Share

Rennräder

Cervélo R2 – Test, Technik & Bilder

Mit dem R2 wagt sich Cervélo in ganz neue Preissegmente, die dem Premium-Hersteller aus Kanada bisher fremd waren. Durch Downsizing bei der Komponentenauswahl ist nun der Einstieg in die Cervélo-Welt auch deutlich unter der 3K€-Grenze möglich.

Überaus erfreulich ist, dass Cervélo bei der Konzeption des R2 auf den hochwertigen Vollcarbon-Rahmen R3 aufbaut und diesen nur mit einer etwas günstigeren Gabel ausstattet.

Das Pro-Team Garmin-Sharp fuhr auf dem R3 und dem R3 Mud (im Einsatz bei den Klassikern wie zum Beispiel Paris-Roubaix) zahlreiche Podestplätze ein und setzt nach wie vor auf diesen sehr leichten Rahmen. In den letzten Jahren profitierte vor allem das R3-Frameset von den zahlreichen Innovationen von Cervélos “Project California”, bei dem u.a. die Rohr-Technologie Squoval 3 und das neue Kabelmanagement erstmals zum Einsatz kam.

Das Cervélo R2 setzt auf den R3-Rahmen mit einer etwas preiswerteren Gabel. Der günstige Preis kommt ansonsten durch eine andere Komponentenauswahl zustande.

Rahmen und Gabel des Cervélo R2

Man nehme den wirklich feinen R3-Rahmen, gebe ihm eine neue Lackierung im nach wie vor angesagten Weiß und verbaue darauf eine etwas einfachere Gabel und Komponenten der Einsteigerklasse – fertig ist der leichte Rennbolide mit viel Luft nach oben. Das R3 wird von Cervélo nur noch mit Ultegra und Ultegra Di2 angeboten, das R2 ausschließlich mit Shimano 105.

Wer beim Radkauf auf das Geld schauen muss, und dass dürfte das Gros sein, ist gut beraten beim Rahmen auf Qualität und Gewicht zu achten. Wenn später der Bedarf nach weniger Gewicht oder hochwertigen Anbauteilen entsteht, lässt sich so recht einfach und preisgünstig das Rad aufrüsten anstatt ein neues kaufen zu müssen.

Es gibt eine Rahmeneigenschaft die das R3 bekannt gemacht hat und woran dieser sehr leichte Rahmen auch ohne Lackierung sofort zu erkennen ist. Gemeint sind die dünnen Carbon-Sitzstreben, die auf den ersten Blick nicht unbedingt vertrauensfördernd sind, aber zuverlässig und überhaupt nicht fragil ihren Job tun. Rechteckige und relativ volumige Rohre sorgen jenseits des Hinterbaus für maximale Steifigkeit bei geringem Gewicht. Unsere Rahmengröße 54 liegt etwas unterhalb der 1000-Gramm-Marke und bietet jede Menge Spielraum für ein leichtes Bergrad, wenn man es später aufrüsten möchte.

Der Rahmen des R2 ist eigentlich ein R3 mit neuer Lackierung. Die kantigen Rohre und die filigranen Sitzstreben sind typisch für dieses Modell.

Das Cervélo R2 wird zwar mit der mechanischen Shimano 105-Gruppe ausgeliefert, kann aber problemlos mit einer beliebigen elektronischen Gruppe aufgerüstet werden. Die dafür notwendigen internen Kabel- und Zugführungen sind vorhanden. Cervélo spricht dabei von “Future-Proof Cable Management”, also einem zukunftssicheren Kabelmanagement. Heute haben aber eh fast alle neuen Modelle aller Hersteller dieses Ausstattungsfeature.

Die Züge für den Umwerfer und das Schaltwerk werden parallel in das R2-Unterrohr eingeführt und erzeugt einen sehr aufgeräumten Look.
Das Schaltseil des 105er Schaltwerks RD 5800 verlässt die rechte Kettenstrebe mittig.

Am Tretlagergehäuse haben die Kanadier eine recht große Aussparung für das Umwerfer-Schaltseil einlaminiert und mit einer Zugführung versehen. Der Zug wird um das Tretlager geführt und nach oben zum Umwerfer geleitet. Daneben verläuft der Schaltwerkzug durch die rechte Kettenstrebe und mündet über dem Schaltwerk – sauber gemacht, das hinterlässt ein aufgeräumtes Gesamtbild.  Das hintere Bremsseil wird durch das Oberrohr geführt.

Das Tretlager ist asymetrisch konzipiert und bietet auf der linken Seite 11mm mehr Breite. Diese Maßnahme erlaubt etwas mehr Volumen bei allen Rohren die vom Tretlager ausgehen, um die Steifigkeit im Tretlagerbereich zu erhöhen ohne mehr Material verbauen zu müssen.

Die Sitzposition auf dem Rad lässt sich wohl als recht entspannte Racer-Position bezeichnen. Bei Rahmengröße 54 unseres Testrads lagen 548mm Oberrohr, 148mm Steuerrohr (73,1°) und ein Sitzwinkel von 73° an.

Eine Sparmaßnahme am R2 stellt die Gabel dar. Im Vergleich zur R3-Gabel ist diese etwas schwerer, besteht aber ebenso zu 100% aus Carbon mit komprimierten Dropouts und konischem Rohr.

Komponenten

Um den Preis des sonst 1800 Euro teuren Framesets (Rahmen, Gabel, Sattelstütze und Steuersatz) zu drücken und ein Komplettrad für weniger als 3000 Euro anbieten zu können, mussten einige Mittelklasse-Komponenten weichen.

Am Cervélo R2 ist eine FSA Gossamer Compact-Kurbel BBright (50/34) und die Felgenbremsen der gleichen Serie montiert. Dazu gesellen sich Umwerfer, Schaltwerk, STI‘s und Kassette aus Shimanos neuer 105er Gruppe 5800 mit 11fach-Antrieb.

Vorbau und Steuersatz liefert 3T mit 3T ARX und 3T Ergonova an. Beides sind Komponenten die im Einsteigersegment tolle Qualität zu sehr moderaten Preisen und gefälligen Gewichten offerieren.

3T ARX Vorbau und 3T Ergonova Lenker.

Beim Sattel fällt der Selle Royal Seta ins Auge, der nicht nur schwer aussieht, sondern mit 270g auch wirklich schwer ist. Auch hier war der Preis ganz sicher ein elementarer Faktor.

Ungewöhnliche Wahl: der Selle Royal Seta ist schwer, günstig und mittelmäßig bequem. Hier werden ambitionierte Fahrer wohl zuerst den Rotstift ansetzen und einen Austausch vornehmen.

Als Laufräder wählte Cervélo den sehr preiswerten Systemlaufradsatz Shimano WH-RS010 auf Vittoria Rubino Pro Reifen. Dieser knapp 1900 Gramm schwere Satz wurde erst in diesem Sommer für die neuen 11fach-Schaltungen von Shimano in das Sortiment aufgenommen.

Sytemlaufräder Shimano RS010 – steif, spurtreu, gutmütig aber keine Sprinter.

Share

Geschäftsbedingungen

Gib bitte deine Email Adresse an, damit wir dich mit News, Updates und den neuesten Angeboten versorgen können. Falls du nicht mehr interessiert bist, kannst du dich jederzeit abmelden. Wir geben deine Daten nicht an Dritte weiter und werden dir nur Nachrichten schicken, die dich auch interessieren. Versprochen!

Read our full Privacy Policy as well as Terms & Conditions.

production