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Reise & Trainingslager

Mit dem Rennrad in die Französischen Alpen – ein Leitfaden

Von der Planung über die Unterkunft bis hin zu den Bergen, die man auf keinen Fall auslassen sollte

Es gibt nur wenige Fleckchen Erde, die mit den Französischen Alpen verlgeichbar sind . Sie sind geheimnisvoll, bergen viele Herausforderungen und sorgen für jede Menge Fahrspaß.

Die Tour de France hat dafür gesorgt, dass die Französischen Alpen zum Rennrad-Kult geworden sind. Legendäre Steigungen wie der Col du Telegraphe, Col du Galibier, Col de la Madeleine und natürlich Alpe d’Huez haben den Fahrern schmerzende, schweißtreibende aber auch glückliche und ruhmreiche Momente beschert.

Die Französischen Alpen – ein Muss für jeden Radsportler

Für ein einzigartiges Erlebnis reisen Jahr für Jahr Radsportler aus aller Welt in die Französischen Alpen, um die Schauplätze, die viele nur aus dem Fernsehen kennen live zu erleben und sich den gleichen Herausforderungen stellen wie die Profis. Wer Alpe d’Huez von deiner To-Do-Liste streichen, seine Zeit auf einem Strava-Segment mit der von Profis vergleichen oder einfach nur die Atmosphäre an den Schauplätzen des größten Radsportrennens aller Zeiten genießen möchte, sollte nicht lange zögern und sein Vorhaben in die Tat umsetzen.

Bevor man sich allerdings einigen der anspruchsvollsten Bergpässe stellt, sollte man seinen Trip gründlich planen. Wir sagen euch, wann die günstigste Zeit für eine Reise in die Französischen Alpen ist, wo man am besten unterkommt und welche Pässe man sich unbedingt auf den Plan schreiben sollte.

Die beste Zeit für einen Trip in die Französischen Alpen

Das bergige Terrain macht die Französischen Alpen etwa das halbe Jahr zum Eldorado für Wintersportler. In dieser Zeit macht es natürlich wenig Sinn, dort mit dem Rennrad aktiv zu werden. Die legendären Bergpässe sind in dieser Zeit ohnehin von Eis und Schnee bedeckt.

Optimal sind die Monate zwischen Mai und September. Wobei höhere Steigungen wie beispielsweise der Col du Galibier, der sich bis auf 2,646 Meter erstreckt je nach Schneefall im Winter erst ab Mitte Juni befahrbar sind.

Wenn man sicher gehen möchte, in den Französischen Alpen auch tatsächlich alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können, ist man du auf der sicheren Seite wenn man seinen Trip zwischen Juni und August plant. Mit Spitzentemperaturen im Tal von an die 30 Grad, ist es unwahrscheinlich, dass höher gelegene Bergpässe geschlossen sind. Dennoch sollte man die Temperaturunterschiede zwischen Tal und Berg nicht unterschätzen. Hinzu kommt, dass die Wetterverhältnisse in den Französischen Alpen sehr schnell umschlagen können. Man ist also gut beraten, sich auf alle Eventualtitäten vorzubereiten.

Eine Tour mit dem Rennrad in den Französischen Alpen sollte auf der To-Do-Liste eines jeden Radsportlers stehen. (Foto: Loris Von Siebenthal)

Da die Tour de France jedes Jahr im Juli ausgetragen wird, ist dies der populärste Monat, um die Region zu besuchen. Hat man allerdings keine Lust auf den ganzen Trubel, den die Frankreich-Rundfahrt mit sich bringt, bleiben noch die Wochen vor und nach dem Rennen. Aber auch der September ist in der Regel noch ein super Monat mit guten Bedingungen.

