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Rennräder

Merida Scultura 9000 – das 2016er-Modell

Das aktuelle Scultura-Sortiment beherbergt das leichteste Rennrad auf dem Markt

Bei der Entwicklung von Rennrädern stehen derzeit zwei Faktoren im Mittelpunkt. Entweder entwickeln die Hersteller aerodynamische Maschinen – das Trek Madone ist ein Paradebeispiel dafür – oder sie rufen unglaublich leichte Räder ins Leben. Bezüglich des Gewichts mischt das Merida Scultura ganz vorne mit.

Nehmen wir das Merida Scultura 9000 als Beispiel. Bei einer Rahmengröße von 56 Zentimetern bringt dieses Modell gerade mal 5,8 Kilogramm auf die Waage. Ein Rennrad mit weniger als sechs Kilogramm ist wirklich unglaublich leicht. Ist man stolzer Besitzer einer solchen Maschine, pedaliert man auf einem Untersatz, der minimum ein ganzes Kilo leichter ist als die Bikes, auf denen das Profi-Peloton unterwegs ist.

Merida Scultura Superlite LTD – das leichteste Rennrad auf dem Markt

Und das Scultura 9000 ist nicht einmal das leichteste Modell, das Merida im Sortiment hat. Das Scultura Superlite LTD besticht mit einem sagenhaften Gesamtgewicht von gerade mal 4,52 Kilogramm und ist somit das leichteste Serienrennrad auf dem Markt. Es ist sogar noch 100 Gramm leichter als das Trek Emonda SLR10 und lässt auch das superleichte Fuji SL 1.1 mit seinen 4,96 Kilogramm hinter sich. Allerdings gibt es die LTD-Ausführung des Merida Scultura nicht geschenkt. Wir bewegen uns hier bei schlappen 12.990 Euro.

Bio-Fasern für einen besseren Komfort

Die Basis für jedes leichte Rennrad ist der Rahmen. Der des Merida Scultura Superlite LTD wiegt gerade mal 680 Gramm. Am Merida Scultura 9000 kommt ein 750-Gramm-Rahmen zum Einsatz. Bei der Entwicklung des Scultura ging es Merida aber nicht ausschließlich um das Gewicht. Auch der Komfort sollte nicht zu kurz kommen. Um die Fahrt angenehmer zu machen, arbeitet der Bikebauer mit Bio-Fasern. Diese sind in den Rahmen eingearbeitet und sollen einen Großteil der Vibrationen von der Straße schlucken.

Scultura-Schriftzug auf dem Oberrohr

Merida Scultura 9000 – Ein Leichtgewicht mit aerodynamischen Zügen

Zudem sollte aber auch das Thema Aerodynamik nicht gänzlich vernachlässigt werden. Obwohl das Merida Scultura definitiv kein Aerobike ist – hierfür hat Merida das Reacto Evo im Sortiment – hat der Bikebauer die Rohre aerodynamischer gestaltet. Aerodynamik ist selbst bei superleichten Rennrädern zu einem bedeutenden Faktor geworden. Ein gutes Beispiel dafür ist das Canyon CF SLX.

Ober- und Unterrohr des Merida Scultura 9000 verfolgen eine verkürzte Tragflächenform, bei der – ähnlich wie beim Kammtail-Design – die hinteren Kanten der Rohre, aus Gründen der Gewichtseinsparung, abgeschnitten wurden. Gleichzeitig geht damit ein Plus an Aerodynamik einher. Das dünne Steuerrohr und das untere Lager des Steuersatzes (die Größe wurde von 1-1/2” auf 1-1/4” reduziert) sind weitere Aero-Ansätze des Rahmens. Zudem hat Merida die hintere Bremse umpositioniert. Sie sitzt jetzt unter dem Tretlager. Um ein zusätzliches Aero-Plus zu erreichen, wurde zudem die gesamte Kabelführung ins Innere der Rohre verlegt.

Das Merida Scultura im Windkanal

Das die Aerodynamik bei der Entwicklung des Merida Scultura zwar nicht die Haupt- aber definitiv eine wichtige Rolle gespielt hat, beweisen die Tests im Windkanal, denen Merida das Scultura unterzogen hat. Aufgrund der Luftwiderstandsmessungen ist das 2016er-Modell irgendwo zwischen dem alten Scultura und dem neuesten Reacto Evo einzuordnen. Zeitfahren wird man auf dem Merida Scultura unter normalen Umständen also nicht gewinnen, dennoch dürfte man auf Steigungen froh über die eingesparte Energie auf flachen Streckenabschnitten sein.

