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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 2018 – Enrico Battaglin gewinnt die 5. Etappe in Santa Ninfa

Rohan Dennis führt weiterhin in der Gesamtwertung

Aus dem Dritten wurde der Erste: Enrico Battaglin (LottoNL-Jumbo), Dritter auf der vierten Etappe des Giro d’Italia, überwand mit einem starken Sprint als erster den steilen Anstieg auf dem letzten Kilometer zum Ziel und holte sich den Tagessieg auf der 5. Etappe.

Auf der vierten Etappe des 101. Giro d’Italia konnte der Italiener mit Tim Wellens (Lotto Fix All) nicht mithalten, aber heute bewies er, dass er seinem Mitstreiter Giovanni Visconti (Bahrain-Merida) auf dem Flachstück zum Ziel an Kraft und Geschwindigkeit überlegen war. Jose Goncalves (Katusha-Alpecin) wurde Dritter.

Enrico Battaglin (LottoNL-Jumbo) gewinnt die 5. Etappe des Giro d’Italia 2018 in Santa Ninfa (Foto: Sirotti)

Für den Italiener ist es der dritte Tagessieg beim Giro d’Italia: Er gewann Etappen in 2013 und 2014. Für sein Team LottoNL-Jumbo war der Sieg ein Grund zum Feiern: „Ich habe vor vier Jahren zum letzten mal gewonnen“, sagte Battaglin. „Es ist eine Weile her. Dieses Jahr habe ich endlich wieder eine gute Form und fühle mich gut. Gestern war ich stark und daher wollte ich es heute wieder wissen. Gestern war es ein starker Sprint auf einem steilen Anstieg. Heute gab es auch wieder einen starken Anstieg, aber danach waren es noch zwei Kilometer zum Ziel. Ich hatte etwas Zeit, mich zu erholen, um dann einen guten Sprint zu fahren.“

Battaglin konnte auf dem Flachstück zum Ziel, das dem steilen Anstieg folgte, seine Mitstreiter erfolgreich abhängen und seine Kraft und Geschwindigkeit unter Beweis stellen. (Foto; Sirotti)

Die fünfte Etappe war mit 155 Kilometern kürzer als der erste Tag in Sizilien, aber nicht weniger anspruchsvoll: Ein welliges Profil auf der ersten Hälfte und fordernde Anstiege zum Ende der Strecke ließen einen anstrengenden Tag vermuten, an dem es bedeutete seine Kraft für die sechste Etappe so gut es ging zu konservieren.

Ein starker Gegenwind erschwerte den Weg durch Sizilien und die Fahrer fuhren im geschlossenen Verband. Vor allem die Favoriten und das Maglia Rosa waren sehr darum bemüht, den Schutz des Peloton zu nutzen, um Kraft zu sparen und ihre Positionen zu verteidigen. Als sich vier Fahrer vom Hauptfeld absetzten und in den Gegenwind fuhren, ließ das Peloton sie ziehen. Schon bald hatte sich ein Abstand von 5:30 Minuten aufgetan. Die Ausreißer waren: Ryan Mullen und Laurent Didier (Trek-Segafredo), Eugert Zhupa (Wilier Triestina-Selle Italia) und Andrea Vendrame (Androni Giocattoli-Sidermec).

BMC, sehr darauf bedacht, Rohan Dennis im Maglia Rosa zu verteidigen, setzten sich vorne an das Peloton und gaben das Tempo an. Aber auch andere Teams hatten es auf den Etappensieg abgesehen und BMC erhielt willkommene Hilfe von Lotto Fix All, UAE Team Emirates und Team Sunweb. Nach 100 Kilometern war der Vorsprung auf die Ausreißer auf 3:30 Minuten gesunken. Das Peloton rollte gleichmäßig und relativ ruhig die Küstenstraße Siziliens entlang.