Die Französischen Alpen – super Plätze, um das Lager aufzuschlagen

Die Französischen Alpen umfassen ein riesiges Gebiet und das Terrain macht es nicht immer einfach, von A nach B zu kommen. Aus diesem Grund sollte man sorgfältig abwägen, wo man sich niederlässt. Schon im Vorfeld der Reise sollte man sich überlegen, welche Steigungen man bezwingen möchte und sich daran orientieren. Zum Glück gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Unterbringung, möchte man sich hauptsächlich im Gebiet der großen Bergpässe bewegen.

Bourg d'Oisans liegt am Fuße von Alpe d'Huez und ist ein exzellenter Platz für alle Radsportler, die die umliegenden Berge erkunden wollen. (Foto: Media-24)

Bourg d’Oisans

Bourg d’Oisans ist eine kleine Gemeinde im Tal der Romanche und, da am Fuße von Alpe d’Huez gelegen, ein sehr wichtiges Plätzchen für Radsportler. Der kleine Ort hat sich bestens auf Radsportler eingestellt und ist tatsächlich optimal gelegen, da von dort aus verschiedene große Steigungen gut zu erreichen sind. Hierzu zählen der Col du Glandon, Col de Sarenne, Col du Galibier, Les Deux Alpes und einige weniger bekannte Aufstiege. Wenn man sich Alpe d’Huez stellen möchte, wirt man auf seiner Tour von einer wunderschönen Landschaft begleitet. Diese könnte allerdings in den Hintergrund rücken, wenn man sich gegen Ende durch die 21 Haarnadelkurven kämpfen muss. Muss man tatsächlich kapitulieren, gibt es Busse, die einen samt Rennrad wieder zurück auf 1.860 Meter bringen.

Saint-Jean-de-Maurienne

Saint-Jean-de-Maurienne ist die größte Stadt im Tal der Maurienne und bezeichnet sich selber als die Hauptstadt des Bergauffahrens. Für alle, die soviele Tour-de-France-Anstiege wie möglich mitnehmen möchten, ist Saint-Jean-de-Maurienne ein weiterer guter Platz, um sich niederzulassen. Von dort aus hat man es nicht weit zum Galibier, Glandon, Madeleine, Croix de Fer oder zum schönen Lacets de Montvernier, der im letzten Jahr Bestandteil der Tour de France war. Dringt man ein wenig weiter ins Maurienne-Tal vor, wäre auch La Chambre ein gutes Plätzchen für die Unterbringung. Von dort aus erreicht man den höchsten überfahrbaren Pass in den Französischen Alpen Col de l’Iseran oder den Mont Cenis an der Grenze zu Italien.

Annecy

Annecy liegt am nördlichen Ufer des gleichnamigen Sees und war Schauplatz der 2013er-Ausgabe der Tour de France. Es war Nairo Quintana, der damals auf der finalen Steigung auf den Semnoz triumphierte. Die Stadt an sich ist sehr schön und wird aufgrund seines Kanalnetzes gelegentlich auch als das Venedig der Alpen bezeichnet. Auch Annecy ist eine super Anlaufstelle, um sein Quartier aufzuschlagen.

Annecy liegt an den Ufern des wunderschönen und gleichnamigen Sees. Diese Region der Französischen Alpen bietet einige atemberaubende Bergseen, in denen man sich zwischendurch eine Abkühlung verschaffen kann. (Foto: Sandra Vos / Creative Commons)

La Semnoz erstreckt sich bis hoch über die Stadt. Der Gipfel ist über fünf verschiedene Routen zu erreichen. Der näheste Tour-de-France-Anstieg ist allerdings der Col de la Colombiere. Ansosnten eignet sich Annecy bestens, um weniger bekannte Berge zu bezwingen. Im Großen und Ganzen sind die Bergpässe in dieser Region nicht so hoch und steil. Dafür bieten sie einen wunderschönen Ausblick auf den See.