Für ein Plus an Aerodynamik und für mehr Flex im Bereich der Sitzstreben hat Merida die hintere Bremse unter dem Tretlager positioniert.

Das Gewicht

Carbonrahmen sind seit einigen Jahren stark auf dem Vormarsch. Das erste Scultura mit einem Rahmengewicht von 1.100 Gramm erblickt 2006 das Licht der Welt. In den vergangenen zehn Jahren ist des dem Bikebauer gelungen, das Gewicht auf bis zu 680 Gramm (Merida Scultura Superlite LTD) zu senken. Das entspricht einer Gewichtsreduzierung von sage und schreibe 40 Prozent. Allerdings liegt das Limit für Carbonrahmen laut Merida derzeit bei 750 Gramm. Bei einem so niedrigen Gewicht sind die Rohre stellenweise nur noch 0,4 Millimeter dick, wodurch es für die Hersteller immer schwerer wird, den Rahmen die nötige Stabilität zu verleihen.

Das ist auch das Manko des superleichten Merida Scultura Superlite LTD. Der 680 Gramm leichte Rahmen weist im Bereich des Steuerrohrs 15 bis 20 Prozent weniger Steifigkeit auf. Zudem sind die Rohre ziemlich anfällig. Ist das Bike beispielsweise auf einem Teamfahrzeug befestigt, könnten die Rohre bereits Schaden nehmen, sollte der Fahrer ein paar Bodenwellen zu schnell nehmen.

Typ-Bezeichnung und UCI-Zulassung auf dem Sitzrohr

Erste Testfahrten auf dem Merida Scultura

Lampre-Merida wird in dieser Saison neben dem Reacto Evo auf den “normalen” Scultura-Rahmen zurückgreifen. Vorgestellt wurde dieser letzten Mai beim Giro d’Italia. Wir hatten dort die Chance, das Bike ein paar Stunden zu testen. Dabei gelang es uns 2.000 Meter in drei Stunden zu erklimmen. Am Fuße der steilen Hügel nörlich von San Remo begann unser Aufstieg. Das Merida Scultura vermittelte uns direkt, dass es sich in genau diesem Gelände zu Hause fühlt – nichts anderes erwartet man aber auch von einem Rennrad in dieser Gewichtsklasse. Welche Stabilität Unterrohr und Tretlager dem Rahmen verleihen, war sofort spürbar. Zudem reagierte das Merida Scultura super auf Beschleunigung. Auch temporär aggressiveres Pedalieren brachte Mensch und Maschine nicht ins Straucheln.

Die Straßen in diesem Teil von Italien sind nicht ohne. Das Merida Scultura ist allerdings ausreichend komfortabel, um einen Ausritt dort nicht zur schmerzhaften Erfahrung werden zu lassen. Die hintere Bremse hätte uns an anderer Stelle besser gefallen. Laut Merida konnte im Bereich der Sitzstreben durch die Abkapselung der Bremse von selbigen allerdings deutlich mehr Flex erreicht werden. Ein anderer Bereich des Rahmens ist allerdings frei von Flex – das Steuerrohr. Und so ist das Merida Scultura ein souveräner Begleiter wenn es bergab geht. Das Handling ist super scharf und ruhig.

Die verschiedenen Modelle des Merida Scultura

Merida Scultura 9000

Das Merida Scultura 9000 ist das Topmodell und mit einer SRAM-Red-Gruppe und einem Satz DT-Swiss-RC-28-Spline-C-Mon-Chasseral-Laufrädern ausgestattet. Vorbau und Lenker kommen aus dem Hause FSA und platz nimmt man auf einem Selle-Italia-SLR-Kit-Carbonio-Sattel. Das Gesamtgewicht dieses Modells beläuft sich auf 6,0 Kilogramm. Möchte man das Scultura-Flagschiff sein Eigen nennen, muss man sich von 9.699 Euro trennen.

