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Tour de France 2017

Tour de France 2017: 2. Etappe – Marcel Kittel sprintet zum Etappensieg

Geraint Thomas behält das gelbe Trikot, Kittel führt nun in der Punktwertung

Der deutsche Sprinter Marcel Kittel (Quick-Step Floors) setzte sich nach 203 Kilometern gegen Arnaud Démare (FDJ) im Massensprint durch. Auch sein Landsmann André Greipel (Lotto Soudal) hatte gegen den Kraftakt des Sprinters keine Chance und wurde Dritter.

Auch auf der zweiten Etappe wurde die Wetterfestigkeit der Fahrer und Fans auf eine harte Probe gestellt: Graue Wolken zogen über den Rhein, als die Fahrer sich auf den Weg machten, die 203 Kilometer langen Strecke von Düsseldorf Richtung Lüttich in Belgien zu absolvieren.

(Bild: Sirotti)

Aber wieder hatte Petrus die Rechnung ohne die Begeisterung der Fans gemacht: Nicht nur in den Städten, sondern auch zwischen den Orten säumten Menschmassen die Straßen, um einen Blick auf die Fahrer zu erhaschen, ihnen zuzujubeln und dem Spektakel des größten Radrennens der Welt beizuwohnen. Der Begeisterung tat auch der Regen, der kurz nach dem Verlassen der Landeshauptstadt einsetzte, keinen Abbruch.

Die Ankunft des Peletons wurde in Lüttich gefeiert. (Bild: Sirotti)

Boudat, Pichon, Offredo und Phinney fackelten nicht lange und setzten sich innerhalb der ersten paar Kilometer vom Peleton ab, wo sie auch für den größten Teil der Strecke verblieben. Phinney bewies eine gute Form und sicherte sich den ersten Punkt der Bergwertung, den es schon nach 6,5 Kilometern am Côte de Grafenberg zu holen gab.

Das Quartett blieb weiterhin, aber die Teams der Sprinter kontrollierten die Ausreißer, ließen sie nicht aus den Augen und erlaubten ihnen einen Vorsprung von höchstens 03:30 Minuten. Der erste Zwischensprint kam in Mönchengladbach. Phinney versuchte auch hier sein Glück, aber es war Boudat, der sich diese Punkte sicherte.

Schließlich erreichte das Peloton Aachen und von dort ging es weiter nach Belgien. Es hatte sich jetzt eingeregnet.  Der Zeitabstand zwischen dem Peleton der Fluchtgruppe bewegte sich weiterhin zwischen einer und drei Minuten. Die Teams der Sprinter schienen das Feld gut zu kontrollieren und es kam kein Stress auf, als sich die Fahrer Richtung Lüttich, Start und Ziel des berühmten Klassikers Liege-Bastogne-Liege, zubewegten.

Taylor Phinney führt nach der zweiten Etappe in der Bergwertung (Bild: Sirotti)

Aber mit der Ruhe war es schlagartig vorbei, als das Peloton in einer Kurve auf der regennassen Straße zu Fall kam. Mindestens zwölf Fahrer waren in diesem Massensturz verwickelt. Auch der Titelverteidiger Chirs Froome (Team Sky) und Mitfavorit Romain Bardet (AG2R-La Mondiale) kamen zu Fall und mussten dem Hauptfeld hinterherjagen.

Mit 24 Kilometern zum Ziel hatten die Fahrer das Hauptfeld wieder eingeholt und die Teams der Sprinter fingen an, sich für das große Finale zu organisieren. Chris Froome musste das Peleton wieder ziehen lassen, als er sein Rad tauschen musste, aber seine Teamkollegen sorgten wieder dafür, dass er wieder den Anschluss fand.

Durch den Sturz im hinteren Feld konnten die Ausreißer den letzten Anstieg des Tages wieder unter sich entscheiden. Phinney konnte sich durchsetzen und holte sich den begehrten Punkt, was ihn das gepunktete Trikot der Bergwertung sicherte.

Phinney ließ nicht locker und mit 20 Kilometern zum Ziel setzte zu einem Soloritt an. Offredo folgte ihm und hatte ihn nach zwei Kilometern eingeholt. Die zwei Fahrer setzten alles dran, bis zum Ziel durchzuhalten. Aber die Teams der Sprinter würden sich die Gelegenheit des ersten Massensprints der 104. Tour de France nicht entgehen lassen und mit 1,5 Kilometern vor dem Ziel hatte das Peloton das Duo in Sichtweite. Ein Kilometer vor dem Ziel waren sie schließlich eingeholt worden. Nun war es an der Zeit für ein typisches Sprintfinale: Voller Spannung, Hektik, Kraft und brutaler Geschwindigkeit.

Die Welle der Sprinter rollt unaufhaltsam auf die Ziellinie zu. (Bild: Sirotti)

Bora-Hansgrohe zog als erstes an und Sagan arbeitete sich mit seinem Team nach vorne. Aber er hatte sich zu früh abgesetzt und fuhr ein paar hundert Meter in den Wind, konnte daher nicht sofort zum Sprint ansetzen.

Als nächster versuchte Colbrelli sein Glück und André Greipel (Lotto Soudal) kam nach vorne. Aber wie aus dem Nichts tauchte Marcel Kittel von hinten auf und überholte die zwei Sprinter von der rechten Seite. Er nutzte Colbrellis Hinterrad und fing den richtigen Moment ab, sich mit Hilfe seiner Kraft und Power von den beiden abzusetzen und die Ziellinie zu überqueren. Sein Teamkollege konnte schon von hinten beobachten, was sich entfaltete und hob noch vor Marcel Kittel seine Arme im Jubel.

Der deutsche Sprinter war von seinem Erfolg sichtlich überwältigt und brach im Ziel in Tränen aus. „Ich bin total erleichtert, dass dieser Sieg Wirklichkeit geworden ist. Es ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal, wieviel Etappen ich gewinne. Mir geht es um Augenblicke, die wichtig sind. Und wenn ich bei zehn Siegen bleibe, ich bin dennoch sehr stolz”, sagte Kittel.

„Für uns ist es ein ganz besonderer Sieg. Düsseldorft ist in Deutschland und wir sahen die Menschenmassen an Fans. Das macht uns auf diesen Sieg besonders stolz, es ist eine Chance die ich hatte und verwirklichen konnte.”

“Ich passte den richtigen Moment ab und bin dann mit Vollgas durchgestartet”, erklärte er.

 

Marcel Kittel holt sich mit seinem 10. Etappensieg das grüne Trikot. Der Sprinter war im Ziel sichtlich überwältigt. (Bild: Sirotti)

Durch seinen Sieg fährt Kittel in grün, dem Trikot der Punktwertung. Aufgrund der zehn Sekunden Zeitgutschrift, die era ls Sieger der Etappe erhält, befindet sich Kittel auf dem dritten Platz der Gesamtwertung und ist nur noch sechs Sekunden hinter dem gelben Trikot, das Geraint Thomas auf den Schultern trägt und auf der heutigen Etappe sicher in das Ziel gebracht hat.

Kittel bedankte sich nocheinmal bei den Fans in Deutschland, die dem Regen trotzten und die Fahrer am Straßenrand auf der Strecke durch Deutschland begleiteten und zujubelten. “Es war unglaublich. Danke an euch alle, die ihr da ward. Es war geil. Der deutsche Radsport lebt. Ihr wart super!”

 

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