Morzine

Morzine ist im Winter die Anlaufstelle für Skifahrer und Snowboarder. Im Sommer machen sich dort Action-Sportler breit. Die Stadt liegt am Fuße des Col du Joux Plane, der bei der diesjährigen Tour de France den letzten Auf- und Abstieg stellte. Weitere super Steigungen in der Nähe sind der Col De Ramaz, der ebenfalls regelmäßig Bestandteil der Tour de France ist und der Col de la Joux Verte. Viele Mountainbiker schlagen in Morzine ihre Zelte auf, um im Gebiet rund um Portes du Soleil zu pedalieren. Neben den sportlichen Möglichkeiten bietet die Stadt noch eine ganze Palette an Restaurants und Bars, um sich von den Strapazen des Tages zu erholen.

Briancon

Weiter im Süden befindet sich Briancon, eine wahrhaft malerische Stadt, die das perfekte Motiv für eine Postkarte wäre. Von dort aus gelangt man schnell auf den Col d’Izoard mit seinen 2.360 Höhenmetern. Der südliche Anstieg des Col du Galibier, ein weiterer legendärer Pass der Frankreich-Rundfahrt, ist von Briancon ebenfalls gut zu erreichen.

Briancon ist die am höchsten gelegene Stadt Frankreichs. Die Region bietet ebenfalls tolle Steigungen wie den Col d'Izoard, Col du Granon oder Sestriere. (Foto: Michel Coiffard / Creative Commons)

Näher an der Stadt gelegen ist allerdings der Col du Granon, der ebenfalls nicht ohne, dafür aber abgelegener ist. Er erstreckt sich über 16,5 Kilometer und birgt eine durchschnittliche Steigung von 7,2 Prozent. Pedaliert man über die Skigebiete Montgenevre und Sestriere (ebenfalls schon Schauplatz der Tour de France gewesen), gelangt man von Briancon aus auch nach Italien.

Barcelonnette

Bewegt man sich weiter in Richtung Nizza, kommt man nach Barcelonnette, einem weiteren Paradies für Kletterziegen, welches allerdings schon sehr südlich in den Französischen Alpen liegt und nicht so touristenüberlaufen ist. Der Col de la Bonette, der bereits vier Mal Bestandteil der Tour de France war, ist der interessanteste Anstieg dieser Region.

Er erhebt sich bis auf 2.715 Meter oder sogar 2.802 Meter sofern man die Cime de la Bonette weiterfährt, welche die höchstgelegene asphaltierte Straße Frankreichs ist. Weitere Steigungen in der Nähe von Barcelonnette sind der atemberaubende Col d’Allos und der Col de la Cayolle.

Die Highlights der Französischen Alpen

Die Französischen Alpen sind ein wahrer Spielplatz für Radsportler. Sie beherbergen zahlreiche Steigungen, die man von der Tour de France kennt und unzählige Pässe abseits von Trubel und Touristen. Die folgenden fünf Highlights sollte man sich auf den Plan schreiben, steht eine Reise in die Französischen Alpen auf dem Programm:

Die Dutch Corner (Alpe d'Huez) ist wohl die bekannteste Kurve der Tour de France. (Foto: SWPix.com)

1.) Alpe d’Huez

Alpe d’Huez ist der längste, höchste und steilste Anstieg in den Französischen Alpen. Dank der Tour de France ist er zudem auch der Bekannteste. Die italienische Legende Marco Pantani hält den offiziellen Rekord. Er startete in Bourg d’Oisans und legte die 14,454 Kilometer in 37 Minuten und 35 Sekunden zurück. Der Kolumbianer Nairo Quintana brauchte dafür 39 Minuten und 22 Sekunden. Wie dem auch sei, für die meisten Normalsterblichen wäre es eine fantastische Leistung, die 21 Haarnadelkurven in unter einer Stunde hinter sich zu bringen. Ist man während der Tour de France auf diesem legendären Anstieg unterwegs, muss man unbedingt einen Abstecher zur Dutch Corner machen. Sie ist wohl die bekannteste Kurve überhaupt im Radsport.

