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Vuelta a Espana 2017

Das war die Vuelta a España 2017: Eine Zusammenfassung

Chris Froome schreibt Radsportgeschichte, Alberto Contador verabschiedet sich vom professionellen Radsport: Das war die Vuelta a España 2017.

Eine Vuelta a España, die Geschichte schrieb: Chris Froome (Team Sky) ist der erste Fahrer seit Bernard Hinault, dem der Doppelsieg Tour de France und Vuelta a España in der gleichen Saison gelang.

Auch wenn der Brite schon auf der zweiten Etappe der Vuelta a España das rote Trikot eroberte und seinen Vorsprung auf seine Rivalen in den ersten Tagen kontinuirlich ausbaute und verteidigte, war dieses Rennen nicht ohne seine Dramen und Geschichten. Hier sind einige der unvergesslichen Momente der Vuelta a España 2017, auf Chris Froome Geschichte schrieb und die Radsportwelt den Abschied von einem seiner großen Fahrer feierte.

Chris Froome schreibt Radportgeschichte mit seinem Sieg der Vuelta a España 2017 (Foto: Sirotti)

Froome sieht rot

Chris Froome (Team Sky) und sein Team gingen mit der vollen Absicht bei der Vuelta a España an den Start, alles darauf ankommen zu lassen, sich den historischen Doppelsieg Tour de France / Vuelta a España zu holen. Froome, der mit einer starken Form bei der Tour de France beeindruckte, wurde schon im Vorfeld als Favorit gehandelt. Froome erlangte schon auf der 2. Etappe das begehrte rote Trikot, aber es wurde dem viermaligen Tour de France Sieger nicht leicht gemacht, es zu behalten. Es folgten drei Wochen unbarmherziger Angriffe und unnachgiebigen Versuchen, ihm um den Gesamtsieg zu bringen.

 

Froome musste seine Platzierung jeden Tag aufs neue verteidigen. Seine Rivalen ließen ihm keine Ruhe. (Foto: Sirotti)

Zu der Hitze des spanischen Hochsommers und der fordernden Strecke der Vuelta a España kamen seine Rivalen, die den Gesamtsieg und das Podium heiß umkämpften. Allen voran Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida), der es auf einen zweiten Sieg bei der Vuelta a España abgesehen hatte. Es verging kaum eine Etappe, auf denen Chris Froome nicht angegriffen und seine Position verteidigen musste. Vor allem auf den entscheidenden Bergetappen und den brutalen Bergankünften wurde der Führer der Gesamtwertung von seinen Rivalen bis auf das Äußerste gefordert.

Nachdem Chris Froome seine Führung mit einer ungeheuer starken Leistung und dem Etappensieg beim Einzelzeitfahren auf der 16. Etappe weiter ausbauen konnte schien sein Gesamtsieg schon fast unangefochten.

Aber schon am nächsten Tag sah sich der Brite in der Erfüllung seines Traumes auf den Doppelsieg bedroht, als er auf dem letzten Anstieg zum Ziel, dem Alto de los Machucos, seine Leistung nicht bringen konnte. Seine Erzrivalen Nibali und Contador witterten ihre Chance und griffen das rote Trikot an. Froome konnte nicht mehr parieren und verlor wertvolle Sekunden an den Gesamtzweiten. Die Radsportfans hielten den Atem an. Mit einem Mal stand die Tür auf den Gesamtsieg wieder offen.

Adios Alberto! El Pistolero fuhr eine starke Abschiedsvorstellung und begeisterte seine Fans am Wegesrand. (Foto: Sirotti)

Aber Chris Froome bewies, dass er derzeit mit Recht als der derzeit der stärkste Grand Tour Fahrer unter den Profis bezeichnet wird. Sein schwacher Tag auf der 17. Etappe gehörte schon bald einer schlimmen Erinnerung an, als der Führer der Gesamtwertung sich erholte und den Rest der Vuelta a España alles dransetzte, seine Position zu verteidigen. Es gab für Froome kein Halten mehr und schon zu Beginn der entscheidenden 20. Etappe war klar, dass Froome im Begriff war, Radsportgeschichte zu schreiben.

¡Adiós, Alberto!

Für „El Pistolero“ war die Vuelta a España 2017 von ganz besonderer Bedeutung: Der Spanier hatte schon vorher angekündigt, dass er nach der Spanienrundfahrt seine Radschuhe im professionellen Radsport an den Nagel hängen würde. Es schien einen würdiges Ende seiner Karriere, seinen Abschied mit der Grand Tour in seinem Heimatland zu feiern. Contador, der seine Augen auf einen Podiumsplatz gerichtet hatte, hatte keinen einfachen Einstieg zu seiner letzten Grand Tour. Krankheit plagten den Trek-Segafredo Fahrer während der ersten Etappen. Noch bevor es an den ersten harten Test in den Bergen ging wurde angedeutet, dass sich Contador vielleicht zur Aufgabe gezwungen sehen könnte.

Der sonst so begnadete starke Fahrer hatte große Schwierigkeiten und fiel sogar aus den Top 10 der Gesamtwertung. Das alles änderte sich im Laufe der Rundfahrt. El Pistolero erholte sich, als die Vuelta a España fortschritt und er zeigte, dass aufgeben nicht seine Stärke ist.

Contador kämpfte sich in die Top-Zehn der Gesamtwertung und belebte mit seinen starken und explosiven Angriffen am Berg das Renngeschehen wie er bekannt und beliebt war. Auch wenn er nie eine direkte Bedrohung auf Chris Froome und das rote Trikot darstellte, war ein Platz auf dem Podium nicht mehr unvorstellbar.