Chris Froome (hier am Start der 5. Etappe in Agrigento) schien auch heute Probleme zu haben, mit seinen Rivalen mithalten zu können. Als einer der Hauptfavoriten liegt er mit 55 Sekunden Rückstand hinter der Gesamtwertung. (Foto: Sirotti)

Als das Rennen den Anstieg bei Santa Margherita del Belice erreichte waren es noch 50 Kilometer bis zum Ziel und die Ausreißer befanden sich immer noch vorne. Aber das Hauptfeld holte sie langsam und sicher ein, der Abstand war auf 2:30 geschrumpft. Das Streckenprofil wurde welliger und hügeliger, dennoch hielten die vier Fahrer zusammen und schafften es über den zweiten klassifizierten Berg der Etappe, ohne vom Hauptfeld überrollt zu werden. Die Kilometer zum Ziel verringerten sich unaufhaltsam, die Spannung unter den Fahrern stieg merklich an. Die Abfahrt erwies sich für einige Fahrer als ziemlich tücksich: Francois Bidard (AG2R La Mondiale) kam zu Fall,  Steve Morabito (BMC) und Laurens Ten Dam (Team Sunweb) stürzten auch, saßen aber schnell wieder im Sattel und konnten weiterfahren.

Die Strecke führte durch eine Gegend, die 1968 von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden war. Ganze Dörfer wurden zerstört und viele Bewohner fielen der Naturkatastrophe zum Opfer. Zum Gedenken dieses Unglücks vor 50 Jahren hatten die Veranstalter des Giro d’Italia die Strecke durch die verlassene Gegend und Dörfer gelegt.

Es waren noch 23 Kilometer zum Ziel und Mullen, Didier und Zhupa liessen sich letztendlich vom Hauptfeld einholen. Vendrame hingegen hatte angegriffen und konnte sich vom Quartett absetzen. Er erreichte den letzten kategorisierten Anstieg des Tages ohne seine Mitstreiter. Lotto Fix All und Team Sky fingen an, das Tempo des Hauptfeldes zu bestimmen. Das Rennen ging in seine letzte und aufregende Phase.

Der letzte der Ausreißer, Vendrame, wurde schließlich auf den letzten drei Kilometern eingeholt, Mitchelton-Scott übernahm die Führung zum letzten Anstieg nach Santa Ninfa.  Pozzovivo und Diego Ulissi (UAE Team Emirates) waren die ersten, die einen Angriff wagten, Chris Froome (Team Sky) schien echte Probleme zu haben, mit den anderen Anwärtern auf den Sieg mithalten zu können.

Rohan Dennis (BMC) konnte seine Führung in der Gesamtwertung halten und behält das Maglia Rosa. (Foto: Sirotti)

Das Feld blieb auf dem letzten Flachstück zusammen und Visconti versuchte seinen Rivalen zuvorzukommen als er in der letzten Kurze zu einem Schlussprint ansetzen wollte. Seine Taktik kam Battaglin sehr gelegen: Der Italiener passte den rechten Moment ab und setzte im richtigen Augenblick zum Sprint an.

Auf den ersten drei Plätzen der Gesamtwertung gab es keine Änderung: Rohan Dennis (BMC Racing) liegt weiterhin in Führung und behält das Maglia Rosa, Titelverteidiger Tom Dumoulin (Team Sunweb) ist mit einer Sekunde Rückstand auf dem zweiten Platz, Yates dritter mit einem Rückstand von 17 Sekunden zu Dennis. Chris Froome liegt mit einem Rückstand von 55 Sekunden hinter Dennis auf Rang 19 der Gesamtwertung. Auch heute schien der Team Sky Fahrer in Schwierigkeiten zu kommen und nur mit Mühe den Mitstreitern auf dem Anstieg mithalten zu können.

“Es war heute ein angenehmer Tag, ziemlich langsam wegen des Gegenwindes“, sagte Dennis. „Hin und wieder verspürte ich etwas Stress, aber ich bin froh, das Maglia Rosa behalten zu können. Heute war erste der fünfte Tag, das bedeutet, es kommen noch 16 Tage. Morgen wird es wieder ganz anders, wenn es auf den Ätna geht. Ich freue mich darauf, um zu sehen, wie ich zurecht komme.“

Video: Zusammenfassung der 5. Etappe

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