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Profi-Radsport

Chris Froome “Ich befinde mich in einer furchtbaren Situation”

Der Teamführer von Team Sky bereitet sich weiter auf seine Teilnahme beim Giro d'Italia und seinen fünften Tour de France Sieg vor.

Chris Froome gab zu, dass er sich seit der Entdeckung der Salbutamol-Ergebnisse und seinem Versuch, seinen Ruf wiederherzustellen, in einer “furchtbaren Situation” befände. Gleichzeitig bestätigte der 32-jährige Fahrer von Team Sky, dass er weiterhin mit seinen Vorbereitungen für seine Teilnahme beim Giro d’Italia und seiner fünften Tour de France fortfährt.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass der viermalige Tour-de-France-Sieger, dem mit seinem Sieg bei der Vuelta a España der seltene Doppelsieg zweier Grand Touren in einer Saison gelang, schon während der Spanienrundfahrt mit einem erhöhten Wert an Salbutamol in seinem Urin entdeckt wurde. Seine Werte des Medikamentes, das bei Asthma eingesetzt wird, lag mit 2000 ng/ml doppelt so hoch wie der zugelassene Normwert.

Chris Froome bestätigte, dass er seine Vorbereitungen auf die kommende Saison fortsetzt. (Foto: Sirotti)

Froome kämpft jetzt, dass ihm sein Sieg bei der Vuelta a España nicht aberkannt wird und möchte eine Sperre vermeiden. Froome würde bei einer Sperre einen Teil der 2018er-Saison, und somit seine Ziele bei den Grand Touren, verpassen. Die Regeln der Anti-Doping-Vorschriften sehen vor, dass Froome so lange an Rennen teilnehmen darf, bis die UCI eine Entscheidung getroffen hat. Froome könnten seine Siege aberkannt werden, falls entschieden wird, dass er die Regeln verletzt hat.

Radprofis, unter anderem Vincenzo Nibali, bezeichnen die Bekanntgabe der Adverse Analytical Findings (AFF) bei Froome als “schlechte Nachtrichten für den Radsport” (Foto: Sirotti)

Chris Froome hat schon deutlich gemacht, dass er um seinen Ruf kämpfen und seine Unschuld beweisen wird. Der Brite beharrt darauf, dass er nicht mehr als die vorgeschriebene Menge des Medikamentes Salbutamol eingenommen hat. Es kann sein, dass der Brite sich einer Reihe an Laboruntersuchungen und Tests unterziehen muss, um zu einer Erklärung zu gelangen, wie die doppelte Dosis in sein Urin gelangen konnte.

“Ich verstehe die Sogen und Fragen, die dieser Fall aufwirft”, sagte Froome in einem Interview mit der BBC. “Ich bin seit zehn Jahren beim professionellen Radsport und weiß, wie einige Leute unseren Sport betrachten. Das ist eine Veranwortung, derer ich mir sehr bewusst bin und die ich sehr ernst nehme. Ich leide seit meiner Kindheit and Asthma. Ich benutze den Inhalierer, um mein Asthma zu kontrollieren, aber ich habe nie mehr Züge eingenommen, als vorgeschrieben wird.”

“Ich befinde mich in einer furchtbaren Situation, um ehrlich zu sein. Wir arbeiten schwer daran, dieser Sache auf den Grund zu gehen.” Froome und Team Sky bestätigen, dass sie weiterhin auf den Giro d’Italia hinarbeiten, obwohl dem Team seit dem 29. November die Ergebnisse der Analysen vorliegen und sich das Team der Auswirkungen bewusst ist.

Der Verband Mouvement Pour un Cyclisme Crédible (MPCC), dem unter anderem Team Sunweb angehört, verlangt eine Sperrung von Chris Froome, bis die Tatsache aufgeklärt worden ist. (Foto: Sirotti)

Auf die Frage, was seine nächsten Schritte seien, beharrte Froome darauf, dass sich seine Zielsetzung für die kommende Saison nicht geändert habe. “Wir sind im Trainingscamp auf Mallorca, dann konzentrieren wir uns auf die Vorbereitung für den Giro d’Italia 2018 bevor wir uns meinem großen Ziel zuwenden: Mein fünfter Sieg bei der Tour de France”, sagte der Brite.

Gleichzeitig werden im Radsport vermehrt Stimmen laut, die ihre Unzufriedenheit bekannt machen, wie diese Sachlage vom UCI verwaltet wird und eine Sperre des Briten verlangen. Der Verband für sauberen Radsport, Mouvement Pour un Cyclisme Crédible (MPCC), hat das Team Sky aufgefordert, Chris Froome bis auf weiteres zu suspendieren. Die MPCC ist ein Zusammenschluss von Teams und Verbänden, die sich freiwillig härtere Regeln im Kampf gegen Doping auferlegt haben. Zu ihnen zählen unter anderem die deutschen Teams Bora-hansgrohe und Team Sunweb. Team Sky gehört der Vereinigung nicht an.

Romain Bardet, der 2017 Gesamtdritter und im Jahr zuvor als Gesamtzweiter bei der Tour de France auf dem Podium stand, ist einer der Profis, der seine Besorgnis mitteilt. Die auffälligen Testergebnisse des viermaligen Tour de France Siegers lassen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Radsports aufkommen. “Für den Radsport ist sind das schlimme Nachrichten”, sagte der Franzose. “Jeder ist davon betroffen, allen voran die Glaubwürdigkeit des Radsports.” Bardet verlangt eine schnelle und zeitnahe Lösung dieses Vorfalls, um das Image des Sportes zu schützen. “Wir können nur hoffen, dass eine objektive und zügige Untersuchung die Fakten klären kann und jeder Zweifel ausgeräumt werden kann.”

Vincenzo Nibali bezeichnete die Adverse Analytical Findings (AAF) von Chris Froome als “schlechte Nachrichten für den Radsport”. Tony Martin, viermaliger Weltmeister im Zeitfahren, hielt sich mit seiner Meinung nicht zurück und beschrieb diese Tatsache und Entwicklung als “Skandal”.

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