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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 2018: Froome besiegelt seinen Gesamtsieg in Cervinia

Mikel Nieve gewinnt die 20. Etappe, Froome distanziert Dumoulin auf den Abfahrten.

Mission erfüllt: Auf der 20. Etappe des 101. Giro d’Italia sicherte sich Chris Froome (Team Sky) seinen ersten Sieg beim Giro d’Italia, seinen dritten Grand Tour Sieg in Folge und seinen insgesamt sechsten Grand Tour Sieg seiner Karriere. Er konnte die Angriffe vom Titelverteidiger Tom Dumoulin (Team Sunweb) zur Bergakunft in Cervinia erfolgreich abwehren. Mikel Nieve (Mitchelton-Scott) sicherte sich seinen dritten Giro-d’Italia-Etappensieg seiner Karriere. Ein schwacher Trost nach einer enttäuschenden und harten Woche für sein Team und seinen Teamkapitän.

Dumoulin ging auf dem letzten Anstieg der 20. Etappe zum Angriff über. Der Sieger des 100. Giro d’Italia lag nach der 19. Etappe 40 Sekunden im Rückstand zum Maglia Rosa und wollte sich nicht so leicht geschlagen geben. Trotz seiner Anstrengung und unter Einsatz seiner ganzen verbliebenen Kräfte konnte er keine Zeit zwischen sich und Chris Froome gutmachen. Eine Kombination von Erschöpfung nach drei Wochen im Rennen und den gestrigen Anstrengungen über vier Pässe und die Steigungen des letzten Passes machten sich bei Dumoulin bemerkbar. Er schaffte es nicht, einen nennenswerten Abstand zwischen sich und Froome aufzubauen, so dass sich auf den letzten Steigungen der Sieger des 101. Giro d’Italia herauskristallisierte.

Happy birthday, Mikel! Mikel Nieve (Mitchelton-Scott) gewinnt die 20. Etappe des 101. Giro d’Italia. (Foto: Sirotti)

„Es kam auf den letzten Kilometern immer wieder zu Angriffen, was zu erwarten war. Aber ich hatte immer das Gefühl in Kontrolle zu sein und imstande, den Angriffen zu folgen oder zu parieren“, sagte Froome. „Ich glaube, die gestrige Etappe hat allen Kraft gekostet. Kaum einer hatte noch genug in den Beinen, um etwas Großes zu wagen. Dieser Giro war brutal, absolut brutal. Wenn man einen schlechten Tag hat, geht es nicht nur um 30 Sekunden oder eine Minute. Dann sind es 10 oder 15 Minuten. Es ist ein brutales Rennen.“

Der Berg ruft: Zum letzten Mal beim 101. Giro d’Italia ging es für die Fahrer in die Berge. (Foto: Sirotti)

Als letzte und entscheidende Etappe erwartete die Fahrer ein letzte große Herausforderung über 214 Kilometer von Susa, in die Berge, über Alpenpässe mit einer Bergankunft in Cervinia. Auf den ersten, relativ flachen 129 Kilometern ging es trotz der drei Wochen Rennen in den Beinen recht rasant los. Eine Gruppe von 27 Fahrern schaffte es recht früh, sich vom Hauptfeld zu lösen. Unter ihnen befanden sich Elia Viviani (Quick Step Floors, Matej Mohorič und Giovanni Visconti (Bahrain-Merida), Michael Woods (EF-Drapac), Gianluca Brambilla (Trek-Segafredo), Valerio Conti (UAE-Team Emirates) und Mikel Nieve und Romain Kreuziger (Mitchelton-Scott).  Als die Ausreißergruppe den ersten Pass erreichten, machten Kreuziger und Nieve Druck und mehrer Fahrer mussten abreißen lassen.

