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Ratgeber

Verengung der Beckenarterie bei Radsportlern – ein Erfahrungsbericht

Die Verengung (Endofibrose) der inneren Beckenartiere ist eine nicht ungewöhnliche, aber noch recht unbekannte Erkrankung bei Radsportlern.

Aktiven Radsportlern sind Verletzungen und Schmerzen nichts Neues. Es kommt immer wieder mal zu Rückenbeschwerden, Knieschmerzen und muskuläre Verspannungen. Aber es gibt auch Erkrankungen, die zwar nicht ungewöhnlich, aber noch relativ unbekannt sind und daher von Radsportlern nicht als solches erkannt und behandelt werden. Dazu zählt die Verengung der Beckenarterie, die auch als Endofibrose bezeichnet wird.

Als qualifizierte Sportmassagetherapeutin habe ich ein eigennütziges Interesse an Erkrankungen und Behandlungen, die Sportler heimsuchen. Auch mir war diese Erkrankung unbekannt, bis ein Vereinskollege nach einer jahrelangen Suche damit diagnostiziert wurde. In diesem Artikel erklärt er anhand seiner eigenen Erfahrung wie sich diese Erkrankung bemerkbar macht und behandelt wurde.

Die Verengung (Endofibrose) der Beckenarterie ist noch eine relativ unbekannte Erkrankung, von der Radsportler betroffen sein können.

Die Beckenarterie

Die Hauptschlagader teilt sich in der Höhe des Bauchnabels in die jeweils rechte und linke Beckenarterie auf, die das Blut in die Beine leiten. Von dort verzweigt sich die Hauptarterie weiter in die äußere und innere Beckenarterie. Beide Arterien versorgen das das Beckengewebe, das Gesäß, die Geschlechtsorgane und die Beine mit Blut, wobei die innere Beckenartiere, die sich von der äußeren abzweigt, das Blut in den mittleren Teil des Oberschenkels leitet.

Die ersten Symptome sind ziemlich unspezifisch: Endofibrose macht sich bei einigen durch ein Kribbeln oder Krämpfe in den Beinen bemerkbar, wenn die Intensität zunimmt.

Was ist eine Verengung (Endofibrose) der Beckenarterie?

Bei der Endofibrose der äußeren Beckenarterie handelt es sich um eine Verdickung (Fibrose) der Arterienwand, was zu einer Verengung der Arterie führt. Es kommt auf der betroffenen Seite zu einer verminderten Durchblutung der Muskeln und des Gewebes im Bein. In einigen Fällen ist die gemeinsame Hüftarterie oder die Femoralarterie (Oberschenkelschlagader) von der Fibrose betroffen.

Durchblutungsstörung: Nicht nur ein Problem der älteren Bevölkerung

Wenn man an Durchblutungsstörungen denkt, denkt man eher an die ältere Bevölkerung als die eigentliche Bevölkerungsgruppe, die davon betroffen ist und diejenigen unter ihnen, die Diabetes, hohen Blutdruck oder viel geraucht haben. Es wurde in den letzten Jahren immer mehr bekannt, dass die Verengung der Beckenarterie unter jungen Leuten vorkommt, die ansonsten fit und gesund sind.

Anders als die anderen Arterienverengungen scheint die Beckenarteriefibrose nicht im Zusammenhang mit Diabetes, Bluthochdruck oder dem Rauchen zu stehen. Die Leute, die davon betroffen sind, sind fit und gesund. Radsportler scheinen eine Gruppe zu sein, bei denen diese Erkrankung diagnostiziert wird, wie ein Vereinskollege John Odell am eigenen Leib erfahren musste.

Man vermutet, dass es durch das wiederholte Strecken und Beugen der Arterie zu Trauma kommt, was letztendlich zur Endofibrose führt.

Warum sind Radfahrer davon betroffen?

