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Werkstatt & Material

Wartung und Pflege beim Rennrad: Die wichtigsten Dinge, die jeder beherrschen sollte

Mit diesen einfachen Wartungsarbeiten, die du ganz einfach zu Hause durchführen kannst, sparst du dir Geld für den Werkstattbesuch.

So sehr du dich auch bemühst, dein geliebtes Rennrad bestens in Schuss zu halten, ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis sich erste Verschleißerscheinungen bemerkbar machen. Und wenn es erstmal soweit ist, können Ersatzteile und Reparatur ganz schön ins Geld gehen.

Doch es gibt einige Wartungsarbeiten am Rennrad, die du zu Hause in Eigenregie durchführen kannst, vorausgesetzt, du hast das richtige Werkzeug und kannst damit umgehen. Einerseits sparst du dir auf diese Weise Geld, andererseits gibt es dir die Möglichkeit, ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise deines Rads zu erlangen.

In diesem Artikel zeigen wir dir die wichtigsten Wartungsarbeiten, die jeder Rennradfahrer beherrschen sollte.

Wenn du dein Bike selber wartest, kannst du dir Geld sparen und lernst dein Rad besser kennen.

Neues Lenkerband

Ein frischgewickeltes Lenkerband ist ein relativ schneller und günstiger Weg, deinem Rad etwas Gutes zu tun: Es sieht aus und fühlt sich an wie neu. Doch so einfach das Wickeln sich auch gestaltet, wenn man es einmal heraus hat, so ärgerlich kann es sein, wenn man es falsch angeht und erst auf den letzten Zentimetern feststellt, dass etwas nicht stimmt.

Mit einem neuen Lenkerband kannst du dein Rennrad ohne großen Aufwand auffrischen.

Falls dein Lenker nicht gerade eine interne Kabelführung hat, besteht der erste Schritt zum perfekt gewickelten Lenkerband darin, Brems- und Schaltkabel am Lenker zu fixieren und zwar möglichst parallel und eng am Lenkerrohr, so dass sie sich nicht überkreuzen. Dazu eignet sich Isolierband sehr gut.

Für den Anfang der Wicklung hast du verschiedene Möglichkeiten: Eine Variante ist es, das Lenkerband einige Zentimeter in das Lenkerrohr zu schieben und von dort aus mit dem Wickeln zu beginnen, während andere es bevorzugen, das Lenkerband zu Beginn ein bis zwei Zentimeter überlappen zu lassen.

Du kannst nach innen wickeln, also zum Rahmen hin, oder aber nach außen, also vom Rahmen weg. Du solltest aber darauf achten, dass du beide Seiten gleich wickelst. Auch die Überlappung beim Wickeln – ungefähr halbe Lenkerbandbreite – sollte über den ganzen Lenker gleichmäßig sein.

Kurz, bevor du die erste Hälfte des Lenkers fertig gewickelt hast, schneidest du das Lenkerband spitz zulaufend an und sicherst das Ende mit einigen Wicklungen Isolierbands. Anschließend setzt du noch die Lenkerendstopfen ein und fertig ist der frisch gewickelte Lenker.

Eine detaillierte Anleitung mit Bildern findest du hier: Lenkerband richtig am Rennrad wickeln – so geht’s

Kettenwechsel

Ohne sie läuft nichts: Die Kette muss die meisten Strapazen aushalten. Daher ist es ungemein wichtig, sie gut zu warten und pflegen und sie zu ersetzen, wenn es notwendig ist. Wie solltest du deine Kette also inspizieren und nach welchen Merkmalen Ausschau halten?

Den Kettenverschleiß kannst du einschätzen, indem du die Kette vom Kettenblatt abhebst und die sichtbar werdenden Zähne zählst.

