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Tour de France 2018

Die fünf wichtigsten Etappen der Tour de France 2018

Mit ihren Kopfsteinpflastern, kurzen Bergetappen und forderndem Gelände verspricht die Tour de France 2018 ein spannendes Rennen zu werden. Hier stellen wir die fünf Schlüsseletappen vor.

Als die Strecke der 105. Tour de France im Oktober offiziell bekannt gegeben wurde, sorgte sie für einige Überraschungen. 2018 zeigt die Tour de France alles, was die Frankreichrundfahrt bieten kann: Brutales Pavé, unbefestigte Straßen, kurze, harte Etappen, klassische Bergetappen in den Alpen.

Die 105. Tour de France wird sich 2018 nicht nur gegen Wimbledon, sondern auch gegen die Fußballweltmeisterschaft durchsetzen müssen, die sich nächstes Jahr teilweise mit der Tour de France überschneiden wird. Daher, meinte Prudhomme in einem Interview, wollten die Organisatoren mit der Streckenwahl dafür sorgen, dass nicht nur die hartgesottenen Radsportfans, sondern weiterhin auch allgemein Sportinteressierte der Tour de France folgen werden. Auch soll verhindert werden, dass ein paar ausgewählte Teams das Renngeschehen dominieren und kontrollieren. Mit der Auswahl der Etappen ist von der Zuschauerperspektive für jeden etwas dabei, und für die Fahrer verschiedene Möglichkeiten, das Renngeschehen aufzumischen und eine neue Ordnung hineinzubringen. Hier sind die fünf Etappen, an denen einiges passieren und entschieden werden könnte.

(Quelle: ASO)

9. Etappe – 15. Juli:  Arras Citadelle – Roubaix, 154 km

Diese Etappe könnte sowohl den großen Tour-de-France-Fans, als auch den Klassikerfans ein spannendes Rennen liefern. Nachdem es 2015 das letzte Mal im Programm aufgenommen worden war, tritt das berühmte Kopfsteinpflaster des Klassikers Paris-Roubaix bei der 105. Tour de France wieder in Erscheinung. Die Abschnitte, die es auf dem brutalen Gelände zu bewältigen gilt, ist 2018 noch länger und anspruchsvoller geworden: 2010 waren es noch 13,2 Kilometer, 2014 ging es über 15,4 Kilometer und 2015 galt es 13 Kilometer zu überwinden. Bei der 105. Tour de France warten 15 Abschnitte auf 21,7 Kilometer verteilt auf das Peloton.

Bei der 105. Tour de France stehen die gefürchteten Kopfsteinpflasterpassagen wieder auf dem Programm. Fahrern darf kein Fehler unterlaufen, wenn sie diese Etappe erfolgreich bewältigen wollen. (Foto: ©Sirotti)

Kopfsteinpflaster verlangen einiges von den Fahrern ab: Fahrtechnisches Können und Geschick wird genauso auf die Probe gestellt wie Kraft, Ausdauer und eine beherzte, selbstbewusste Fahrweise. Mehr noch als auf den übrigen 20 Etappen der restlichen Tour de France kann das Wetter auf dieser Etappe eine große und entscheidende Rolle spielen.

Heftige Regenfälle können Chaos im Peloton veranstalten und schon früh im Rennen einen fast unwiderruflichen Einfluss auf die Gesamtwertung haben. Nach anhaltender Kritik an seinem fahrerischem Können und seiner Technik, bewies Titelverteidiger Chris Froome 2015, dass er auch auf diesem unwegsamen Gelände ein großartiges Rennen fahren und sich gegen seine Rivalen durchsetzen kann. Man wird auch bei der nächsten Tour de France damit rechnen müssen, dass er sich im Kampf um die Gesamtwertung nicht durch das Kopfsteinpflaster einschüchtern lassen wird.

Nach 47 Kilometern erreichen die Fahrer in Escaudoeuvres die erste Kopfsteinpflasterpassage. Auf halber Strecke kommt es zu einer kurzen Erholungsphase, bevor es auf den letzten 70 Kilometern mit 12 Pavé- Abschnitten hart auf hart geht. Die Organisatoren haben einige bekannte Pavés mit ins Programm genommen: Orchies, Mons-en-Pevele, Ennevelin und Templeuve.

 

Das Wetter kann auf der Etappe der Pave eine entscheidende Rolle spielen. (Foto: Sirotti)

Das ratternde und schüttelnde Pavé in den letzten zwei Stunden auf dem Weg nach Roubaix ist unnnachgiebig. Die Fahrer müssen hochkonzentriert fahren, jeder kleine Fehler kann böse gestraft werden. Diejenigen im Peloton, die das Renngeschehen nicht analysieren und sich taktisch ungeschickt  verhalten, werden Schwierigkeiten haben, die Zeit und den Boden wieder gutzumachen, um eventuelle Lücken zu schließen. Zeitunterschiede innerhalb der Gesamtwertung können beachtlich sein, und eine neue Ordnung in der Tabellenführung kann innerhalb dieses Tages entstehen.

