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Tour de France

Tour de France 2016: Das sagen die Profis

Chris Froome und seine Rivalen blicken mit Vorfreude auf die Herausforderung der Tour in 2016

Nach der Präsentation der Tour de France 2016, die am 20. Oktober in Paris stattfand, sprachen wir mit einigen der anwesenden Profis, um deren Meinung zu der anspruchsvollen aber ausgeglichenen Route zu erfahren.

Neun Bergetappen, Abstecher nach Andorra und in die Schweiz, vier Bergankünfte und zwei Einzelzeitfahren liegen unter anderem vor den Profis, wenn sie am Samstag den 2. Juli in Mont-Saint-Michel über die Startlinie rollen.

Titelverteidiger Chris Froome freut sich auf eine Rückkehr zum Mont Ventoux, wo er sich 2013 einen sagenhaften Etappensieg holte. Aber auch seine Rivalen Alberto Contador und Nairo Quintana blicken mit Vorfreude auf den parcours , der sie im Juli 2016 erwartet.

Die Anwärter auf den Gesamtsieg sind nicht die einzigen, die durch die Bekanntgabe der Strecke am 20. Oktober zum Nachdenken angeregt wurden. Mark Cavendish wird mit seinem neuen Team Dimension Data an den Start gehen. Für ihn besteht nicht nur die Möglichkeit mit einem Triumph am ersten Tag einen weiteren Etappensieg zu seinen 26 bereits erreichten hinzuzufügen, sondern sich auch das gelbe Trikot zu holen.

Wir haben die Profis um ihre Meinung gebeten – hier findest du, was sie zu der Strecke zu sagen haben…

Chris Froome, Tour de France, route presentation, 2016, pic - ASO
Chris Froome: „Die Tour wird von dem gewonnen, der alles beherrscht“ (pic: ASO)

Chris Froome: „Die Tour wird von dem gewonnen, der alles beherrscht“

„Diese Strecke fordert den Fahrer in allen Aspekten des Radsports – Einzelzeitfahren, Bergfahren und technische Bergabfahrten”, sagt der Titelverteidiger.

„Die Tour ist ein unglaubliches und besonderes Radrennen. Ich bin 30 Jahre alt und habe das Gefühl, dass ich noch einiges in meinen Beinen habe. Die Strecke [Anm.: im nächsten Jahr] liegt mir besser als die Strecke der diesjährigen Tour.“

„Bei der Tour geht es nicht um einen bestimmten Tag oder eine ganz bestimmte Etappe – und das macht das Rennen aus. Ich denke, dass der Fahrer gewinnen wird, der der beste Allrounder ist. Aber die eine Etappe, die meine Aufmerksamkeit am meisten erregt, ist die, an der es zum Mont Ventoux geht.“

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie anspruchsvoll dieser Berg ist. Und ich weiß auch, wieviel Zeiteinbußen oder –gewinn man an diesem Berg herausfahren kann.”

 

Alberto Contador, Tinkoff-Saxo, 2015, pic - Sirotti
Für Alberto Contador wird 2016 die letzte Tour (pic: Sirotti)

Alberto Contador: „Die Zeitfahren werden entscheidend sein“

„Die Strecke ist sehr anspruchsvoll und schwierig. Man muss in sehr guter Form an den Start gehen, denn schon die fünfte Etappe hat eine sehr anspruchsvolle Zielankunft”, sagt der zweimalige Toursieger von Tinkoff-Saxo. Nächstes Jahr wird Contador zum letzten mal bei der Tour de France starten, bevor er in den Ruhestand geht.“

„Der Hauptunterschied zu 2015 sind die zwei Einzelzeitfahren – die stechen wirklich heraus. Beide Etappen sind hart, aber ich mag den Anblick beider.“

„Die Bergetappen sind gleichmäßig über den Parcours verteilt. Man muss seine Kräfte über die drei Wochen gut einteilen, damit man die letzten Etappen nicht erschöpft in Angriff nimmt.“

„Im großen und ganzen gefällt mir die Strecke, aber wir alle wissen aus der Erfahrung, dass die Grand Tour sich von einen Augenblick auf den anderen gegen dich stellen kann. Zweifelsohne wird es nächstes Jahr eine gute und sehr attraktive Tour de France und ich werde mich 100%ig auf sie vorbereiten.”

Nairo Quintana, Movistar, 2015, pic - Sirotti
Nairo Quintana freut sich auf die Strecke der 2016er Tour de France, von der er sagt, dass sie ihm zusagt. (pic: Sirotti)

Nairo Quintana: „Der anspruchsvolle Parcours erinnert mich an die Vuelta oder den Giro”

„Diese Strecke sagt uns zu” sagte Nairo Quintana von Movistar, der im letzten Jahr als Zweitplatzierter auf dem Podium stand.  „Ich glaube, dass die Berge uns wirklich liegen. Und die Tour nächstes Jahr hat viele Bergeetappen. Außerdem sind da einige Zielankünfte, bei denen ich in der Vergangenheit schon geglänzt habe, wie zum Beispiel Mont Ventoux oder Morzine.“

„Die beiden Einzelzeitfahren sind auch nicht ganz flach, was für uns auch von Vorteil sein sollte.”

