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Reise & Trainingslager

Das Transcontinental Race – eines der härtesten Radrennen der Welt

Am 28. Juli um 22 Uhr startet das Transcontinental Race. Wir werden das Rennen verfolgen und euch auf dem Laufenden halten.

Etwa 4000 km legen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Transcontinental Race auf dem Fahrrad zurück. Für die meisten Menschen ist diese Distanz nicht einmal in einem ganzen Jahr vorstellbar. Beim Transcontinental Race werden diese vielen Kilometer nonstop gefahren. Doch die Kilometerzahl ist nicht die einzige große Hürde.

Das Transcontinental Race wurde 2013 von Mike Hall gegründet und fand seitdem jeden Sommer statt. Ursprünglich war der Start in London und das Ziel in Istanbul. Während im ersten Jahr nur 30 Teilnehmer an den Start gingen, bewarben sich 2016 schon über 1000 Menschen aus der ganzen Welt auf die begehrten Startplätze. Nur 350 wurden angenommen. Dieses Jahr wird wie auch in den letzten Jahren in Geraardsbergen gestartet, einer Stadt, die durch die Flandern-Rundfahrt unter Radsportlern bekannt wurde. Das Ziel ist neu: das malerische Meteora in Griechenland.

Das malerische Meteora in Griechenland ist das Ziel des fünften Transcontinetal Race. Foto: Vangelis Batsikostas @ Unsplash

Was ist das Besondere am Transcontinental Race?

Die Teilnehmenden müssen eine Strecke von etwa 4000 km zurücklegen. Das Rennen ist unsupported. Das heißt, dass Begleitfahrzeuge, Hilfe, die nicht allen frei zur Verfügung steht und Vorausbuchungen verboten sind. Er oder sie muss sich während der Fahrt um den Einkauf, um Reparaturen und um Übernachtungsorte selbst kümmern. Alles Benötigte muss auf dem Rad selbst transportiert werden.

Dies ist die Route des Transcontinental Race. Alle vier Checkpoints müssen angefahren werden. Dazwischen kann die Route frei gewählt werden. (Karte: OpenStreetMap)

Ein Zeitlimit gibt es nicht, jedoch bleibt die Uhr niemals stehen. Wer einen der vorderen Plätze anstrebt, darf nicht viel schlafen oder die Zeit mit Pausen vertrödeln. Die meisten Menschen sehen das Transcontinental Race als eine Kombination aus Abenteuer und Rennen.

Wie sieht die Route aus?

Vier Checkpoints müssen angefahren werden. Diese ändern sich jedes Jahr. Dazwischen kann die Route frei gewählt werden. Somit ist viel Vorarbeit für die Starter notwendig, um eine möglichst gute Route zu erstellen. Von Belgien aus geht es zuerst zum Schloss Lichtenstein. Anschließend folgt eine Alpenüberquerung, da der zweite Checkpoint Monte Grappa in Italien ist.

Der Transfagarasan ist eine beeindruckende Gebirgsstraße in Rumänien. Sie ist dieses Jahr der vierte Checkpoint. Foto: Livin4Wheel @ Unsplash

Nun müssen sich die Teilnehmenden einen Weg zur Hohen Tatra in die Slowakei suchen, nur um von dort weiter nach Rumänien zum Tranfagarasan zu fahren. Von hier aus sind es dann „nur“ noch etwa 1000 km zum Ziel nach Meteora in Griechenland. Je nach Streckenwahl wird die Route etwa 4000 km lang sein und etwa 40.000 Höhenmeter haben. Eines wird die Tour sicherlich bieten: wunderschöne Pässe, Gipfel und Aussichten.

Wer startet bei so etwas freiwillig?

Wahrscheinlich fragt ihr euch, was das für Menschen sind, die sich eine derartige Tour antun wollen. Bei diesem Rennen starten keine Profis sondern Lehrer, Ingenieure, Studenten und viele mehr. Leute, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken. Was sie alle gemeinsam haben, ist ihre Begeisterung für den Radsport, das Abenteuer und die lange Distanz. Und natürlich eine große Menge an positiver Verrücktheit! Männer und Frauen stehen zusammen am Start.

Gestartet wird alleine oder als Paar.

Wie schneiden Frauen beim Transcontinental Race ab?

Dafür, dass verhältnismäßig wenige Frauen starten, schneiden sie bei derartigen Veranstaltungen oft überdurchschnittlich gut ab. Bei Rennen wie dem Transcontinental Race ist es nicht wichtig, wer die meisten Watt treten kann. Viel wichtiger ist die mentale Stärke und die Selbstdisziplin. Wer darin besonders stark ist, hat die Chance auf die vorderen Platzierungen.

Dass bei so etwas nicht immer die Männer am besten sind, haben letztes Jahr in der amerikanischen Version dieses Rennens, dem Trans Am Bike Race, Lael Wilcox, Sarah Hammond und Janie Hayes bewiesen, indem sie Platz 1, 6 und 9 belegten. Vielleicht sehen wir derartige Ergebnisse ja auch bald in Europa. Wir sind gespannt!

Wie viele Kilometer werden am Tag gefahren?

Der dreimalige Sieger und Sieger des letzen Jahres, Kristof Allegaert, ist etwa 450 km am Tag gefahren. Insgesamt benötigte er 8 Tage und 17 Stunden. Viele fahren aber auch „nur“ 200 km am Tag. Jeder fährt so viel, wie er oder sie kann. Wer rechtzeitig zur nach 15 Tagen stattfindenden Finisherparty ankommen möchte, muss allerdings durchschnittlich 260 km am Tag schaffen. Bei den vielen Höhenmetern, dem wechselhaftem Wetter und der vielen Zeit, die durch Einkauf und Schlaf verloren geht, ist dies durchaus eine sehr beachtliche Leistung. Etwa ein Drittel schaffen die 260 km, ein Drittel nicht und ein weiteres Drittel gibt bereits vor dem Ziel auf.

Was bekommen die Sieger des Rennens?

Nichts! Wirklich nichts außer etwas Ruhm und Ehre in der Langstrecken-Radfahrer-Szene. Und natürlich ein Abenteuer, von dem sie noch sehr lange erzählen werden.

Wie kann ich dem Rennen folgen?

Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen müssen einen SPOT-Tracker am Rad befestigen. Dieser sendet alle paar Minuten den Standort. Auf trackleaders.com kannst du dir die Fortschritte der einzelnen Fahrer und Fahrerinnen live ansehen. Welche Routen haben sie gewählt? Wo machen sie Pause? Wo schlafen sie? Wie lange schlafen sie?

Die Aktivität, den Punkten der Starter zu verfolgen, wird gerne „dot watching“ genannt. Wir laden euch herzlich dazu ein, dot watcher zu werden und mit dem Rennen mitzufiebern!

Besonders den Punkt von René Bonn solltet ihr im Auge behalten. Über ihn und seine Fortschritte sowie Erlebnisse während des Rennens werden wir live berichten.

Das Transcontinental Race – der Film vom letzten Jahr

Wenn euer Interesse geweckt ist, haben wir hier für euch noch einen spannenden Film über das Transcontinental Race 2016 von PEdALED.

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