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Rennberichte & Analysen

Tour de France 2014: 9. Etappe – Tony Martin siegt

Der Tag der Tonys. Der Deutsche Tony Martin gewann die 9. Etappe der Tour und Tony Gallopin übernahm das Gelbe Trikot von Nibali. Martin überzeugte mit viel Kampfgeist und konstanter Leistung.

Tony Martin fährt allen anderen davon. Er gewinnt die 9. Etappe der Tour verdient. (Foto: Sirotti)

Vor der 9. Etappe der Tour de France 2014 wusste niemand genau, was zu erwarten war. Wird es ein großer Favorit wagen und auf Sieg fahren oder doch eher auf sicher gehen und die Kraft für morgen sparen.

Die Strecke im Detail

Von Gérardmer bis Mulhouse wurden die Fahrer ohne Ruhepause immer wieder mit Anstiegen konfrontiert. Die 170km-Etappe mit sechs Bergwertungen hatte es also in sich. Teams wie Europcar nahmen sich vor, vorne mehr Präsenz zu zeigen.

Mit wenig flachen Bereichen (abgesehen von den ersten 3km und der Zieleinfahrt) mussten viele Teams richtig kämpfen.

Die Strecke der 9. Etappe hatte es durchaus in sich. Durch einige knackige Anstiege waren die Fahrer gefordert.

Das Rennen – Tony, der Ausreißer

Die ersten Kilometer der Etappe verliefen, wie zu erwarten war, ohne außergewöhnliche Momente. Einen Tag vor dem französischen Nationalfeiertag wollten es einige Favoriten offensichtlich etwas ruhiger angehen lassen.

Die Ausreißer de Marchi (Can) und Tony Martin (OPQ ) führten ungefähr 120km vor Ziel mit 2 Minuten vor dem Peloton. Zu diesem Zeitpunkt regnete es nicht und mit ca. 16 Grad waren die Bedingungen auf jeden Fall besser als gestern.

Die beiden Ausreißer Tony Martin und de Marchi konnten ihre Führung lange halten.

Die Verfolgergruppe um Pierre Roland hing 113km vor dem Ziel ungefähr 30 Sekunden zurück. Auch der Gesamtführende Vincenzo Nibali ist vorne im Peloton dabei. Nachdem er sich gestern gut aus der Affäre ziehen konnte, versuchte er die Ausreißer nicht zu weit vorne wegfahren zu lassen.

Die beiden Ausreißer wurden von einer 28-Mann starken Gruppe verfolgt, die sich vom Peloton absetzte.

Team Astana trieb das Peloton 104km vor dem Ziel voran. Contador und sein Team hielten sich noch zurück. Derweil war die große Verfolgergruppe auf 28-Mann angewachsen und ist 41 Sekunden hinter Martin und de Marchi zurück. Team Europcar war in dieser Gruppe vertreten und führte das Tempo.

Tony Martin und de Marchi fuhren vorne ein ordentliches Tempo. Vor allem in den flacheren Passagen konnten die beiden Ihren Vorsprung leicht auf 45 Sekunden ausbauen.

Die beiden Ausreißer genossen ihre Freiheiten sichtlich. Martin musste Cavendish nicht mehr unterstützen und de Marchi wurde aus Sagans Diensten freigestellt.

Was machen die Sprinter?

Sprinter wie Marcel Kittel konnten heute keinen Blumentopf gewinnen. Bei 99km war Kittel zum Beispiel schon weiter abgeschlagen. Vor allem, nachdem Tony Martin und das 28-Mann starke Verfolgerfeld einige Minuten vor dem Peloton fuhren.

Astana führt das Hauptfeld an

Team Astana versuchte die Lücke zwischen Peloton und großem Ausbrecherfeld zu verkürzen. Ohne nennenswerten Erfolg.

87km vor dem Ziel waren Tony Martin und de Marchi 4,36 Minuten vor dem Hauptfeld. Sie konnten ihren Vorsprung zudem noch weiter gegen ihre Verfolgergruppe um Roland ausbauen.

Martin und de Marchi konnten ihren Vorsprung halten.

Astana führte 82,8km vor dem Ziel immer noch das Peloton an, allerdings nicht mit einer Geschwindigkeit um Zeit gut zu machen. Der Abstand betrug in diesem Moment 5,37 Minuten. Astana zog gute 70km vor dem Ziel und mit 6,11 Minuten Rückstand auf Martin und de Marchi das Tempo an und sammelt vereinzelt abgeschlagene Fahrer ein.

Das Hauptfeld konnte keine Zeit gut machen.

Martin und de Marchi teilten sich die Punkte fair auf. De Marchi bekam die Bergpunkte und Tony Martin sackte die Zwischensprintpunkte ein.