Am präzisesten kannst du mit einer Kettenverschleißlehre feststellen, ob die Kette erneuert werden sollte. Wenn du eine solche Lehre nicht hast kannst du deine Kette auch so überprüfen: Versuche die Kette an einer Stelle abzuheben, wo sie am Kettenblatt anliegt. Wenn du die Kette so weit anheben kannst, dass drei oder mehr Zähne sichtbar werden, ist es Zeit für einen Austausch.

Die drei großen Hersteller – SRAM, Shimano und Campagnolo – unterscheiden sich jeweils etwas darin, wie die Kette montiert wird und während Ketten unterschiedlicher Hersteller meistens miteinander kompatibel sind, solltest du tunlichst darauf achten, die passende Kette für dein Ritzelpaket zu wählen. Eine 10-fach Kassette ist nur mit einer 10-fach-Kette kompatibel, 9-fach oder 11-fach passen hier nicht!

In diesem Ratgeber findest du mehr zum Thema Kettenverschleiß: Kette, Kassette & Kurbelblätter tauschen

Eine Methode, um eine verschlissene Kette im ausgebauten Zustand zu erkennen: Die obere Kette lässt sich im Gegensatz zur unteren Kette seitwärts fast zu einem Ring biegen und ist verschlissen.

Die Bremsbeläge

Die Bremsblöcke von Felgenbremsen sind ohnehin schon gewaltigen Belastungen ausgesetzt, umso mehr jedoch, wenn Nässe und dreckige Straßen ins Spiel kommen. Zum Glück sind sie ziemlich einfach auszutauschen und sollten, wegen ihrer Sicherheitsfunktion, sowieso regelmäßig auf Verschleiß kontrolliert werden.

Bau zunächst das Laufrad aus und schraube die Madenschraube, die den Bremsbelag am Bremsschuh hält, los. Kommen die neuen Bremsbeläge auch mit neuen Madenschrauben, solltest du diese benutzen und die alten entsorgen. Den Bremsbelag kannst du nun aus dem Bremsschuh schieben. Sitzt er etwas fester, kann der vorsichtige Einsatz eines Schraubenziehers helfen.

Beim Einsetzen der neuen Bremsbeläge solltest du genau auf die richtige Montageweise achten. Die offenen Enden zeigen nach hinten, typischerweise sind die Beläge mit den Buchstaben L und R gekennzeichnet, um die korrekte Montage zu erleichtern. Anschließend schraubst du die Beläge wieder am Bremsschuh fest.

Wahrscheinlich musst du dann noch die Bremskabelspannung reduzieren, um den dickeren Belägen ausreichenden Platz zu gewährleisten. Dazu drehst du die Einstellschraube am Bremssattel hinein, also im Uhrzeigersinn. Nach einem abschließenden Funktionstest ist auch diese Wartungsarbeit abgeschlossen.

Bremsbeläge nutzen sich mit der Zeit ab und du solltest es dir zur Gewohnheit machen, sie regelmäßig zu kontrollieren.

Eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bremsbelagwechsel findest du hier: Bremsbeläge am Rennrad wechseln – so geht’s

Schaltung einstellen

Wenn der Umwerfer vorne richtig eingestellt ist, schalten sich die Gänge wie gebuttert, nichts reibt oder schabt. Hinten sorgt ein gut eingestelltes Schaltwerk für verlässliche, schnelle und genaue Schaltvorgänge. Da sich die Schaltkabel im Gebrauch abnutzen, sollten Umwerfer und Schaltwerk von Zeit zu Zeit neu justiert werden. Am besten stellst du dazu dein Rad auf den Kopf, wenn du nicht gerade einen Montageständer hast. So kannst du mit einer Hand kurbeln und mit der anderen Hand die Schalthebel betätigen, um deine Einstellungen zu überprüfen.

Schaltwerk

Das Schaltwerk hinten ist meistens mit Einstellschrauben versehen, um die Endanschläge, Umschlingung und Kabelspannung zu verändern.