10. Etappe, 17. Juli: Annecy – Le Grand Bornand, 159 km

Für viele Anhänger der Frankreichrundfahrt beginnt die Tour de France erst recht, wenn die ersten großen Berge auf dem Prorgamm stehen. In 2018 kommen die Fans der Bergetappen auf der 10. Etappe zum ersten mal richtig auf ihre Kosten: Nach der Pave-Tortur können sich die Fahrer am ersten Ruhetag der Tour de France ihre durchgeschüttelten Körper ausruhen und sich auf die nächste Herausforderung vorbereiten: Die erste Bergetappe der 105. Tour de France.  Von hier an in wird sich das Renngeschehen und der Charakter des Rennens grundlegend verändern.

Im Vergleich zu den Bergetappen, die noch folgen, ist diese Etappe zwar anspruchsvoll, aber nicht zu schonungslos. Das bedeutet nicht, sie sei auf die leichte Schulter zu nehmen. Einigen Fahrern wird der Übergang von den flachen, fordernden Etappen der ersten Woche, zu den Alpenpässen schwer fallen.

Einige Favoriten, die in den Bergen glänzen, könnten in der ersten Wochen in große Schwierigkeiten gekommen sein und sich vor der Aufgabe finden, größere Zeitabstände, die sich aufgetan haben, wieder aufzuholen. Diese erste harte Bergetappe wird anzeigen, welche Fahrer im Peloton die notwendige Form und Ausdauer mitgebracht haben, um bei der Tour de France 2018 zu glänzen.

Nach dreijähriger Abwesenheit besucht die 105. Tour de France die legendäre Alpe d’Huez sind legendär.

Über den Col de la Croix Fry geht es auf den Montée du Plateau des Glières. Als seien die 6 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 11 % nicht schon eine ausreichende Herausforderung, treffen die Fahrer auf den letzten Kilometern zum Gipfel auf eine unbefestigte Straße, die ihnen einiges abverlangen wird. Der Weg zum Ziel verspricht ein dramatisches Finale in zwei Akten zu werden: Das Peloton erklimmt erst den Col de Romme bevor es kurz darauf auf den Col de la Colombiere geht. Von dort folgt die rasende Abfahrt zum Ziel in Le Grand-Bornand.

12. Etappe, 19. Juli: Bourg-Saint-Maurice Les Arcs – Alpe d’Huez, 175 km

Altbewährtes hält bekanntlich länger. Kaum eine andere Etappe wird die Radsportfans mehr an den Straßenrand und vor die Bildschirme ziehen wie eine Strecke, die auf dem Gipfel der berühmten Alpe d’Huez ihr Ziel hat. Es überrascht es nicht unbedingt, dass die Organisatoren ASO mit einem Tour de France-Alpenklassiker und der Alpe d’Huez aufwarten: Der berühmte und berüchtigte Pass glänzte in den letzten drei Jahren durch seine Abwesenheit. Aber die 105. Tour de France besticht durch ihre unterschiedlichen und relativ ungewöhnlichen Etappen.

Daher ist es für manche überraschend, dass sich die Organisatoren für eine klassische Alpenetappe entschlossen haben:  Die Strecke führt über den Col de la Madeleine und Col de la Croix de Fer zur Zielankunft auf der Alpe d’Huez: 5.000 Höhenmeter gilt es auf 175 Kilometer zu bezwingen.

Die Herausforderung liegt in der Länge der Etappe und er Pässe, die erklommen werden. Die Erschöpfung und Müdigkeit, die sich auf solchen Strecken einstellt und bemerkbar macht, wird eher eine große und entscheidende Rolle spielen. Anstatt harte Angriffe zu fahren, werden die Teams wahrscheinlich versuchen, dass Rennen  aus dem Peloton zu kontrollieren. An diesem Tag sind Ausdauer und Zähigkeit gefragt. Ein Fahrer wie Vincenzo Nibali, der diese Fähigkeiten auf solchen Etappen unter Beweis stellt, wird jedes Schwächeln seiner Rivalen ausnutzen und zu seinem Vorteil machen.

Die 105. Tour de France verspricht mit seinen außergewöhnlichen Streckenführung und Etappenzusammenstellung ein spannendes Rennen zu werden. (Foto: Sirotti)

17. Etappe, 25. Juli: Bagnères-de-Luchon – Saint-Lary-Soulan (Col de Portet), 65 km

In der Kürze liegt die Würze und die 17. Etappe verspricht, diesem Spruch gerecht zu werden: Mit ihren 65 Kilometern steht sie ganz im Gegensatz zu den langen, ausdauernden Etappen, die man sonst bei den Grand Touren gewohnt ist. An diesem Tag der 105. Tour de France wird ein ganz anderes taktisches Geschick und eine andere mentale und körperliche Verfassung gefragt werden. Wenn der Starschuss in Bagnères-de-Luchon erstmal gefallen ist, können wir uns darauf gefasst machen, dass das Rennen wie eine Furie über die Strecke fegen wird und die Fahrer sich untereinaner gnadenlos verhalten werden.

