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Rennräder

Simplon Inissio Granfondo – Test, Technik & Bilder

Mit dem Simplon Inissio haben sich die Österreicher ein Multitalent auf die Schiene gesetzt und ein wenig in der Autoindustrie abgekupfert. Ein Fahrwerk für mehrere Vehikel. So kann der Inissio-Rahmen gleichermaßen als Komfortracer, Cyclocross- und auch als Fitnessbike herhalten.

Wer nun glaubt, dass das Simplon Inissio nicht alle drei Welten gleichermaßen bedienen kann, sollte diesen Test lesen – denn wir waren gehörig überrascht, als wir das Inissio in der Granfondo-Version zum Test baten.

Update: Inzwischen gibt es das Inissio aus als Frameset inkl. Gabel. Alle Infos dazu auf der letzten Seite.

Neben dem Simplon Inissio Granfondo gibt es noch ein Inissio CX (Cyclocross) für die wachsende Schar der Rennrad-Offroader und das Inissio Tour, mit dem Fitnessbiker und Tourenfahrer glücklich werden sollen. Die drei Versionen unterscheiden sich primär durch die unterschiedlichen Reifen und Lenker.

Varianten des Simplon Inissio Granfondo

Wie sich das für RCDE gehört, haben wir uns beim Test natürlich für das Simplon Inissio Granfondo entschieden und testeten das Bike mit eine Shimano Ultegra Di2 und den Disc-tauglichen Hochprofillaufrädern RC38 Spline DB von DT Swiss in Clincher-Ausführung.
Insgesamt gibt es beim Inission Granfondo fünf Varianten zwischen 3199 und 5699 Euro. Die Austattung mit Dura Ace Di2 stellt dabei die Spitze dar, es folgen Dura Ace mechanisch, Ultegra Di2, Ultegra mechanisch und 105. Allesamt mit Kompaktantrieben und 50/34er Zahnung.

Alle Räder sind auch in einer Girls-Edition verfügbar. Dabei tauscht Simplon den Sattel, den Vorbau (kürzer), Lenker (schmaler) und auch die Kurbel (170mm statt 172,5mm) aus.

Der Rahmen

Wenn ein Rahmen sowohl für Cyclocross als auch Straße herhalten soll, muss er aus hochwertigem Carbon gefertigt sein und eine sehr gute Seitenstabilität aufweisen. Scheibenbremsen mit Steckachsen sind dabei außerdem extrem hilfreich. Simplon hat sich hier auf keine Experimente eingelassen und fertigt seinen Rahmen im HotMelt-Verfahren mit einem geringeren als dem üblichen Harzanteil. Dabei integriert Simplon Nano-Partikel in die Harzmatrix und vermeidet so große Harzüberschüsse. Da das Harz den größten Teil des anfallenden Gewichts ausmacht, kann über diese Fertigungstechnik ein hochfester und leichter Rahmen hergestellt werden.

Trotzdem können wir bei einem derartigen Tausendsassa-Rahmen (Rahmengrößen in 47, 51, 55, 58 und 62) der auch für den Offroad-Einsatz konzipiert ist keine Gewichtsrekorde erwarten. Mit um die 1150 Gramm in Rahmengröße 55 sprechen wir aber noch von einem akzeptablen Gewicht. Rahmen mit Scheibenbremsen benötigen in etwa 50 Gramm mehr Material, alles in allem ist der Wert also absolut in Ordnung.

Der Rahmen des Simplon Inissio ist übrigens nicht als Monocoque laminiert, wie man angesichts der komplexen Formen anehmen könnte, sondern in Simplons Triple Fusion Bauart. Dabei wird im Falle des Inissio nur das Oberrohr, Steuerrohr und Unterrohr zusammen laminiert. Beim Hinterbau verfährt man ebenso mit der Kettenstrebe und dem Tretlager aus einem Stück, sowie den Sitzstreben und dem Sattelrohr. Alle Einzelteile werden dann über Muffen zusammmengesetzt und endgültig verklebt.

Der Rahmen des Inissio Granfondo ist auch im Gelände einsatzbereit, man muss für den Einsatz im Gelände nur wenig umrüsten – allen voran natürlich die Reifen.

Bei der Geometrie darf man sich auf eine entspannte Fahrt gefasst machen. Kurzes Oberrohr mit leichtem Sloping, sehr tief angeflanschte Sitzstreben, lange Gabel und kurzes Steuerrohr. Noch dazu erlauben Hinterbau und Gabel Reifen bis 33mm Breite! Das ist für Straßenfahrer natürlich kein Kriterium. Rüstet man aber für den XC-Einsatz um und nutzt Cyclocrossreifen wie zum Beispiel den Schwalbe Racing Ralph in 700x33C, ist das auch kein Problem. Super!

Das außergewöhnlich geformte Steuerrohr des Simplon Inissio fällt besonders kurz aus. Das gleicht die lange Gabel wieder aus.

Die Züge/Kabel sind komplett im Rahmen verlegt. An unserem Testard war eine Ultegra Di2 verbaut und deren Kabel verlaufen rechtseitig im Unterrohr, sowie durch die rechte Kettenstrebe. Die Hydraulikleitung für die Hinterradbremse teilt sich das Unterrohr mit den Di2-Kabeln und nimmt dann die linke Kettenstrebe.

Die linke Seite des Steuerrohrs, verfügt über zwei Zugeinführungen, eine bleibt bei der Di2 unbenutzt.
Die rechte Kettenstrebe des Simplon Inissio ist mit einem Kettenschutz aus Alu ausgestattet. Kurz dahinter verlässt die Steuerleitung der Di2 die Strebe.
Auf der linken Seite verlässt die Hydraulikleitung etwas früher die Strebe und wird von der Innenseite über diese geführt. An der Kontakstelle empfiehlt es sich eine Gummitülle einzusetzen oder Rahmen abzukleben, ansonsten wird die Leitung früher oder später den Lack abreiben.
Der Rahmen erlaubt die wahlweise Nutzung von mechanischen wie auch elektronischen Schaltungen. An der Tretlagerunterseite finden sich zwei Zugführungen. Bei der Ultegra Di2-Version mit Discs verlaufen aber beide Leitungen direkt unterhalb des Lagers intern.

Schaut man sich den Rahmen des Simplon Inissio ganz genau an, fallen ein paar Details auf: an den beiden Sitzstreben und der Strebenbrücke, sowie auch an der Gabel sind mit Gummis verschlossene Gewindehülsen verbaut, die zur Befestigung eines Trägers oder/und von Schutzblechen dienen.

Gewindehülsen für Gepäckträger und Schutzbleche finden sich auch an den Versionen Granfondo und CX – somit können auch diese beiden Rennradvarianten zu einem Tourenbike umgerüstet werden.

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