Die Schraube für den unteren Anschlag ist mit „H“ markiert und sorgt dafür, dass die obere Schaltrolle exakt unter dem kleinsten Ritzel steht, wenn der höchste Gang eingelegt ist. Analog dazu stellst du mit der L-Schraube die exakte Flucht der Schaltrolle unter dem größten Ritzel ein, wenn der kleinste Gang eingelegt ist.

Anschließend kannst du die Zugspannung einstellen. Sollten sich alle Gänge flüssig und präzise schalten lassen, musst du hier nichts weiter tun. Wenn die Kette bei Betätigung der Schalthebel nicht recht überspringen will, kannst du die Zugspannung mit der Einstellschraube verändern, die sich dort befindet, wo das Schaltkabel in das Schaltwerk übergeht.

Ein sorgfältig eingestelltes Schaltwerk sorgt für butterweiche Gangwechsel.

Mit der eventuell vorhandenen Schraube, die mit „B“ markiert ist, stellst du die Umschlingung ein. Überprüfe deren korrekte Einstellung im kleinsten Gang, also kleines Kettenblatt, größtes Ritzel. Sollten sich in diesem Gang Schaltrolle und Ritzel berühren passt du den Abstand der beiden durch die B-Schraube soweit an, bis das Schaltwerk nicht mehr holpert und keine ungewöhnlichen Geräusche von sich gibt. 3 bis 5 Millimeter Abstand von Schaltrolle zu Ritzel sind ein Anhaltspunkt für eine gute Schaltperformance.

Umwerfer

Prüfe zunächst, ob der Umwerfer vorne noch perfekt parallel zu den Kettenblättern verläuft. Außerdem kannst du die richtige Montagehöhe feststellen: Ist der Umwerfer auf das kleine Kettenblatt geschaltet, sollten noch ungefähr 2 Millimeter Platz zwischen äußerem Leitblech und großem Kettenblatt sein. Solltest du hier etwas verändern wollen, muss dazu die Befestigungsschraube des Umwerfers am Rahmen gelöst werden. Anschließend kann der Umwerfer neu positioniert werden. Denk daran, die Verschraubung wieder mit dem korrekten Drehmoment zu befestigen.

Am Umwerfer kannst du, wie beim Schaltwerk, beide Endanschläge justieren. Wenn der kleinste Gang, also vorne das kleine Kettenblatt und hinten das größte Ritzel geschaltet ist, sollte das dem Rahmen zugewandte Leitblech des Umwerfers so nah wie möglich an der Kette sein, ohne sie zu berühren. Ist der Abstand kleiner, schleift das Blech an der Kette. Ist der Abstand größer, wächst die Gefahr des Kettenabwurfs beim Herunterschalten. Mit 1 Millimeter Abstand solltest du auf jeden Fall gut fahren.

Im größten Gang sollte das äußere Leitblech ebenfalls so wenig Abstand zur Kette habenwie möglich, ohne diese zu berühren. Diesen Abstand stellst du am besten mit der Zugspannung ein, die du mit der Schraube verändern kannst, die am Übergang des Schaltkabels in den Umwerfer sitzt, ähnlich wie beim Schaltwerk. Wenn du den Schalthebel nicht weit genug bewegen kannst, um den Umwerfer auf das große Kettenblatt zu schalten, musst du die obere Anschlagsschraube ein wenig herausdrehen. Anschließend spannst du den Zug weiter, bis der Abstand perfekt ist.

Bei allen Arbeiten an der Schaltung gilt es, in kleinen Schritten zu arbeiten, also Einstellschrauben jeweils nur etwa eine halbe Umdrehung zu verändern. Wenn du mit allen Einstellungen zufrieden bist, probiere in einer lockeren Testfahrt alle Gänge durch und achte darauf, dass jeder Gang präzise und ohne Rattergeräusche eingelegt werden kann. Kleinere Anpassungen kannst du während der Fahrt über die Zugspannschrauben vornehmen, die sich in der Nähe der Schalthebel, bzw. an den Schaltkabeln am Lenker befinden.

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