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Reise & Trainingslager

Das Transcontinental Race – das Rennen geht langsam zu Ende

James Hayden gewinnt das Transcontinental Race in nicht einmal ganz 9 Tagen. 71 Teilnehmende schaffen es rechtzeitig zur Finisherparty. 129 der insgesamt 289 Gestarteten haben bereits aufgegeben.

James Hayden siegt in nur acht Tagen, 23 Stunden und 14 Minuten. Damit hat er mehr als einen halben Tag Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Björn Lenhard. Dritter wird Jonas Goy – mit einem Abstand von fast acht Stunden zum Vorplatzierten. Die erste Frau, Melissa Pritchard, belegte den 28. Platz. 

Heute Abend findet die Finisherparty statt. Nur 71 der Gestarteten, davon vier Frauen, schafften es rechtzeitig zum Ziel nach Meteora in Griechenland. Fünf kamen während der Party an, 84 sind noch unterwegs und 128 mussten das Rennen aufgeben (Stand: Samstag, 12.08.17, 23:30 Uhr).

Die genauen Platzierungen könnt ihr hier einsehen.

Wer ist der Gewinner?

Etwa 4000 km legte James Hayden zurück. Durchschnittlich fuhr er jeden Tag etwa 450 km.  Bereits in den beiden Vorjahren war er beim Transcontinental Race am Start. Schon bei seiner ersten Teilnahme fiel er durch seine starke Leistung auf, doch musste er wegen des sogenannten Shermer’s Neck aufgeben. Hierbei handelt es sich um eine Ermüdung der Nackenmuskulatur, sodass der Kopf nicht mehr aufrecht gehalten werden kann.  Im letzten Jahr wurde er während des Rennens krank und ruhte etwa eineinhalb Tage lang. Trotz dieser sehr ausgiebigen Pause arbeitete er sich noch bis auf den vierten Platz vor.

Doch dieses Jahr schien seine Gesundheit mitzuspielen. So gut, dass er sich beim Zielanstieg noch den „King of Mountain“ bei Strava holte, indem er den Berg in nicht einmal 37 min hoch fuhr, mit einer durchschnittlichen Leistung von 268 Watt. Dem Teilnehmer, der diese Zeit brechen würde, versprach James so viele Biere, wie er trinken könne. Bisher schaffte es noch keiner. Die Motivation, nach 4000 km noch einen Bergsprint einzulegen, haben wahrscheinlich nicht viele.

James Hayden, flying down to Cp4. #TCRno5

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Wie kam es zu der großen Anzahl von Scratches?

In den letzten Jahren ist etwa ein Drittel der Teilnehmer und Teilnehmerinnen nicht im Ziel angekommen. Dieses Jahr sind es bereits deutlich mehr – und das Rennen ist noch nicht einmal beendet. Von denen, die noch unterwegs sind, wird es bestimmt noch welche geben, die aufgeben müssen.

Viele der Teilnehmenden entschieden sich nach dem tragischen Tod von Frank Simons, aus dem Rennen auszusteigen (zu scratchen). Wir hatten bereits in diesem Artikel darüber berichtet.

Dazu kam die extreme Hitzewelle Luzifer, die dafür sorgte, dass selbst in der Nacht die Temperaturen in Südeuropa nur selten unter 30 Grad Celsius fielen. Nicht jeder konnte mit dem Wetter unter derart großer körperlicher und mentaler Belastung umgehen.

39 degrees and Rory is feeling it, really feeling it. #TCRno5

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Was geschah sonst noch?

Bei fast 300 Startern, die sich auf den Weg machen, 4000 km unsupportet quer durch Europa zu fahren, passiert so viel, dass man wahrscheinlich hundert Artikel schreiben könnte, ohne dass sie langweilig werden würden.

Melissa Pritchard fuhr durchschnittlich jeden Tag 320 km, 13 Tage lang. Die letzten Kilometer hatte sie plötzlich einen schleichenden Platten. Da sie keine Kraft mehr in den Händen zum Schlauch wechseln hatte, pumpte sie den Kaputten alle zwei Kilometer auf. Im Ziel machte sie als Erstes ein kleines Schläfchen auf einem nicht besonders gemütlich aussehenden Stuhl.

Melissa Pritchard arrives in Meteora to claim first place on the women’s podium of the fifth edition of the Transcontinental Race. Her victorious descent of the parcours was only slightly hampered by a slow puncture!  #TCRNo5 #TCRNo5cap233 📷 @saltlake_lian @pedaledjapan @lezyneusa @kinesisbikes_uk @apidura

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Ein Teilnehmer wurden von Pferden über den Haufen gerannt. Ein anderer mussten wegen einer kaputten Brücke das Rad durch den Fluss tragen. Eine Teilnehmerin freundete sich mit einem Straßenhund an. Wiederum Andere machten gefährliche Erfahrungen im Gewitter oder wurden beim Schläfchen in einem Bushaltestellenhäuschen von irritierten Einheimischen geweckt, die tatsächlich auf einen Bus warteten. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin würde uns wohl viele spannende Geschichten erzählen können.

Nur Frank Simons wird dazu nicht mehr in der Lage sein. Für ihn fand vor der Finisherparty eine Gedenk-Radfahrt statt, zu der alle eingeladen waren.

#RideForFrank in Meteora today #TCRNo5 📷 @saltlake_lian

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Somit geht das fünfte Transcontinental Race nun langsam zu Ende. Es war ein Rennen, das tragisch verlief. Doch die meisten Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben sich trotzdem nicht ihre Begeisterung für das unsupportete Ultradistanz-Rennen nehmen lassen.

Roadcycling.de wünscht allen Teilnehmenden, die noch unterwegs sind, eine sichere und erfolgreiche Fahrt nach Meteora.

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