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Tour de France 2017

Tour de France 2017: Story – mit den UCI-Kommissären auf Achse

Wie es in vielen Sportarten der Fall ist, sind die Schiedsrichter, Wertungsrichter und Funktionäre oftmals die stillen Helden des Sports. Aber die UCI-Kommissäre im Radsport nehmen eine Sonderstellung ein.

Wie es in vielen Sportarten der Fall ist, sind die Schiedsrichter, Wertungsrichter und Funktionäre oftmals die stillen Helden des Sports. Aber die Kommissäre im Radsport nehmen eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie Fußball oder Handball in denen die Schiedsrichter die gesamte Begegnung über im Blickfeld sind, halten sich die Kommissäre während des Rennens meist dezent im Hintergrund, es sei denn, man weiß wo sie zu finden sind.

Der rote Skoda mit der Nummer 8 bewegt sich auf Tuchfühlung mit dem Peloton. Seine Insassen sind die Rennverantwortlichen, die kontrollieren ob das Rennen mit den Regularien der UCI (Union Cyliste Internationale) im Einklang steht. Grundsätzlich drehen sich diese um einen fairen und sicheren Wettkampf. Insgesamt gibt es zwölf Kommissäre. Zwei von ihnen sind Linienrichter die Ihren Einsatzort an der Ziellinie haben und die weiteren zehn Kommissäre verteilen sich über die Rennstrecke, um das Peloton herum. Vier davon bewegen sich in Begleitfahrzeugen und sechs weitere auf Motorrädern. Vier der zwölf sind internationale UCI-Kommissäre, die restlichen acht setzen sich aus französischen und nationalen Kommissären zusammen. Vier von ihnen sind Frauen die anderen acht Männer.

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Wir verbrachten einen Tag mit der italienischen UCI-Kommissärin Francesca Mannori aus der Toskana. Sie qualifizierte sich 2009 als Kommissärin auf internationaler Ebene und 2017 ist ihr erster Einsatz bei der Tour de France. Im Team von Francesca Mannori sind außerdem die UCI-Kommissäre Philippe Marien aus Belgien, Laurent Idelot aus Frankreich und Juan Martin aus Spanien. Wir hatten die Gelegenheit bei der 13. Etappe von Saint-Girons nach Foix in dem roten Skoda mitzufahren. Die nur etwas mehr als 100 km lange Strecke versprach dank drei harter Auffahrten ein spannendes Rennen. Unser Auto fuhr hinter dem von Christian Prudhomme, dem Direktor der Tour de France und hinter der Rennleitung, welches sich durch den UCI-Kommissär Philippe Marien, dem Sportdirektor der Tour Thierry Gouvenou, und Sébastien Piquet, dem Sprecher des Tourfunks, der über die potentiellen Gefahren des Kurses informiert, zusammensetzt. Vor uns fuhr auch das Auto von Mavic, welches bereitstand, jeden Fahrer bei aufkommenden technischen Problemen zu unterstützen.

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Hinter dem Hauptfeld folgen Kommissäre in zwei weiteren Autos welche mit den Fahrern Schritt halten, die zurück gefallen sind. Diese sollen sicherstellen, dass Fahrer auch abseits des Pelotons die Regeln des Wettbewerbs respektieren und nicht in den Genuss von regelwidriger Hilfe kommen. Die Reihenfolge der Autos ändert sich mit jedem Renntag, was ihre Arbeit interessanter macht. Die Team-Fahrzeuge positionieren sich dahinter, analog zum Stand der aktuellen Gesamtwertung. In der 13. Etappe fuhr der Wagen vom Team Astana augrund der Führung von Teamfahrer Fabio Aru in der Gesamtwertung vorne, gefolgt von Team Sky und so weiter. Die Führenden in der Gesamtwertung haben auf diese Weise einen Vorteil, sollte es zu einem technischen Defekt kommen oder aber Getränke oder Verpflegung benötigt werden.

