Share

Vuelta a Espana 2017

Vuelta a España 2017: Alberto Contador erobert den Angliru und gewinnt die 20. Etappe

Alberto Contador siegt auf der letzten entscheidenden Etappe, Chris Froome sichert sich den Gesamtsieg der Vuelta a España 2017

Es war auf der letzten entscheidenden Etappen auf seiner letzten Grand Tour seiner Karriere, dass Alberto Contador (Trek-Segafredo) sich seinen ersten Sieg der 2017 Saison holte. Mit seinem starken Soloritt auf der Bergankunft des Angliru wird El Pistolero in der Erinnerung seiner Radsportfans und Mitstreitern im Peloton verbleiben. 

Nach der Abfahrt vom Cordal, dem vorletzten Anstieg der 117,5 Kilometer langen Etappe, und dem Angliru schon in Sichtweite, setzte Contador sich zusammen mit seinem Teamkollegen Jarlinson Pantano vom Peloton ab. Es dauerte nicht lange und der Spanier begann im Alleingang die restlichen Fahrer der Fluchtgruppe einzuholen und zu überholen. Sein Abstand zu der Gruppe mit dem roten Trikot Chris Froome (Team Sky) war nie mehr als eine Minute. Aber diese Minute reichte, um El Pistolero einen ganz besonderen Sieg über Froome auf der 20. Etappe seiner letzte Vuelta a España zu bescheren.

Alberto Contador (Trek-Segafredo) gewinnt die 20. Etappe der Vuelta a España. Chris Froome sichert sich den Gesamtsieg mit einem Vorsprung von 2:15 über Vincenzo Nibali. (Foto: Sirotti)

 

“Es konnte kein besseres Ende für mich geben als auf dem Angliru zu gewinnen und das am Ende meiner Karriere. Besser geht es nicht”, sagte Contador am Ende der Etappe. “Ich weiß, dass es auf dem Cordal immer zu Dramen kommt. Da liegt viel Geschichte und viele Stürze. Ich wusster, dass ich auf der Abfahrt mit Pantano mitfahren musste, um eine Lücke aufzubauen.”

Nibali stürzte auf der Abfahrt vom, konnte aber wieder den Anschluss zur Gruppe mit Froome finden Auf dem letzten Anstieg, dem Alto De l’Angliru konnte er nicht mithalten und kam eine Minute nach Froome ins Ziel (Foto: Sirotti)

Bei den Podiumsanwärtern kam es zu einer Schrecksekunde, nachdem Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) auf einer Abfahrt auf den nassen Straßen zu Fall kam. Der Italiener litt sichtlich nach seinem Unfall, aber schaffte es, den Schaden zu begrenzen und seinen zweiten Platz erfolgreich zu verteidigen. Wilco Keldermann (Team Sunweb) wurde Opfer des letzten Anstiegs und konnte seinen dritten Platz in der Gesamtwertung nicht halten. Ilnur Zakarin (Katusha-Alpecin) übernahm den Platz als Gesamtdritter, Contador erreichte mit seinem Sieg auf der 20. Etappe auf den vierten Platz.

Eine große Fluchtgruppe hatte sich schon früh auf der 117,5 Kilometer Strecke vom Hauptfeld abgesetzt. Aber sobald die Ausreißer den Angliru erreichten, zerfiel die Gruppe in ihre Einzelteile.  Contador und die Favoriten blieben die meiste Strecke zusammen, aber auch diese Gruppe fiel auseinander, als sie die steilsten Teilstücke des berüchtigten Angliru erreichten und in die Beine fuhren.

