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Tour de France 2018

Tour de France 2018: Etappe 12 – Geraint Thomas siegt auf Alpe d’Huez

Geraint Thomas gewinnt am zweiten Tag in Folge, Nibali wird nach einem Sturz auf den letzten Kilometern zur Aufgabe gezwungen

Geraint Thomas (Team Sky) machte den dritten Tag in den Alpen zu einem weiteren erfolgreichen Tag, als er als Träger des gelben Trikots auf der berühmten Alpe d’Huez als Etappensieger die Ziellinie überquerte.

Nach einem gnadenlosen Kampf durch die 21 Serpentinen auf 13,8 Kilometern zum Ziel, erreichte der Waliser das Ziel in einer auserwählten Gruppe an Favoriten und ging 300 Meter vor dem Zielstrich zum Sprint über. Er schlug Tom Dumoulin (Team Sunweb), Romain Bardet (AG2R La Mondiale), Mikel Landa (Movistar) und seinen Teamkollegen Chris Froome.

Geraint Thomas (Team Sky) gewinnt die 12. Etappe der 105. Tour de France auf Alpe d’Huez. Der Waliser schlug Tom Dumoulin (Team Sunweb) und Kollege Chris Froome und konnte seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausbauen. (Foto: Sirotti)

„Ich bin, ehrlich gesagt, sprachlos“, sagte Thomas im Ziel. „Mir fehlen die Worte. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich heute gewinne. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist unglaublich. Ich bin Dumoulin gefolgt und Bardet und Froome griffen an. Nibali hatte wirklich Pech. Ich wäre beinahe selber gestürzt. Können wir jetzt schon nach Paris fahren? Gestern sagte ich noch, dieses Rennen sei wie für mich gemacht und nach der heutigen Leistung bin ich sehr zufrieden.“

Auf dem letzten Kilometer kam es zum Showdown zwischen Dumoulin, Thomas und Froome. (Foto: Sirotti)

Der Kampf zum Ziel

Die 12. Etappe der 105. Tour de France war der dritte Tag in Folge, an dem die Profis sich auf einen brutalen und harten Tag im Hochgebirge einstellen mussten. Die Strecke führte über drei berühmte und bekannte Hors-Catégorie-Riesen der Tour de France: Col de la Madeleine, Croix-de-Fer und die Bergankunft auf der Alpe d’Huez. Es war kein Tag für schwache Nerven oder Beine.

Steven Kruijswijk (LottNL-Jumbo), an sechster Stelle der Gesamtklassifikation, hatte starke Absichten und ließ es von Anfang an auf alles ankommen, als er beherzt in der Ausreißergruppe des Tages mitfuhr und den Col de Madeleine überquerte. Auf dem Croix-de-Fer zeigte der Holländer noch mehr Entschlossenheit und baute einen Vorsprung von sechs Minuten zum Peloton auf, das, wie gewohnt, von Team Sky kontrolliert wurde. Kruijswijks Angriff auf dem zweiten Riesen der Alpen sorgte dafür, dass seine Mitstreiter Alejandro Valverde (Movistar), Pierre Rolland (EF Education First- Drapac) und Warren Barguil (Fortuneo-Samsic) den Anschluss zu ihm verloren.

Im Zeitfahrmodus durch das Tal erreichte der LottoNL-Jumbo Fahrer den Fuß des berümten Passes, wo die Fans schon seit Tagen auf die Ankunft der 105. Tour de France warteten und Stimmung machten. Sein Abstand zum Peloton war noch 4:16 Minuten groß, aber je höher er sich den Pass hochkämpfte, um so mehr verringerte sich sein Vorsprung.

Nach dreijähriger Pause war die legendäre Alpe d’Huez wieder im Programm der Tour de France und hielt sein Versprechen an Drama und Spannung. (Foto: Sirotti)

Auf halbem Weg zum Ziel war sein Abstand auf zwei Minuten gefallen und fünf Kilometer vor dem Ziel verlor er eine weitere Minute. Letztendlich wurde er vom Peloton eingeholt und überrollt. Dem harten Tempo, mit dem Team Sky den legendären Alpenpass eroberte, konnte der Holländer nichts entgegensetzen.

