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Rennberichte & Analysen

La Fleche Wallonne 2016: Alejandro Valverde sichert sich seinen vierten Sieg beim Ardennen-Klassiker

Zum dritten Mal in Folge und zum vierten Mal in seiner Karriere, gewann Alejandro den Klassiker Valverde La Fleche Wallonne 2016

Aller guten Dinge sind drei: Nach 196 km und einem beachtlichen Schlussanstieg an der Mur de Huy gewinnt der Spanier vom Team Movistar die 80. Ausgabe der La Fleche Wallone zum dritten Mal in Folge und zum vierten Mal in seiner Karriere und setzt einen neuen Siegrekord für dieses Rennen.

La Fleche Wallonne 2016: Sieger Alejandro Valverde Belmonte (mitte) mit Julian Alaphilippe (links, Platz zwei) und Daniel Martin (rechts, Plaz drei), Foto: Sirotti

Die Mur de Huy ist das Herzstück dieses Rennens. Dreimal müssen die Profis diesen steilen Anstieg erobern, der dann als Schlussanstieg zum Ziel führt. Wer hier taktische Erfahrung mit noch ausreichend Kraft in den Beinen verbinden kann, kann diesen Klassiker erfolgreich für sich entscheiden, wie der 35-jährige Spanier dieses Jahr unter Beweis stellen konnte.

Foto: Sirotti

Als die Mur de Huy zum letzten Mal erklommen wurde, zeigte der 35-jährige mit seiner Erfahrung bei diesem Anstieg, wie er erfolgreich bezwungen wird, um sich einen Sieg zu sichern.

Das zweite Rennen des Ardennenklassiker-Trios umfasst 196 Kilometer und zahlreiche steile Anstiege. Die Sonne lachte mal wieder, ganz unklassisch, vom Himmel auf die Profis und die Radsportfans, die es sich, trotz des Termins unter der Woche, nicht nehmen ließen, ihre Helden hautnah zu erleben und anzufeuern.

Foto: Sirotti

 

In typischem Klassikerstil schlug das Peleton gleich vom Start weg ein forsches Tempo an. Dennoch schaffte es eine 24 Mann starke Gruppe, sich als Spitzengruppe vom Hauptfeld abzusetzen, bevor das Rennen die ersten Anstiege erreichte. Dieser forsche Anfang bestimmte den Ton für den ersten Teil des Rennens, in dem sich gröβere Gruppen immer wieder darum bemühten, sich vom Hauptfeld abzusetzen.

50 Kilometer vor dem Ziel, kurz bevor das Peleton mit dem Cote de Bellaire den ersten Anstieg erreichte, ergriff Steve Cummings (Dimension Data) die Initiative und setzte sich vom Hauptfeld ab. Mit ihm zogen neun weitere Fahrer mit und die Ausreißer schafften es, im Laufe des Rennens einen Vorsprung von bis zu drei Minuten herauszufahren. Dieser Zeitvorsprung schien dem Dimension-Data-Fahrer weiter anzuspornen und er zog das Tempo weiter an. Nicht jeder der Ausreißer konnte mit ihm mithalten und die Spitzengruppe löste sich auf.

Dann waren nur noch vier: Matteo Bono (Lampre-Merida), Stephen Cummings (Dimension Data), Silvan Dillier (IAM), and Tosh van der Sande (Lotto-Soudal) formten das Quartett der Ausreißer.

Foto: Sirotti

Movistar bestimmte indessen innerhalb des Hauptfeldes das Tempo, um ihren Kollegen Alejandro Valvedere sicher wieder an die Spitze zu führen. Dennoch schaffte es die Spitzengruppe, bestehend aus Cummings, Sylvan Dillier (BMC Racing), Tosh van de Sande (Lotto-Soudal) und Matteo Bono (Lampre-Merida), sich das Peleton zunächst vom Leib zu halten.

Cummings fuhr weiterhin ein unerbittliches Tempo. Letztendlich löste die Spitzengruppe sich auf und nur Dillier konnte mit dem Dimension-Data-Fahrer mithalten. Schließlich musste er auch Cummings ziehen lassen, der entschlossen im Alleingang weiterfuhr.

Cummings führte mit einem Vorsprung von 30 Sekunden auf den Cote d’Ereffe. Das war nicht von langer Dauer: Movistar hielt ein hohes Verfolgertempo, was dazu führte, dass sich das Hauptfeld immer weiter in die Länge zog und den Einzelkämpfer schließlich einholte.

Foto: Sirotti

Immer wieder versuchten sich einzelne Fahrer in einem Angriff, wie zum Beispiel Bob Jungels (Etixx-Quickstep). Aber Movistar blieb unbeeindruckt, hielt jedem Druck im vorderen Feld stand und bestimmte weiterhin ein hohes Tempo.

