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Video: Fahr diese Berge – Monte Grappa (ab Semonzo)

Das Col Collective bezwingt den in den Vizentiner Alpen gelegenen Monte Grappa und folgt damit der Route der 2014er Giro d'Italia Bergzeitfahr-Etappe.

Mit der Wahl zwischen zehn verschiedenen Auffahrten und seinen Hängen, die in den sogenannten Piaveschlachten im ersten Weltkrieg Schauplatz einiger erbitterter Auseinandersetzungen war, ist der Monte Grappa ein Aufstieg wie kaum ein anderer.

Nur wenige Berge tragen so viele Auszeichnungen wie der Monte Grappa. Ganz egal, welchen der zehn Aufstiege man wählt, das Gefühl sich an einem besonderen Ort zu befinden, stellt sich von Beginn an ein. Der Monte Grappa, der sich im norditalienischen Veneto gelegen am Rande der Po-Ebene erhebt, ähnelt von der Dominanz, die er durch seine spezielle Situierung ausübt, der des Mont Ventoux auf die südliche Provence. Der Monte Grappa versetzt einen auf eine ganz spezielle Reise, welche nicht nur auf seiner Schönheit und Größe, sondern vor allem auf den vielen Erinnerungen an die dunklen Stunden des ersten Weltkriegs beruht, in denen seine Hänge tausenden Soldaten auf grausame Weise zur letzten Ruhestätte wurden.

Die zahlreichen Ausgangspunkte zur Fahrt auf den Monte Grappa beginnen aus drei Hauptrichtungen, von denen jede eine ganz andere Reise auf den Gipfel bietet. Jeder Aufstieg ist eine eigene Herausforderung und jeder Fahrer wird wohl eine für sich passende Variante finden können. Von Norden kommend, vor der grandiosen Kulisse der Dolomiten, hat man die Wahl zwischen drei verschiedenen Routen, beginnend in Cismon, Caupo und Seren, aus östlicher Richtung stehen fünf fordernde Aufstiege mit Start in Alano di Piave, Pederobba, Cavaso, Possagno und Paderno bereit, wobei die beiden letzteren mit längeren Passagen mit weit über 20 Prozent Steigung mit zum härtesten zählen, was Italien zu bieten hat und in derselben Liga spielen, wie der gefürchtete Monte Zoncolan und der Mortirolopass.

Aus südlicher Richtung erheben sich zwei weitere Aufstiege aus der Ebene des Veneto, welche man beide über das Städtchen Bassano del Grappa erreicht, von wo der gleichnamige Tresterbrand stammt. Und trotz der offiziellen Startpunkte Semonzo und Romano d’Ezzelino ist ein Besuch dieser mittelalterlichen Stadt ein absolutes Muss, wenn man sich denn für einen der beiden südlichen Aufstiege entscheidet. Die Auffahrt ab Romano kann man als die klassische bezeichnen, wohl weil sie die einfachste ist. Allerdings ist sie auch nicht die schönste der verfügbaren Strecken. Mike Cotty begab sich nach einem Morgen in Bassano del Grappa für das Col Collective nach Semonzo; bereit, sich der ernstzunehmenden Prüfung zu stellen, mit der auch die Profis in der 19. Etappe des 2014er-Giro d’Italia in Form eines Zeitfahrens Bekanntschaft machen durften.

Semonzo ist Teil der kleinen Gemeinde Borso del Grappa, und bildet den offiziellen Ausgangspunkt des Aufstiegs. Nach dem Start liegt die Steigung bei 9 Prozent und dies ändert sich auf den ersten 9 Kilometern auch nicht wesentlich. Bei der Fahrt über die von Pappeln gesäumte Straße stellt sich angesichts der nicht unerheblichen Steigung und einer gleichzeitig drückenden Hitze die richtige Trittfrequenz und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr als unbedingtes Muss heraus, um die 20 Serpentinen zu überleben, die sich kurz hintereinander in der ersten Hälfte des Aufstieg in die Höhe winden.

Monte Grappa – Col Collective

Weite Ausblicke, in den Fels gehauene Tunnel, Paraglider und eine artenreiche Tierwelt sorgen für die nötige Unterhaltung, bis der Aufstieg sich auf halber Strecke öffnet und durch üppige Wiesen führt. Hier kann man die letzten Momente der Ruhe genießen, bevor die Steigung deutlich anzieht und regelmäßig im zweistelligen Bereich liegt, je näher man in Richtung Gipfel kommt. Spätestens hier bekommt man den Geist des Monte Grappa wirklich zu spüren. Mit dem Blick über die weiten, ruhigen Hänge ist es schwer, sich eine Zeit vorzustellen, zu der genau dieser Ort, der uns jetzt so schöne Erlebnisse beschert, erst vor ein paar Jahrzehnten Schauplatz von Szenen des Krieges und unvorstellbarer Gewalt war.

Wenn einem die Geschichte des Monte Grappa bewusst ist, weiß man zu schätzen, welch schierer Segen es ist, den Berg in Zeiten des Friedens genießen zu können. Zahlreiche Denkmäler erinnern uns daran, dass dies nicht immer der Fall war. In brutalen, blutigen Schlachten im ersten und zweiten Weltkrieg zwischen italienischen und österreichisch-ungarischen Truppen konnten die Italiener die Invasion abwehren, allerdings nicht ohne einen immensen Verlust an Menschenleben. Der Sacrario Militare del Monte Grappa auf dem Gipfel des Berges ist eine bewachte monumentale Grabstätte, in der 22.910 identifizierte und nicht identifizierte Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Am Monte Grappa verspürt man ein überwältigendes Gefühl der Spiritualität. Angesichts der allgegenwärtigen Erinnerung an den Krieg relativiert sich die bestandene Herausforderung des Berges und rutscht in die Bedeutungslosigkeit, begleitet von Gedanken und Momenten der Besinnung.

Monte Grappa ist ein italienischer Nationalschatz, der genossen und respektiert werden will. Und den man immer mal wieder besuchen sollte.

Video seht Ihr die Fahrt auf den Monte Grappa.

Statistik

Start: Semonzo
Länge: 18,5 km
Gipfel: 1.745 m
Höhenmeter: 1.530 m
Durchschnittliche Steigung: 8,3 %
Maximale Steigung: 14 %

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