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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 2017 9. Etappe – Hurra, Hurra, Quintana!

Nairo Quintana (Movistar Team), der Sieger von 2014 übernimmt die Führung, ein Motorrad wird Geraint Thomas zum Verhängnis

Mit der Ankunft auf dem Blockhaus kam endlich Leben in den Giro und die Etappe bescherte die Spannung und das Drama einer Grand Tour, auf die viele gewartet haben. Nairo Quintana (Movistar Team) zeigte, dass er zu Recht einer der großen Favoriten ist und das Rennen souverän und mit ungeheurer Autorität beherrschen wird.

Die erste Bergankunft des 100. Giro d’Italia auf dem Ätna verlief recht unspektakulär und wird wahrscheinlich unter „ferner liefen” in die Annalen des Giros eingehen. Dagegen war die Ankunft auf dem Blockhaus nach 149 Kilometern das absolute Gegenteil.

Mit einem souveränen Angriff auf dem Blockhaus zeigte Nairo Quintana (Movistar Team) seine Form (Bild: Sirotti)

 

Der Kolumbianer stellte seine Kletterkünste und Form unter Beweis und eroberte  unangefochten das maglia rosa nachdem sich innerhalb der Favoriten große Zeitunterschiede auftaten.

Noch vor dem Blockhaus wurde ein Unfall, verursacht durche ein Polizeimotorrad, einigen Favoriten zum Verhängnis. Der daraus folgende Sturz bewirkte, dass einge der Top-Favoriten erhebliche Zeiteinbußen machen mussten. Geraint Thomas (Team Sky), der bis zu dem Zeitpunkt auf Platz zwei rangierte und ein sicherer Anwärter auf den Gesamtsieg war, und sein Teamkollege Mikel Landa waren beide in dem Sturz verwickelt, als Wilco Kelderman (Sunweb) mit einem Polizeimotorrad zusammenstiess, welches am Straßenrand parkte.

Geraint Thomas kugelte sich durch den Unfall seine Schulter aus und fuhr, nachdem sie am Straßenrand wieder eingerenkt wurde, tapfer weiter. Aber den Zeitabstand zur Gesamtwertung, die bis zu dem Zeitpunkt nur ein paar Sekunden betrug, konnte er nicht mehr einholen. Damit haben sich seine Chancen auf einen Gesamtsieg bei der Giro stark verringert.

Nairo Quintana gewinnt die neunte Etappe und übernimmt die Führung beim Giro d’Italia 2017 (Bild: Sirotti)

Quintana und sein Team blieben von dem Sturz verschont und Movistar führte die Charge auf den 13,5 km langen, brutalen Anstieg des Blockhauses. Movistar schlug ein unbarmherziges Tempo an. Quintana fackelte nicht lange und fuhr, mit noch 6,6 km zum Ziel, seinen ersten Angriff und viele sollten noch folgen. Mit einem satten Vorsprung von 24 Sekunden gegenüber seinen Rivalen kam Quintana ins Ziel und sicherte sich zum ersten mal bei diesem Giro das Maglia Rosa.

Thibaut Pinot (FDJ) parierte der kolumbianischen Bergziege und kam als zweiter ins Ziel mit Tom Dumoulin (Sunweb) als dritter an seiner Seite. Der Titelverteidiger Vincenzo Nibali hatte in den ersten Tagen des Giros immer die Ruhe bewahrt und sich durch Quintanas Angriffe während der ersten Etappen nicht aus dem Tritt bringen lassen.

Am Blockhaus kam der Titelverteidiger in ernsthafte Schwierigkeiten, als Quintana auf der 14-%-Steigung mit noch 5 Kilometern zum Ziel seinen Angriff zum Sieg fuhr. Nibali konnte nicht mehr mithalten und musste den Movistar-Fahrer ziehen lassen. Vincenzo Nibali verschwand regelrecht aus dem Bild und überquerte letztendlich als fünfter die Ziellinie.

Quintana übernahm das Maglia Rosa von Bob Jungels, der seine Führung dahinschmelzen sah, als die Straße anstieg und der Kolumbianer zum Angriff blies. Pinot liegt 28 Sekunden und Dumoulin 30 Sekunden hinter dem Movistar-Fahrer.

Noch ist nichts entschieden und die Giro ist noch lang. Das anstehende Einzelzeitfahren kann diese Ordnung noch einmal ordentlich durcheinander bringen und einen anderen Fahrer in die Führung katapulieren.

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