Weitere Fahrer folgten Jungels Beispiel. Als nächstes ging Georg Priedler (Giant-Alpecin) in die Offensive. Ion Izaguirre (Moivstar) hängte sich direkt an seine Fersen. Eine weitere Gruppe setzte sich in Verfolgung vom Hauptfeld ab, unter ihnen Wout Poels (Team Sky), Michael Albasini (Orica-GreenEDGE). Movistar schickte Giovanni Visconti als Mitfahrer in die Gruppe, deren Tempo von zwei Katusha-Fahrern bestimmt wurde.

Tinkoff machte keine Anstalten, Fahrer in die Verfolgergruppe zu schicken. Stattdessen konzentrierte das Team seine Bemühungen, die Verfolgergruppe einzuholen bevor es schließlich am Cote de Chavre Jungels und Izaguirre einholte.

Mit nur noch sieben Kilometern zum Ziel fuhr Izaguirre erneut einen Angriff und zusammen mit Jungels schaffte er es, sich mit einem 10-Sekunden-Vorsprung vom Hauptfeld zu lösen. Tim Wellens (Lotto-Soudal) nahm die Verfolgung an der Spitze des Peletons auf, um die entstandene Lücke zu überbrücken.

Foto: Sirotti

Drei Kilometer vor dem Ziel schaffte es der Belgier, die beiden Fahrer einzuholen.

Jetzt war es an Etixx-Quickstep, das Renngeschehen im Hauptfeld von vorne zu kontrollieren. Das Team führte das Peloton an die Ausreisser heran und konzentrierte sich darauf, ihren Teamkollegen auf die Mur zu leiten und vor Dan Martin und Julian Alaphillippe zu schützen.

Mit nur noch zwei Kilometern zum Ziel hatte das Hauptfeld die Ausreißer wieder eingeholt und der Kampf auf der Mur de Huy um den Sieg der La Fleche Wallonne konnte beginnen.

Das Finale war Klassikerrennen der Spitzenklasse: Ein Pulk erstürmte die Mur de Huy zum dritten und entscheidenden letzten Mal, mit Valvedere in der optimalen Stellung, in Begleitung von Albasini.

Foto: Sirotti

Die Favoriten erreichten den letzten Kilometer. Joaquim Rodriguez (Katusha) setzte als erster zum Sprint an. Valvedere, der das Geschehen von vorne kontrollierte, parierte und folgte dem Spanier. Als nächstes kam Dan Martin (Etixx-Quickstep) zum Zug und auch er konnte Valvedere nicht abschütteln.

Kurz bevor sie den Gipfel der Mur erreichten, fuhr Valvedere seinen Angriff. Alaphilippe versuchte, sich ihm an die Fersen zu heften, aber konnte ihn auf den letzten 75 Metern nicht mehr einholen.

Valvedere erreichte vor den beiden Etixx-Fahrern das vierte Mal als Sieger das Ziel.

“Dies ist und bleibt mein Rennen!” sagte der Sieger. “Ich wollte mir keine Gelegenheiten entgehen lassen und war viel nervöser als sonst. Aber ich wusste, wann ich den Angriff fahren musste.

Foto: Sirotti

Frank Schleck erreichte das Ziel leider nicht. Der Trek-Segafredo-Fahrer erlitt durch einen Sturz etwa 44 Kilometer vor dem Ziel ein gebrochenes Schlüsselbein und musste das Rennen aufgeben. Der luxemburgische Radprofi wollte unter anderem bei der Tour de France und bei den Olympischen Spielen in Rio starten. Inwiefern sich seine Verletzung auf seine restliche Saison auswirken wird, ist noch nicht absehbar.

La Fleche Wallone 2016: Die Top 10

  1. Alejandro VALVERDE BELMONTE, MOVISTAR TEAM, in 4:43:57
  2. Julian ALAPHILIPPE, ETIXX-QUICK STEP, +:00
  3. Daniel MARTIN, ETIXX-QUICK STEP, +:00
  4. Wouter POELS, TEAM SKY, +:04
  5. Enrico GASPAROTTO, WANTY-GROUPE GOBERT, +:05
  6. Samuel SANCHEZ GONZALEZ, BMC RACING TEAM, +:05
  7. Michael ALBASINI, ORICA-GreenEDGE, +:05
  8. Diego ULISSI, LAMPRE-MERIDA, +:05
  9. Warren BARGUIL, TEAM GIANT-ALPECIN, +:05
  10. Rui Alberto FARIA DA COSTA, LAMPRE-MERIDA, +:05

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