„Das Kopfsteinpflaster bescherte uns zwar letztendlich keine großen Nachteile. Dennoch denke ich, dass wir, aufgrund einer relativ ruhigen und unkomplizierten ersten Woche und der Abwesenheit von Kopfsteinpflasterpassagen in 2016, mit mehr Selbstbewusstsein starten werden. Und, wie bei jeder Tour, werden wir voller Konzentration an den Start gehen.“

„Die Strecke erinnert mich eher and den Giro oder die Vuelta als an die Tour de France: Sie hat sehr schwierige und anspruchsvolle Etappen über drei Wochen des Rennens verteilt. Aber wir werden die Tour genauso wie immer angehen: Wir gehen in guter Form an den Start und werden über die Dauer des Rennens beständig besser oder halten unsere Form.”

Alejandro Valverde, Nairo Quintana
Alejandro Valverde glaubt, die Strecke passe zu seinem Teamkameraden Nairo Quintana (pic: Sirotti)

Alejandro Valverde: „Diese Strecke wird Quintana sehr liegen”

Er war auf dem dritten Treppchen letztes Jahr und konzentriert sich auf die Vorbereitung für die Olympischen Spiele. Zu der Strecke sagt Quintanas Teamkamerad Alejandro Valverde: „Ich finde, diese Strecke bietet viele Möglichkeiten. Sie ist zweifelsohne sehr interessant und schön anzusehen.“

„Einzelne Etappen sind länger – allein sieben oder acht erstrecken sich über 200 Kilometer – was das Ende des Rennens noch anstrengender machen wird. Die Berge sind auch anders über die Strecke verteilt.“

„Noch vor dem ersten Ruhetag werden die Pyrenäen und die Berge in Andorra die Fahrer zum Leiden bringen. Dazu wird die Ankunft auf dem Mont Ventoux schon früh im Rennen die Spreu vom Weizen trennen.“

„Die zwei Zeitfahren und die sehr unruhige letzte Woche kann dem Team um Nairo ein Vorteil sein.”

Romain Bardet, Tour de France, 2016, route presentation, pic - ASO
Die erste Bergetappe ist das Trainingsrevier von Romain Bardet (pic: ASO)

Romain Bardet: „Heimvorteil”

„Diese Strecke ist einmalig und hat etwas besonderes,” sagte Romain Bardet von Ag2r-La Mondiale. „Wir folgen keinen Strecken aus vergangenen Jahren sondern brechen mit der Routine. Die Bergetappen werden einen entscheidenen Einfluss auf diese Tour ausüben.“

„Die erste Prüfung in den Bergen kommt schon sehr früh mit der fünften Etappe. Sie liegt in der Nähe meines Zuhauses. Die Straßen in der Gegend von Cantal sind mein Trainingsrevier. Ich liebe es, dort zu fahren.“

„Die Tour startet vor einem atemberaubendem Hintergrund. Die Fahrer werden sich noch lange an diese wunderschöne Landschaft erinnern. Deshalb weiß ich die Streckenführung der Tour in 2016 zu schätzen.”

Sein Teamkamerad Alexis Vuillermoz fügte noch hinzu: “Die Tour wird durch das Jura fahren, was meine Heimat ist. Ich kenne die Straßen sehr gut und auch die Leute, die da wohnen. Ich kann euch versichern, diese Tage werden ganz besondere Augenblicke der Tour de France sein.”

 

Thibaut Pinot ist mit der Route in 2016 zufriedener als mit der in 2015 (pic: Sirotti)

Thibaut Pinot: „Eine schöne Strecke, die Quintana zusagen wird”

Auch Thibaut Pinot vom Team FDJ, stimmt der allgemeinen Ansicht zu, dass Nairo Quintana glänzen wird. Der Träger des weißen Trikots in 2014 sagte der l’Equipe: „Es ist eine wunderschöne Strecke. Der erste Berg kommt am fünften Tag. Da wird sich vieles verändern, Die Strecke sagt mir sehr zu.“

„Die erste Woche sollte weniger kompliziert sein als dieses Jahr. Die zwei Zeitfahren sagen mir auch zu, obwohl ich nicht glaube, dass wir große Zeitunterschiede zwischen den Führern der Gesamtwertung sehen werden, wenn sie an der Küstenstraße gegen die Uhr fahren.“

„Die Bergetappen sind gestaffelt, was ich sehr interessant finde. Im allgemeinen denke ich, dass diese Strecke die kleinen und leichten Fahrer bevorzugt.“

„Die Route der Tour im nächsten Jahr begünstigt Quintana mehr als die Strecke der diesjährigen Tour.”