Man ist sich noch nicht schlüssig, wie es zu einer Fibrose in der Beckenarterie kommt. Bei Radsportlern hat man den Verdacht, dass es beim Pedalieren, und der damit verbundenen wiederholten Hüftbeugung und -streckung, zu einem Strecken der äußeren Beckenarterie führt. Dieses wiederholte Strecken kann zu einem Trauma der Arterie führen. Die Verdickung der Arterienwand (Endofibrose) ist ein Ergebnis dieses Traumas. Bei einigen Leuten, die davon betroffen waren, konnte man eine übermäßige Verlängerung der externen Beckenarterie beobachten, was zu einer Knickbildung der Arterie führt und somit eine zusätzlichen Verminderung der Durchblutung nach sich zieht.

Auch wenn das Phänomen in der allgemeinen Radsportbevölkerung noch recht unbekannt und die Behandlung noch keine langfristigen Daten auf Erfolg aufzeigen kann, gibt es im professionellen Radsport einige, die damit diagnostiziert wurden, unter anderem Joe Dombrowski, Stuart O’Grady und Tony Gallopin. Profis haben den Vorteil, dass sie schnellen Zugriff auf auf Spezialisten und Ärzte haben, so dass die Erkrankung schneller erkannt und behandelt werden kann. Dennoch kann es auch bei den Profis vom Auftreten der ersten Symptome bis zu 42 Monate dauern, bis die Fibrose als solche diagnostiziert wird.

Wie macht die Endofibrose sich bemerkbar?

Im allgemeinen besteht der Verdacht, dass sich Endofibrose über einen längeren Zeitraum, also Jahre, entwickelt. Anfangs ist der Betroffenen asymptomatisch, d. h. er hat keinerlei Beschwerden oder Symptome. Als eine der ersten Anzeichen stellen Radfahrer eine Abnahme in ihrer Leistung des betroffenen Beines fest, wenn sie höhere Intensitäten fahren. Einige berichten von einem „Schweregefühl“ im betroffenen Bein, Krämpfen im Oberschenkel oder in der Wade oder einem Taubheitsgefühl, das sich als Kribbeln bemerkbar macht.

Mein Vereinskollege John Odell, ein aktiver und ambitionierter Radsportler, der regelmäßig an Wettkämpfen teilnimmt, kann dieses Krankheitsbild nur bestätigen. Als sehr aktiver und sportlicher Mensch sind ihm Verletztungen nichts Unbekanntes. Wie die meisten aktiven Leute unter uns, kennt er auch seinen Körper und kann „normale“ von „ungewohnten“ Zipperleien unterscheiden. Deshalb wusste er, dass etwas nicht stimmte, auch wenn die Sypmtomatik anfangs von ihm bestenfalls als „unbestimmt“ und „unerklärlich“ beschrieben werden kann.

Viele Radsportler, die von Endofibrose betroffen sind, berichten über einen Leistungsabfall. Auch John konnte anhand seines Wattmessers beobachten, wie seine Leistung nachließ.

„Es begann damit, dass mein Bein während harter Trainingseinheiten und bei Wettkämpfen, also wenn ich voll an der Grenze fuhr, zu kribbeln anfing. Das Kribbeln hörte aber am Ende der Trainingseinheit oder nach dem Wettkampf auf oder wenn ich die Intensität herunterfuhr. Wenn ich nur locker durch die Gegend fuhr, hatte ich keinerlei Beschwerden. Das ging eine Weile so“, erklärte mir John in unserem Gespräch. Aber innerhalb eines Jahres verschlimmerte sich die Symptomatik.

Das Bein wurde während intensiver Einheiten taub und kribbelte, als sei es eingeschlafen. Das Taubheitsgefühl ging jetzt mit wahnsinnigen Schmerzen einher, die von der Hüfte vorne am Bein entlang, durch das Knie bis in den Fuß strahlten. Gleichzeitig konnte John anhand seines Wattmessers beobachten wie seine Leistung nachließ. John tat, was viele Sportler tun, und wurde bei einem Physiotherapeuten vorstellig. Der Verdacht auf ein Problem mit dem Ischias ließ sich nicht bestätigen.