 

Als sei der vorletzte Tag mit der letzten Bergankunft der Vuelta a España nicht schon hart genug wurde die am meist gefürchtete für die Fahere noch durch das Wetter erschwert, die sich im Regen auf den Weg zum Angliru machten. Schon nach neun Kilometern hatte sich eine Fluchtgruppe gebildet und hielten sich nicht zurück. Das Tempo, das die Fahrer anschlugen, versprach ein rasantes Rennen. Unter den Ausreißern befanden sich unter anderem Julian Alaphilippe, Enric Mas (Quick-Step Floors), Nicolas Roche (BMC), Adam Yates, Simon Yates (Orica-Scott), Nelson Oliveira, Marc Soler (Movistar), Soren Kragh Andersen (Team Sunweb), Patrick Konrad (Bora-Hansgrohe), Romain Bardet (AG2R-La Mondiale), Rui Costa (UAE Team Emirates) und Stefan Denifl (Aqua Blue Sport).

 

Als sei die Ankunft zum Ziel auf dem Alto De L’Angliru nicht schon schwierig genug erschwerte das Wetter den Fahrern die harte Etppe. (Foto: Sirotti)

Das Hauptfeld ließ die Ausreißer nicht weit entkommen, vor allem Trek-Segafredo war sehr darauf bedacht, den Abstand auf nie mehr als 1:10 anwachsen zu lassen. Es war von Anfang an klar, dass Contador seine Augen auf den Tagessieg gerichtet hatte. Der Regen ließ im Laufe der Etappe nach, aber die Straßen waren schmierig und nass. Astana war ein weiteres Team, das seine Chance wahrnahm ihren Fahrer Ilnur Zakarin in eine vorteilhafte Stellung zu bringen, um ihm einen Platz auf dem Podium zu sichern. Zusammen mit Trek-Segafredo übernahmen Astana einen großen Teil der Führungsarbeit.

 

Am Fuße des ersten Anstiegs, dem Alto de la Cobertoria (1. Kategorie) angekommen war der Abstand auf 1:30 angewachsen. Marczynski führte die Ausreißer über den Gipfel und konnte sich, zusammen mit Andersen und Soler von den anderen Fahrern absetzen. Aber schon bald war das Trio von anderen Fahrern aus der Fluchtgruppe eingeholt worden. Im Hauptfeld versuchte Vincenzo Nibali zusammen mit seinem Team sich von dem Peloton abzusetzen, aber Team Sky hielt dagegen und die Versuche von Nibali und Bahrain-Merida blieben erfolglos.

 

Unten angekommen ging es schon bald in den nächsten Berg, dem Alto del Cordal. Diesmal ging Soler zum Angriff über. Andersen, die Gebrüder Yates, Marczynski, Bardet und Mas folgten ihm. Die Gruppe hatte sichtlich Schwierigkeiten, auf dem Anstieg zusammenzubleiben und Bardet übernahm den Hauptteil der Führungsarbeit, seine begnadeten Kletterkünste unter Beweis stellend. Die Favoriten waren nur eine Minute hinter der Führungsgruppe und überholten die Fahrer, die die Gruppe ziehen lassen mussten.

Oben am Cordal angekommen waren es nur noch 21 Kilometer bis zum Ziel, aber die 21 Kilometer waren kein Zuckerschlecken. Soler und Nibali kamen beide auf den nassen Straßen auf der Abfahrt des Cordal zu Fall, aber Nibali schaffte es mit der Hilfe eines Teamkollegen wieder den Anschluss an die Favoritengruppe zu bekommen. Für die Profis ging es nach dem Cordal gnadenlos mit dem Anstieg zum Ziel auf dem gefürchteten Angliru weiter. Wie erwartet kam jetzt Leben in die Vuelta a España, als Contador zum letzten großen Angriff seiner Karriere ansetzte.  Marczynski  hatte einen Vorsprung von 18 Sekunden. Aber damit war es nicht getan.