Nairo Quintana (Movistar) und Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) fuhren eine Reihe von Angriffen, konnten aber dem harten Tempo, das von Team-Sky-Fahrer Egan Bernal angegeben wurde, nicht standhalten. Als nächster ging Bardet zum Angriff über und konnte sich um ein paar Sekunden vom Peloton absetzen. Aber mit sechs Kilometern vor dem Ziel wurde auch er Opfer des aggressiven Tempos von Bernal.

Bardet ließ nicht locker und schaffte wieder einen kleinen Vorsprung. Bernal konnte diesmal nicht parieren und überließ es Thomas, den Abstand zu überbrücken. Froome ging zum Angriff über und zwang Tom Dumoulin, ihm zu folgen und zu ihm aufzuschließen.

Sobald Dumoulin auf Thomas aufgeschlossen hatte ging der Holländer zum Angriff über, den Waliser hart auf seinen Fersen. Froome und Bardet setzten dem Angriff ein schnelles Ende. Landa war schwer am Kämpfen, mit der Gruppe mitzuhalten, schaffte es aber immer wieder, sich an die Gruppe heranzuarbeiten, wenn er bei einem Angriff abgehängt wurde.

Auf keinem anderen Pass wird so gefeiert wie auf der Alpe d’Huez. (Foto: Sirotti)

Eine Gruppe von fünf Fahrern kam letztendlich unter der Flamme Rouge auf den letzten Kilometer: Dumoulin führte Froome und Thomas unter dem Wimpel durch, gefolgt von Bardet und Landa. Nibali und Roglic folgten ein paar Meter weiter hinten.

Es war Landa, der die vier anderen Fahrer in die letzten 300 Meter führte, aber der Waliser wählte die bessere Linie und war der Erste, der zum Sprint überging. Dumoulin setzte ihm nach, aber Thomas war heute schneller und stärker und überquerte zwei Sekunden vor dem Holländer die Ziellinie. Bardet und Froome folgten eine Sekunde später, Landa wurde mit einem Rückstand von sieben Sekunden Fünfter. Rogic und Nibali kamen 13 Sekunden später ins Ziel.

Geraint Thomas vergrößerte seine Führung in der Gesamtwertung auf 1:39 Minuten vor dem viermaligen Tour-de-France-Sieger Chris Froome. Tom Dumoulin liegt mit einem Rückstand von 1:50 auf Platz drei im Gesamtklassement.

Ein Sturz in den letzten Kilometern bedeutet das Ende für Vincenzo Nibali

Der „Hai von Messina” und Tour de France Sieger stürzte fünf Kilometer vor dem Ziel schwer. Zuschauer halfen dem Italiener wieder auf das Rad und er schaffte es, zusammen mit Rodric, die Etappe zu Ende zu fahren. Augenzeugen und Bildmaterial von Fans zu Folge, scheint es eine Kombination von einem Motorrad und Gasfackeln von Fans gewesen zu sein, die den Sturz verursachten.

Für Vincenzo Nibali nahm die Tour de France ein vorzeitiges Ende: Der Italiener stürzte auf den letzten Kilometern und fuhr die Etappe noch zu Ende. Spätere Untersuchungen ergaben eine Fraktur des 10. Brustwirbels, was ein Weiterfahren verhindert. (Foto: Sirotti)

Nibali wurde nach der Etappe ins Krankenhaus gebracht. Röntgenaufnahmen bestätigten, dass sich der Italiener seinen zehnten Brustwirbel gebrochen hat. Den Angaben des Teamarztes von Bahrain-Merida nach ist es kein verschobener Knochenbruch, aber Vincenzo wird mindestens zwei Wochen kein Rad fahren können.

„Ich bin mir nicht sicher, was genau passierte“, gab Nibali zu. „Die Straße wurde schmaler, es gab keine Absperrung und zwei Polizeimotorräder standen da. Froome zog das Tempo an, ich folgte ihm und mir ging es gut dabei. Aber dann wurde alles langsam und ich stürzte.“

Wie es für den Sieger der Tour de France 2014 nach diesem Ereignis, das seine Kampagne zu einem jähen Ende brachte, weitergehen soll, ist derzeit noch unklar. „Vincenzo braucht erstmal Ruhe“, gab das Team bekannt. „Wir müssen es als Team besprechen und in ein paar Tagen wird er wahrscheinlich wieder geröngt werden. Wir müssen abwarten.“

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