Länge: 14,45 Kilometer von Bourg d’Oisans, 13,2 Kilometer vom direkten Beginn der Steigung
Durchschnittliche Steigung: 8,1 Prozent
Höhenmeter: 1.071

2. / 3.) Col du Galibier und Col du Telegraphe

Den Galibier kann man sowohl von Norden als auch von Süden befahren. Bekannter ist allerdings die nördliche Auffahrt von Valloire aus. Der Haken an der Sache ist nur, dass man, möchte man den Galibier von dieser Seite aus bezwingen, automatisch auch den Col du Telegraphe hinter sich lassen muss. Das macht die Sache zwar zu etwas Besonderem, bringt einen aber auch an die Belastungsgrenze. Nicht umsonst ist das La-Marmotte-Jedermannrennen, welches zu allem Überfluss auch noch Alpe d’Huez und den Col du Glandon beherbergt, eine der größten Herausforderungen im Radsport überhaupt. Ist man allerdings erst einmal ganz oben auf dem Galibier, kann man sich über einen genialen Ausblick freuen. Der tolle Blick über die schneebedeckten Gipfel des La Meije und der Pelvoux-Gerbirgsgruppe lässt einen die schweißtreibenden Strapazen des vorangegangenen harten Aufstieges für einen Moment vergessen.

Col du Telegraphe

Länge: 11,8 Kilometer
Durchschnittliche Steigung: 7,8 Prozent
Höhenmeter: 856

Col du Galibier

Länge: 18,1 Kilometer
Durchschnittliche Steigung: 6,9 Prozent
Höhenmeter: 1.245

Der Col de la Madeleine ist einer der schönsten Bergpässe in den Französischen Alpen. (Foto: Loris Von Siebenthal)

4.) Col de la Madeleine

Es gibt zwei Wege, die einen auf den Madeleine führen und jeder stellt seinerseits eine echte Herausforderung da. Der Aufstieg ist zwar einer der härtesten in den Französischen Alpen, dafür aber auch einer der schönsten. Die Route von La Chambre (in der Nähe von Saint-Jean-de-Maurienne) ist 19 Kilometer lang und hat eine Steigung, die auf der gesamten Strecke nie unter acht Prozent beträgt.

Entscheidet man sich für die alternative Route von Augueblanche, bekommt man es zwar nur mit einer durchschnittlichen Steigung von 5,4 Prozent zu tun, muss aber eine Strecke von insgesamt 28,3 Kilometern zurücklegen. Diese beinhaltet etwa auf der Hälfte eine kurze Abfahrt von drei Kilometern auf die direkt die wahre Herausforderung dieser Route folgt. Die finalen 12 Kilometer wartet ein durchschnittlicher Steigungswinkel von 7,4 Prozent auf einen. Manche Sektionen bringen die Beine sogar mit einer Steigung von zehn Prozent zum brennen.

Südlicher Aufstieg von La Chambre

Länge: 19 Kilometer
Durchschnittliche Steigung: 8 Prozent
Höhenmeter: 1.529

Nördlicher Aufstieg von Augueblanche

Länge: 28,3 Kilometer
Durchschnittliche Steigung: 5,4 Prozent
Höhenmeter: 1.540

Der Lacets de Montvernier gab sein Tour-de-France-Debut bei der letztjährigen Ausgabe.

5.) Lacets de Montvernier

Der Lacets de Montvernier hat es via Wildcard in unsere Highlights geschafft. Mit gerade mal 277 Höhenmetern sieht er gegen die vorangegangenden Bergpässe eher blass aus. Was ihm an Höhe und Schwierigkeitsgrad fehlt, macht er allerdings mit seinen 18 Haarnadelkurven auf gerade mal 3,4 Kilometern Länge wieder wett. Bei der Tour de France 2015 versetzte der majestetische Anblick dieses Serpentinen-Anstiegs unzählige Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt in Staunen.

