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Vuelta a Espana 2017

Vuelta a España 2017: Nibali gewinnt die 3. Etappe in Andorra

Vincenzo Nibali setzte sich erfolgreich gegen seine Rivalen durch, Froome geht in Führung

Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) konnte sich auf der 158 km langen Strecke nach Andorra la Vella auf dem letzten Kilometer erfolgreich von der Gruppe der Mitfavoriten absetzen. Der Italiener wurde von David de la Cruz (Quick-Step Floors) verfolgt, der sich aber letztendlich als Zweiter zufriedengeben. Chris Froome (Team Sky) wurde Dritter. 

Danach sah es für Nibali auf der ersten bergigen Etappe nicht immer vielversprechend aus: Der Italiener hatte Probleme, auf den Anstiegen mit Froome und seinen Helfern mitzuhalten und verlor wiederholte Male den Anschluss. Es waren seine erstklassigen Abfahrtskünste, die ihm zum Sieg verhalfen.

Foto: Sirotti

Auf dem Weg von Frankreich nach Spanien trafen die Profis schon auf der 3. Etappe auf die ersten Berge der Vuelta a España 2017. Das Peloton überquerte auf seinem Weg nach Andorra La Vella die Pyrenäen, was schon früh in der Spanienrundfahrt eine harte Herausforderung an die Profis stellte.

Es war wieder ein heißer Tag und eine heiß umkämpfte Etappe. (Foto: Sirotti)

Nachdem die Flagge gesenkt wurde ging das Renngeschehen am dritten Tag der Vuelta a España richtig los: Schon bald bildete sich eine Ausreißergruppe, unter anderem mit Fabricio Ferrari (Caja Rural), Thomas de Gendt (Lotto-Soudal), David Villella (Cannondale-Drapac) und Anthony Turgis (Cofidis). Später wuchs die Gruppe um Axel Domont (AG2R Ka Mondiale), Alexandre Geniez (AG2R La Mondiale) und Fernando Orjuela (Manzana Postobon) an. Das Peloton ließ die Ausreißer auf den ersten circa 100 Kilometern ziehen, deren Abstand sich auf über fünf Minuten aufbaute.

Sobald das Peloton Andorra, und die ersten ernsthaften Berge des Tages erreichten, änderte sich die Taktik im Hauptfeld: Team Sky erhöhte auf dem Coll de la Rabbassa merklich das Tempo, was den Führer der Gesamtwertung, Yves Lampaert (Quick-Step Floors) schnell in Bedrängnis brachte. Der Belgier fiel ziemlich schnell zurück und sah seine Hoffnung, das rote Trikot zu verteidigen, merklich schwinden.

Die erhöhte Geschwindigkeit des Hauptfeldes sah den Vorsprung der Fluchtgruppe innerhalb von kurzer Zeit auf knapp zwei Minuten dahinschmelzen. Nach und nach sahen sich mehr und mehr Ausreißer zur Aufgabe der Fluchtgruppe gezwungen und wurden vom Peloton wieder eingesammelt bis nur noch Villella, Geniez und Ferrari übrig geblieben waren.

Mit seinem Sieg im Zwischensprint und dem drotten Platz auf der Etappe liegte Chris Froome in Führung. (Foto: Sirotti)

Aber das Trio konnte sich Team Sky nicht lange vom Leib halten, das weiterhin ein mörderisches Tempo anschlug. Ferrari wurde als erster eingesammelt, Costa, Atapuma and Pedrero wurden oben am Rabassa schliesslich eingeholt und vom Peloton verschluckt. Villella and Geniez konnten einen kleinen Vorsprung von 13 Sekunden halten, aber auf der Abfahrt waren auch diese Sekunden schnell eingeholt. Alle Hauptfavoriten hatten den Anstieg zum Rabassa gesammelt überlebt. Es wurde klar: Der Kampf würde auf dem letzten Anstieg, dem Alto de la Comella, ernsthaft losgehen.

Der Aufruf zum Kampf kam von einem anderen Team als Team Sky, das das Tempo noch einmal ordentlich anzog, sobald die Gruppe am Comella angekommen war. Schon bald sahen sich einige der Mitfavoriten dieser Taktik nicht gewachsen: Esteban Chaves (Orica-Scott) und Fabio Aru (Astana) konnten dem Angriff von Sky parieren, aber Alberto Contador (Trek-Segafredo) sah sich gezwungen, die Gruppe ziehen zu lassen.

 

Chris Froome ging acht Kilometer vor dem Ziel zum Angriff über und hielt das brutale Tempo, was seine Teamkollegen angegeben hatten. Chaves konnte wieder mitziehen, aber Aru und Romain Bardet (AG2R La Mondiale) mussten sich geschlagen geben. Stattdessen halfen sie der Gruppe hinter Froome, die Verfolgung wieder aufzunehmen. Nibali, der schon in Schwierigkeiten kam, als Team Sky das Tempo auf dem ersten Anstieg erhöhte, schien auch wieder Probleme zu bekommen, Team Sky und Froome zu folgen und fiel immer weiter zurück. Der Italiener musste sich auf seine unvergleichlichen Abfahrtskünste verlassen, um wieder Kontakt mit Froome herzustellen, was ihm auch gelang.

Auch Aru und Bardet ließen auf der Abfahrt vom Comella nichts anbrennen und schon bald hatten Aru und Bardet Froome und Chaves wieder eingeholt. Es war nur noch ein Kilometer zum Ziel und die Favoriten, dabei auch Roche und Nibali, waren wieder in einer Gruppe im Kampf um den Etappensieg, und wertvolle Zeitgutschriften, vereint.

Für Contador läuft seine Abschiedstour nicht wie geplant: Der Spanier konnte mit seinen Rivalen nicht mithalten und musste einen erheblichen Zeitverlust in Kauf nehmen. (Foto: Sirotti)

Nicolas Roche (BMC Racing) war der erste, der in die Offensive ging, aber Nibali hatte keine Schwierigkeiten, den Iren einzuholen. 400 Meter vor dem Ziel überholte er den BMC Fahrer und stürmte zu seinem Tagessieg. Für Nibali wird dieser Sieg einen Aufschwung geben, aber seine Leistung in den Bergen auf der heutigen Etappe könnten dem Italiener Grund zur Sorge sein.

Froome gewann den Zwischensprint, was ihm zwei Sekunden Zeitgutschrift einbrachte. Zusammen mit den drei Sekunden, die er für den dritten Platz auf der Etappe erhielt, hat Froome eine knappe Führung von zwei Sekunden über De la Cruz und befindet sich in der Führung der Gesamtwertung. Die heutige Etappe zeigte, dass Froome aggressiv um den Titel der Vuelta a España kämpfen wird. Wenn heute ein Vorgeschmack auf die nächsten drei Wochen war, verspricht die Spanienrundfahrt mit seinen Bergetappen und Bergankünften noch ein spannendes Rennen zu werden.

Der Sieg wurde heute unter den Favoriten heiß umkämpft. Die Vuelta a España verspricht ein spannendes Rennen zu werden. (Foto: Sirotti)

 

Für Contador war der heutige Tage eine schwere Enttäuschung: Der Spanier, der mit der Vuelta a España seinen Abschied feiert, verlor den Anschluss und kam mit einem Rückstand von 2:33 zu seinen Hauptrivalen ins Ziel. Sein Traum, es noch einmal auf das Podium einer Grand Tour zu schaffen, ist in unerreichbare Ferne gerückt.

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