John ließ sich nicht beirren: Er wollte seinem geliebten Hobby weiterhin möglichst schmerzfrei nachgehen. Somit begann seine dreijährige Odyssee, um der Sache auf den Grund zu gehen. Es folgten Sporttherapeuten, Chiropraktiker, Ultraschalluntersuchungen, Kernspintmommogramme, Akkupunktur, akustische Schockwellentherarpie, Laser und Behandlungen mit Ultraschall, seine Position auf dem Rad wurde analysiert und geändert. Ein Verdacht einer Stressfraktur der Hüfte wurde nicht bestätigt: Nach einer verordneten sechswöchigen Ruhepause nahm John das Training wieder auf, nur um feststellen zu müssen, dass sich nichts geändert hatte: Das Kribbeln, die Schmerzen und das Taubheitsgefühl kamen wieder.

In den drei Jahren, die dem Auftreten der ersten Symptome und der Suche nach einer Erklärung folgten, trainierte John weiter und nahm auch weiterhin an Wettkämpfen teil. Aber sein Training und seine Saison waren immer wieder von Unterbrechungen gekennzeichnet, seine Strategie bei Wettkämpfen musste er anpassen: Sobald das Taubheitsgefühl und die Schmerzen auftraten, sah er sich gezwungen, seine Leistung drastisch zu reduzieren. „Mit der Zeit nahm mir das den Spaß und die Freude an meinen Wettkämpfen“, sagte er. „Ich konnte und durfte nicht leisten, was zu leisten ich imstande bin. Sobald die Symptome anfingen, fuhr ich meine Power runter. Und keine Behandlung schlug an oder brachte Besserung. Mit der Zeit war ich ziemlich gefrustet.“

Endofibrose der Beckenarterie kann jeden treffen: Vom Hobbyradsportler, über den ambitonierten Amateur bis zum Profi.

Bis auf einen Tag im Juni: Während eines 40-km-Einzelzeitfahrens entschloss sich John, frei nach dem Motto „Augen zu und durch!“, die Schmerzen zu ignorieren. „Ich fuhr einfach durch – mit vollem Druck. Ich glaube, ich war an dem Tag so frustriert und hatte solche Schmerzen, ich wollte es einfach wissen.“

Im Ziel angekommen, wusste er, dass etwas schief gelaufen war. „Ich konnte gar nicht mehr gehen. Die Schmerzen waren unerträglich geworden“, erinnerte er sich. John musste auch feststellen, dass die Schmerzen nicht mehr abklangen. „Sonst hörten die Schmerzen auf, wenn ich locker fuhr. Aber seit dem Rennen hatte ich ständig die Schmerzen und das Taubheitsgefühl im Bein und nicht nur, wenn ich trainierte und hohe Intensitäten fuhr. Treppensteigen wurde zu einer Qual.“

John entschloss sich, sein Zeitfahrrad für die restliche Saison an den Nagel zu hängen. „Ich riss meinen Wettkampfkalender praktisch auseinander und fuhr nur noch locker durch die Gegend. Aber auch das lockere Fahren war jetzt mit Schmerzen verbunden. Spaß machte es nicht gerade, aber ich konnte mir auch nur schwer vorstellen, gar nichts zu machen.“ Da die Schmerzen jetzt permanent auftraten, ging John wieder diversen Behandlungen und Untersuchungen nach, aber ein Befund blieb weiterhin aus.

Eines Abends stieß John in einer Radsportzeitschrift auf ein Interview mit Joe Dombrowski. Der damalige Team-Sky-Fahrer berichtete in dem Interview über seine Diagnose und Behandlung einer Endofibrose in der Beckenarterie. „Er beschrieb meine Symptome! Ich konnte es kaum glauben. Nicht nur das: Er war behandelt worden und konnte seit seiner erfolgreichen Behandlung und Rehabilitation wieder erfolgreich trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen!“ Mit dem Wissen stellte John ein paar Nachforschungen an und las unter anderem eine medizinische Veröffentlichung von Dr Hinchcliffe, der führende Gefäßchirug auf dem Gebiet der Endofibrose und einer der wenigen, der diese Erkrankung als solches erkennt, diagnostiziert und behandelt.