Länge: 3,4 Kilometer
Durchschnittliche Steigung: 8,5 Prozent
Höhenmeter: 277

Die Anreise zu den Französischen Alpen

Mit dem Flugzeug

Möchte man mit dem Flugzeug in die Französischen Alpen reisen, kann man zwischen zwei Zielflughäfen wählen – Genf und Lyon. Hat man allerdings Briancon als Ziel auserkoren, ist man mit dem Flughafen in Turin am besten beraten. Soll Barcelonnette die Destination werden, ist ein Flug nach Nizza zu empfehlen.

Mit dem Zug

Mit dem Zug nach Frankreich zu kommen ist kein Problem und das Bahnnetz dort ist so gut ausgebaut, dass man so ziemlich jede Region anfahren kann. Sollte die Deutsche Bahn nicht mal wieder streiken oder Verspätung haben, steht einer bequemen Anreise mit dem Zug also nichts im Wege.

Mit dem Auto

Wer ein großes Auto oder einen Dachgepäckträger hat, kann natürlich auch mit dem Auto in die Französischen Alpen reisen. So ist man ungebunden und kann an schönen Fleckchen eine Pause einlegen wann immer einem danach ist. Es gibt sogar mit dem Auto befahrbare Alpenpässe, die sich bis auf 2.000 Meter Höhe erstrecken.

Ein wenig Vorbereitung und Planung und es könnte schon bald ein Foto wie dieses hier entstehen, auf dem man selber abgebildet ist. (Foto: Antton Miettinen / Strava)

Die Französischen Alpen – Pauschalreise oder Planung in Eigenregie?

Es gibt zwei Wege, einen Trip in die Französischen Alpen zu organisieren. Entweder man wendet sich an einen Veranstalter, der einem die meiste Arbeit abnimmt oder man plant und bucht in Eigenregie. Hier sind die Vor- und Nachteile der beiden Möglichkeiten.

Veranstalter

Ein Veranstalter nimmt einem viel Stress bei der Planung eines Trips ab. In der Regel kümmert er sich um so ziemlich alles, was bis zur Ankunft im Hotel anfällt. So braucht man sich keine Gedanken über den Transfer zum Flughafen und vom Flughafen zur Unterkunft machen, welche ebenfalls vom Organisator gebucht wird. Auch die Routen zu umliegenden Fahradverleihs sollte er für einen parat haben, sofern man ohne eigenes Rennrad reist. Meistens hat dieser Service aber auch einen stolzen Preis. Zudem ist man größtenteils an einen vorgeschriebenen Ablaufplan gebunden.

Planung in Eigenregie

Alternativ kann man seinen Trip natürlich auch von vorne bis hinten selber organisieren. Diese Möglichkeit ist in der Regel günstiger und man ist weitaus flexibler. Wacht man morgens auf und hat mehr Lust auf eine andere Tour als die eigentlich geplante, kann man seiner spontanen Eingebung folgen und muss sich nicht an einen festen Plan halten.

Auch kann man seine Zelte in abgelegeneren Gegenden aufschlagen, die einem mehr Outdoor-Feeling vermitteln als eine vom Veranstalter gebuchte Unterkunft. Im Umkreis der meisten Städte gibt es zahlreiche Ferienwohnungen, Hotels oder andere Schlafmöglichkeiten. Allerdings ist die Planung in Eigenregie auch umfangreich und kann in Stress ausarten.

Der Col du Galibier ist einer der Riesen in den Französischen Alpen. Er erstreckt bis auf eine Höhe von 2.645 Metern. (Foto: cyclepig / Creative Commons)

Die Vorbereitung auf den Trip in die Französischen Alpen

Mit dem Rennrad in den Französischen Alpen zu pedalieren, ist sowohl eine schöne als auch eine herausfordernde Erfahrung. Wie bei allen Abenteuern auf unbekanntem Terrain muss man sich auch für die Zeit in den Bergen auf alle Eventualitäten vorbereiten.