Merida Scultura 9000 mit DT-Swiss-RC-28-Spline-C-Mon-Chasseral-Laufrädern

Merida Scultura Team

Das Merida Scultura Team wird von einer Shimano-Dura-Ace-Gruppe angetrieben und rollt auf einem Satz Fulcrum-Racing-Zero-Carbon-Laufrädern. Lenker und Vorbau kommen an der Team-Version ebenfalls aus dem Hause FSA. Der Sattel kommt von Prologo und ist vom Typ Scratch 2 T2.0. Für 6.599 Euro bekommt man ein Rennrad mit einem Gesamtgewicht von 6.5 Kilogramm.

Merida Scultura Superlite LTD

Das fragiliere aber superleichte Merida Scultura Superlite LTD bringt laut Hersteller gerade mal 4.52 Kilogramm auf die Waage. Um dieses geringe Gewicht zu erreichen, hat Merida es mit einem Mix aus SRAM-Red-22-, SRAM-Red- und Dura-Ace-Komponenten ausgestattet. Vorbau, Lenker, Sattelstütze und Sattel kommen aus dem Hause AX Lightness. Der Preis für dieses Leichtgewicht liegt bei rund 12.990 Euro.

Merida Scultura 7000-E

Günstiger werden die Scultura-Modelle ab dem Merida Scultura 7000-E. Für 4.499 Euro bekommt man einen Untersatz mit Shimano-Ultegra-Di2-Komponenten und einem Satz Fulcrum-Racing-3-Laufrädern. Platz nimmt man auf deinem Prologo-Scratch-2-T2.0-Sattel. Gossamer-Vorbau und -Lenker kommen von FSA. Das Gesamtgewicht beträgt 7.0 Kilogramm.

Merida Scultura 6000

Das Merida Scultura 6000 bringt 7.5 Kilogramm auf die Waage und ist mit einem Anschaffungspreis von 2.799 Euro nochmal deutlich günstiger als das 7000-E. Ausgestattet ist es mit einer Shimano-Ultegra-Gruppe und einem Fulcrum-Racing-7-Laufradsatz. Der Vorbau kommt an diesem Modell aus eigener Schmiede. Ansonsten kommt auch am Scultura 6000 ein FSA-Gossamer-Lenker zum Einsatz. Platz nimmt man auf einem Prologo-Kappa-3-Sattel.

Merida Scultura 5000

Für 1.699 Euro bekommt man das Merida Scultura 5000. Es arbeitet ebenfalls mit einer Shimano-Ultegra-Gruppe. Die Laufräder, der Sattel und der Vorbau kommen von Merida selbst. Der FSA-Gossamer-Lenker komplettiert das Finishing-Kit. Das Gesamtgewicht des Merida Scultura 5000 beträgt 8.2 Kilogramm.

Neben den eben behandelten sechs Carbon-Modellen umfasst das Scultura-Sortiment noch die folgenden drei Maschinen mit Alu-Rahmen.

Merida Scultura 500

Das Merida Scultura 500 wiegt 8.9 Kilogramm und schlägt mit 1.299 Euro zu Buche. Es wird von einer Shimano-Ultegra-Gruppe angetrieben und rollt auf einem Satz Merida-Comp-24-Laufrädern. Sattel, Sattelstütze, Lenker und Vorbau stellt Merida ebenfalls selber.

Merida Scultura 400

Mit 8.9 Kilogramm genauso schwer wie das Scultura 500 ist das Merida Scultura 400 für 1.149 Euro. Hier kommen eine Shimano-105-Gruppe und die gleichen Merida-Laufräder wie beim Scultura 500 zum Einsatz. Sattel, Sattelstütze, Lenker und Vorbau sind ebenfalls identisch.

Merida Scultura 300

Das mit 999 Euro günstigste Mitglied der Scultura-Familie ist das Merida Scultura 300 mit einem Gesamtgewicht von 9.1 Kilogramm. Ausgestattet ist es mit einer Shimano-Tiagra-Gruppe. Laufräder und Finishing-Kit sind identisch mit den anderen beiden Alu-Modellen.

Weitere Informationen zum Scultura-Sortiment und den anderen Bikes von Merida findet ihr auf der Hersteller-Website.

DT-Swiss-sinc-ceramic-180-Nabe
SRAM-Red-Vorderradbremse
SRAM-Red-22-Kurbel
Merida-EGM-Lite-Sattelstütze
FSA-OS-99-Vorbau
Merida Scultura 9000 mit interner Kabelführung
SRAM-Red-Vorderbremse aus einem anderen Blickwinkel

Selle-Italia-SLR-Kit-Carbonio-Sattel
Merida Scultura 9000 mit externer Sattelklemme
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