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Rennräder

Giant Defy Advanced Pro 0 2015 – Test, Technik & Bilder

Mit dem relativ preisgünstigen 2015er Defy Advanced Pro 0 bietet Branchenriese Giant ein langstreckentaugliches System mit viel Komfort und Sicherheit.

Ganze 19 Rennräder konnten wir auf dem Demoday fahren und testen, viele davon mit Scheibenbremsen. Nicht alle haben uns mit den auffälligen Discs an Vorder- und Hinterrad optisch überzeugt. Das Giant Defy Advanced Pro 0 mit elektronischer Ultegra ist ein Vertreter der eleganteren Lösungen mit schicker Lackierung und nicht zu deutlich hervortretenden 140er Bremsen.

Auf dem Demoday der Eurobike war Regen leider vorherrschend. Gut ausgerüstet mit warmen Klamotten von Assos konnten wir trotzdem ein paar Kilometer auf dem Giant Defy Advanced 1 herunterreißen, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

Giant gibt Gas bei Scheibenbremsen

Ein Rennrad ohne Disc beim größten Radhersteller der Welt zu kaufen wird zunehmend schwieriger. Bis auf das Einsteigermodell Defy mit Alurahmen verfügen in der Saison 2015 alle Rennräder über Scheibenbremsen. Keine andere uns bekannte Firma forciert derart konsequent den Umstieg von der Felgenbremse auf Scheibe und nimmt damit auch einiges an Kritik auf sich. Letztlich wird sich die Disc aber über die nächsten 2-3 Jahre bei allen Herstellern durchsetzen.

Züge werden an Giants neuem Pro 0 natürlich innen verlegt. Durch die etwas aufrechtere Geometrie als bei kompromisslosen Racebikes verschwindet die hintere Bremsleitung recht steil im Unterrohr. Der Wechsel von Matt- zu Glanzoptik hat ihren Reiz.

Der Rahmen des Giant Defy Advanced Pro 0 2015

Das Defy Advanced Pro 0 gehört zu den Endurance-Bikes in Giants Rennrad-Portfolio und hat mit seinen Vorgängern die Gattung der praxisnahen “Komfortbikes” geprägt. Jenseits der Jagd nach noch mehr Aerodynamik und Leichtbaurekorden bietet das Defy Advanced Pro 0 eine Geometrie für entspanntes Fahren auf langen Strecken, eine tolle Ausstattung und viel Sicherheit.

Die Zugführung am Tretlager gestattet aber natürlich auch den Einsatz von mechanischen Zügen. Auf eine Tretlagerkappe hat Giant am Defy Advanced Pro verzichtet. Die Stromversorgung für die Ultegra Di2 kommt aus dem Sattelrohr.

Der T-700 Carbon-Rahmen des Defy Advanced Pro liegt gewichtstechnisch nur etwas oberhalb des SL mit dem SL ISP Carbonframe. Die Eigenschaften ähneln diesem aber sehr und bieten vor allem am Hinterbau erstaunlichen Komfort. Dies verdankt das Frameset vor allem den beiden tief angesetzten und sehr dünnen Hinterbaustreben mit einer geringen Aufwärtsbiegung.

In Kombination mit der Vollcarbongabel (1 1/4 zu 1 1/8″ Overdrive) aus Giants eigenem Regal bot sich uns auf der Testfahrt ein harmonisches Gesamtbild mit gutem Dämpfungskomfort. Einige Teerflicken und Spurrillen auf den Straßen rund um den Eurobike-Demoday waren gut geeignet um die vertikale Bewegung des Rahmens zu beurteilen. Durch den relativ großen Radstand des Defy Advanced Pro (995mm bei Größe M) kommt zusätzlich Laufruhe ins Spiel und lässt das Rad auch in schnellen Kurven sehr entspannt abrollen. Die bei Nässe mittelmäßigen Reifen gaben auf trockenen Abschnitten ebenfalls ein sehr gutes Bild ab.

Oversized auch am Tretlager mit einem BB86 (86mm) Lager, welches von Giant voll integriert verbaut wird. Der Hersteller nennt diese Vollintegration mit Lagerschalen aus Carbon PowerCore.

Komponenten und Ausstattung

Unser Testrad war mit einigen Alu-Komponenten aus dem hauseigenen Regal ausgerüstet. Dies betrifft den Vorbau, Lenker und die Sattelstütze. Ansonsten setzt Giant auf eine komplette Shimano Ultegra Di2 mitsamt der neuen hydraulischen Scheibenbremsen Ultegra BR-R785 und 140mm Discs mit Centerlock-Befestigung. Der Sattel wird von Fizik in Form des sehr beliebten Aliante angeliefert.

Keine Fremdware am Steuer. Vorbau und Lenker kommen aus Giants Alu-Regal.

An der linken Kettenstrebe findet sich der integriert verschraubte Ride Sense Sensor für die Geschwindigkeits- und Trittfrequenzmessung. Magneten waren am Testrad nicht verbaut. Die Technologie funktioniert tadellos per ANT+ mit dem hauseigenen Giant Neos Pro ANT+ Radcomputer, aber auch mit Computern anderer Hersteller mit ANT+ Funkübertragung.

Der Ride Sense Kadenz- und Speedsensor wird in die Aussparung der linken Kettenstrebe montiert. Dahinter ist gut der Auslass der hydraulischen Bremsleitung zu erkennen.

Auch bei Laufrädern und Reifen kann Giant sich auf seine eigenen Produkte verlassen und montiert die neuen P SL-0 Alu-Laufräder im Carbon-Look mit Disc-Kompatibilität, die man in Zusammenarbeit mit DT Swiss entwickelte. Die Schnellspanner stammen ebenfalls von den Schweizern. Mit einem Gewicht von 1590g liegen die recht hohen Alu-Felgen im System auf einem guten Niveau.

Die Laufräder hinterlassen mit den P-SLR1 Slicks in 700x25C als System einen guten Eindruck, nur in schnellen Kurven erschien die Gummimischung auf den nassen Straßen rund um die Messe ein wenig überfordert. Wir haben deswegen ein wenig Druck abgelassen, um mehr Traktion zu erhalten.

Systemlaufrad Giant P-SL0 mit den hauseigenen Reifen P-SLR1.

Giant verzichtet in seiner Defy-Serie auf Steckachsen, wie es einige andere Hersteller tun und verbaut, wie schon erwähnt, Schnellspanner von DT Swiss. Das Quick-Release-System der Spanner lässt sich einhändig öffnen und schließen und ist eine Weiterentwicklung der schon seit Jahren bekannten Spanner des Schweizer Laufradspezialisten.

Für Speed sorgt im Antrieb übrigens eine abolute Top-Kette. Die KMC X11SL ist über jeden Zweifel erhaben und ganz sicher keine versteckte Sparlösung!

Schnellspanner von DT Swiss statt Steckachsen –  eine 140mm-Disc sorgt an der Hinterachse für Verzögerung.

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