Mark Cavendish, Tour de France, 2016, route presentation, riders, pic - ASO
Mark Cavendish erwartet, dass in den Bergen viel gelitten wird (pic: ASO)

Mark Cavendish: „Mehr Chancen für die Sprinter aber auch mehr Leiden”

Mark Cavendish wird 2016 mit dem Team Dimension Data am Start stehen. Zu der Strecke der Tour 2016 sagte er: „Das wird eine harte Tour. Sie wird härter und härter, aber das ist nun mal Radrennen.“

„Die Strecke bietet für die Sprinter mehr Möglichkeiten als 2015, gleichzeitig wird es auch Tage geben, an denen sich schon sehr früh in der Etappe ein Gruppetto bilden wird und man nur noch leidet.“

„Auch die Zeitfahren haben es in sich – normalerweise kann man ziemlich knapp an der Zeitgrenze fahren und es etwas ruhig angehen. Aber diesmal kann man sich das bei keinem der zwei Einzelzeitfahrten erlauben.“

„Aus der Sicht eines reinen Sprinters werden das sehr schwere und anstrengende drei Wochen.”

Andre Greipel, Tour de France, 2016, route presentation, riders, pic - ASO
Andre Greipel will das gelbe Trikot auf der ersten Etappe in Besitz nehmen (pic: ASO)

Andre Greipel: „Ich freue mich auf die Chance, das gelbe TrIkot zu erobern”

Andre Greipel holte sich und seinem Lotto-Soudal Team in 2015 vier Etappensiege. Über die 2016er Strecke, die vor ihm liegt, sagte er: „Wie schon auf Korskia (2013) und Yorkshire (2014) beginnt die Tour mit einem flachen Grand Depart. Das gibt den Sprintern eine sehr gute Chance, sich das gelbe Trikot zu holen. Es ist eine einizgartige Chance und schon ein Ziel an sich.”

„Ich freue mich auf diese Chance, das gelbe Trikot zu holen und auch auf den Rest der ersten Rennwoche, denn es gibt einige gute Gelegenheiten für Sprints.“

„Ich hoffe auf fünf Gruppensprints. Aber es kommt auch darauf an, wie sich das Rennen entwickelt. Nicht jede Etappe bietet ein Sprint Finish. Der Wind kann uns zum Beispiel schon auf der ersten Etappe einen Strich durch die Rechnung machen.“

„Mein Augenmerk liegt auf den vier Etappen, in denen wir direkt an einem Berg starten. Als jemand, der keine Bergziege ist, geht es an diesen Tagen nur ums Überleben: Man leidet und versucht, innerhalb der Zeitgrenze ins Ziel zu kommen. Als Sprinter freue ich mich nicht auf diese Etappen.”

Robert Gesink, rain, Team LottoNL-Jumbo, 2015, Tour de Romandie, pic: Sirotti
Robert Gesink denkt es werden drei harte Wochen (pic: Sirotti)

Robert Gesink: „Auf den ersten Blick sieht es sehr hart aus”

Robert Gesink von LottoNL-Jumbo zog folgende Schlußfolgerungen: „Auf den ersten Blick sieht es nach einer sehr harten Tour aus.“

„Bergzeitfahren ist immer hart, aber man sollte das Einzelzeitfahren über 37 km auch nicht unterschätzen.

„Viele der Bergabfahrten werden auch eine entscheidende Rolle spielen, wie zum Beispiel die Abfahrt über den Joux Plane nach Morzine.“

„Ich werde jetzt erstmal in Ruhe die Strecke genauer studieren.”

Bauke Mollema, Trek Factory Racing, 2015, pic: Sirotti
Trek Factory Racing Fahrer Alain Gallopin glaubt, das Rennen passt zu Bauke Mollema (pic: Sirotti)

Alain Gallopin: „Schöne Veränderungen, aber wieder eine sehr harte letzte Woche”

Alain Gallopin, Sport-Direktor von Trek Factory Racing, meinte: „In 2016 gibt es keinen Prolog und schon am zweiten Tag kommt es zu einer kleinen Bergankunft. Das gefällt mir.“

„Ich finde, es ist wichtig, die Dinge etwas aufzumischen und nicht jedes Jahr das gleiche zu machen, um unterschiedlichen Fahrern eine Chance zu geben.“

„Ich denke, Bauke Mollema wird diese Strecke zum Vorteil werden. Es gibt kein Kopfsteinpflaster. Er ist zwar im letzten Jahr recht gut durchgekommen, obwohl er auf der windigen Etappe Zeiteinbußen hinnehmen musste. Er ist eine Bergziege und diese Strecke passt besser zu seinen Fähigkeiten.“

„Mit Col de la Ramaz und Col de Joux Plane an einem Tag wird die 20. Etappe wirklich hart und könnte sich als der schwierigste Tag der Tour entpuppen. Col de la Ramaz an sich ist ein sehr anspruchsvoller Anstieg, und wir wissen schon, dass Joux Plane sehr hart ist. Diese Etappe, mit dem Ziel in Morzine, wird unglaublich anstrengend – wirklich eine sehr, sehr harte Etappe.”

 

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