Bis John endlich seine Diagnose erhalten sollte, musste er sich noch in Geduld üben: John wandte sich mit seiner Entdeckung an den leitenden Gefäßchirug des örtlichen Universitätsklinikums. Diesem war die Erkrankung unbekannt und konnte sich damit nicht weiter befassen. John setzte sich stattdessen mit Dr Hinchcliffe, dem Verfasser des medizinischen Artikels, in Verbindung. „Ich schickte ihm kurzerhand eine Email, in der ich meinen Krankheitsverlauf der letzten drei Jahre und meine derzeitigen Symptome beschrieb.“ Innerhalb eines Tages erhielt John eine Antwort vom Chirugen mit der Aufforderung, einen Termin zu machen. Schon eine Woche später befand John sich samt Zeitfahrrad auf dem Weg zum St George Hospital in London.

Taylor Phinney ist einer der Profis, bei dem eine Endofibrosis diagnostiziert wurde.

Wie wird eine Verengung festgestellt?

Die meisten Untersuchungen, die bei einem Verdacht der Arterienverengung durchgeführt werden, können noch „normal“ erscheinen, wenn der behandelnde Arzt keine Erfahrung mit der Endofibrose der Beckenarterie hat. Da diese Erkrankung sehr spezifisch ist und vermehrt bei Radsportlern auftritt, ist der Test, der zu einem Befund führt, auf diese Gruppe ausgerichtet. Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination der Symptomatik, die der Patient beschreibt und untersucht werden, und speziellen Tests, die durchgeführt werden. Die Tests beinhalten unter anderem ein Test mit dem Fahrrad auf der Rolle und einer Farbdoppler- und Duplex-Sonographie.

„Aufgrund der Symptome, die ich in meiner Email beschrieben hatte, war sich der Arzt schon sicher, dass es sich bei mir um einen Fall der Endofibrose handelte“, sagte John. „Was bei ihm Bedenken hervorrief, war die Tatsache, dass die Schmerzen permanent waren.“

Um den Verdacht zu bestätigen wird der Blutdruck in der Arterie gemessen. Dann muss man auf der festen Rolle so lange fahren, bis sich die Schmerzen einstellen. Sobald die Schmerzen auftreten wird wieder der Blutdruck gemessen und ein Ultraschall der Beckenarterie durchgeführt. „Der Test war furchtbar“, erinnerte sich John. „Ich dachte, ich müsse nur einmal fahren und habe wirklich alles gegeben, kam bis an meine Kotzgrenze. Dann musste ich, sobald der Schmerz unerträglich wurde, vom Rad auf die Trage springen. Leider musste ich feststellen, dass ich danach noch zweimal auf die Rolle durfte! Das war brutal“, lachte er.

Der Test bestätige die Vermutung: John hatte Endofibrose der Beckenarterie und zwar beidseitig. Die Endofibrose war auf der rechten Seite nicht weit fortgeschritten und daher asymptomatisch, auf der linken Seite war sowohl die Beckenarterie als auch seine Femoralarterie betroffen. „Nicht bei jeder Endofibrose kommt es zu Symptomen. Manchmal stockt die Entwicklung und es wird zwar nicht besser, aber auch nicht schlimmer. So lange keine Symptome auftreten, besteht kein Grund, es zu behandeln“, erklärte John. „Links war die Endofibrose offensichtlich weit fortgeschritten, daher die Symptome.“

Wie wird die Endofibrose behandelt?