Die Position, in der sich die Fahrzeuge der Kommissäre befinden, wechselt ständig je nach Zustand des Rennens. Wenn es sich beispielsweise um eine flache Etappe handelt, und sich Ausreißer mehr als dreißig Sekunden vor dem Hauptfeld bewegen, dann setzt sich das neutrale Service-Fahrzeug vor das Peloton. Wenn der Abstand noch größer wird, dann fahren noch zusätzliche Fahrzeuge nach vorne. Dies dient einerseits dazu, dass die Kommissäre den Überblick behalten und soll außerdem den Verkehr auf der Rennstrecke so lenken, dass es zu keinen durch die motorisierten Fahrzeuge verursachten Behinderungen kommt. Auf dieser Etappe, lagen Movistar-Fahrer vor dem Hauptfeld und das Team signalisierte, dass sie nach vorne hin aufschließen wollten. Um dies zu erreichen, müssten sie einige Fahrzeugen und das Hauptfeld bei Gelegenheit überholen, Philippe Marien winkte sie schließlich aus dem führenden Auto durch.

Das erste das offensichtlich auffällt, ist die ständige Kommunikation per Funk. Radio Tour ist während des Rennens das gemeinsame Funknetz unter allen Fahrzeugen. Dazu zählen die Teamfahrzeuge, die Autos der Kommissäre, die Motorräder der Presse und die Medizin-Fahrzeuge. Der Tourfunk ist das Kommunikationsmittel, über welches im gesamten Rennen Informationen wie Anweisungen, Anpassungen der Regeln aufgrund der Witterungsverhältnisse oder Problemen auf der Strecke durchgegeben werden. Zum Beispiel gab es während einer Etappe folgende Meldung: „51, schlecht geparktes Auto“. Dadurch wurden alle anderen Fahrzeuge in Kenntnis gesetzt, dass bei Kilometer 51, um einen möglichen Unfall zu vermeiden besonders auf dieses potentielle Hindernis geachten werden sollte. Die Nachrichten werden jeweils in der Landessprache, in dem das Rennen stattfindet (französisch) und dann in einer der UCI Landessprachen (englisch) abgesetzt.

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Neben dem Tourfunk gibt es noch einen separaten Kanal für die Kommissäre, in dem sie nicht-öffentliche Angelegenheiten diskutieren, welche die Entscheidungen rund um das Rennen beeinflussen könnten. Hierbei muss es sich nicht nur um Fahrer direkt handeln, sondern kann auch beispielsweise Teamfahrzeuge betreffen, wenn etwa ein Begleitfahrzeug die Sicherheit im Rennen gefährdet oder einem Teamfahrer durch das Festhalten am Wagen einen Vorteil verschafft hat.

Wir stellten UCI-Komissarin Francesca Mannori einige Fragen über ihre persönliche Rolle im Rennen und über die generelle Wichtigkeit der Kommissäre im Rennen. Sie sagte: „Das Rennen kann ohne uns nicht laufen. Wir sind da, um die Fairness im Sport für die Fahrer, die Teams, das Rennen und die Veranstalter zu gewährleisten.“.

Sie berichtete uns auch, wie sie zu ihrer aktuellen Position kam: „Mein Einstieg war, für meinem Verband in der Toskana als regionale Kommissärin zu arbeiten. Danach absolvierte ich Prüfungen und Kurse um meine Qualifikationen zu verbessern und stieg über die verschiedenen Ebenen, von der regionalen, über die nationale bis zur internationalen auf.“ Und schließlich ist sie jetzt bei der Tour de France angekommen!

Aber der Job kommt nicht ohne seine Herausforderungen daher. „Es dreht sich immer alles darum, zu versuchen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Es ist wichtig, das Beste zu geben, um die entscheidenden Momente nicht zu verpassen. Bei der Tour de France starten 198 Fahrer, welche von vier internationalen und 6 nationale Kommissären auf der Strecke beobachtet werden. Das ist eine große Herausforderung.“.

Text: Digital Reporters
Fotos: A.S.O.

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