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Tour de France 2017

Tour de France 2017: 12. Etappe – Romain Bardet siegt am ersten Tag in den Pyrenäen

Fabio Aru übernimmt gelb von Chris Froome, Nairo Quintana und Alberto Contador fallen weiter in der Gesamtwertung zurück.

Was für ein Tag! Radrennen sind unberechenbar. Es passiert immer wieder etwas Unvorhergesehenes. Und der erste Tag in den Pyrenäen ist Beweis dafür: Am Ende der 214 Kilometer und fünf brutalen Anstiegen in den Pyrenäen stand Romain Bardet (AG2R La Mondiale) auf dem Treppchen des Etappensiegers und Fabio Aru (Astana) übernahm die Führung der Gesamtwertung von Chris Froome (Team Sky) und fährt morgen in gelb.

Dabei lief am Anfang alles wie gehabt, geplant und wie man es schon gewohnt ist: Team Sky übernahm im Peloton die Führung und diktierte das Geschehen des Hauptfeldes. Aber als die Steigung sich auf den letzten 300 Metern zum Ziel der 20-%-Marke näherte, bekam Froome plötzlich Probleme: Der Kletterkünstler konnte nicht mehr mithalten, schien fast zum Stehen zu kommen und fuhr die letzten hunderte Meter Schlangenlinien ins Ziel.

(Foto: Sirotti)

Nachdem die Fahrer den Col de Mente, Port de Balès und Col de Peyresourde überquert hatten verblieben nur noch neun Fahrer in der Gruppe mit dem Mann in gelb, als sie sich den letzten kurzen Anstieg nach Peyragudes näherten. Mikel Landa (Team Sky) fuhr in einem brisanten Tempo die Steigung hinauf, was jeglichen Versuch, einen Angriff zu fahren, im Keim erstickte.

Bardet kämpft sich auf dem letzten Steilstück zum Tagessieg. (Foto: Sirotti)

Der Baske hatte noch ausreichend Reserve den Angriff von George Bennett (Team LottoNL-Jumbo) zu parieren. Aber als er seinen Teil für den Teamführer getan und die restlichen 300 Meter der Zielgeraden Froome überließ, änderte sich plötzlich der Ton: Aru ging zu einem aggressiven Angriff über und Froome konnte nicht mehr parieren. Als Bardet den Fehedehandschuh, den Aru geworfen hatte, aufnahm, verlor Froome endgültig den Kontakt.

Bardet zeigte was für ein beherzter Kletterer er wirklich ist, als er sich den steilen Anstieg emporhiefte und sich den Tagessieg sicherte. Er kam zwei Sekunden vor Rigoberto Uran (Cannondale-Drapac) und Aru ins Ziel. Landa hatte noch ausreichen Reserven und überquerte nach fünf Sekunden als Vierter die Ziellinie.

Während Aru und Bardet sich einen dramatischen Zweikampf lieferten, versuchte Froome, den Schaden so gut es ging zu begrenzen. Es schien, als käme er fast zum Stillstand, als er sich die letzten 300 Meter zum Ziel quälte. Er verlor auf diesem relativ kurzen Stück 22 Sekunden und damit das Gelbe Trikot an Aru.

Chris Froome hatte es heute nicht in den Beinen: An siebter Stelle kommt er ins Ziel und verliert Zeit und das gelbe Trikot an Aru (Foto: Sirotti)

“Das Team hat heute tolles geleistet, aber ich hatte heute nicht die Beine, den Job zu Ende zu bringen“, sagte Froome. „So ist das heute und ich suche auch nach keinen Ausreden.“

„Mir fehlte es an der letzten Rampe einfach in den Beinen. Es war brutal, die Rampen stiegen auf 20 % an. Das ist ein wirklich harter und brutaler Finish. Ich kann Romain Bardet nur zu seinem Sieg gratulieren und auch Fabio Aru zum Gelben Trikot. Jetzt geht es ums Ganze. Das Rennen hat heute ernsthaft begonnen.“

 

Froome liegt nun auf Platz zwei. Sechs Sekunden trennen ihn von dem neuen Führenden in der Gesamtwertung, Aru. Fabio Aru hatte den Tag damit verbracht, sich an Froome zu hängen und ihn nicht aus den Augen zu lassen. Er war so auf Froome fixiert, dass er ihm sogar in den Straßenrand folgte, als Froome eine Kurve unterschätzte. Zusammen landeten sie am Straßenrand, aber keiner kam zu Fall.

