeit aus Deutschland kommen, entschloss sich das Gremium, Deutschland zum vierten Mal zum Ausrichter des Grand Départ zu machen, nachdem London seinen Einsatz zurückzog.

Tour de France 2017 – Streckenkarte Grand Départ Düsseldorf

(Quelle: Geoatlas)

Als Gastgeber des Grand Départs wird Düsseldorf am 1. Juli, wie Berlin vor 30 Jahren, Schauplatz eines Einzelzeitfahrens. Die Strecke ist mit 14 Kilometern relativ kurz und verfügt damit nicht über die übliche Länge eines Zeitfahrens, was den Fahrern in die Hände spielen kann, die nicht unbedingt die klassischen Meister dieser Disziplin sind.

Die Strecke überquert zweimal den Rhein und abgesehen von den Brücken, die erklommen werden müssen, ist sie flach und kann treffend als Rennstrecke für Dragster-Rennen beschrieben werden.

Die Fahrer fahren gegenüber des Messegeländes von der Rampe auf die Rotterdammerstraat, die am Rhein entlang führt. Am Ende dieses Abschnitts kommt der erste Schlüsselpunkt der Strecke: Eine scharfe, schmale Linkskurve auf die Oberhassler Brücke, die erste Brücke, die überquert wird, wird das Können der Fahrer auf die Probe stellen. Nachdem der Rhein überquert wurde, kommt eine weitere enge Kurve, die die Fahrer auf den nächsten Abschnitt der Strecke führt.

Auch die zweite der Brücken hat eine enge Auf- und Abfahrt, die gekonnt navigiert werden will. Danach führt die Strecke die Fahrer die Koningsalle entlang, Düsseldorfs berühmteste Straße, die mit exklusiven Cafés und Geschäften gesäumt ist. Am Opernhaus vorbei, schwenkt die Straße nach links, die andere Seite der Rotterdammerstraat entlang zum Ziel.

Tour de France 2017 – Grand Départ Düsseldorf: die Favoriten

Durch ihr Profil und ihre Beschaffenheit eignet sich die Grand-Départ-Strecke auch fuer antrittsstarke Fahrer wie André Greipel. Es kann ein Uberraschungssieg vor heimischen Publikum werden! (Quelle: ASO)

Die Strecke ist schnell, aber der Fahrer, der sich hier den Etappensieg holen will, braucht nicht nur die Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer, sondern auch das Fahrgeschick, um sicher und schnell durch die Engpässe zu kommen. Für die klassischen Zeitfahrer im Peloton wie Tony Martin (Team Katusha-Alpecin) und Tom Dumoulin (Sunweb) ist diese Strecke ein Traum, für Bergspezialisten eher ein Alptraum. Aber auch aufgrund ihrer der Kürze und Beschaffenheit eignet sie sich nicht nur für Zeitfahrspezialisten, sondern auch den Bären unter den Fahrern, die auf Dauer einen schweren Gang drücken können wie die Sprinter André Greipel (Lotto Soudal) oder Marcel Kittel (Quick Step Floors).

Tony Martin auf dem Weg zu seinem 4. Weltmeistertitel (hier 2016) ist einer derTop-Favoriten des Grand Départ am 1. Juli 2017 (Bild: Sirotti)

Tony Martin ist einer der Hauptfavoriten für den Sieg in Düsseldorf. Der regierende Weltmeister im Einzelzeitfahren würde mit dem Sieg in seinem Heimatland das gelbe Trikot gewinnen und es auf der zweiten Etappe aus Deutschland nach Belgien bringen. Als deutscher Fahrer wird ihm der Start in seinem Heimatland und die Etappe vor einer Menschenmenge deutscher Fans noch zusätzliche Motivation geben, sich diesen Sieg zu holen. Tony Martin, der Panzerwagen, ist ein Zeitfahrer schlechthin – er hat die Kraft, Ausdauer, die Beweise, starkes in seiner Paradedisziplin leisten zu können. Sein Palmarès, dreifacher Weltmeister in drei aufeinander folgenden Jahren (2011 – 2013), spricht für sich. Eines steht fest: Tony Martin wird dafür sorgen, dass er am 1. Juli in Höchstform von der Rampe rollen und alles geben wird, um den Sieg für sich, sein Team und die Fans zu holen.

Ein weiterer starker Anwärter auf den Titel des Etappensieges ist Tom Dumoulin. Der holländische Meister im Straßenradfahren hat beim Giro d’Italia wieder bewiesen, dass das Zeitfahren seine Paradedisziplin ist. Der Holländer, der für das deutsche Team Sunweb fährt, bringt auch das nötige Geschick und Handhabung beim Radfahren mit, welches ihm auf den verzwickten Engpässen vom Vorteil sein wird.

Tom Dumoulin bewies beim Giro d’Italia eine starke Form beim Einzelzeitfahren, was ihm zum Gesamtsieg verhalf. (Bild: Sirotti)

Die Erinnerung, wie Dumoulin sich beim ersten Zeitfahren des Giro d’Italia mit einem massiven Zeitvorsprung in Führung brachte und sich diese am letzten Tag durch ein Zeitfahren wieder holte, ist noch frisch. 2015, in Utrecht, fuhr Dumoulin auf 13 Kilometer 42 Sekunden schneller als Chris Froome und 53 Sekunden schneller als Nairo Quintana, was einen erheblichen Vorprung bedeutet. Wenn man das auf die Strecke beim Grand Départ in Düsseldorf überträgt, versteht man, warum er einer der Top-Favoriten dieser Etappe ist.

Die Italienrundfahrt ist gerade 33 Tage her, wenn Dumoulin in Düsseldorf an den Start geht. Wenn er sich gut erholt hat, wird es zwischen den Zeitfahrern der Weltklasse ein spannendes Rennen geben.

Rohan Dennis ist der dritte Fahrer, der beim Grand Départ große Chancen hat, den Etappensieg und das gelbe Trikot zu holen. Der Australier, der für BCM Racing Team fährt, gewann 2015 das Zeitfahren über die gleiche Streckenlänge in Utrecht. Nicht nur in der Länge der sondern auch in den Eigenschaften der Strecke sind Düsseldorf und Utrecht sich sehr ähnlich, was dem Dennis zu einem starken Favoriten für dieses Einzelzeitfahren macht.

Rohan Dennis gewann das Einzelzeitfahren bei der Grand Départ in Utrecht (2015) uber die gleiche Streckenlange und -eigenschaften. (Bild: Sirotti)

Eines steht fest: Vor allem die Top-Zeitfahrer im Peloton werden den Grand Départ dazu nutzen, sich die beste Chance auf einen Sieg zu geben. Dazu gehört, die Strecke immer wieder zu unter die Räder zu nehmen, sie in Einzelstücke zu zerlegen und jedes Teilstück mit der berechneten Renngeschwindigkeit zu fahren. Jedes Teil der Strecke wird so auch vor dem inneren Auge immer wiederholt, so dass die Strecke in Fleisch und Blut übergeht. Nur so können sie sich am entscheidenen Tag die Strecke Stück für Stück vornehmen und die Leistung so dosieren, dass sie genau bis zum Ziel kommen – aber kein Stück weiter. Beim Zeitfahren ist Präzision gefragt, und je kürzer die Strecke, um so präziser muss der Fahrer sein.

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