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Profi-Radsport

Jonas Deichmann unterwegs auf Weltrekordjagd

Hier berichtet Jonas Deichmann in weiteren spannenden Tagebucheinträgen von seinem Panamericana-Weltrekordversuch.

Am nördlichsten Punkt der Panamerican, in Prudhoe Bay im Norden von Alaska,
am 19. August gestartet, hat Jonas Deichmann nach 15 Tagen bereits 4000 km
und 30.000 HM zurückgelegt.

Auszug aus Jonas Tagebuch:

Tag 5
Heute bezahle ich den Preis dafür, gestern zeitweise ohne Essen unterwegs gewesen zu
sein. Fühle mich schwach. Wind von vorn und Regen machen es auch nicht besser. Am
Abend treffe ich einen Franzosen, der die Route in entgegengesetzter Richtung fährt. Er ist
vor zweieinhalb Jahren in Argentinien gestartet.

Tag 6
Heute fühle ich mich besser. Werde am Nachmittag Kanada erreichen. 650 km bis zum
nächsten Supermarkt machen mein Rad schwer in den Anstiegen. Am Abend finde ich einen
wunderbaren See für die Nacht. Eine Familie aus Washington lädt mich zum Pasta-Dinner in
ihren Van.

Tag 7
Endlich Rückenwind und gute Beine. Ich fahre durch eine herrliche Landschaft. Hohe Berge,
Seen und endlose Wildnis. Vormittags kreuzt eine Elchfamilie direkt vor mir die Straße. Es
läuft so gut, dass ich bis Mitternacht fahre. Am Abend taucht plötzlich Polarlicht auf. Die
Fahrt unter diesem magisch grünen Himmel ist ein unvergessliches Erlebnis.

Tag 8
Kalte Nacht. Habe kaum geschlafen. Mit einem warmen Kaffee auf dem Rad fahre ich nach
Whitehorse. Es ist endlich sonnig, aber der harte Gegenwind macht mich langsam. In
Whitehorse treffe ich Shane und Susie, Radfahrerinnen aus der Gegend, die mit mir ein paar
Kilometer zu ihnen nach Hause fahren. Ich nehme die Einladung gerne an. Kann meine
Kleider waschen und mein Rad in Ordnung bringen. Der Wetterbericht meldet wechselnde
Windrichtung für Morgen.

Tag 9
Der Wind hat nicht gedreht, wird aber langsam schwächer. Nach 1 Stunde Fahrt sehe ich am
Straßenrand einen Grizzly und stoppe in sicherer Entfernung. Nur, der haut nicht ab. Nach
10 Minuten kommt ein Auto und ich kann hinter dem Auto am Grizzly vorbeifahren.
Nachmittags fängt es wieder an zu regnen und in den vielen Bergen wird es unangenehm
kalt. Gegen Abend treffe ich den 65 jährigen Richard, der mit einem Handwagen quer durch
Kanada läuft. Trotz widriger Bedingungen schaff ich heute 300 km.

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