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Rennberichte & Analysen

Strade Bianche 2018: Tiesj Benoot siegt beim italienischen Klassiker

Tiesj Benoot (Lotto Soudal) lässt Romain Bardet (AG2R La Mondiale) und Wout van Aert (Veranda's Willems Crelan) hinter sich

Das Wetter sorgte im Vorfeld der 12. Ausgabe des italienischen Klassikers Strade Bianche für Schlagzeilen: Durch die Kältewelle, die Europa ergriffen hatte, sanken die Temperaturen 15 Grad unter dem normalen Durchschnittswert in der Toskana. Die weißen Schotterstraßen verwandelten sich durch Schneefall in noch weißere schneebedeckte Eisbahnen und waren noch einen Tag vor dem Rennen mit Schnee bedeckt.

Es war noch kühl am Renntag, aber die Straßen waren einigermaßen aufgetaut, was das Rennen auf den Streckenabschnitten in eine wahre Schlammschlacht verwandelte. Letztendlich war es der junge Belgier Benoot (Lotto Soudal), der nach 184 Kilometern schlammverkrustet die Ziellinie in Siena als Sieger überquerte.

Tiesj Benoot (Lotto Soudal) gewann nach einem starken Angriff die 12. Ausgabe des Strade Bianche. Für den jungen Belgier ist das sein erster Sieg als professioneller Radsportler. (Foto: Sirotti)

Seit der junge Belgier als Jungprofi bei der Flandernrundfahrt in 2015 den fünfte Platz belegte, wird er als aufgehender Stern im professionellen Radsport gehandelt. Für den Lotto Soudal Fahrer ist der Erfolg bei der Strade Bianche 2018 sein erster Sieg als Profi. Ein Sieg, den er sich wohl verdient und erkämpft hat.

Benoot schloss auf das führende Duo Romain Bardet (AG2R La Mondiale) und Wout van Aert (Veranda’s Willems Crelan) auf, die ihn ziehen lassen mussten. Benoot konnte seinen Soloritt zum Ziel feiern und seinen Sieg geniessen. (Foto: Sirotti)

Zwischen dem achten und neunten Abschnitt der namensgebenden Schotterstraßen „strade bianche“ , ging Benoot zum Angriff über und schloss von einer großen Verfolgergruppe auf das führende Duo Romain Bardet (AG2R La Mondiale) und Wout van Aert (Veranda’s Willems Crelan) auf. Benoot zeigte eine ungeheure Kraft und Engerie, als er den Abstand zu den zwei in der Führung überbrückte.

Auf dem letzten Abschnitt zog der Belgier sein Tempo an. Bardet und van Aert, die die letzten 50 Kilometer in ihrem Führungsduo vorne verbracht hatten, schienen keine Kraft mehr zu haben und konnten nicht mehr reagieren, geschweige dem jungen Belgier hinterherjagen. Von dem Moment gab es für den Lotto Soudal Fahrer kein Halten mehr. Er musste sein Ding jetzt nur noch auf den letzten Anstiegen in Siena durchziehen. Seines Erfolges und Sieges sicher und bewusst, was er erreichen würde, fing er schon weit vor dem Ziel, seinen Erfolg zu feiern.

Seine Freude verwandelte sich schnell in schiere Erschöpfung, als er die Ziellinie überquert hatte. Die Anstrengungen des Tages auf den matschigen Schotterstraßen in der Kälte standen sowohl dem Sieger als auch Bardet und Van Aert im Gesicht geschrieben, als die zwei nach Benoot ins Ziel kamen. Bardet ist eher für seine Erfolge und Teilnahmen in den Grand Touren bekannt. Der junge Franzose brachte aber Leben in das Strade Bianche als er auf dem unerbittlichen achten Abschnitt achten Abschnitt zu einem beherzten Angriff überging.

Der Schnee und die kalten Temperaturen der letzten Tage verwandelten die Schotterstraßen in Schlammwege, das Rennen mutierte zu einer Schlammschlacht. (Foto: Sirotti)

Nur Van Aert, der 23-jähriger Cyclo-Cross Weltmeister, konnte mit dem Franzosen mitziehen. Der mögliche Erfolg, der sich vor den Augen der beiden Ausreisser durch dieses Manöver abspielte, schien sie weiter zu motivieren und zu Höchstleistung anzuspornen. Nach 50 Kilometern im Zweiterteam war Benoot, der in den letzten zwei Jahren den achten Platz beim Strade Bianche erreichte, zu stark und diesem Terrain zu sehr gewachsen.

„Es war wirklich super“, sagte der Jungprofi im Ziel. „In Belgien drehen die Journalisten durch, wenn ein junger Fahrer ein gutes Ergebnis erzielt. Ich stand also ein bisschen unter Druck, einen Sieg einzufahren. Ich habe schon immer gesagt, dass es eines Tages passieren wird. Ich werde nicht viele Rennen gewinnen, aber die ich gewinnen werden, das werden namenhafte Renne sein. Ich bin bei diesem Rennen schon zweimal achter geworden. Ich wusste daher, dass mir dieses Rennen liegen würde. Letztendlich kam es heute zu einem guten Ergebnis.“

Eine Minute und 42 Sekunden nach Benoot kam Alejandro Valverde (Movistar) als vierter, gefolgt von Giovanni Visconti (Bahrain-Merida) und Rob Power (Mitchelton-Scott), ins Ziel. Sie waren die ersten Namen der Favoriten dieses Rennens, die nach dem Sieger ins Ziel rollten. Der Sieger der 2015 Ausgabe, Zdenek Stybar (Quick-Step Floors) wurde siebter. Weltmeister Peter Sagan, der mit diesem Rennen seine Klassikersaison einläutete, wurde letztendlich achter.

Die Favoriten verpassten den Anschluss an das wichtige Renngeschehen, als sie ihre Teamkollegen auf die Verfolgungsjagd hinter Bardet und Van Aert schickten, aber es nicht schafften, diese einzuholen. Titelverteidiger Michal Kwiatkowski (Team Sky) erfuhr das gleiche Schicksal und konnte das Feld der Favoriten nur von hinten aufrollen. Der Tag des relativ neuen Klassikers Strade Bianche gehörte ausschliesslich dem Jungprofi Tiesj Benoot.

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