Alberto Contador holt sich auf der entscheidenden und brutalen 20. Etappe seinen ersten Tagessieg der Saison und seinen letzten Etappensieg seiner Karriere. (Foto: Sirotti)

Die Vuelta a España mit ihrem bergigen Profil, den harten Etappen und brutalen Bergankünften war für den starken Fahrer Contador wie immer wie auf den Leib geschnitten. Vom Spanier hagelte es auf den steilen und fordernden Bergen immer wieder Angriffe und die Radsportfans kamen noch einmal so richtig auf ihre Kosten, den talentierten Profi Contador in voller Angriffslaune und voller Tatkraft zu sehen.

Auf der entscheidenden, brutalen vorletzten Etappe kam es schließlich zum großen Showdown: Auf dem berühmten und gefürchteten Angliru fuhr Contador den Angriff seines Lebens seiner 2017 Saison und holte sich den begehrten Etappensieg. Ein passender Abschluss zu einer starken Karriere: Sein erster Etappensieg der Saison 2017 würde der letzte seiner professionellen Karriere sein.

Auf dem Angliru, der letzten Bergankunft der Vuelta a España 2017, holte Contador zum Schlag aus und fuhr der Favoritengruppe davon. Froome und sein Teamkollege Poels versuchten noch, den Spanier einzuholen, der unter den Jubelrufen seiner Fans die steilen Anstiege bewaltigte. Aber vergeblich: Der begehrte Sieg auf dem gehörte einem der größten Grand-Tour-Fahrer der Moderne: Alberto „El Pistolero“ Contador.

John Degenkolb – durch Krankheit vereitelt

Für den deutschen Sprinter, der schon mehrere Etappensiege auf der Vuelta a Espana sein Eigen nennen kann, kam die Spanienrundfahrt leider schon vorzeitig zu Ende. Degenkolb, der auf den einen oder anderen Etappensieg gehofft hatte, wurde aus gesundheitlichen Gründen noch vor der 5. Etappe zur Aufgabe gezwungen. Eine Bronchitis machte Degenkolb, der auch bei der UCI Welmeisterschaft in Bergen im deutschen Team starten wird, einen Strich durch die Rechnung. „Die Gesundheit geht vor“, sagte der Teamarzt. Degenkolb war frustiert und enttäuscht. „Ich kam mit einer klaren Zielvorgabe ins Rennen“, sagte er. „Contador zu helfen und selber Etappensiege zu erlangen. Ich hatte gehofft, ich würde mich erholen, meine Beine fühlen sich gut an, aber ich kann nicht richtig atmen. Dann ist es unmöglich, weiterzumachen.“

Nicht nur das Rennen selbst, auch die Hitze tat ihr übriges. (Foto: Sirotti)

Auch für einen weiteren deutschen Fahrer war die Vuelta a Espana frühzeitig zu Ende: Lennard Kämna (Team Sunweb), der mit der Vuelta sein Grand Tour Debut feierte, wurde nach dem Einzelzeitfahren in der dritten Woche aus dem Rennen genommen. Der 20-jährige war der jüngste Fahrer im Peloton und schlug sich wacker durch seine erste Rundfahrt seiner Profikarriere.

„Es ist wirklich enttäuschend, dass ich meine erste Grand Tour vorzeitig beenden muss“, sagte Kämna. „Es war bis hierher eine großartige Erfahrung und ich habe viel gelernt. Ich freue mich schon jetzt darauf, mit meinem Team am Start der nächsten großen Rundfahrt zu stehen.“ Beim EZF hatte er kurzzeitig sogar die Bestzeit inne und schaffte es letztendlich mit seinem achten Platz unter die Top zehn der 16. Etappe. Wir können hoffen, den jungen Deutschen auch in der Zukunft im Peloton und weiter vorne in den Platzierungen vorzufinden.

 

Warren Barguil (hier bei der Tour de France) wurde vorzeitig aus dem Rennen genommen. (Foto: SirottI)

Warren Barguil wird aus dem Rennen entzogen

Für eine weitere Überraschung sorgte das Management von Team Sunweb als es vor der 8. Etappe verkündete, dass Warren Barguil aus dem Rennen gezogen werden würde. Der Sieger der Bergwertung bei der diesjährigen Tour de France, bei der er auch zwei Etappen gewann, war als Königshelfer für Wilco Keldermann eingeteilt worden. Aber der talentierte Kletterer hatte andere Vorstellungen: Barguil wollte in den Bergen mehr für sich fahren und sich nicht durch Vorschriften des Teams bestimmen lassen. Es kam zu Auseinandersetzungen und das Management entschloss, da der Franzose „sich nicht an die Zielsetzung des Teams hielt“, Barguil von der Vuelta a España auszuschließen.

„Es ist eine Team-Entscheidung und die werde ich befolgen“, sagte Barguil, der seinen Vertrag mit Team Sunweb frühzeitig auflöste und in der nächsten Saison für Fortuneo-Oscaro fahren wird. „Mir geht es gut und meine Beine fühlen sich gut an. Ich sehe mich in einer anderen Rolle und wollte in den Bergen angreifen wie ich es schon in der Tour getan habe. Die Vuelta a España ist ein tolles Rennen und ich bin enttäuscht, es vorzeitig zu verlassen. Aber ich muss die Entscheidung des Teams akzeptieren.“

Mit der Vuelta a España geht die Saison der Grand Touren zu Ende. Hasta luego! (Foto: Sirotti)

Ein Start in Frankreich, neun Bergankünfte, berüchtigte Anstiege, harte Bergetappen, eine Ankunft in Madrid, ein Abschied und ein Fahrer, der Geschichte schrieb: Es war ein krönender Abschluss der 2017 Saison der Grand Touren. Wir erwarten mit Spannung, was uns bei der Vuelta a España 2018 erwartet. Bis dahin sagen wir: ¡Hasta luego, España!

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