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Rennräder

BH Bikes G7 Disc Red – Aerobike mit Scheibenbremsen

Die Basken von BH Bikes bieten mit dem G7 einen Aerorenner an, der ausschließlich mit Scheibenbremsen zu haben ist.

Die Naserümpfer dieser Welt kräuselten, was das Zeug hielt: Ein Aero-Bike mit Scheibenbremsen? Die trauen sich was, diese Basken! Und gerade so, als zögen sie nochmal einen fetten Strich darunter: Eine Version mit Felgenbremsen gibt es beim BH Bikes G7 gar nicht erst.

Foto: Arian Schlichenmayer

Ja, richtig: Der Rahmenentwurf des G7 ist von vornherein ganz auf die Aufnahme von Scheibenbremsen ausgelegt. Befestigungsmöglichkeiten für Felgenbremsen? Gibt’s nicht beim G7! Wer sich damit partout nicht anfreunden mag, der greife zum G6 von BH Bikes. Ach, BH-Bikes? Noch nie gehört? Dann wird es aber Zeit! Ungeachtet der aktuellen Ereignisse im Profiradsport rund um die Scheibenbremse, hat der baskische Hersteller mit dem G7 ein beachtliches Rennrad auf die Hochprofilfelgen gestellt.

Foto: Arian Schlichenmayer

Das BH Bikes G7 ist die aktuelle Weiterentwicklung des G6 Pro. Die von uns getestete Version heißt “G7 Disc Red” und ist ausgestattet mit einer mechanischen SRAM-Red-Schaltgruppe, sowie den per Flat Mount installierten, hydraulischen SRAM-Red-Scheibenbremsen mit zwei 140-mm-Rotoren. BH Bikes ruft dafür 6499,90 Euro auf. Für den gleichen Preis gibt es auch eine elektronische Ultegra-DI2-Austattung. Los geht es ab 4999,90 Euro für das G7 mit Ultegra-Schaltgruppe, das Topmodell hat einen UVP von 7999,90 Euro und kommt mit Shimanos elektrischer Spitzengruppe Dura Ace DI2.

Ohne Pedale kommt unser Testbike auf 7,2 Kilogramm. Die Evo50-Laufräder kommen ebenfalls von BH Bikes und haben ein ordentliches Hochprofil von 50 mm. Sie stehen dem Aero-Bike G7 nicht nur durch ihren zum Rahmen passenden Aufdruck gut zu Gesicht und lassen das gesamte Rad wie aus einem Guss erscheinen, sondern laufen auch außerordentlich ruhig. Durch die große seitliche Fläche ist das G7 naturgemäß deutlich windempfindlicher, als Bikes ohne Aero-Anspruch, strahlt aber selbst bei stärkerem Wind immer Gelasseneheit aus und bleibt problemlos auf der gewählten Fahrpur – wenn man nicht gerade freihändig fährt.

Foto: Arian Schlichenmayer

Zwei weitere beobachtbare Effekte des großflächigen Seitenprofils: Schnelle und in knappem Abstand überholende Fahrzeuge verursachen einen spürbaren Ansaugeffekt zum Fahrzeug hin, das Hinterherfahren hinter Autos, kann durch die entstehende Wirbelschleppe schonmal ein leichtes Tänzeln des Vorderrades provozieren. In beiden Situationen ist das G7 aber immer unaufgeregt, die vorher erwähnte Gelassenheit immer zu spüren.

 

Sowieso zieht das G7 so beeindruckend präzise seine Bahnen, dass es schnell großes Vertrauen beim Fahrer aufbaut. Ein Bollwerk sozusagen. Selbst über Passagen schlechterer Qualität und sogar Kies fährt das G7 unbeirrt hinweg. Nichts schlingert, es gibt keine Tendenz zur Resonanz. Großes Kino, vor allem, weil es sich dennoch jederzeit leichtfüßig anfühlt und ordentlich in jede Kurvenkombination abklappen lässt. Da fühlt sich das Bike glatt nochmal einen Kilo leichter an, als es tatsächlich ist.

Foto: Arian Schlichenmayer
Foto: Arian Schlichenmayer

Das Bremsen ist die Disziplin, bei der das BH Bikes G7 unweigerlich die Frage aufwirft, ob das mit den Scheibenbremsen an so einem Fahrrad denn so überhaupt gut oder sinnvoll ist. Wir meinen: Ja! Die getesteten Sram-Red-Scheibenbremsen vermitteln einen glasklaren Druckpunkt und sind hervorragend zu dosieren. Das schafft viel Sicherheit, auch weil Scheibenbremsen relativ unempfindlich gegenüber Nässe und Schmutz sind. Die verbauten, 140 mm durchmessenden Rotoren sind bei einem Systemgewicht von 80 kg zwar auch für wiederholte, harte Bremsmanöver absolut ausreichend, für vorne würden wir uns für schwerere Fahrer und lange Abfahrten jedoch glatt die etwas leistungsfähigeren 160-mm-Scheiben wünschen.

 

Foto: Arian Schlichenmayer

Der Rahmen des G7 ist, wie das von einem Aero-Renner mit großzügigen Rohrquerschnitten zu erwarten ist, bocksteif. Ein kleines bisschen Komfort wird durch die filigranen Sattelstreben gewährleistet. Beim Beschleunigen lässt lediglich härtestes Malträtieren im Wiegetritt den Rahmen spürbar nachgeben. BH Bikes spricht für das G7 keine Beschränkung für das Fahrergewicht aus und gibt eine 10-Jährige Garantie auf den Rahmen, sofern man das Fahrrad bei autorisierten Händlern erwirbt. Das ist selbstbewusst und zeigt von großem Vertrauen der Basken in die Fähigkeiten ihres Produkts.

 

Foto: Arian Schlichenmayer

Die im Rahmen verlegten Züge klappern bei stärkeren Erschütterung deutlich hörbar. Ein Punkt, der viele Rennräder mit innenverlegten Zügen betrifft und nicht eben standesgemäß klingt, obgleich die Funktionalität dadurch nicht eingeschränkt wird.

Foto: Arian Schlichenmayer
Foto: Arian Schlichenmayer
Foto: Arian Schlichenmayer
Foto: Arian Schlichenmayer
Foto: Arian Schlichenmayer

BH Bikes G7 – Fazit

Wer das nötige Kleingeld übrig hat, sich BH Bikes jüngsten Aero-Spross zu leisten, wird keinesfalls enttäuscht werden. Das G7 ist hervorragend ausgewogen und lässt sich ausgesprochen intuitiv und entspannt bewegen. Es vermittelt großes Vertrauen und will nicht nur in Situationen gefahren werden, in denen traditionell ein Aero-Bike die erste Wahl ist. Lässt man sich auf das exklusiv auf Scheiben bremsenden G7 ein, lässt es einen so schnell nicht mehr los und die Chancen stehen nicht schlecht, dass es sich mit der Zeit, ganz unaufgeregt und souverän, weit oben in der Liste der persönlichen Lieblingsbikes im Fuhrpark wiederfindet.

Website BH Bikes

Produktseite BH Bikes G7

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