Das Bike-Setup

Zunächst sollte man sich Gedanken über das Terrain machen, genauer gesagt darüber, ob das Bike-Setup sich für die bevorstehenden Strapazen eignet. Schließlich ist es etwas anderes, sich über die Bergpässe der Französischen Alpen zu kämpfen, als in heimischen Gefilden eine Tour zu fahren.

Erfahrene Kletterziegen würden vermutlich zu einem 53-39Z- oder noch wahrscheinlicher zu einem semi-kompakten 52-36Z-Kurbelsatz greifen, wohingegen der Großteil wohl zu einer Kombination aus 50-34Z-Kurbelgarnitur gepaart mit einer 11-28Z-Kassette tendieren würde. Alle, die Klettern eher nicht zu ihrer Paradedisziplin zählen, sollten zu einer Kassette mit 30er- oder sogar 32er-Zahnkranz greifen, sofern das Bike genügend Spielraum für eine solche Lösung bietet. So hat man ein oder sogar zwei Gänge mehr zur Verfügung, was einem auf steileren Passagen helfen kann.

Training

Allerdings hilft das beste Bike-Setup in den Französischen Alpen nur wenig, wenn während der Vorbereitung das nötige Training zu kurz kommt. Bindet man keine Blöcke ähnlicher Schwierigkeit und Länge in sein Training ein, kann ein Alpenpass schnell zur Tortur werden und der Spaß verloren gehen. Strava eignet sich beispielsweise bestens, um herauszufinden, was einem die geplanten Routen in den Französischen Alpen abverlangen werden.

Sollen die Französischen Alpen als schönes Abenteuer in Erinnerung bleiben, sollte man neben seinem Bike auch sich selber bestens auf den Trip vorbereiten.

Das Wetter

Das ganze Jahr über können sich die Wetterverhältnisse in den Französischen Alpen sehr schnell ändern. Es ist also ebenso wichtig, darauf vorbereitet zu sein. Gerade in Früh- und Spätsommer können die Temperaturen innerhalb einer Woche drastisch schwanken. Es ist keine Seltenheit, dass man an einem Tag von Sonnenschein und bis zu 40 Grad begleitet wird und ein paar Tage später schaffen es die Temperaturen gerade so in den zweistelligen Bereich. Wenn es hart auf hart kommt, können sogar starker Regen oder Hagel auf dem Programm stehen. Auf den höchsten Pässen kann es sogar noch zu Schneefall kommen.

Die richtige Kleidung

Es ist also mehr als ratsam, neben dem Sommeroutfit auch Bein- und Armwärmer, eine wasserdichte Jacke, eine Weste, Überschuhe und Handschuhe mit langen Fingern einzupacken. Wie gesagt, die Temperaturen können in höheren Lagen drastisch sinken und man muss nach dem Aufstieg ja auch wieder nach unten. Die ganzen Teile helfen einem natürlich nichts wenn man sie im Hotel liegen lässt weil sie zu sperrig sind. Vielmehr müssen sie sich so kompakt verstauen lassen, dass man sie auf dem Bike mitnehmen kann und Zugriff darauf hat, sobald die Wetterverhältnisse und Temperaturen es erfordern.

Ersatzteile und Werkzeug

Des Weiteren sollte man die gleiche Ersatzausrüstung dabei haben, die man auch auf heimischen Ausritten mitführt. Im Ernstfall ist man froh, wenn man Werkzeug und Ersatzteile im Gepäck hat. Unsere Empfehlung wären Ersatzschläuche, Reifenheber, eine Pumpe oder ein CO2-Kanister, Flickzeug, ein ordentliches Multitool und was man sonst noch für eine längere Tour benötigt, also beispielsweise Kettenfett oder ein Ladegerät für elektronische Gruppen (sofern man stolzer Besitzer einer solchen ist). Es kann auch nicht schaden, ein wenig Werkzeug im Hotel zu parken, um nach einem Tag im Sattel gegebenenfalls größere Reparaturen durchführen zu können.