60km waren noch zu fahren und der erste Kategorie 1-Berg der Tour 2014 stand bevor. Der Le Marckstein. Nun erhöhte Tony Martin das Tempo und de Marchi ging die Kraft aus. Der Italiener musste jetzt versuchen, die Lücke zu schließen, schaffte es aber bis zum Ende nicht mehr.

Tony Martin zog das Tempo am Berg an und de Marchi konnte nicht mithalten.

Tony Martin führte zu Beginn des Le Marcksteins 2,20 Minuten vor der Verfolgergruppe und 6,24 Minuten vor dem Peloton. Wir befanden uns in dem Moment 57,7km vor der Ziellinie. Der Verfolgergruppe war klar, wenn jetzt keine Zeit gut gemacht wird, würde es sehr schwer werden, Martin wieder einzuholen. Nach dem Le Marckstein ging es erstmal bergab und anschließend relativ flach weiter bis zum Ziel.

Tony Martin musste sich alleine den Weg zum Ziel erkämpfen.

Martin hatte 52,8km vor dem Ziel 7,30 Minuten Vorsprung auf das Peloton. Die Frage war, ob er seinen Vorsprung nach dem Le Marckstein gegen die Verfolgergruppe halten kann. Allerdings war die Straße in den Bergen nass. Die Fahrer mussten also aufpassen.

Tony Martin erreichte den Gipfel vom Le Marckstein als Erster und ohne seinen Vorsprung einzubüßen. Eine klasse Leistung des Deutschen. De Marchi erreichte den Gipfel als Zweiter, war aber zu weit abgeschlagen. Martin führte mit 3,10 Minuten vor dem großen Verfolgerfeld und über 8 Minuten vor dem Peloton.

45km vor dem Ziel mussten die Fahrer bergab durch ziemlich mieses Wetter fahren. Doch es sollte noch die letzte Bergwertung – der Grand Ballon – folgen. Die Chancen standen gut, dass der Bergführende und der Etappensieger am Grand Ballon entschieden wird.

De Marchi wurde von Joaquim Rodriguez 41,6km vor der Ziellinie eingeholt. Der Spanier war auf den Bergpunkt aus.

De Marchi konnte den Vorsprung auf das Verfolgerfeld nicht halten und wurde eingeholt.

Tony Martin jagt den Grand Ballon runter

Die Abfahrt vom Grand Ballon war zum Glück wieder trocken. So konnte Tony Martin seine Fähigkeiten ausspielen. Die Frage war, ob er noch genug Energie für die letzten 39km hatte.

Das Hauptfeld hatte 35km vor dem Ende 8 Minuten Rückstand auf Tony Martin. Nibali und sein Astana Team versuchten den Abstand zwar zu verkürzen, aber bis dato ohne Erfolg.

Tony Martin lies sich von den Abfahrten nicht einschüchtern und verlor keine Sekunde.

Martin konnte seinen Vorsprung relativ gut halten. So sollte 27,5km vor dem Ziel eigentlich nichts mehr schief gehen.

20km waren noch zu fahren und Tony Martin hielt den Abstand auf 3,05 Minuten. Eine enorme Leistung des deutschen Fahrers. Er wird auch die Bergführung übernehmen.

6km vor Schluss gab es dann keinen Zweifel mehr. Tony Martin wird diese 9. Etappe gewinnen. Die Verfolgergruppe zog zwar nochmal richtig an, aber ohne Chancen auf den Etappensieg. Es ging hier also nur noch um den 2. Platz und das Gelbe Trikot.

Doppelter Tony

Tony Martin holte sich den Etappensieg und das gepunktete Bergtrikot. Ein anderer Tony, nämlich Tony Gallopin übernahm das Gelbe Trikot von Nibali, der mit dem Hauptfeld nicht mehr ran kam.

Vincenzo Nibali sollte es allerdings nicht sonderlich ärgern, dass er das Gelbe Trikot abgeben musste. Er führte sein Team über das ganze Rennen durch gut an und gilt als langfristig planener Fahrer.

Namen wir Peter Sagan, Marcel Kittel und Andre Greipel tauchten nicht an der Spitze des Hauptfeldes auf. Nibali und sein Astana-Team führten das Peloton über die Ziellinie.

Tony Martin war der verdiente Gewinner der 9. Etappe der Tour de France.

Tour de France 2014: Etappe 9 – Ergebnisse

1) Tony Martin (GER) – OPQ – 4.09.34
2) Fabian Cancellara (CH) – TFR – +2.45
3) Greg van Avermaet (Bel) – BMC – +2.45

Gesamtwertung

1) Tony Gallopin (FRA) – LTB – 38.04.38
2) Vincenzo Nibali (ITA) – Astana +1.34
3) Tiago Machado (POR) – TNE +2.40

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