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Reise & Trainingslager

Das Transcontinental Race – wie ein Rennen nicht verlaufen sollte

Freitagabend ist das Transcontinental Race gestartet. Doch die Stimmung ist bei vielen Teilnehmern am Tiefpunkt, denn es gab es einen tragischen Todesfall.

Das Transcontinental Race ist Freitagabend um 22 Uhr gestartet. Fast 300 Teilnehmer, darunter 30 Frauen, machten sich auf den Weg, die etwa 4000 km bis nach Griechenland zu fahren. Die Meisten wollten zu Ehren des verstorbenen Mike Hall fahren, darunter auch René Bonn, Startnummer 158.

Im Frühjahr wurde der Organisator des Transcontinental Race, Mike Hall, bei einem unsupporteten Ultradistanzrennen in Australien durch einem Autounfall getötet. Er war die wohl bekannteste Person der gesamten unsupporteten Ultradistanz-Szene und hatte bereits zahlreiche derartige Rennen gewonnen. Seine Partnerin, Freunde und ehemalige Teilnehmer des Transcontinental Race versuchten letztendlich, das Rennen, wie Mike Hall es gewollt hätte, am Leben zu erhalten. Am Freitag konnte es dann tatsächlich stattfinden. Es sollte ein Rennen zu Ehren von Mike werden.

Fast 300 Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren am Start, so viele wie noch nie.

Insbesondere die Anzahl der Frauen freute viele. 30 Starterinnen wollten die 4000 km in Angriff nehmen.

This many women racers this year 👌 #TCRno5

Ein Beitrag geteilt von The Transcontinental (@thetranscontinental) am

Viele Zuschauer erschienen zum Start. Ihre hunderten Fackeln erzeugten eine tolle Atmosphäre. Zuerst musste eine Runde durch den Ort gedreht werden, natürlich über die bekannte Muur von Geraardsbergen.

Good luck #tcr05 #rideformike #transcontinentalrace

Ein Beitrag geteilt von Rémi Quinquin (@remquinquin) am

All the best to the Transcontinental racers heading from #Geraardsbergen #Belgium to #Meteora #Greece. #TCRNo5 #transcontinental #bicycle #demuur

Ein Beitrag geteilt von Stijn Van Hulle (@stijnvanhullephotography) am

Yesterday the Transcontinental Race started for the 3th time in a row in #Geraardsbergen. IM-PRES-SIVE!!! Good luck to all riders, stay safe and enjoy your trip! #tcrno5 #ride4mike 📷@stijnvanhullephotography

Ein Beitrag geteilt von De Muur (@the_muur) am

Da die Strecke zu den einzelnen Checkpoints frei gewählt werden kann, teilte sich das Feld recht schnell auf. Etwa ein Drittel wählte die flache Strecke zum Rhein, die Mehrheit nahm eine der direkteren Routen zum Schloss Lichtenstein. Die Strecke am Rhein entlang spart etwa 1400 Höhenmeter, ist dafür aber 50 km länger. Diese Gruppe schien langsamer zu sein, was aber auch auf die meistens nicht für Rennradfahrer ausgelegten deutschen Radwege zurückzuführen sein könnte. Möglicherweise konnten viele Fahrer und Fahrerinnen hier aber Kraft sparen, die sie für die mehr als 3000 noch folgenden Kilometer bestimmt gebrauchen können.

René Bonn, über den wir bereits hier berichtet hatten, entschied sich gegen den Umweg. Er ist die Nacht durchgefahren, fuhr stark und war relativ bald in den Top 10.

Am Samstagnachmittag machte dann die tragische Nachricht die Runde: Frank Simons, ein niederländischer Starter, wurde ein paar Stunden nach dem Start von einem Autofahrer getötet. Dieser beging angeblich Fahrerflucht.

Dies war für alle ein schwerer Schlag. Nachdem Mike Hall, der Organisator des Transcontinental Race, in der australischen Variante dieses Rennens gestorben war, gab es nun einen weiteren Todesfall. Da auch in der amerikanischen Version ein Fahrer getötet wurde, starben dieses Jahr bereits drei Teilnehmer bei unsupporteten Ultradistanzrennen.

Viele Fahrer hatten nach dieser Nachricht wenig Motivation, das Rennen weiterhin als Rennen zu fahren.

Frank Simons Frau sagte den Organisatoren, er hätte gewollt, dass das Rennen weiter geht. Diese brachen es gemäß dieses Wunsches nicht ab. Jeder solle selbst entscheiden, wie er oder sie mit dem Tod des Mitfahrers umgeht. Bei Rennen wie dem Transcontinental Race herrscht eine sehr familiäre Stimmung, welche Todesfälle dadurch noch schwerer verkraften lässt. Aber viel mehr hinterfragen sich wohl die Teilnehmer und Teilnehmerinnen selbst. Warum fahren sie so etwas überhaupt? Warum sterben in letzter Zeit so viele? Sie wollten doch eigentlich einfach nur Radfahren – zu Ehren von jemanden, der gestorben ist. Und nun ist jemand Weiteres dabei gestorben. Sollten wir überhaupt fahren? Was ist, wenn mir etwas zustößt? Ist es respektlos, weiter zu fahren, als wäre nichts gewesen? Auch wenn Frank es so gewollt hätte?

Jeder wird damit anderes umgehen. Einige überlegen das Rennen abzubrechen, andere wollen im Tourenmodus weiter fahren und wieder andere fahren wie gehabt weiter – nun zu Ehren von Frank Simon und Mike Hall.

Dies ist Renés Karte, die bei jedem Checkpoint abgestempelt werden muss. Er hat den ersten Checkpoint bereits erreicht.

René hatte sich nach einem Motivationstief am nächsten Morgen entschieden, weiter zu fahren und die Distanz zum Führenden, Björn Lenhard, zu verkleinern. Leider hatte er gleich zu Beginn, am ersten Checkpoint, einen technischen Defekt, den er bisher nicht beheben konnte. Da das Rennen unsupportet ist, muss er selbst nach einer Lösung suchen. Da heute unglücklicherweise Sonntag ist, werden die Fahrradläden wohl geschlossen sein. Wir hoffen, dass er das Problem möglichst bald gelöst bekommt und stark weiter fährt.

Die Ersten haben bereits über 800 km zurückgelegt. Die erste Frau, Melissa Pritchard, befindet sich derzeit kurz hinter den Top 10 (Stand vom Sonntag, 14 Uhr).

Hier könnt ihr die Positionen und Platzierungen der Fahrer und Fahrerinnen beobachten.

Wer noch allgemeine Information zum Transcontinental Race sucht, wird hier fündig.

Wir werden weiterhin über das Rennen berichten.

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