Die einzige zuverlässige Behandlung, die Betroffenen zur Verfügung steht, ist ein operativer Eingriff, bei dem die Arterie repariert wird. Weniger invasive Eingriffe, wie zum Beispiel das Einsetzen von Lumenspiralen werden in diesen Fällen nicht empfohlen. Auch wenn es zu kurzfristigen Erleichterung der Symptome führt, ist das Risiko, dass die Lumenspiralen brechen und die Arterie blockieren, zu groß. Stattdessen wird bei dem Eingriff der Endofibrose ein Teil des Gewebes der betroffenen Arterie entfernt und eine Angioplastie durchgeführt: Ein Flicken wird dann an der Arterie eingesetzt, um sie zu erweitern.

Der operative Eingriff ist nicht in jedem Fall notwendig. Dem Betroffenen wird die Wahl für oder gegen den Eingriff freigestellt.

Diese künstliche Erweiterung der Arterie verbessert die Durchblutung. Die Symptome werden drastisch vermindert oder verschwinden gänzlich. Der Flicken wird meistens von einer Vene im Bein des Patienten hergestellt. In einigen Fällen, wenn zum Beispiel die betroffene Stelle ziemlich groß ist, kommt eine Fremdsubstanz zum Einsatz – der Flicken wird dann aus dem Herzbeutel (pericardium) des Rindes gewonnen.

Dieser Eingriff eignet sich nicht für jeden und nicht jeder, der betroffen ist, unterzieht sich der Operation. Es gibt Radsportler deren Symptome sind noch ziemlich mild und sie können in den Umfängen, in denen sie fahren, gut damit umgehen. Andere wiederum nähern sich dem Ende ihrer Wettkampfkarriere und entschließen sich daher gegen die Operation.

Da die Behandlung noch ziemlich neu ist und daher noch keine Daten vorliegen, welche langfristigen Erfolge sie bringt, wird es jedem freigestellt, ob sie den operativen Eingriff vornehmen lassen wollen. Beweise in der einschlägigen Literatur zeigen, dass 80 % der Betroffenen nach der Operation beschwerdefrei waren und blieben. Aber auch die restlichen 20 % konnten nach der Behandlung wieder voll trainieren und verzeichneten eine Verbesserung ihrer Symptome und Leistung.

John hatte sich schon im Vorfeld mit der Behandlung und den damit verbundenen Risiken auseinandergesetzt. Er litt unter starken Schmerzen und wollte auch weiterhin die Chance haben, an Wettkämpfen teilzunehmen. Daher stand für ihn der Entschluss fest, sich operieren zu lassen. In seinem Fall wurde ihm aber die Entscheidung durch eine unvorhergesehene Entwicklung und lebensbedrohliche Komplikation seines Krankenbildes genommen.

„Dr. Hinchcliffe, hatte schon seinen Verdacht, dass sich bei mir eine Komplikation entwickelt hatte, als ich ihm erklärte, dass die Schmerzen seit dem Rennen permanent auftraten“, sagte John. „Daher musste ich nicht nur einmal auf die Rolle. Die folgenden Tests sollten seine Vermutung bestätigen.“

Bei der Operation wird die betroffene Arterie erweitert. Ein lange Rehabilitation folgt.

„Im linken Bein hatte ich Aortendissektion, das bedeutet, die Wandschichten meiner Aorta hatten sich aufgespaltet, was wahrscheinlich eine Folge durch einen Einriss der inneren Gefäßwand war. Die Folge waren Einblutungen zwischen den Schichten“, erklärte John. „Das passierte während des Einzelzeitfahrens, als ich mit vollem Druck weitergefahren bin. Das erklärte die plötzlichen heftigen Schmerzen am Ende des Zeitfahrens und warum ich seitdem immer Schmerzen hatte.“

Da es bei einer Dissektion der Aorta zu einem Aufplatzen der Ader kommen kann, war diese Entwicklung lebensbedrohlich. „Ich hatte keine Wahl mehr: Der operative Eingriff, um meine Arterien zu reparieren, war für mich zu einer lebens- und beinrettende Notwendigkeit geworden!“ Die Operation wurde vier Wochen später anberaumt. In dem Zeitraum war John genötigt, nichts zu tun.