Im Hauptfeld bestimmte Astana das scharfe Tempo für Lopez. Simon Yates konnte der Gruppe nicht folgen, offensichtlich machten sich die Anstrengungen der vergangenen zwei Wochen wirklich bemerkbar. Conti machte in der Ausreißergruppe Tempo und die Gruppe schrumpfte zusehends, bis nur noch zehn Fahrer übrig blieben, die Conti mit einem sechs Minuten Abstand zum Peloton über den Tsecore führte.

Auf der Abfahrt setzte Mohoric zum Angriff an und bewies seine Abfahrtskünste, die ihm einen Vorsprung von dreißig Sekunden sicherten. Die Fahrer erreichten Saint Pantaléon, Mohoric befand sich immer noch alleine an der Spitze des gesamten Rennens. Währendessen spielten sich im Peloton dramatische Szenen ab: Astana, darauf versessen, Pinto vom dritten Sockel des Siegerpodiums zu stürzen, um den Platz für Lopez zu sichern, fuhr als Team an der Spitze und machten unerbittlichen Druck. 41 Kilometer vor dem Ziel der 20. Etappe war es um Pinot geschehen: Der Franzose fiel nach hinten aus der Gruppe und das war sein Ende auf eine Chance auf einen Podiumsplatz beim Giro.

Auf den letzten 9 Kilometern am letzten Pass, dem Cervinia, kam es zum Kampf zwischen Dumoulin und Froome. Dumoulin hatte keine Chance und Froome konnte seine Führung, und das Maglia Rosa, verteidigen. (Foto: Sirotti)

Während Pinot von seinem Teamgefährten Sebastien Reichenbach vergeblich ermutigt und motiviert wurde, ging es an der Spitze um den Tagessieg der 20. Etappe. Nieve holte Mohoric ein und ließ ihn hinter sich. Acht Minuten vor dem Peloton überquerte er den Pass, gefolgt vom Trio Ciccone, Gesink und Brambilla zwei Minuten später.

Pinot stellte keine Gefahr mehr dar und Astana verringerte das Tempo bis Movistar am Fuß des letzten Passes, dem Cervinia, in die Offensive ging. Jetzt hieß es abwarten was sich auf den letzten Kilometern dieser entscheidenden Etappe abspielen würde. Es ging nicht darum, ob Dumoulin angreifen, sondern darum, wann es losgehen würde.

Neun Kilometer vor dem Ziel, nach dem steilsten Teilstück des Berges, griff Dumoulin an. Froome heftete sich sofort an das Hinterrad seines Rivalen und Davide Formolo (Bora-Hansgrohe), Domenico Pozzovivo (Bahrain-Merida), Richard Carapaz (Movistar) und López konnten den zwei Rivalen folgen.

Die Angriffe folgten Schlag auf Schlag, aber keiner schaffte es, den anderen abzuwimmeln. Sechs Kilometer zum Ziel und Dumoulin holte wieder zum Angriff aus. Die zwei Fahrer verschwanden im Tunnel, erschienen wieder und Froome parierte. Dumoulin konnte nicht gegenhalten und musste Froome kopfschüttelnd ziehen lassen, als dieser mit den restlichen Fahrern die letzten Kilometer des letzten Alpenpasses des 101. Giro d’Italia erklomm. Der Kampf um das Maglia Rosa war vorüber, der Würfel war gefallen.

Mission accomplished: Froome besiegelt auf der 20. Etappe seinen Erfolg beim 101. Giro d’Italia. Er überquerte mit Teamkollege Wout Poels als Sieger die Ziellinie. (Foto: Sirotti)

Dumoulin schaffte es mit Hilfe einer Gruppe wieder an Froome heranzukommen, aber weitere Angriffe blieben aus. Der Titelverteidiger kam in der auserwählten Gruppe mit Froome ins Ziel, der mit Superdomestique Wout Poels die Ziellinie überquerte.

Nieve sicherte an seinem Geburstag den fünften Etappensieg für sein Team Mitchelton-Scott beim 101. Giro d’Italia.

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