Share

Profi-Radsport

Chris Froome bestätigt seine Teilnahme beim Giro d’Italia 2018

Der viermalige Tour-de-France-Sieger wird 2018 das Tour-Giro-Doppel in Angriff nehmen.

Chris Froome hat bestätigt, dass er in der kommenden Saison sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour de France in Angriff nehmen wird. Seine Teilnahme wurde während der offizielen Bekanntgabe der Strecke des 101. Giro d’Italia bekannt gegeben.

“Wir haben diese Entscheidung als Team ausgiebig diskutiert und wohlüberlegt”, sagte Froome. “Wir sind uns bewusst, dass es heutzutage ein erheblicher Kraftakt und Aufwand sein wird, in der gleichen Saison sowohl den Giro als auch die Tour d’France zu gewinnen. Aber ich bin mir sicher, dass ich beide Rennen erfolgreich bestreiten kann, wenn ich bedenke, wie wir als gesamtes Team in dieser Saison unsere Rennen angegangen sind.”

Chris Froome (Team Sky) – hier bei der Vuelta a España 2017) bestätigt seine Teilnahme beim Giro d’Italia 2018. (Foto: Sirotti)

“Zwischen dem Ende des Giro d’Italia und dem Start der Tour de France liegt eine zusätzliche Woche. Das bedeutet, ich habe eine zusätzliche Woche zur Erholung und Vorbereitung, die es normalerweise nicht geben würde. Ich denke, dass alleine dieser Umstand es mir ermöglichen kann, bei beiden Rennen in großartiger Form zu starten.”

Chris Froome startete 2009 und 2010 beim Giro d’Italia. 2018 hofft er, das Giro-Tour-Doppel in Angriff zu nehmen. (Foto: Sirotti)

Vor der Bekanntmachung wurde in Radsportkreisen immer wieder spekuliert, ob sich Chris Froome zu einer Teilnahme bei der italienischen Grand Tour entscheiden wird. Viele namhafte Personen und vor allem auch die Organisatoren des Giro d’Italia hatten immer wieder versucht, den viermaligen Sieger der Tour d’France zu einer Teilnahme beim Giro d’Italia zu überzeugen.

In 2017 gelang Chris Froome der Doppelsieg der Tour de France und der Vuelta a España. Dieser Erfolg bei der Vuelta war unter anderem ausschlaggebend für seine Entscheidung, dem Giro d’Italia als Ziel zu setzen. Mit einem Sieg beim Giro würde Froome der siebte Fahrer in der der Radsportgeschichte sein, der alle drei Grand Touren gewonnen hat.

“Wir haben viel aus daraus gelernt wie wir die Zeitspanne zwischen der Tour de France und der Vuelta a España genutzt haben. Das war ein sehr wertvoller Lernprozess, den wir als Team durchgemacht haben. Davon werde ich hoffentlich auch in 2018 profitieren”, meinte Froome. “Für mich persönlich ist dieses hier eine einzigartige Situation: Ich habe die Tour und die Vuelta hintereinander gewonnen. Und mit dem Giro d’Italia habe ich die Chance, eine dritte Grand Tour in Folge zu gewinnen. Es ist aufregend, sich einer neuen Herausforderung zu stellen und etwas zu erreichen, was Leute nicht erwartet haben. Für mich ist das eine ganz neue Motivation und ein neuer Anreiz, zu sehen, ob ich in der nächsten Saison etwas Besonderes zustande bringen kann.”

In 2017 gelang Chris Froome der Tour-Vuelta-Doppelsieg. Die Erfahrung, so hofft er, wird sich bei der Vorbereitung zur Giro-Tour-Doppelteilnahme auszahlen. (Foto: Sirotti)

Gleichtzeitig machte Froome keinen Hehl daraus, dass die Tour de France nach wie vor in seiner Karriere die höchste Priorität habe. Der Sky-Fahrer hat es 2018 auf einen rekordverdächtigen fünften Sieg bei der Tour abgesehen. Er wollte sich mit der Strecke des Giro d’Italia auseinandersetzen bevor er einen Entschluss fassen würde, ober er auch beim Giro d’Italia auf Sieg und es somit auf einen einen Doppelsieg der Tour und dem Giro ankommen lassen würde. Diese Meisterleistung des Tour-Giro-Doppel haben bislang nur sieben Fahrer erreicht. Zuletzt war Marco Pantani, der 1998 beide dieser Grand Touren in Folge gewann.