„Um das Risiko zu reduzieren, dass meine Ader platzen würde, durfte ich keinerlei Druck ausüben. Kein Rad fahren, nicht schwimmen, nicht laufen, gar nichts. Ich musste wortwörtlich die Füße still halten!“ Hatter er keine Angst? „Nein. Angst hatte ich keine. Ich war erleichtert, endlich eine Antwort und eine Lösung zu haben. Nach jahrelangem Suchen war ich endlich fündig geworden. Zugegeben, ich war sehr froh, als ich nach der Narkose zu mir kam und feststellen durfte, dass ich noch mein Bein hatte.“

Bei der Operation wurde eine Angioplastie mit einem Flicken vom Pericardium eines Rindes an seiner linken äußeren Beckenarterie und der gemeinsamen femoralen Arterie duchgeführt. Nach fünf Tagen im Krankenhaus wurde er, mitsamt einem sehr ausführlichen Rehabilitationsplan, entlassen.

Die Rehabilitation

„Ich hielt mich ganz genau an den Plan, der mir mitgegeben wurde“, sagte John. „Ich wollte kein Risiko eingehen!“ Sechs Wochen nach der Operation hatte John einen Scan, um zu sehen, ob die Flicken gut verheilt waren und es kein Risiko gab, dass sie sich lösen oder lecken. „Zum Glück verlief die Heilung wie geplant und ich durfte mit meinem Wiedereinstieg anfangen!“

Nach einer erfolgreichen Behandlung kann der Radfahrer seinem Hobby zur gewohnten Umfang und Intensität nachgehen.

Zehn Wochen waren seit seiner Diagnose vergangen, als er zum ersten mal wieder auf dem Rad sitzen durfte. „In den ersten zwei Wochen durfte ich ganz leicht auf der festen Rolle fahren: Dreißig Minuten bei höchstens 130 Herzschlägen pro Minute!“ John fuhr jeden Tag. „Beim ersten Mal war ich schweißgebadet! Es war anstrengender als ich dachte. Aber schon bald wurde es besser.“

Nach zwei Wochen bestand kein Infektionsrisiko mehr und John konnte sich in die freie Welt wagen. „Ich durfte zwei Stunden draußen fahren, aber wieder nur bei einem Maximalpuls von 130 Schlägen. Außerdem konnte ich wieder mit leichtem Stabitraining anfangen.“ Zwölf Wochen nach der Operation kam der nächste große Schritt auf dem langen Weg der Rehabiliation. „Nun konnte ich die Intensität erhöhen und die Umfänge auf drei bis vier Stunden ausweiten. Immer noch bei einem gleichmäßigen Tempo, aber etwas mehr Druck war erlaubt.“

Vier Monate nach seiner Operation durfte John in sein volles Training einsteigen und sich auf Wettkämpfe vorbereiten. Acht Monate waren seit seiner Operation vergingen, als er endlich wieder seinen ersten Wettkampf, ein Einzelzeitfahren, bestritt. Weitere Zeitfahren und Zweikämpfe folgten. Für ihn war der, in seinem Fall notwendige, Eingriff ein voller Erfolg: Er ist fast beschwerdefrei und kann wieder in vollen Umfängen trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. „Ich gehe in regelmäßigen Abständen zur Nachsorgeuntersuchung. Bis jetzt ist alles in Ordnung: Der Flicken hält und die rechte Arterie hat sich nicht verschlimmert. Ich kann und darf laufen, radfahren und trainieren.“

John hat seine Erfahrungen und seine Rehabilitation für seinen Radsportverien dokumentiert und ist immer bereit, über diese besondere, noch relativ unbekannte, Erkrankung zu sprechen. „Endofibrose ist zwar noch unbekannt, aber das bedeutet nicht, dass es eine seltene Erscheinung ist“, sagte er. „Es ist wichtig, dass Radsportler davon erfahren und sich, wenn sie Verdacht schöpfen, untersuchen und beraten lassen. Ich bin ein sehr gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn diese Erkrankung der Arterie unerkannt bleibt.“

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