Beim packen muss man sich, sofern man mit dem Flugzeig in die Französischen Alpen reist, auch über die genauen Richtlinien der Airlines informieren, um zu wissen, welche Dinge man im Handgepäck transportieren darf und welche nicht. Auch die Transportmöglichkeit einen Bikes und die damit einhergehenden Kosten sollte man im Vorfeld abklären, um am Check-in-Schalter keine böse Überraschung zu erleben.

Da das Wetter in den Französischen Alpen das ganze Jahr über sehr stark variieren kann, sollte man sich auch bezüglich des Outfits für alle Eventualitäten wappnen. (Foto: Media-24)

Weitere Informationen zu den Alpen

Wir sprechen hier die ganze Zeit von den Französischen Alpen. Natürlich gibt es noch weitere Länder – insgesamt sind es acht – die sich das höchste europäische Gebirge teilen. Neben Frankreich, spielen auch Deutschland, Italien, Österreich, die Schweiz, Slowenien, Liechtenstein und Monaco eine Rolle. Nicht selten sind Bergetappen der Tour de France länderübergreifend. Ein sehr beliebter Schauplatz der Frankreich-Rundfahrt ist beispielsweise Sestriere in Italien. Bei der diesjährigen Ausgabe machte das Peloton zudem einen Abstecher in die Schweiz.

Interessante Events und Jedermannrennen in den Französischen Alpen

L’Etape du Tour

Die Etape du Tour wird von ASO, den Organisatoren der Tour de France veranstaltet. Für gewöhnlich wird für das Rennen eine wichtige Bergetappe in den Alpen oder den Pyrenäen auserkoren, die im gleichen Jahr auch bei der Frankreich-Rundfahrt gefahren wird. Für das große Fahrerfeld der Etape du Tour werden alle befahrenen Straßen gesperrt. Ausgetragen wird das Jedermannrennen in der Regel eine Woche bevor die Profis in die Tour de France starten.

La Marmotte

La Marmotte ist eines der beliebtesten Jedermannrennen der Welt. Auf der 174 Kilometer langen Route müssen sich die Fahrer dem Glandon, Telegraphe, Galibier und Alpe d’Huez stellen. Zartbeseitete sollten sich also besser zwei Mal überlegen, ob sie diese Herausforderung annehmen. Für gewöhnlich findet La Marmotte jedes Jahr am ersten Samstag im Juli statt.

Haute Route Alps

Anders als die beiden eben angesprochenen Events beinhaltet Haute Route Alps sieben aufeinanderfolgende Etappen im gleichnamigen Gebiet. Insgesamt muss man hier über 800 Kilometer mit vielen anspruchsvollen Steigungen meistern.

Paris-Nizza-Challenge

Dieses Jedermannrennen ist relativ neu und wird ebenfalls von ASO veranstaltet. Dadurch das es in den flacheren Alpen, genauer gesagt am südlichen Rand, ausgetragen wird, ist es nicht ganz so kräftezehrend wie die anderen eben erwähnten Events. Da es genau wie der Pro-Klassiker Paris-Nizza bereits im März stattfindet, ist es ein guter Test zu Beginn der Saison.

Die Etape du Tour zieht Jahr für Jahr tausende von Radsportlern in die Alpen, die sich auf einer der anspruchsvollen Tour-de-France-Etappen beweisen möchten. (Foto: Pierre Alessandri / Etape du Tour)

Nützliche Links für die Vorbereitung auf einen Trip in die Französischen Alpen

Städte

http://bourgdoisans.com

http://de.morzine-avoriaz.com

http://de.lac-annecy.com

http://www.saintjeandemaurienne.com

http://www.savoie-mont-blanc.com

http://bike-oisans.com

Events

https://www.asochallenges.com

http://marmotte.sportcommunication.info

http://www.hauteroute.org

Geschäftsbedingungen

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