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Rennräder

Focus Cayo 3.0 Disc – Test, Technik & Bilder

Mit dem neu entwickelten Focus Cayo Disc 3.0 wagt nun auch Focus den Schritt in die Welt der Scheibenbremsen und bringt mit dem neuen Cayo ein schweres Geschütz in Position.

Keine halben Sachen, dachte man sich offensichtlich bei Focus, als es um die Generation Disc ging. Einige Hersteller trauen der Sache noch nicht so ganz und bringen Einsteigermodelle mit Disc auf den Markt, um mal vorsichtig anzutesten.

Ganz falsch ist diese Herangehensweise sicher nicht, immerhin sind um das Thema Disc am Rennrad in zahlreichen Foren und sozialen Medien heftige Diskussionen über das Für und Wieder entbrannt. Vor allem im hochpreisigen Premiumsegment formiert sich der Widerstand gegen die “hässlichen Bikes” mit Scheibenbremse. Letztendlich wird sich der Wechsel von der Felgen- zur Scheibenbremse aber genausowenig aufhalten lassen, wie seinerzeit beim Mountainbike. Die enormen Vorteile bei Bremskontrolle und Performanz überwiegen zu deutlich und das gilt nicht nur auf nassen Passabfahrten, sondern ganz allgemein.

Wir werden das Thema in Kürze in einem gesonderten Artikel beleuchten. Zurück zum Focus Cayo 3.0 Disc.

Unser Focus Cayo 3.0 Disc war für den Test mit der SRAM Red 22, DT Swiss R23 Spline DB Laufrädern und Fizik-Komponenten bestückt.

Der Rahmen des Focus Cayo 3.0 Disc

Das Frameset des neuen Cayo wurde von Focus komplett neu entwickelt und steht nun neben der Felgenbrems-Version (etwa 860g Rahmengewicht) auch in einer Disc-Version mit gemittelten 910g zur Verfügung. Mit der Gabel kommen noch einmal etwas mehr als 350g dazu, was das Frameset wohl aktuell zu einem der leichtesten für Discs überhaupt macht.

Das Oberrohr fällt im Vergleich zur letzten Generation etwas mehr ab und verlängert damit das Sattelrohr. Das nun auffälligere Sloping macht das Rad nicht nur optisch schneller, sondern unterstreicht mit der neuen Geometrie auch den Anspruch als Racer dienen zu wollen.Offensichtlich nutzte man bei Focus die sportlichere Geometrie des Cayo Evo und das tut dem Bike absolut gut.

Bei der Herstellung des Rahmens setzt Focus auf deren P2T-Technologie und variiert bei den unterschiedlichen Rahmengrößen die Rohrdurchmesser: Ein Mehr an Durchmesser sorgt in der Regel auch für ein Plus an Steifigkeit und kann die Verwendung von teurem High- oder Ultra High-Modulus-Carbon in Grenzen halten.

Bei einem Rennrad das in der Mittelklasse mit einem Carbonrahmen inkl. SRAM Rival Gruppe und Discs für 2499 Euro und mit Ultegra plus Discs für 2799 Euro auf Kundenfang geht, ist das ganz sicher eine gute Lösung. Wer nun annimmt die Focusianer würden mit ultrabulligen Steuerrohren und Tretlagergehäusen arbeiten, schaut sich unsere Fotos noch einmal an. Das Unterrohr hat einen recht satten Durchmesser, während wir weder am Steuerrohr noch am Tretlager erwähnenswerte Materialansammlungen vorfinden.

Das Tretlagergehäuse des Focus Cayo Disc fiel im Vergleich zu vielen anderen Racern vergleichsweise harmlos in seiner Dimension aus.
Auch das Oberrohr ist angenehm dimensioniert und weist ein größeres Sloping auf als noch beim alten Cayo.

Eine Besonderheit des Rahmens findet sich am Steuerrohr des Cayo Disc. Der gesamte Rahmen ist für innenverlegte Züge und Kabel ausgelegt und gestattet sowohl mechanische als auch elektronische Schaltungen.
Je nachdem wie der Kabelbaum im Rahmen verlegt werden soll, kann eine um 180 Grad drehbare Steuerrohrplatte positioniert werden. Die Einlässe des Cayo 3.0 Disc finden sich nämlich nicht erst am Unter- und Oberrohr, sondern werden schon frontal durch das Steuerrohr geführt und dann in das Wunschrohr geführt. Wer also später auf- oder umrüstet und Seile/Kabel neu verlegen möchte, dreht nach Bedarf einfach die Platte.

Die Zugführung lässt viel Spielraum für das Verlegen von Zügen und Kabeln von mechanischen wie auch elektronischen Schaltgruppen.

An der linken Kettenstrebe des Focus Cayo 3.0 Disc verlässt die Hydraulikleitung den Rahmen auf halbem Wege und bedient den sehr clever positionierten Bremssattel unserer Red 22 Disc.

An der Gabel begegnete uns erstmals an diesem Tag eine Steckachse. Diese für Mountainbiker schon fast gewöhnliche Ansicht ist bei uns Rennradfahrern eine komplett neue Technologie und stellt ein weiteres Kritrium dar, an dem Scheibenkritiker gerne ansetzen. Steckachse statt Schnellspanner also. Was bei normalen Laufrädern mit Bremsflanke nicht notwendig war, bringt bei Laufrädern mit Nabe für die Discaufnahme Vorteile.

Eine Steckachse ermöglicht gerade bei hohen Bremskräften an größeren Scheibendurchmessern mehr Stabilität und Steifigkeit, verhindert das Verwinden der Gabel deutlich effektiver als ein Schnellspanner. Das macht sich für uns ganz praxisnah an der Position der Bremsscheibe im Bremskörper bemerkbar und verhindert Schleifgeräusche durch Verwindung.

Nachteil ist die deutlich bulligere und raumgreifendere Optik und normalereise auch der deutlich höhere Zeitbedarf beim Wechseln des Laufrads. Focus hat sich über den letzten Punkt Gedanken gemacht und mit einer ganz eigenen Steckachsen-Konstruktion namens R.A.T. (Rapid Axle Technology) ein tolles System entwickelt. Eigentlich wurde dieses für die Crossräder der Marke entwickelt, nun machen sie aber auch auf den Disc-Straßenrädern Sinn.

Mit der R.A.T. – Steckachse tut Focus vor allem jenen Racern einen Gefallen, die unterwegs schnell den Schlauch wechseln wollen.
Auf der rechten Seite der Steckachse wird das System mit einem Schnellspanner auf Zug gebracht und verriegelt.

Die vordere R.A.T.-Steckachse wird von rechts durch die Gabel und Nabe geführt und auf der linken Gabelseite mit einem T-Endstück in das Gegenstück geführt. Eine 90 Grad-Drehung verriegelt das System, nun kann der Schnellspanner geschlossen werden. So ausgestattet, dauert das Entfernen des Laufrads auch nicht länger als mit einem normalen Schnellspanner.

Die beiden Steckachsen sind für Vorder- und Hinterachse mit 9 und 10mm unterschiedlich dimensioniert.

Die Hydraulikleitung ist am Cayo Disc nicht durch die Gabel verlegt, sondern führt an der Rückseite der Gabelscheide hinunter zum Bremssattel. Gehalten wird sie unterwegs von einer kleinen Kunststoffschelle.

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