Etappe 14 | Mulhouse → Le Markstein Fellering (155,3 km)
Pogačar dominiert die Vogesen, Lipowitz kämpft mit den Favoriten
Nach der längsten Etappe der Tour wartete direkt die nächste große Herausforderung. Die 14. Etappe führte über 3.800 Höhenmeter, drei Anstiege der 1. Kategorie und eine Bergankunft in Le Markstein Fellering. Schon vor dem Start war klar: Jetzt beginnt der entscheidende Kampf um das Gelbe Trikot. Tadej Pogačar wurde seiner Favoritenrolle einmal mehr gerecht und setzte sich am Schlussanstieg erneut eindrucksvoll durch.
Früher Sprint, danach übernehmen die Kletterspezialisten
Der Tag begann zunächst mit einem Zwischensprint in Wattwiller. Jasper Philipsen sicherte sich die maximale Punktzahl vor Mads Pedersen und Max Kanter, der als Dritter erneut wichtige Zähler sammelte und seine starke Tour bestätigte.
Kaum war der Sprint entschieden, änderte sich der Rennverlauf komplett. Eine große Ausreißergruppe setzte sich ab, darunter Richard Carapaz, Valentin Paret-Peintre, Ben Healy, Tobias Johannessen sowie die Deutschen Felix Engelhardtund Georg Steinhauser. Während UAE Team Emirates das Hauptfeld kontrollierte, entwickelte sich an der Spitze ein spannender Kampf um Bergpunkte und den möglichen Etappensieg.
Carapaz und Paret-Peintre prägen das Rennen
Besonders Richard Carapaz und Valentin Paret-Peintre lieferten sich den gesamten Tag über ein Duell um die Bergwertungen. Mehrfach überquerte der Franzose die Gipfel knapp vor dem Ecuadorianer und schob sich zwischenzeitlich sogar virtuell an Tadej Pogačar in der Bergwertung vorbei.
Trotz des großen Einsatzes der Ausreißer schrumpfte ihr Vorsprung Kilometer für Kilometer. UAE, Visma-Lease a Bike, Red Bull-Bora-hansgrohe und Decathlon AG2R arbeiteten im Hauptfeld gemeinsam daran, die Spitzengruppe rechtzeitig vor dem Finale wieder einzuholen.
Lipowitz greift an, Pogačar kontert souverän
Am Schlussanstieg zum Col du Haag zerfiel zunächst die Spitzengruppe, ehe auch bei den Favoriten die entscheidenden Attacken folgten.
Jonas Vingegaard erhöhte früh das Tempo und sorgte dafür, dass das Feld immer kleiner wurde. Kurz darauf wagte Florian Lipowitz einen mutigen Angriff. Der Deutsche konnte sich gemeinsam mit Jungstar Paul Seixas zunächst leicht lösen und zeigte einmal mehr, dass er zu den stärksten Bergfahrern dieser Tour gehört.
Doch der Vorstoß hielt nicht lange. Rund 1,5 Kilometer vor dem Gipfel startete Tadej Pogačar seine typische Schlussattacke. Der Slowene beschleunigte explosiv und ließ der Konkurrenz erneut keine Chance. Hinter ihm komplettierten Isaac del Toro und Paul Seixas das Podium, während Vingegaard, Evenepoel, Juan Ayuso und Florian Lipowitz wenige Sekunden später das Ziel erreichten.
Paul Seixas übernimmt das Weiße Trikot
Neben Pogačars nächstem Etappensieg sorgte auch der Kampf um das Nachwuchstrikot für Bewegung. Der erst 19-jährige Paul Seixas überzeugte mit einer beeindruckenden Kletterleistung und übernahm das Weiße Trikot von Juan Ayuso. Der Franzose zählt damit endgültig zu den größten Überraschungen dieser Tour de France.
An der Spitze der Gesamtwertung baute Pogačar seinen Vorsprung weiter aus und untermauerte eindrucksvoll seine Ambitionen auf den Gesamtsieg.
Update Deutsche Fahrer Etappe 14
Aus deutscher Sicht war die Etappe erneut ein Erfolg. Florian Lipowitz hielt lange mit den stärksten Klassementfahrern mit und setzte sogar eine eigene Attacke. Auch wenn er am Ende den explosiven Antritt von Pogačar nicht mitgehen konnte, verteidigte er seine hervorragende Position im Gesamtklassement.
Max Kanter sammelte beim Zwischensprint erneut wertvolle Punkte, während Georg Steinhauser und Felix Engelhardt lange Teil der offensiven Ausreißergruppe waren und das Rennen aktiv mitgestalteten.
Gesamtwertung nach Etappe 14
Mit seinem nächsten Etappensieg vergrößerte Tadej Pogačar seinen Vorsprung im Gelben Trikot erneut. Dahinter blieb der Kampf um das Podium eng, während Paul Seixas das Weiße Trikot übernahm und Florian Lipowitz weiterhin zu den stärksten Fahrern im Klassement zählte. Die Voraussetzungen für die nächste schwere Bergetappe im Jura hätten spannender kaum sein können.