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Panamericana Solo 2018

Traumstrände, Regenwälder und Hochgebirge in Amerikas Nordwesten

Nur noch wenige Wochen, bis Jonas Deichmann seinen Panamericana-Solo-Weltrekord startet. Hier berichtet er von den Erlebnissen während seiner Vorbereitung.

Fünf Wochen sind es noch bis zum Start meiner Panamerica-Solo-Challenge und ich radle nun nach Norden Richtung Startlinie. Die letzten Woche habe ich Washington durchquert und einen ersten Eindruck von der Wildnis im hohen Norden bekommen.

Von Oregon aus folge ich der Küste weitere zwei Tage, bis ich die spektakuläre Olympic-Halbinsel erreiche. Der Nationalpark im äußersten Nordwesten der USA gilt als der abwechslungsreichste, mit Regenwäldern, hohen Bergen und Traumstränden. Nach 10 Tagen an der Küste bin ich froh über etwas Abwechslung und erkunde das Landesinnere.

Vom Quinnault-See aus folge ich einer einsamen Schotterstaße tief in das Innere des Parks. Den ganzen Nachmittag begegnet mir kein einziger Mensch, dafür aber eine Gruppe Elche und ein Bär, der im Fluss fischt.

Der Weg steigt kontinuierlich an, vorbei an Wasserfällen und durch dichten Regenwald, bevor die Berge am Ende des Tals spektakulär in die Höhe ragen. Die Schotterstaße wird immer schmaler und schlechter, bis ich nach ungefähr 60 Kilometern umdrehen muss. Dafür ist mein Rad einfach nicht gebaut. Nach weiteren zwei Stunden bin ich pünktlich zum Sonnenuntergang am Quinault-See. Ich schlafe am Ufer neben dem Lagerfeuer und grille. Es ist Vollmond, der Mond reflektiert hell auf dem See und ich bekomme plötzlich Lust, in die Mitte des eiskalten Sees zu schwimmen. Eine traumhafte Erfahrung.

Am nächsten Morgen fahre ich weiter entlang der Küste bis ans Cape Flattery, dem nordwestlichsten Punkt der USA. Die Aussicht ist spektakulär: Ich blicke von einem hohen Kliff hinab zu den Felsen, auf denen sich Seelöwen ausruhen. Cape Flattery hat aber noch eine andere Bedeutung für mich: Der Wind im Nordwesten kommt immer und meistens stark aus Nordwest. Nach 3.000 Kilometer Gegenwind werde ich ihn ab jetzt auf meiner Seite haben.

Gleich am nächsten Tag geht es mit einem 30er-Schnitt locker an der Küste entlang und durch den Großraum Seattles. Ich möchte noch eine Extraschleife in den Cascade-Bergen drehen, bevor ich Kanada erreiche und nehme den Mount-Rainier-Pass in Angriff. 1.800 Höhenmeter sind es vom Pazifik bis zum Gipfel. Auf der Passhöhe schneit es und die Sicht beträgt nur ein paar Meter. Durchgefroren stürze ich mich in die Abfahrt und kollidiere beinahe mit einem Elch, der im Nebel die Straße überquert.

Auf der anderen Passseite strahlt die Sonne und es hat 30 Grad. Der Mount Rainier wirkt als Regengrenze. Am nächsten Morgen starte ich vor Sonnenaufgang, denn ich habe eine Einladung im 310 Kilometer entfernten Methow-Tal. Der Weg führt mich durch den spektakulären Yakima-Canyon und entlang des Columbia-Flusses. Ich bin schnell unterwegs, bis ich Abends das Methow-Tal erreiche. Hier gibt es ein Mikroklima und der Wind wird mit enormer Kraft durch das Tal geleitet.

Ich gebe nochmal alles und erreiche nach 13 Stunden meine Gastgeber Julie und Joe. Die beiden haben auch einen Radladen und ich nutze am nächsten Tag die Gelegenheit, um mich zu erholen und ein paar Kleinigkeiten zu reparieren. Mittags verabschiede mich von den beiden und radle weiter das Tal hinauf zum Washington-Pass.

Am nächsten Tag erreiche ich Bellingham und verbringe den amerikanischen Nationalfeiertag mit Freunden von Julie am See. Von hier sind es nur noch 30 Kilometer bis nach Kanada und Vancouver.

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