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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 19. Etappe – Mikel Landa holt sich seinen Etappensieg, Quintana im Maglia Rosa

Tom Dumoulin wird am letzten Anstieg abgehängt, Nairo Quintana übernimmt die Führung.

Immer wieder war er knapp dabei und hat es doch nicht geschafft, aber auf dieser Etappe klappte es endlich: Nach einem Tag der Widersprüche und vielem Drama erkämpfte sich Mikel Landa (Team Sky) endlich seinen Etappensieg. Der Spanier setzte sich gegen Rui Costa (UAE Emirates) und Pierre Rolland (Cannondale-Drapac) durch.

Während die Ausreißer, die sich vom Peleton abgesetzt hatten, den Etappensieg unter sich ausmachten, kam es unter den Podiumsanwärtern wieder zu Spannung und Drama. Am Donnerstag hatte Tom Dumoulin (Sunweb) sich im Interview über die Taktiken und das Fahrverhalten von Nibali und Quintana beschwert. “Sie fahren gegen mich, damit ich verliere. Sie fahren nicht um den Sieg. Sie würden es verdienen, wenn sie ihre Podiumsplätze verlieren.”

(Bild: Sirotti)

Das waren harte Worte, die einer anstrengenden Etappe folgten, auf der keiner der drei Podiumsanwärter (Dumoulin, Quintana und Nibali) es für nötig gehalten hatten, die Verantwortung zu übernehmen und den Ausreißern hinterherzusetzen, um den Schaden zu begrenzen. Daraufhin kam es zu einem Wortgefecht zwischen dem Maglia Rosa und dem Titelverteidiger, die erst am Morgen der 19. Etappe durch ein Gespräch und eine Entschuldigung seitens Tom Dumoulins geklärt wurde. Dennoch konnte man die Spannung zwischen den Podiumsanwärtern spüren. Und es dauerte nicht lange, bis das Kriegsbeil, das begraben worden war, wieder ausgebuddelt wurde.

Dumoulin verpasste den Anschluss und verlor wertvolle Zeit (Bild: Sirotti)

Innerhalb der ersten paar Kilometer der Etappe befand sich Dumoulin auf der falschen Seite einer Lücke, die sich im Peloton auftat. Es hatte den Anschein, als sei Dumoulin wieder dem Ruf der Natur gefolgt und seine Rivalen, Quintana und Nibali, nutzten den Moment, sich von ihm abzusetzen und das Hauptfeld zu zersplittern, anstatt auf das Maglia Rosa zu warten. Dumoulin selber versicherte später, dass alles seine Ordnung gehabt habe.

Der Holländer schaffte es, die Lücke zu überbrücken und machte wieder Kontakt mit seinen zwei Erzrivalen. Aber auf dem Weg zum Ziel, das oben auf dem letzten Anstieg des Tages lag, enfaltete sich das Drama um das Rosa Trikot. Dumoulin und sein Team wurden von Nairo Quintanas Team Movistar regelrecht in Stücke gefahren.

Zum ersten mal seit der Bergankunft am Blockhaus befand sich Dumoulin im Nachteil und konnte sich nicht mehr davon herausfahren. Es sah noch so aus, als könne er sich wieder retten, so wie er es an den Vortagen bewiesen hatte. Aber schon bald sah man ihm seine Erschöpfung und Müdigkeit an. Das Maglia Rosa litt hinten, während vorne Quintana und Nibali Zeit gut machten.

(Bild: Sirotti)

Thibaut Pinot (FDJ) ging 7,5km vor dem Ziel zum Angriff über und überbrückte den Abstand zwischen sich und dem drittplazierten Titelverteidiger Nibali. Der Italiener zog sein Tempo an, als der Franzose ihm bedrohlich näher kam und Quintana hängte sich an sein Hinterrad.

Für einen kurzen Moment schien der Kolumbianer nicht mehr parieren zu können, aber schon bald erhöhte er seine Geschwindigkeit und schloss die Lücken, die sich aufgetan hatten. Damit erstickte der Movistar jeden Zweifel, dass er seine hart erkämpften Zeitvorteile an Nibali verlieren würde.

Dumoulin konnte nicht mehr mithalten und verlor wertvolle Zeit (Bild: Sirotti)

Für Dumoulin war das Tempo, das der Kolumbianer anschlug, einfach zu hoch. Er hatte den Abstand zu seinen Rivalen auf nur zwanzig Sekunden beschränkt und alles gegeben, diesen Abstand zu halten und nicht größer werden zu lassen. Aber auch als die Straße etwas flacher wurde, hatte er nichts mehr in den Beinen, um den letzten Angriffen der Favoriten zu kontern.

Noch 1,5 Kilometer zum Ziel und Nibal fuhr ein unbarmherziges und hartes Tempo. Er war fest entschlossen, sich Pinot vom Leib zu halten und seinen Abstand zu Dumoulin so weit es ging auszubauen. Letztendlich war es Nairo Quintana (Movistar), der sich am Ende dieser Etappe das Maglia Rosa überstreifen konnte.

 

Nairo Quintana (Movistar) übernimmt die Führung – und das Maglia Rosa. (Bild: Sirotti)

Der Giro d’Italia ist noch nicht vorbei. Nur 1:30 Minuten trennen die ersten sechs der Gesamtwertung und es liegen noch zwei volle Renntage vor den Fahrern. Noch ist nichts entschieden und der Giro d’Italia hält, was sie versprochen hat: Es wird bis zum Schluss spannend bleiben.

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