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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 2017 – Ein Debutant holt sich das Maglia Rosa der 1. Etappe

Die erste Etappe der 100. Ausgabe des Giro d'Italia sollte ein Tag der Sprinter werden. Aber es kam alles anders als gedacht.

Der Mai ist gekommen und mit ihm die Italienrundfahrt – der Giro d’Italia. Der Kampf um das Maglia Rosa läutet die Saison der Grand Tours ein. In diesem Jahr steht das Rennen unter einem besonderen Stern: Es ist die 100. Austragung der Italienrundfahrt.

Die Strecke, die zur Feier des Giros zusammengestellt wurde, verspricht ein sehr spannendes und spekatuläres Rennen. In den nächsten drei Wochen werden die Profis sich von den Inseln Sardinien und Sizilien, vom Südzipfel des Festlandes in den Norden hocharbeiten.

Wir werden das Rennen mit Spannung verfolgen, denn es verspricht, aufregend und interessant zu werden.

Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe) sicherte sich den Sieg der ersten Etappe (Bild: Sirotti)

Ich mag den Giro: Kälte, Regen, schneebedeckte Pässe, Hitze – mit seiner Unberechenbarkeit und Unbarmherzigkeit, die die Fahrer schon früh in der Saison herausfordert, hat er mich in seinen Bann geschlagen. Spätestens seit ich vor ein paar Jahren in Bardonecchia, umgeben von Anwohnern und radsportbegeisterten Italienern, einschließlich zwei älteren Damen, eine Bergankunft erleben durfte, bin ich, nach den Klassikern, dieser Grand Tour verfallen.

Pöstlberger konnte seine Freude über seinen Sieg nicht verbergen. (Bild: Sirotti)

Und die erste Etappe der 100. Auflage konnte nicht besser starten als mit einem spannenden und überraschenden Sieg eines jungen Fahrers, der sein Debut feierte.

Jeder erwartete, dass ein namhafter Sprinter die erste Etappe und somit das erste Maglia Rosa der 100. Giro für sich entscheiden würde. Die relativ flache Strecke über 206 Kilometer, die sich entlang der Ostküste Sardiniens windet, bot nur zwei nennenswerte Anstiege und einen flachen Lauf zum Ziel.

Alle Augen und Erwartungen richteten sich auf Caleb Ewan (Orica-Scott), Andre Greipel (Lotto Soudal) and Giacomo Nizzolo (Trek-Segafredo).

Es kam aber anders: Lukas Pöstlberger vom Team Bora-Hansgrohe sicherte sich zum Auftakt der Giro das Maglia Rosa.

Der junge Fahrer, der mit der Italienrundfahrt sein Debut bei den Grand Touren feierte, war eigentlich als Helfer für seine Teamkameraden, Sprinter Sam Bennett oder Matteo Pelucchi, eingeteilt worden. Dann kam alles anders – wie man es vom Giro eigentlich erwarten kann.

Kurz bevor der Österreicher die Zugarbeit übernahm brachte ein Sturz die Bewegung und den Ablauf des Rennens im Fahrerfeld durcheinander. Mit nur zwei Kilometern zum Ziel tat sich zwischen Pöstlberger und dem Zugpferd von Caleb Ewan ein Lücke auf.

Der Abstand wurde immer größer und unter der Anfeuerung seines Teamkollegen Bennett über das Rennradio ließ der junge Fahrer nicht mehr locker. Während er sich in den verwinkelten Straßen zum Ziel einen beachtlichen Vorsprung sicherte, entfaltete sich hinter ihm ein unorganisiertes Chaos im Fahrerfeld. Keiner konnte begreifen, was sich an der Spitze des Rennens entwickelte, als der junge Fahrer Richtung Ziel und als erster über die Ziellinie fuhr.

Die Favoriten versuchten sich mit einem, schon fast verzweifelt anmutenden, Sprint um den zweiten Platz ihren Ruf zu wahren und den Schaden zu begrenzen. Caleb Ewan konnte sich gegen Andre Greipel für den zweiten Platz durchsetzen, aber den Ruhm des ersten Etappensieges der 100. Giro gehörte Lukas Pöstlberger.

Der junge Österreicher konnte seine Freude über seinen Erfolg nicht verbergen: „Eigentlich wollten wir für Sam den Sprint organisieren. Aber plötzlich tat sich eine Lücke auf, ich weiß nicht, was passiert war. Ich hörte nur noch über das Radio ‘Los, Posty, gib alles! Versuche es einfach!’ Und ich gab einfach alles. Und es hat geklappt: Einen Sieg für das Team, der erste Sieg meiner Profi-Karriere für mich, das maglia rosa. Ich glaube, ich werde Wochen brauchen, bis ich diesen Sieg verdaut habe und es wirklich fassen kann. Es ist unglaublich!”

Für das deutsche Team war es ein sehr erfolgreicher Auftakt des Giros: Das Team sicherte sich nicht nur das Maglia Rosa, sondern auch das Trikot der Bergwertung mit ihrem Fahrer Cesare Benedetti. Pöstlberger gewann zusätzlich zur Gesamtwertung das Trikot der Punktewertung die Wertung der jungen Fahrer. Das Team Bora hatte am ersten Tag der Giro ordentlich zugeschlagen und wirklich alles geholt, was es zu holen gibt.

„Für uns ist ein Traum wahr geworden”, sagte Jens Zemke, Sportdirektor von Bora-Hansgrohe. „Wir hatten uns einen Etappensieg als Ziel gesetzt. Und das Ziel erfüllen wir schon gleich am ersten Tag des Rennens. Besser kann es für uns gar nicht werden. Der Druck ist uns jetzt schon genommen und wir können die nächsten drei Wochen die Fahrt durch Italien ohne Erwartunghaltung genießen. Wir sind mit unserem Erfolg und den Trikots super zufrieden. Das ist Top!”

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