Contador wie die Radsportfans in kennen und lieben: Er kam, sah, griff and und fuhr im Alleingang zum Sieg (Foto: Sirotti)

El Pistolero Soloritt zum Sieg

Contador, Pantano und Enric Mas (Quick-Step Floors) fackelten nicht lange und gingen in die Offensive und setztensich von der Hauptgruppe ab. Das Trio überholten schon bald die Überreste der Fluchtgruppe und schon bald befand sich el Pistolero vorne an der Spitze des Renngeschehens. Zusammen mit Mas, Soler, Marczynski und Bardet übernahm er die Führungsgruppe, aber das Feld mit Froome befand sich nur 40 Sekunden hinter ihnen. Marczynski  musste Contador & Co schon bald ziehen lassen. Bahrain Merida übernahm die Führung der Verfolgungsjagd auf die Ausreisser.

Contador befand sich noch in Begleitung von Soler, als sie zusammen den steilsten, schmalsten und brutalsten Weg des Berges, den “Ziegenpfad” erreichten. Aber mit einem mal war Contador alleine und begann einen der hitzigsten und härtesten Kämpfe seiner Karriere. Noch einmal zeigte der Spanier was für ein begnadeter Fahrer er ist, als er die zweistelligen Steigungen hinauftanzte und einen Abstand von einer Minute über die Verfolger aufbaute.

 

Es gab für ihn kein Halten mehr, als er sich die 20 % Steigung auf dem letzten Kilometer hinaufkämpfte. Die Fans am Straßenrand konnten ihre Begeisterung nicht zügeln und feuerten ihren Held lautstark an. Ihm war die Anstrengun anzusehen, als er das Flachstück erreichte und sammelte seine verbleidenden Kräfte, sich weiter voranzukämpfen. Froome und Wout Poels gingen jagten Contador hinterher, Keldermann fiel zurück und auch Nibali konnte dem Angriff nicht standhalten.

Plötzlich war der Abstand von Contador auf Froome auf 34 Sekunden gesunken, das rote Trikot kam ihm bedrohlich nahe. Froome und Poels flogen den Anstieg herauf, aber Contador konnte seinen knappen Vorsprung von 30 Sekunden auf dem letzten Kilometer erfolgreich gegen die beiden Rivalen um den Tagessieg verteidigen. Froome und Poels kamen 17 Sekunden nach Contador uns Ziel, Zakarin als vierter nach 35 Sekunden. Nibali hatte eine Minute Rückstand auf den Etappensieger Contador, Kelderman verzeichnete beachtliche Zeiteinbußen und verlor sein Platz auf dem Podium an Zakarin.

 

Chris Froome konnte Contador nicht mehr einholen. Aber er besiegelte mit seinem zweiten Platz auf der 20. Etappe seinen Gesamtsieg. (Foto: Sirotti)

Chris Froome schreibt Geschichte

Am Ende der brutalen 20. Etappe der Vuelta a España hatte sich Chris Froome den Gesamtsieg gesichert. Er ist der erste Fahrer der modernen Ära, dem der Doppelsieg der Tour de France und der Vuelta in einer Saison gelungen ist. “Ein unglaubliches Gefühl”, sagte Froome. “Den Tour/Vuelta Doppelsieg zu erreichen und so ein Finale zu haben ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich möchte mich bei allen für ihre Unterstützung in den letzten Wochen bedanken. Es war ein sehr harter Anstieg. Wir haben alles versucht, Contador einzuholen, aber ich kann ihm nur zu seinem Sieg beglückwünschen. Seine Karriere mit so einem Sieg zu beenden ist fantastisch.”

Der letzte Berg der Vuelta a España hat seine Erwartungen erfüllt und seinen Ruf erhalten. Nach einer dramatischen und unvergesslichen 20. Etappe verbleibt die Prozession und Feierlichkeiten in Madrid.

Newsletter Terms & Conditions

Please enter your email so we can keep you updated with news, features and the latest offers. If you are not interested you can unsubscribe at any time. We will never sell your data and you'll only get messages from us and our partners whose products and services we think you'll enjoy.

Read our full Privacy Policy as well as Terms & Conditions.

production