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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 2017 14. Etappe – Tom Dumoulin holt sich seinen ersten Etappensieg

Mit voller Kraft voraus: Tom Dumoulin (Sunweb) behauptet sich gegen Mikel Landa (Sky) und Ilnur Zakarin (Katusha-Alpecin) und baut seine Führung um 14 Sekunden aus

Tom Dumoulin (Sunweb) bewies auf der Bergankunft des Oropa, dass er seine Führung in der Gesamtwertung, und somit das Maglia Rosa, nicht ohne einen großen Kampf aufgeben wird. Mit diesem Etappensieg setzte er ein klares Zeichen, dass er diesen Giro d’Italia für sich entscheiden will.

Der Holländer überzeugte durch seine starke Leistung, die ihn am Kopf einer leistungsstarken Gruppe auf den letzten Kilometern des Anstiegs sah. Es war ein erbitterter Kampf, der zwischen Landa, Dumoulin und Zakarin ausgefochten wurde. Einen Kampf, den Dumoulin letztendlich für sich gewann. Auch Nairo Quintana (Movistar), der einen langen Angriff fuhr, hatte gegen die Power des Fahrers im Maglia Rosa keine Chance: Dumoulin holte den Kolumbianer ein, überholte ihn und gewann noch einen weiteren Zeitvorsprung von 14 Sekunden.

(Bild: Sirotti)

Auf dem anfänglichen Flachstück der Etappe verlief das Rennen recht ruhig. Mit 131 km war diese Strecke die kürzeste des Giro d’Italia und die ersten 100 Kilometer waren relativ flach. Nach 30 Kilometern schafften es schließlich drei Fahrer, sich vom Hauptfeld abzusetzen: Natanael Berhane (Dimension Data), Sergey Lagutin (GazProm-RusVelo) und Daniel Martinez (Willier Trestina) formten ein kleines Gruppetto als das Hauptfeld seinen Rhythmus fand.

(Bild: Sirotti)

Das Peloton zeigte sich recht entspannt, ließ das Trio aber nie aus den Augen, dessen Vorsprung nie mehr als zwei Minuten betrug. So ging es ruhig und flüssig für 80 Kilometer durch die italienische Landschaft.

Als der letzte Anstieg, und somit das Ziel, näher kam, kam auch langsam Bewegung in das Hauptfeld. Mit 22 km zum Ziel fingen die Teams der Favoriten und der Anwärter des Maglia Rosa an, sich zu organisieren und ihre Strategien zurechtzulegen. Mit noch 18 Kilometern zum Ziel hatten sie die Ausreißer wieder eingeholt.

Als das Peloton den Fuß des Oropa erreichte kam Leben in die Fahrer und die Etappe entwickelte sich in ein spannungsgeladenes Spektakel, wie man es vom Giro d’Italia gewohnt ist. Movistar führte, wie am Blockhaus, die Charge in den Berg. Ein Fahrer nach dem anderen, diejenigen, die das scharfe Tempo nicht halten konnten, fielen zurück, während vorne ein Angriff auf den nächsten folgte.

Nibali konnte nicht mithalten (Bild: Sirotti)

Es waren spannende Kilometer, in der ein Fahrer nach dem anderen sein Glück versuchte, Angriffe gefahren und pariert wurden. Mit noch vier Kilometern zum Ziel kam der Angriff, auf den viele gewartet hatten: Quintana, zusammen mit Zakarin, beschleunigte und fuhr vorne weg.

Das Maglia Rosa war zu der Zeit nicht im Vorfeld dabei. Stattdessen führte Dumoulin eine kleine Gruppe, bestehend aus Nibali, Zakarin, Yates und Landa in einer Verfolgungsjagd den Berg hinauf. Trotz der wiederholten Angriffe vorne, ließ sich der Holländer nicht aus der Ruhe bringen und fuhr seinen Rhythmus. Und so näherte er sich stetig und gleichmäßig dem Kopf des Rennens, wo Angriff um Angriff gefahren wurde.

Der Holländer war zu weit hinten im Fahrerfeld, um den Angriffen, die Quintana fuhr, Paroli zu bieten. Schließlich kam er und seine Gruppe doch in Sichtweite, was sich der Kolumbianer nicht gefallen ließ: Quintana setzte erneut zum Angriff an.

Mit schon fast stoisch anmutender Ruhe, Stück für Stück, Meter um Meter, im Rhythmus des geübten Zeitfahrers, kam Dumoulin dem Kolumbianer immer näher. Mit 1,5 Kilometern zum Ziel hatte das Maglia Rosa Quintana ein- und überholt und fuhr weiter. Der Kolumbianer ließ sich nicht zweimal bitten und hängte sich, zusammen mit Landa und Zakarin, an die Fersen des Zeitfahrspezialisten.

Dumoulin auf Verfolgungsjagd. (Bild: Sirotti)

200 Meter vor dem Ziel setzte Zakarin zum letzten Angriff an und kam in Führung. Dumoulin reagierte sofort und jagte hinter ihm her. Es waren nur noch 25 Meter zum Ziel, als Dumoulin mit einer starken und überzeugenden Leistung in Kraft und Geschwindigkeit die Führung übernahm und als erster die Ziellinie überquerte.

Nairo Quintana konnte nicht reagieren und dem Füherer der Giro d’Italia nicht folgen. Der Kolumbianer kam als vierter mit 14 Sekunden Rückstand ins Ziel.

Dumoulin hat seine Führung weiter ausbauen können. (Bild: Sarotti)

Mit diesem Sieg baut Tom Dumoulin seine Führung beim diesjährigen Giro d’Italia noch weiter aus: Im Ganzen liegt er jetzt mit 2:47 Vorsprung vor Quintana und 3:25 vor Thibaur Pinot (FDJ).

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