Das Streckenprofil erinnert schon an eine wilde Achterbahnfahrt, auf der es aber von 69 Kilometern, 38 Kilometer bergauf geht: Als erstes geht es über den Col de Peyresourde. Nach 15 Kilometern erreichen die Fahrer die Passhöhe, rasen die Abfahrt herunter nach  Loudenvielle, um von dort den 10 Kilometer langen Anstieg Col de Val Louron-Azet in Angriff zu nehmen.  Wieder geht es bergab nach to Saint-Lary-Soulan und, um kurz darauf den letzten Anstieg zur Bergankunft auf dem Col de Portet anzugehen. Die Ziellinie liegt 2,215 Meter über dem Meeresspiegel und der Pass mit seinen 16 Kilometern und einem Schnitt von 8,7 % wird die Fahrer nach einem kurzen, harten Tag im Sattel ihre Beine spüren lassen.

Eine Etappe wie diese ist für eine Live-Fernsehübertragung wie gemacht: Innerhalb von drei Stunden ist der Spuk vorüber. Man kann sich der Aufmerksamkeit des Fernsehpublikums schon ziemlich sicher sein und damit rechnen, dass auch die Interessen von Leuten geweckt werden, die sonst das Geschehen der Grand Touren sonst nicht im Fernsehen verfolgen.

Es wird mit Sicherheit ein kurzweiliger, spannender Tag für die Zuschauer und Fahrer. Prudhomme erklärte, er wolle mit dieser Etappe das Rennen etwas aufmischen und verhindern, dass immer die gleichen Teams die Etappen und das Renngeschehen kontrollieren und dominieren. Beim Anblick der schieren Kürze und der Härte des Streckenprofils könnte seine Rechnung aufgehen. Am Ende dieses Tages besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Ordnung der Gesamtwertung gehörig durcheinander geschüttelt wurde.

20. Etappe, 28. Juli: Saint-Pée-sur-Nivelle – Espelette (Einzelzeitfahren), 31 km

Wie beim 100. Giro d’Italia auf der letzten und bei der 104. Tour de France auf der vorletzten Etappe, könnte 2018 das Einzelzeitfahren letztendlich die Entscheidung fallen, wer als Sieger in Paris ankommen wird. In dieser speziellen Disziplin im Radsport zählt jeder Kilometer, der gegen die Uhr abgespult wird.  Das hüglelige Profil der Strecke sollte den Berziegen im Peloton einen Vorteil verschafeen. Dennoch wird es wahrscheinlich in einen Kampf unter den gutplatzierten starken Zeitfahrern wie Dumoulin und Froome ausarten.

Wird Titelverteidiger Chris Froome (hier bei der Tour de France 2017) wieder im Einzelzeitfahren seine Führung behaupten? Oder wird es ganz anders, als man denkt? (Foto: ASO)

Die Bergspezialisten wie Romain Bardet und Nairo Quintana müssen sich in den Bergetappen der zweiten und dritten Woche ein erhebliches Zeitpolster aufbauen, um auf der vorletzten Etappe bei der Tour de France noch eine Chance zu haben, ihre Platzierung verteidigen und sich gegen Fahrer wie Chris Froome behaupten zu können.

Die starken Zeitfahrer wie Froome und Dumoulin werden sich durch das Profil nicht beunruhigen lassen, auch wenn es zum Schluss mit dem Côte de Pinodieta, der auf 900 Meter 10,2 % anzeigt, noch einmal ordentlich anzieht. Dumoulin hat während der Weltmeisterschaft in Bergen auf dem Fløyen gezeigt, wie stark er als Zeitfahrer am Berg ist und kann dieser Herausforderung in Frankreich selbstbewusst entgegen treten.

Das Rennen, das sich in den drei Wochen vor dem Einzelzeitfahren entwicklen wird, verspricht spannend zu werden: Die Favoriten werden ihre Taktiken wahrscheinlich darauf ausrichten, mit so viel Spielraum wie möglich in diese entscheidende vorletzte Etappe zu starten. Es wird gemunkelt, dass Tom Doumlin bei der Tour de France an den Start gehen wird. Diese Vermutungen sorgen im Vorfeld für mehr Unruhe und Wirbel, als die etwas ausgefallenen und unterschiedlichen Etappen, die bei der 105. Tour de France im Programm stehen. Dumoulins mögliche Teilnahme, kombiniert mit den verschiedenen Etappen, wird bei einigen Teams Grund genug sein, ihre Taktiken neu zu überdenken.

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