 

Das hohe Tempo, das Sky am letzten Anstieg anschlug, erstickte jeden Angriff. Auf den letzten Kilometern war Aru mehr darauf konzentriert, sich den Tagessieg als das Gelbe Trikot zu holen.

“Romain hat den Moment für seinen Angriff perfekt abgepasst“, sagte Aru. „Ich versuchte selber einen Angriff zu fahren und es tat ziemlich weh.“

Quintana verlor den Anschluss und seine Hoffnung auf das gelbe Trikot schwindet. (Foto: Sirotti)

Mit seinem Etappensieg kommt Bardet dem Gelben Trikot ziemlich nahe. Er liegt mit einem Zeitrückstand von 25 Sekunden hinter Aru, was zu diesem Zeitpunkt in der Tour de France nicht viel ist. Die Chancen stehen für den jungen Franzosen ziemlich gut.

Quintana und Contador aus dem Rennen um gelb?

Nairo Quintana (Movistar) wurde schon am Fuß des letzten Anstiegs abgehängt. Die kolumbianische Bergziege, die sonst eine echte Bedrohung darstellt, wenn die Höhenmeter ansteigen, konnte nicht mithalten. Quintana verzeichnete einen Verlust von 2:04 und liegt nun mit einem Zeitrückstand von 4:01 an achter Stelle. Damit sind seine Hoffnungen auf ein gelbes Trikot vergangen. Die Rechnung, den Giro d’Italia und die Tour de France zu fahren, ist für ihn nicht aufgegangen.

Auch für Contador ist das Ziel eines Gesamtsieges in weite Ferne gerückt. (Foto: Sirotti)

Auch für Alberto Contador (Trek-Segafredo) ist die Jagd auf das Gelbe Trikot vorüber, bevor der Kampf in den Bergen richtig losgeht. Der Spanier konnte mit Froome fast bis zum Schluss mithalten. Aber auf dem letzten Steilstück nach Peyragudes zog es ihm den Stecker. Quintana überholte Contador auf dem Weg zum Ziel. Contador liegt auf dem 11. Platz mit einem Zeitrückstand von 7:14. Auch für ihn ist das Ziel, in Paris in gelb anzukommen, in weite Ferne gerückt.

Der vertraute Anblick der Tour de France: Berge, Wohnmobile und Fans am Straßenrand (Foto: Sirotti)

Für Bardet ist das Ziel der nächsten Tage klar: „Morgen wird wieder ein anstrengender Tag“, sagte er. „Mein Ziel? Ich werde um den Gesamtsieg kämpfen. Vielleicht ist das gelbe Trikot unerreichbar, aber ich versuche, die den Zeitvorsprung meiner Rivalen zu verringern. Mal sehen, was letztendlich dabei herauskommt.“

  1. BARDET Romain AG2R LA MONDIALE 5:49:38
  2. URAN Rigoberto CANNONDALE-DRAPAC 5:49:40
  3. ARU Fabio ASTANA PRO TEAM
  4. LANDA Mikel TEAM SKY +0:00:05
  5. MEINTJES Louis UAE TEAM EMIRATES +0:00:07
  6. MARTIN Daniel QUICK-STEP FLOORS +0:00:13
  7. FROOME Christopher TEAM SKY +0:00:22
  8. BENNETT George TEAM LOTTONL-JUMBO 0:00:27
  9. YATES Simon ORICA-SCOTT
  10. NIEVE Mikel TEAM SKY 0:01:28

(Foto: Sirotti)

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