Chris Froome ist beim Giro d’Italia keine unbekannte Größe: Der Brite hat die Italienrundfahrt schon zweimal bestritten, bevor er sich als Hauptfavorit bei den Grand Touren hervortan Im Jahr 2009 bestritt er mit seinem damaligen Team Barloworld den Giro, 2010 kehrte er mit seinem neuen Team, Team Sky, zum Giro d’Italia zurück. Jedoch wurde er gezwungen, den Giro 2010 vorzeitig zu beenden: Froome wurde entdeckt wie er sich auf dem Mortirolo Pass an einem Motorrad festhielt und mitziehen ließ.

“Ich hatte schon immer das Gefühl, dass meine Karriere im Radsport irgendwie in Italien anfing. Ich habe hier drei Jahre am Anfang meiner Profi Karriere gelebt. Die Möglichkeit, zum Giro zurückzukehren, fühlt sich an, als sei ein Kreis komplett geworden.”

Froome ist nicht der erste seiner derzeitigen Mitstreiter, die das Giro-Tour-Doppel in Angriff nehmen wollte. Aber in beiden Fällen waren die Versuche zum Scheitern verurteilt:  Alberto Contador gewann 2015 den Giro, verfehlte im gleichen Jahr das Podium bei der Tour. Und in diesem Jahr, 2017, wurde Nairo Quintana Gesamtzweiter beim 100. Giro, fuhr aber bei der Tour de France wie ein Schatten seiner selbst. Letztendlich konnte sich der Kolumbianer bei der Tour de France den 12. Platz erkämpfen.

Team Sky beherrscht die Tour de France und verzeichnet großartige Erfolge. Beim Giro d’Italia hatte das Team kein so glückliches Händchen. (Foto: Sirotti)

Die Fußballweltmeisterschaft verhalf Froome letztendlich indirekt bei der Entscheidung, doch beim Giro d’Italia anzutreten: Um einen direkten Konflikt zwischen den zwei sportlichen Ereignissen zu vermeiden, verschoben die Organisatoren den Start der Tour de France um eine Woche nach hinten. Damit liegen zwischen dem Giro d’Italia und der Tour de France sechs, anstatt der herkömmlichen fünf Wochen. Chris Froome ist überzeugt, dass dieser Umstand die Erholung von dem einen Rennen, dem Giro d’Italia, und den Aufbau für das andere Rennen, die Tour de France, positiv beeinflussen kann.

Froome gibt sich recht selbstbewusst und ist überzeugt, das seine gute Winterpause ihm die nötige Kraft und Ruhe geben wird, um seinem Ziel, vier Siege von Grand Touren hintereinander zu erreichen, selbstbewusst entgegenzutreten.  Vielleicht schafft der Brite es, seinem Team endlich auch beim Giro d’Italia zu einem nennenswerten Erfolg, denn Team Sky kann bei der Italienrundfahrt eher gemischte Erfolge verzeichnen.

Das Team, das die Tour de France in den letzten Jahren erfolgreich dominiert und die Gesamtwertung verteidigt hat, hat beim Giro kein glückliches Händchen: Die Teilnahme des britischen Teams beim Giro d’Italia ist gekennzeichnet von Unfällen, Stürzen, Disqualifikationen, Zeitstrafen und Aufgaben. Aber vielleicht wird sich beim Giro d’Italia das Blatt mit Chris Froome an der Spitze wenden.

Newsletter Terms & Conditions

Please enter your email so we can keep you updated with news, features and the latest offers. If you are not interested you can unsubscribe at any time. We will never sell your data and you'll only get messages from us and our partners whose products and services we think you'll enjoy.

Read our full Privacy Policy as well as Terms & Conditions.

production