Etappe 10 | Aurillac → Le Lioran (166,6 km)
Pogačar nimmt Revanche und baut seine Führung aus
Die erste Etappe nach dem Ruhetag hatte es in sich: Sieben kategorisierte Anstiege, knapp 3.800 Höhenmeter und das ständige Auf und Ab im Zentralmassiv sorgten für einen der härtesten Renntage der bisherigen Tour.
Schon früh entwickelte sich ein äußerst offensives Rennen. Zahlreiche Fahrer suchten ihr Glück in der Flucht, darunter auch der deutsche Meister Felix Engelhardt. Gleichzeitig mussten einige Sprinter bereits auf den ersten Hügeln abreißen lassen – ein deutliches Zeichen dafür, wie selektiv die Etappe werden würde.
Frühe Attacken und hektischer Rennbeginn
Nach der Sprintwertung gelang schließlich einer 31-köpfigen Spitzengruppe die Flucht. Mit Georg Zimmermann war auch ein deutscher Fahrer vertreten. UAE Team Emirates-XRG überließ den Ausreißern zunächst etwas Spielraum, hielt den Vorsprung jedoch konsequent unter Kontrolle.
An der Spitze des Feldes sorgten Nils Politt, später Florian Vermeersch und Felix Großschartner für ein enormes Tempo. Einer nach dem anderen wurde die Ausreißergruppe eingeholt – lediglich Javier Romo hielt sich lange als Solist an der Spitze.
UAE kontrolliert das Rennen
Spätestens an den Anstiegen zum Puy Mary Pas de Peyrol und Col de Pertus wurde klar, dass UAE diese Etappe unbedingt gewinnen wollte.
Adam Yates, Isaac del Toro und Felix Großschartner reduzierten das Favoritenfeld kontinuierlich. Selbst starke Rundfahrer wie Sepp Kuss oder Matteo Jorgenson gerieten in Schwierigkeiten.
Richard Carapaz wagte zwar einen mutigen Vorstoß und setzte sich zwischenzeitlich an die Spitze, doch UAE ließ auch diesen Angriff nicht unbeantwortet.
Pogačar schlägt erneut zu
Rund einen Kilometer vor dem Gipfel des Col de Pertus kam schließlich der Moment, auf den alle gewartet hatten. Tadej Pogačar attackierte explosiv, und erneut konnte ihm niemand folgen. Der Slowene schloss zunächst zu Richard Carapaz auf, ließ den Ecuadorianer anschließend mühelos stehen und fuhr solo dem Etappensieg entgegen. Auch auf der letzten Kuppe und in der Abfahrt baute Pogačar seinen Vorsprung weiter aus.
Mit seinem Erfolg revanchierte sich der Weltmeister zugleich für seine Niederlage gegen Jonas Vingegaard in Le Lioran bei der Tour 2024.
Evenepoel und Lipowitz erneut stark
Hinter Pogačar entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Remco Evenepoel kämpfte sich nach einer kurzen Schwächephase eindrucksvoll zurück und sprintete noch auf Rang zwei. Der erst 19-jährige Paul Seixas beeindruckte als Dritter mit einer weiteren starken Vorstellung.
Auch Florian Lipowitz bestätigte seine konstant starke Form. Der Red-Bull-BORA-hansgrohe-Profi erreichte gemeinsam mit den weiteren Favoriten das Ziel und verbesserte sich auf Rang sechs der Gesamtwertung.
Red Bull-BORA-hansgrohe bleibt in Lauerstellung
Die Doppelspitze mit Evenepoel und Lipowitz sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Während Evenepoel auf Rang drei der Gesamtwertung liegt, behauptet sich Lipowitz ebenfalls in den Top Ten. Beide bleiben aussichtsreich im Rennen um einen Podiumsplatz in Paris.
Etappenergebnis: Etappe 10
🥇 Tadej Pogačar
🥈 Remco Evenepoel
🥉 Paul Seixas
4️⃣ Florian Lipowitz
Gesamtwertung nach Etappe 10
💛 Tadej Pogačar (baut Vorsprung auf Jonas Vingegaard aus)
🥈 Jonas Vingegaard
🥉 Remco Evenepoel
6️⃣ Florian Lipowitz
Das Weiße Trikot übernimmt Juan Ayuso.